Zwischendecken: Holz… hoffentlich ohne Wurm!!!

28.01.2011



Hallo Holz-Freunde und Kenner!

Wir möchten ein um 1900 erbautes Sandsteinhaus kaufen. Bis auf die untere Etage sind die beiden oberen Stockwerke auf einer Holzkonstruktion aufgebaut. Jedoch kann man bin auf einen kleinen Spalt im Bad nicht in diese Böden hinein schauen. Alles ist weiß verkleidet und somit sind auch eventuelle Schäden im Holz nicht sichtbar.

Meine Frage nun: Wie würdet Ihr vorgehen? Besteht überhaupt Gefahr, dass Holzschädlinge so weit in die Deckenhölzer eintreten können, dass eine ernste Gefahr entsteht? Immerhin gibt es ja keine klaren Eintrittsmöglichkeiten… oder?

Grüße Euch herzlich, Tom



Holzdecken



Die Deckenkonstruktion ist vielleicht nicht unbedingt das Problem, sondern die Deckenbalkenauflager in der Wand. Dort kann es durch Kondensat aus der Raumluft zu einem Verrotten der Balkenköpfe gekommen sein. Das müsste stichprobenartig untersucht werden, insbes. an der Nordseite (keine Sonne/kühle Wand/Feuchtigkeit). Dabei kann dann auch auf einen ev. Schädlingsbefall hin kontrolliert bzw. auch der Querschnitt der Balken aufgemessen werden, um ggf. vom Statiker nachrechnen zu lassen, wieweit diese Balkendecken für weitere Ausbauten (Schall- und Wärmeschutz)belastet werden dürfen. Auch den "Inhalt" der Decken festzustellen, ist nicht unspannend für die weitere Sanierung (Sand/Schlacke/Gerümpel/Mäusepopulation etc). Wenn überdies "weiß verkleidet" bedeutet: Styroporplatte, MDF-Paneele oder sonstige Holz-Kunststoff-Kombinationen, sollten diese besser entfernt werden, weil es darüber, insbesondere in BAd/Küche, schon feucht und schimmelig werden kann.





Einen ersten Hinweis erhält man schon, wenn man mal probeweise etwas hüpft. Unebenheit der Böden quer zu den Balken (gerades Brett quer zum Balkenverlauf auflegen) kann auch aufschlussreich sein.
Ein Setzen der Decke ist möglicherweise auch dadurch erkennbar, dass die "weisse Verkleidung' (GK?) sich dort, wo sie an die tragende (Aussen-)Wand mit den Balkenauflagern stösst, etwas heruntergedrückt worden ist. Möglicherweise hat der Verkäufer solche Schäden vor dem Verkauf noch retuschiert.

Sind von aussen Zeichen aufsteigender Feuchtigkeit im Mauerwerk zu erkennen, ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Man kann mit einer Lochsäge neben einem der kritischen Balkenauflager ein Loch in die Verkleidung schneiden und mit einer Taschenlampe und einer Spiegelscherbe da mal gucken; das lässt sich später einfach wieder verschliessen.





Herzlichen Dank schonmal für die Antwort.

Aber kann es vorkommen, dass in einer allseitig verkleideten Zimmerdecke Wurmbefall sein kann? Wie käme es dazu?

Und als Neuling die Frage: Ab wann sagt man… unbedingt einen Sachverständigen hinzuziehen. Immer bei Altbau?
Und kenn Ihr einen solchen Sachverständigen im Neckar-Odenwald-Kreis, nahe Miltenberg, Walldürn?

Grüße, Tom





ganz einfach: erst Wurm, dann Verkleidung.
Bei Blockbauten kann es auch passieren, dass die Viecher über die aussen sichtbaren Balkenköpfe eindringen.
Ist das Holz allseitig verkleidet, kommt es in der Regel nicht zu einem Neubefall, weil die Eier von den zufliegenden Käfern direkt auf das Holz abgelegt werden.
Hingegen gedeihen Pilze aller Art in feuchtem und verkleidetem Holz sehr gut.



Am besten



die Dachkonstruktion anschauen. Ist hier ein Insektenbefall, so ist mit Sicherheit auch in der anderen Holzkonstruktion damit zu rechnen (Befall meistens in der Bauphase).

viele Grüße





Und das heißt, dass der Befall sich über 100 Jahre im Holz hält? Sterben die Viecher nicht mal aus? Immerhin ist ein Neubefall bei einer allseits verkleideten Zwischendecke (wie gesagt: Sandsteinhaus) nicht denkbar…???

Grüße Euch, Tom





Ja.

Viele Grüße





Was heißt nun "ja"?





