Hausbockbefall im Dachstuhl




Hallo liebe Mitglieder,

Vor einem Jahr begann ich meinen 2 1/2 Stockwerk hohen Dachstuhl auszubauen. Zuerst kamen 14 kleine Gauben auf das Dach um die Denkmalgeschützten Dachsparren zu erhalten.Die Dachsparren wurden ausgeglichen mit Holzdielen und darauf kam eine flächige Holzverschalung. Im Innenbereich sind die Sparren auf die komplette länge von ca 12 m sichtbar geblieben. Dazwischen jeweils isoliert, abgedichtet dann OSB- Platten und abschließend Rigips drauf.Jetzt zu meinem Problem: In einer der Mittelpfetten habe ich einen Hausbockbefall(hörbar) festgestellt.Habe den Balken rundherum bebeilt und auch ca 10 Larven herausgeholt. (ca 20-25 mm lang und eindeutig Hausbock). Der ganze Dachstuhl weist uralten Befall auf was die vielen Ausfluglöcher belegen, allerdings nirgends frisches Nagesel welches auf den jahundertealten verstaupten Balken wohl zu sehen wäre?!Meiner Meinung nach ist nur in diesem Balken ein aktiver Befall und in einem anliegenden Dachsparren.Was kann ich nun tun? Der Sparren ist leider nur noch von einer Seite sichtbar! Nachdem der Dachstuhl mindestens 300 Jahre alt ist, ging ich von Anfangan davon aus das ein Befall gar nicht mehr möglich sei.Wenn die Räume nun in naher Zukunft bewohnt werden, zentral beheizt werden, besteht die Möglichkeit das Problem mehr oder weniger auszusitzen?Ohne nochmal alles aufzureißen bei so altem Holz?
Für ein paar Fachmänische Tips wäre ich sehtr dankbar!
Gruß aus Mühlheim an der Donau
Arne Thelen



Nicht aussitzen



Guten Tag,
ich rate vom "Aussitzten" ab. Hausbocklarven können bis herunter zu etwa 9 % Holzfeuchte leben. Im Winter werden sie vielleicht unter 9 % Holzfeuchte kommen, wobei ich das für den Sparren nicht glaube. Das wird aber nicht zur Abtötung reichen. Das altes Holz nicht befallen werden kann hält sich hartnäckig ist aber so nicht richtig. Altes Holz ist nicht so attraktiv die Eier abzulegen, wenn aber in der Nähe nichts Besseres zu finden ist, werden die Eier natürlich auch in altes Holz abgelegt. Da dort die Nährstoffe wirklich seltener sind als in frischerem Holz wird das durch VERSTÄRKTEN LARVENFRAß ausgeglichen. (Der Kollege Wießner hat auf seiner Internetseite schöne Hintergrundinformationen dazu, schauen Sie doch mal über sein Profil nach)
Ich denke man sollte einnmal genauer untersuchen ob wirklich nur die beiden genannten Hölzer betroffen sind oder doch mehr, möglicherweise auch die neu eingebauten Verstärkungs- und Schalungshölzer.
Meiner Meinung nach kommen sie um Teilfreilegungen nicht herum, danach kann man weiter sehen. Sollten nur einzelne Bauteile befallen sein, wovon i. d. r. bei Hausbock nicht auszugehen ist, lassen sich diese vielleicht austauschen. Möglicherweise ist auch eine Aufheizung nur dieser Bauteile sinvoll, z. B. Mikrowelle oder "Selarex Heizplatten" beide Verfahren sind nicht genormt und bedingen ebenfalls Teilfreilegungen usw. Die Selarexmethode ist inzwischen ganz exotisch geworden, da der Hersteller der Heizplatten die Produktion schon vor Jahren eingestellt hat.
Sie sollten einen Fachman hinzuziehen. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold





Hallo,

vielen Dank für Ihre Schnelle Reaktion! Ich denke ich werde ihrem Rat folgen und mich nach einem unabhängigen Sachvertständigen in meiner Region umschauen um die Sache beurteilen zu lassen. Nochmals besten Dank
Mit freundlichem Gruß
Arne Thelen



Hausbockbefall



Guten Tag Arne Thelen
Zu ihrer Frage mit dem Hausbockbefall
kann ich Ihnen auch nur wie der Kollege Ulrich Arnold schon geschrieben hat raten das Sie unbedingt einen Fachmann hinzuziehen sollten den bei so einem ernsten Problemen ist das mit der Ferndiagnose sehr schwierig

Und ich gehe mal davon aus dass sie auch den Dachstuhl an mehreren Stellen öffnen müssen um dort eine Diagnose stellen zu können dies ist aber auch keine hundertprozentige Sicherheit den man kann nur was begutachten was man auch sieht und die stellen die nicht geöffnet worden sind könnten theoretisch auch mit Hausbock Befall befallen sein

Ich hoffe ich habe Ihnen hiermit keine Angst gemacht aber erstmal muss man eine Diagnose stellen und erst dann kann man eine Sanierung aus Arbeiten und planen und dieses ist in Sanierungsbereich nicht immer einfach

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden





Ich habe mir anfang des Jahres auch Sorgen um einen Fichtenbalken im Dachboden gemacht, der seit 20 Jahren befallen ist. Im Sommer habe diesen Balken ausgetauscht (war ordentlich eine Arbeit!), und den Balken zersägt. Einen akuten Befall fand ich nicht, und der Kern war unversehrt, dass ich meine Kettensäge ordentlich bemühen musste, um den Balken in Brennholz zu verarbeiten.
Im nachhinein kommt mir vor, mir unnötig Sorgen macht zu haben.