[Garten] Obstbaumschnitt

16.02.2009



Hier habe ich mal ein paar Bilder gemacht http://hansalbertmueller.de/2009/02/15/baumschnitt/ leider habe ich keine Ahnung vom Baumschnitt und habe im Netz auch noch nicht wirklich das AHA-Erlebnis gefunden, kann mir hier einer Rat geben oder weiss eine sehr gute Quelle wo der Obstbaumschnitt penibel beschrieben steht?



Für ein Fachwerkforum...



...ein lustige Frage :-). Bei uns in der Gegend werden für ein wenig Seminarbeitrag Schnittkurse angeboten. Da wird dann am Objekt trainiert. Kann mir nicht vorstellen, daß es in deiner gegend sowas nicht gibt.

Gruß Patrick.



Obstbaumschnitt



Hallo Herr Müller,

solche Schnittseminare werden auch von Baumschulen oder Gartenmärkten (z.Bsp. auch bei OBI) kostenlos angeboten. Wie professionell das ganze ist, kann ich nicht beurteilen.
Vielleicht auch mal beim örtlichen Kleingartenverein fragen, da kommt mit einer kleinen Pils-Spende mit den Alteingesessenen schnell ins Gespräch. Ansonsten habe ich mir sehr viel über Bücher angelesen, Bibliotheken haben da manchmal erstaunliche Bestände...

Viel Erfolg und reiche Ernte.

Thomas Sedlaczek



Nach Gefühl und Geschmack



Hallo,

ich habe mir manches angelesen und anderes beibringen lassen, weiß aber nicht, ob ich es jetzt kann. Mir scheint aber, dass Bäume ziemlich fehlertolerant sind. Da darf man auch mal etwas zuviel wegsäbeln.
Ein paar Regeln sind einfach: Zweige, die in die Krone reinwachsen (das ist auf einigen Deiner Bilder der Fall), müssen weg. Die Krone sollte eine kugelige Form bekommen. Zweige so schneiden, dass das letzte Auge nach außen weist.
Und dann muss man sich den Baum besehen und ein Gefühl dafür bekommen, welche Form er bekommen soll.

Ciao,
Konrad



Kamin



Tja ich hab vorletztes Jahr meinen Kirschbaum so schön geschnitten das ich ihn dieses Jahr für den Kamin eingelagert habe.
Mmmh ist nicht meine Welt das Grünzeug.



Mit Sinn und Verstand - und gutem Werkzeug!



Also, daß Bäume ziemlich fehlertolerant sind, wage ich zu bezweifeln. Tatsächlich gehen die meisten Bäume - außer Kirschen - nicht gleich ein, wenn man sie schnittmäßig malträtiert, man bekommt aber dermaßen viele unsachgemäß "ver"-schnittene Obstbäume zu sehen, daß es ein Jammer ist.

Eins der brauchbarsten und informativsten Fachbücher auf dem Gebiet ist folgendes:
Werner Funke, Der Obstgehölzschnitt. Obstbäume und Beerensträucher zweckmäßig schneiden und erziehen. München (blv) 9. Aufl. 2006.

Für meine eigene Praxis äußerst wichtig ist gutes Werkzeug, das die Arbeit enorm erleichtert. In dieser Hinsicht schwöre ich, wie alle Profis, auf die gute schweizer Qualitätsmarke Felco. Mit der Schere Nr. 2 und der Klappsäge läßt sich fast alles problemlos schneiden. Für dickere Äste ab 10 cm Durchmesser sollte man eine etwas größere (Hand-)Säge haben. Für große, alte Bäume braucht man eine stabile Alu-Leiter und eine Teleskopsäge (z.B. von Gardena).

Trockenes, frostfreies Wetter abwarten, und es kann losgehen!

Frohes Sägen wünscht franz.



Weniger ist mehr...



...wenn man sich noch nicht so gut auskennt.

Den Tip mit den Schnittkursen beim Kleingärtnerverein würde ich auch auf jeden Fall verfolgen.

Hier noch zwei günstige Buchtips:

Ziergehölz- und Baumschnitt in Bildern
Hans Heinrich Möller

Obstbaumschnitt
Martin Stangl

Wer gleich richtig tief in die Materie einsteigen will, dem sei dieses empfohlen (kostet natürlich auch entsprechend...):

Alles über Gehölzschnitt: Ziergehölze - Obst - Formschnitt
Helmut Pirc

Gruß Barbara



Immer ran!



Was soll denn schon schiefgehen?
Ein Leittrieb muß stehenbleiben, normalerweise der höchste Trieb "in der Mitte". Den kann man auch kürzen, wenn der Baum nicht so hoch werden soll.
Die nächste, darunterliegende "Etage" Äste wird so gekürzt, daß sie deutlich kürzer sind, als der Haupttrieb, aber untereinander möglichst gleich hoch enden, um eine sogenannte "Saftwaage" zu erhalten. So geht es Etage für Etage nach unten.
Letztes stehenbleibendes Auge nach außen ist ganz richtig, alles raus, was nach innen, auch.
Alle sogenannten "Wassertriebe", die Triebe, die senkrecht hochwachsen, auch weg, die tragen nicht.
Sonstiges Gerümpel im Bauminneren auch raus, wenn man fetig geschnitten hat, soll man einen Hut durch den Baum werfen können.
Über den Zeitpunkt des Schnittes gibt es verschiedene Meinungen, fast alle schneiden im Winter, ich werde es dieses Jahr mal kurz nach der Ernte probieren, damit man nicht so viele Knospen und Blütenstände abschneidet.
Wichtig auch der Hinweis auf gutes, scharfes Werkzeug, eine Astschere sei noch empfohlen.
So, ran! Versuch macht kluch.
Viel Erfolg und gute Ernte,
Mario