Bauschaden: Loch in Dachfolie durch Holzschädling



Bauschaden: Loch in Dachfolie durch Holzschädling

Hallo!

Heute entdeckt: Massive Durchfeuchtung der Dachschalung im Wandbereich unseres Strohballen-Fachwerkhauses. Zum Glück im äußerem Bereich über der Wand, sonst wärs wohl Jahre unentdeckt geblieben und der Gammel wäre irgendwann durch die Isofloc-Decke gekommen. Es hat drinnen aber auch schon etwas muffig gerochen.

Ziemlich eindeutig ein Fräßschaden eines Holzschädlings, der in der Dachschalung wohnte - siehe Foto.
Im Holzmehl deutliche Gummipartikel.
Das Geotextil unter der Folie (1,5mm EPDM) wurde ebenfalls durchfressen.

Die Vlieslage über der Folie ist noch ganz. Entweder ist das Biest noch immer im Holz, oder zwischen Folie und Vlies unterwegs.

Wer hat sowas schonmal erlebt? Was kann das für ein Viech sein?

Nicht ganz unwahrscheinlich, das auch woanders Löcher auftauchen. Sehr beunruhigend.

Der Strohballen drunter ist hin, das Holz kann erstmal trocknen, da muss wohl nix getauscht werden.



Strohballenhaus



Sehe ich das richtig:
Sie haben an der Außenseite eine dampfdichte Bekleidung?
Wie ist das Dach insgesamt aufgebaut?
Liegt die Schalung so auf dem Stroh der Wand auf?
Warum liegt auf der Dampfsperre noch ein Vlies?
Schon mal an Insekten gedacht?



EPDM Folie durch Schödlinge beschädigt?



Dann muß es sich wohl um ein Flachdach handeln-
Wenn es aber nicht verlebt, sondern auf einer Schutzlage verlegt wurde sollte es eigentlich mit Auflast versehen worden sein oder wie ist die Einbausituation?
Insekten kann ich mir kaum vorstellen außer ihr habt eine mutierte Spezies bei euch...
Gibt's vielleicht Mäuse, Ratten, Marder oä?
Da müßten evt Kot- oder Futterreste sichtbar sein?

Andreas Teich



Schädlinge



"Insekten kann ich mir kaum vorstellen außer ihr habt eine mutierte Spezies bei euch."
Wespen und Hornissen kriegen so ziemlich alles klein, mit zernagtem Holz bauen sie ihre Nester.

Was ist mit Ihren mutierten Mäusen, Ratten, Marder u.ä. Herr Teich?
Schauen Sie mal auf den Zollstock der auf dem Foto zu sehen ist und dann auf den Durchmesser des Loches in der Folie.





Hallo,

das Dach ist ein Warmdach, mit einer "inteligenten" Dampfbremse raumseitig.

Dachaufbau ist: Holzschalung, ProClima Intello+ Dampfbremse, Isofloc, Dachschalung, Vlies, EPDM-Folie, Vlies, Substrat.
Funktioniert super, es gibt zu dem Aufbau auch eine Abhandlung zu Feuchteeintrag/Rücktrocknung beim Hersteller.

Auf der Folie ist natürlich Auflast gewesen, Substrat für die Dachbegrünung. Die Folie ist beidseitig mit Geotextil geschützt.

Der Gang geht im Holz weiter, geht also nicht durch die Dachschalung.
Wie geschrieben, definitiv ein Holzschädling, vielleicht ein geschlüpfter Bockkäfer.

Gruss, Stefan



Loch in Dachfolie



Bei mir hatte eine (oder mehrere)
Mäuse ein ähnlich großes Loch durch eine 12 mm Sperrholzplatte genagt.
Auch große Viecher können kleine Löcher herstellen-
Marder wollen ja auch nicht durch Gummischläuche durchkriechen wenn sie diese im Auto annagen.
Bei Holzschädlingen habe ich noch nicht von EPDM Freßsucht gehört-
das wäre ein interessanter Fall- vielleicht einmal beim Folienhersteller nachfragen (Carlisle oder Firestone?)

