TYPISCHE Baumängel an Gebäuden von 1880-1940?

17.01.2005



Hallo Allerseits! Ich habe vor, mir eine Gebrauchtimmobilie zu kaufen, da mir der Charme von Altbauten mehr zusagt als ein steriler Neubau.

Da ich fast 2m Körpergröße messe, kommt so ein ganz alter Altbau für mich leider nicht in Frage(Deckenhöhe!) So zwischen 1880-1940 war es aber ja -zum Glück für mich!- in Mode, hohe Decken zu bauen. Als Neubau gibt es sowas anscheinend nicht :(

Was sind so die typischen Baumängel von Gebäuden aus 1880-1940??
Bekannt sind mir bereits folgende Dinge:

- Diese Hauser haben meist weder eine Drainage noch eine Feuchtigkeitssperre im Mauerwerk. Da muss man genau hingucken, ob Feuchte Mauer vorhanden sind.

- Die Holzkonstruktion z.B. im Dachstuhl ist nicht gegen Insekten und Pilze geschützt. Kann sein, dass der Dachstuhl neu muss.

- Manchmal ist die Elektroinstallation recht abenteuerlich.

- Ebenso Trinkwasser- und Abwasserleitungen.

Also, die obigen Punkte sind das, was ich mir bei einem Altbau aus meiner bevorzugten Epoche anschauen würde....

Jetzt meine Frage: Gibt es noch andere, absolut typische Baumängel, die ich nicht aufgeführt habe ?

Vielen Dank für Eure Ratschläge!





hallo andreas,

die frage ist: was wollen sie? ein totalsanierungsobjekt?
bei alten gebäuden ist eher nicht der punkt, was zum entstehungszeitraum nicht gemacht wurde - sondern was in späterer zeit an der substanz "verbrochen" wurde.

gruß
bettina



Baumängel?????



Tach Andreas,

Warum ist ein Dachstuhl ohne chemischen Holzschutz ein Baumangel?
Schau mal unter Konstruktiven Holzschutz nach!

Die anderen Beispiele die hier angesprochen werden, waren zu der damaligen Zeit der Stand der Dinge und Normen!
In der Zeit zwischen 1933-1942 kann man von so genannten Baumängeln sprechen, da zu der Zeit das Anliegen bestand schnell und mit wenigen Mitteln, in Form von Baustoffen, alles mögliche schnell hochzuziehen! Die Menschen hatten Arbeit und ein Dach übern Kopf und man konnte schalten und walten wie man wollte! Außer den Bunkeranlagen, wo es einen Materialmangel nie geben durfte!

Die Frage ist doch, wie schon Bettina schrieb, dass was nachher an der Bausubstanz verbrochen wurde!






Nachdenkliche Grüße

Michael



Baumängel-suche



Hallo Herr Imhoff,
Fachwerk oder Massivbauweise?
Mit freeundlichen Grüssen
Mladen





ich wills mal am eigenen beispiel unterfüttern:

mein sanierungsobjekt (1884): dacheindeckung, sanitär, elektro, heizung, dämmung, feuchtesperrung - alles neu - aber das ist ja bei einem neubau nicht anders. das sind nicht die kostentreiber.
trotzdem das dach seit jahren nicht dicht ist hat die bausubstanz das ganz gut verkraftet - alles diffusionsoffen, holzböden, lehmputze. die große krise kommt da, wo später geschlampt wurde: an einer flurwand wurde der Lehmputz abgeschlagen und Zementputz aufgebracht und dann noch mit Ölfarbe gestrichen. da steht die nässe bis zur Decke und man kann eine salpeterzucht anlegen.
in einer ehemalige Küche wurden die Dielen entfernt, mdf-platte und pvc drauf - ich wage gar nicht daran zu denken, was mich dort erwarten wird. bestenfalls sind die Deckenbalken nur hin, schlimmstenfalls...schwamm.
meine Erfahrung als bau-laie bei zahlreichen objektbesichtungen: gucken sie immer da besonders kritisch, wo bestandteile nicht mehr orginal sind, die feuchträume besonders. und falls sie ein objekt in die engere wahl ziehen - gehen sie mit einem holzgutachter hin, der weiß, was er wo suchen muss.
wo zu allen zeiten übrigens immer gern gespart wurde, sind die grundleitungen: nur ja keinen meter zuviel - und immer schön unterm haus durch.

gruß
bettina

ps: den absoluten super-gau durfte ich übrigens bei einem erst vor wenigen jahren teilsanierten objekt besichtigen: der Keller war quasi ein lebender organismus - alle sanierungsfehler auf einen haufen, die man machen kann. mein holzi war begeistert: einen so großen Schwamm hatte er noch nie gesehen. aber eine ganz tolle vertikalsperre :-))





-mauerwerk ungedämmt
-fenster einscheiben
-fenster/jalouienkästen und türen undicht
-einzelöfen
-trinkwasserleitungen blei
-elektroleitungen gewebeumwickelt
-abwasserleitungen morsch
-dachstuhl besonders in kehlbereichen feucht
-feuchtigkeit in deckenkonstruktion
.....
und dann noch all die schäden die im laufe der zeit durch benutzung, falsche Sanierung entstanden sind

holzauge sei wachsam