Befall, Holz, Regel, gefährdet, Verstärkungen

17.03.2007



Hallo, seit wir in unser altes-neues Haus eingezogen sind stelle ich an 2-3 Balken des zum Teil offenliegenden Dachstuhles einen Holzbockbefall fest. Es nagt und sägt bei Tag und Nacht. Meine Frage ist wie ich dem Herr werde. Dazu muß ich aber sagen das ja angeblich der Holzbock nicht in altes trockenes Holz gehen soll. Der Dachstuhl ist ca 100 jahre alt. Könnte es was anderes sein? Die Löcher sind 3-5 mm groß und größtenteils oval. Mich würde auch interressieren ob ich damit rechnen muß das die Würmer in andere Bauteile wandern. Wir haben im Flur neu verlegte Dielen. Sind die z.B. gefährdet oder bleibt er an einem Bereich? Gibt es ein Mittel gegen den Wurm und mit wievielen Tieren muß ich eigentlich pro Balkenmeter rechnen? Gruß Ringo



Vielleicht mal ein bisschen schnitzen,



irgendwo wird sich doch der Teufel zeigen, fotografieren und in's Forum stellen. Und besser bald, jetzt werden Sie wieder munter, die kleinen, flinken Arbeitgeber der Restauratoren, Bautenschützer, Zimmerleute...

Grüße

Thomas



Die 60 Jahre sind nur eine Regel



Sehr geehrter Herr Posselt, so wie Sie es beschreiben, kann das durchaus ein Hausbockbefall sein. Die 60 Jahre nach denen Holz angeblich nicht gefährdet ist, sind nur eine Regel. Immer wieder finden sich Befälle auch in älterem Nadelholz. In altem Holz sind die Inhaltsstoffe wie Stärke, Zucker, Vitamine usw. durch Alterung etwas abgebaut. Deshalb ist es eigentlich nicht mehr so attraktiv für den Hausbock. Wenn er dann doch darin ist, ist das fatale, dass er den Nährstoffmangel durch erhöhte Fraßaktivität ausgleicht.
Ihre Dielen und anderes splinthaltiges Nadelholz sind durchaus gefährdet, wenn die neue Generation schlüpft.
Wieviele Larven pro Meter Balken bei einem Befall vorhanden sind, lässt sich natürlich niemals schätzen.
Ein Fachmann muss vor Ort überprüfen, ob es sich wirklich um einen Befall handelt und die speziellen Gegebenheiten bewerten.
Grundsätzlich stehen folgende Möglichkeiten bei Befall zur Verfügung:
-Befallene Teile ausbauen und ersetzen. (Oft ist es schwierig einen Hausbockbefall wirklich einzugrenzen. Ansonsten ist diese Methode sehr ökölogisch.)
-Heißluftbehandlung des Dachstuhls. (Es werden keine Biozide ausgebracht.
-Evtl. kann in seltenen Fälen einzelne Bauteilaufheizung mit Mikrowellen, Heizplatten usw. sinnvoll sein.
-Begasung des Dachstuhls. (Bei Fehlern auch für den Menschen tödlich.)
-Abbeilen der Hölzer und Bekämpfung mit Ib-Holzschutzmitteln durch Fachbetrieb. (Biozidanwendung)
Ein Tragwerksplaner muss prüfen ob Verstärkungen erforderlich sind. Oft ist auch deshalb der Bauteilaustausch sinnvoll, da man Verstärkungen und "Bastelleien" damit sparen kann.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold