Wetterseite dämmen ? Wenn ja dann wie ?

09.09.2008



Hallo,
vielleicht ist da draussen ja jemand der uns weiterhelfen kann ?!
Wir haben seit einem Jahr ein Haus von 1819 und sanieren uns so langsam von einem zum nächstem auftretenden Schaden. Das Haus hat zwei Seiten mit Fachwerk und zwei Seiten mit roten Ziegeln. Direkt nach Einzug mussten wir auf Grund von maroden Holzbalken unter und hinter einer ehemaligen Nasszelle ca. die Hälfte einer Fachwerkwand komplett neu aufbauen und haben um die Fassade zu erhalten, eine Innenisolierung einbauen lassen.
Nun sind wir bei der Wetterseite angekommen, die keine Balken hat, dafür aber viele Risse und schon recht angegriffen wirkende Steine. Zusätzlich wurde vor langer Zeit auch noch so etwas wie eine Elefantenhaut/ gummiartiger Anstrich auf die Wand gebracht. D.h. da kann immer mehr Feuchtigkeit rein und nichts mehr raus. Des weiteren haben wir keinen besonders grossen Dachüberstand, der Schlagregen trifft also voll.

Was nun? Wir haben einen Baufachsanierer an der Hand, der mit uns entweder
1.mit Styro o.ä. dämmen und dann weiss Verputzen will,
2.belgische Firma beklebt gelbe Schaumplatten mit "Riemchen" die mehr oder weniger zum Original-Stein passen, Platten dann an die Wand und neu verputzen

Uns überzeugen beide Methoden noch nicht richtig.
1. Macht es Sinn, so unterschiedlich weiter zu dämmen ? Wir haben eine relativ hohe Raumfeúchte,zumindest diesen Sommer, das wird doch nicht
besser, wenn wir immer mehr "dicht"machen ?
2.Bei beiden Methoden widerstrebt uns eigentlich diese Styro/Schaum- Geschichte
3.Gibt es andere Methoden, die Wand hydrophob und haltbar zu bekommen und womöglich den alten Stein zu erhalten ?

Ich habe mal etwas von Wasserglas in diesem Zusammenhang gehört, kann aber keine Beträge dazu finden, ob das in unserem Fall eine Alternative wäre?


Wir sind über jeden anregenden Beitrag dankbar, gespannt - René



Baufachsanierer



"Wir haben einen Baufachsanierer an der Hand ... der
Styro..."

Beratung vor Ort ist sicherlich nötig und das kann hier auch nicht ersetzt werden.

Aber bitte mal prüfen, ob es nicht auch Baufachsanierer gibt, die gute Referenzen aufweisen können und "Styro" nicht als Mittel der ersten Wahl nennen.

Grüße auf Frangn

Frank von Natural-Farben.de



mögliche Alternativen



fallen mir folgende grad ein:

- Holzdämmplatten (www.gutex.de)
- Mineralschaumplatte (www.poratec.de)
- Schilf (http://www.hasit.de/fileadmin/user_uploads/updown/Schilf.pdf)

Sehr wichtig sind aber die Fragen mit dem Dachüberstand, die derzeitige Mauerstärke, der vorhandene Schichtenaufbau und wie diese einzelnen Schichten sperren oder nicht, ggf. auch entfernt werden müssen.

Grüße,

Frank



Als nächsten Schritt



solltet Ihr jemanden vor Ort holen, der nix verkaufen will, sondern was von Altbauten versteht. Die Butze mal insgesamt betrachten, dann ein Gesamtkonzept erstellen und danach dann Abschnittsweise sanieren. Nur so wird sichergestellt, dass am Ende was vernünftiges dasteht. Alles andere wird Flickwerk und kann richtig teuer werden.
MfG
dasMaurer



Gesamtkonzept ?



Erst mal danke für die Antworten,
ich denke wir sollten uns zu unserem Baufachsanierer, der auch ein guter Bekannter ist und uns sozusagen gerettet hat, als die erste Front auf einmal offen und vergammelt war, noch jemanden suchen, der sich speziell mit so alten Gebäuden wie unserem befasst.

Das Gesamtkonzept der Dämmung im ganzen Haus , macht mir etwas Sorgen. Wr würden, wenn es dem Gebäude gut tut auch auf Dämmung verzichten und die fällige Wand gerne so sanieren, dass Sie als Wetterseite wieder taugt, optisch aber erhalten bleibt.

Das ganze Haus hat zwei Mauerreihen á 4-5 cm, mit 2cm Luftschicht, dann folgt eine Rigips-Vorsatzschale, mit "Glaswolle" darin. Keine Dampfsperre.
Innerhalb der letzten 10 Jahre gab es im Haus keine Probleme mit Feuchtigkeit oder Schimmel.

Zur Wandsanierung ist auch eine Verlängerung des Dachüberstandes geplant, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, das das soviel bringt.

Mal sehen wie´s weiter geht,

Grüsse aus dem Norden, René



2 x 4-5cm Mauerreihen, 2cm Luftschicht, Gummihaut und Glaswolle...



spätestens jetzt ist es völlig klar, dass Ihr da wirklich jemanden vor Ort braucht der nachweislich sich mit "artgerechter" ;-) Sanierung von alter Bausubstanz auskennt.

Für mich wäre schon mal klar, dass die Rigips-Platten und die Glaswolle rausfliegen und die Gummihaut irgendwie runter muss.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de