Vollsparrendämmung mit oberseitiger Dampfsperre und raumseitig feuchtevariabler Dampfbremse ist schon zugelassen- normalerweise soll aber kein Substrat oder Begrünung aufs Dach aufgebracht werden, welches die Erwärmung behindert oder gab es noch eine Wärmedämmung dazwischen?
Kannst du mir den Link mailen mit der Freigabe zu diesem Aufbau?
Ich mache bei mir ein ebensolches Dach, allerdings ohne Substrat mit verklebter Folie.

Läßt sich nicht anhand von Spuren feststellen welcher Schädling das Loch verursacht haben könnte?

Andreas Teich



Schädlinge



Glauben Sie im Ernst das eine Hausmaus durch ein ca. 6 mm breites Loch passt?
Oder die Ratten und Marder die Sie als Ursache genannt haben?



Ich



denke wir blicken bei dem ausgeschnittem Stück auf die Unterseite?
Da hat sich eher was rausgefressen.



Ach



wer lesen kann...steht ja da oben.



Fraßloch?



Keine Ahnung welches Tier das gewesen sein könnte.

Ebenso unklar ist aber auch, ob sich ein Tier durchgefressen hat oder sich nur einen kurzen Blick ins Freie gönnen wollte.
Vielleicht kommen noch weitere Aufklärungen

Andreas Teich



Vielleicht



das ganze ,etwas großzügiger öffnen und Alles unter die Lupe nehmen.



Der Drang zum Leben


Der Drang zum Leben

Nun, das sich z.B. schlüpfende holzschädigende Insekten aber auch Holzwespen durch dichtes Nichtholz-Material nagen, kommt immer wieder vor. Dies wird auch in der einschlägigen Fachliteratur immer wieder berichtet. Nebenstehend das Foto eines Ausschlupfloches durch einen PVC Belag hindurch.
Ich hatte auch schon Durchnagungen durch Bleifolie gefunden. Das Material wird allerdings dabei nicht "gefressen" sondern "durchnagt". Der Drang sich fortzupflanzen und die Art zu erhalten macht auch vor modernen Materialien nicht einfach halt.

Gruß aus Franken

L. Parisek



Dachaufbau



Die Frage die zu klären ist: Wie kam die Feuchte ins Dach.
Wenn Sie Glück haben war das nur ein einzelnes Insekt und durch das Loch drang Wasser in begrenzter Menge ein.
Aber wenn einer von den Burschen da war können es noch weitere sein.
Dann kann ein Teil der Feuchte auch aus vagabundierender Rest- bzw. Materialfeuchte aus dem Stroh, dem verbauten Lehm und dem Konstruktionsholz stammen. Am Übergang Wand zu kälterer Dachschalung kann es zur Feuchteansammlung bis hin zum Kondensatausfall kommen. Ähnliches gilt auch für die Dachdämmung an sich; die Dampfbremse ist in Ihrer Leistung was Rücktrocknung betrifft begrenzt. Dann wird sie durch Hunderte von Schraublöchern von der angebrachten Schalung her (wenn die nicht an einer gesonderten Traglattung hängt) perforiert sein.
Auf jeden Fall den Bereich öffnen, begutachten, eventuell Materialproben ziehen und untersuchen lassen. Dann bei Bedarf Trocknung und Reparatur.
Ich empfehle Ihnen die Raumluftfeuchte und die Temperatur über eine längere Periode zu dokumentieren (Datenlogger). Je nach Ergebnis sollten Sie über ein angepasstes Lüftungskonzept nachdenken.
Die im Dach- und Wandbereich verbauten Materialien haben eine vergleichsweise geringe Feuchteresistenz, nehmen Sie die Sache deshalb ernst.