Ja heisst, dass die Wurmlöcher bleiben. Deshalb sollte man vor dem Einsatz von Holzschutzmitteln immer zuerst prüfen, ob der Befall noch aktiv ist.



Die Frage



war eigentlich nicht, ob die Löcher bleiben (daß die bei einmal gefälltem Holz nicht mehr wieder zuwachsen sollte eigentlich naheliegend sein *grins*), sondern ob Befall in abgeschlossen eingebauten Teilen über 100 Jahre aktiv bleiben kann. Oder habe ich das falsch interpretiert?



ach was soll es denn,



auch wenn sich das ein oder andere verliebte, der Fortpflanzung bereite Holzwurmpärchen zwecks gemeinsamen Knabberns im Tragwerk einfindet, ist das doch mehr ein kosmetisches als ein statisches Problem.

Ich kenne kein Haus, das diese possierlichen Tierchen zum Einsturz gebracht haben...alles nur panik...

Gruß j





Jürgen hat mein Anliegen wohl schon erkannt.

Nur um meine Situation klar zu stellen. Es handelt sich um ein Sandsteinhaus, dessen Zwischendecken wohl auf einer Holzkonstruktion beruhen. Diese Holzelemente sind an keiner Stelle im Haus offen sichtbar. Entweder liegt Parkett drauf oder sie sind an den Decken mit GK verkleidet.

Meine Frage war nun, wenn da beim Bau vor 90 Jahren ein Wurm tätig war… sind dessen Nachkommen über die Jahrzehnte noch immer so aktiv, dass sie (einen gewissen Ehrgeiz vorausgesetzt) eine Totalsanierung in den nächsten Jahren nötig machen?

Beste Grüße,
Tom



Warscheinlich



nicht, aber um das ganz genau zu wissen, müssen Sie irgendwo ein kleines Loch in den GK sägen und nachschauen.
Wemnn an den sichtbaren Dachbalken kein Befall ist, ist ein Befall der Deckenbalken nicht sehr warscheinlich.

@Jürgen: ich habe schon mal ein Fachwerkhaus gesehen, welches bis zur Einsturzgefährdung von Holzschädlingen zerfressen war.ich war bein den Sanierungsarbeiten mit dabei.





Ohne Besichtigung vor Ort kann man nichts sagen und wenn es um einen Hauskauf geht, sollte man sich die paar Euros Honorar für einen Sachverständigen gönnen. Wenn der Verkäufer das nicht will, dass ein zum Kauf entschlossener Interessent einen SV auf eigenen Kosten ins Haus nimmt, wird er seine Gründe haben und ich würde dann die Hütte nicht kaufen.

Andersrum, was erwarten Sie von einem Forum? Erkennung auf Rückabwicklung des Vertrages, weil sie dem Richter sagen, irgend ein Herr X im Forum Y hätte gesagt, so und so?
SIE kaufen das Haus und SIE tragen das Risiko, also nehmen Sie einen SV mit, wenn Sie das nicht selbst beurteilen wollen oder können. Sagt der SV, alles OK, dann schlafen Sie besser, sagt er, Finger weg, dann hat er Ihnen einen Haufen Geld und Ärger gespart.

Oder, als Pessimist formuliert: Es spielt keine Rolle, ob Sie das Haus erwerben oder nicht - Sie werden den Entscheid bereuen.



Nur keine Panik!



Ich habe ein 100 Jahre altes Sandsteinhaus mit Holzbalkendecken. Und ja, es gab schon Stellen an einem Deckenbalken, die wegen der eingedrungenen Feuchtigkeit zum Teil verfault waren und eine Ameisenkolonie als Haus dienten ;). Diese wurde übrigens grade in dem Hochzeitsflug erwischt. Sonst hätte ich im Haus nie Insekten vermutet. Aber die Auskunft vom Fachmann für Ungeziefer-Bekämpfung hieß es: solange das Haus trocken und beheizt bleibt, sollte zumindest mal kein großer Befall vorkommen. Holzwurm überlebt in zentralbeheizten Räumen eher schlecht. Außerdem "wohnt" der Wurm oft nur in einem schon befallenen Stück. Lässt sich gut anhand der frischen Holspäne lokalisieren und bekämpfen. Alte Wurmlöcher finden Sie wahrscheinlich bei jedem alten Dielenboden, Treppen, Kellertüren u.s.w. Es soll noch nichts bedeuten. Aber Vorsicht!!! bei Kauf von antiken Möbeln (keinen "frischen" Holzwurm reinscchleppen) und bei wirklich schweren Gegenständen im Raum (Badewanne aus Gusseisen, Kachelofen, etc. vorher stellenweise die zu belastende Balken prüfen und ggf. einen Statiker hinzuziehen.