Bauernhaus Bj. 1920 Wanddämmung zusätzlich




Moin!
Nachdem der abrissreife Hof aus meinem letzten Beitrag leider kostentechnisch ausscheidet, haben wir uns nach "bewohnbarem" und bezahlbarem umgesehen.
Nun haben wir ein teilsaniertes Bauernhaus aus 1920 gefunden, das "nur" innen Teilsaniert werden muss.
Da auch Grundrissänderungen anstehen und die Heizungsanlage (bisher Gasheizung mit Standard-Wandkonvektoren und aufputz-Leitungen) angefasst werden wird, eine Frage zu nachträglicher Wanddämmung.

Das Haus hat vermutlich (aber ziemlich sicher) ein Massivmauerwerk mit etwa 28 cm Dicke, Ziegel, bzw. Klinker. Ich bin mir leider nicht sicher, ob innen nicht doch ein Sandstein o.ä. verbaut ist und zwischen Aussen- und Innenmauer eine Luftschicht ist. Dämmung wohl eher nicht.

Die Dämmwirkung der alten Wände ist natürlich nicht doll. Wir würden da gern (bei dem sowieso erforderlichen Arbeitsaufwand im Inneren) vorsorglich etwas nachhelfen, ich bin mir aber nicht sicher, wie.
Die scheinbar "normal" geheizten Räume im EG und im (2006 neu gedeckten und in der Dachschräge isolierten) Dachgeschoss machen alle einen guten Eindruck.
Lediglich das im OG liegende Schlafzimmer scheint Aussenmauer-Seitig zumindest sehr kalt, wenn nicht sogar etwas feucht zu sein. Kein Modergeruch, aber eine an der Wand angebrachte "Isolierschicht" aus Alufolie und 5mm Styropor löst sich bereits wieder, ebenso wie die Tapete rund ums Fenster. Macht Sinn, es handelt sich ums Schlafzimmer, erhöhter Feuchtigkeitseintrag und die Fenster sind auch nicht die neuesten, also kälteste Stelle.

Wie auch immer. Der Wandaufbau wäre noch zu klären, aber egal wie ich nun auf der Innenseite mit Dämmmaterial rechne, ich bekomme immer einen Taupunkt der Raumluftfeuchtigkeit zwischen der neuen Dämmschicht und der alten Rauminnenfläche.
Aussendämmung kommt nicht in Frage, da Sichtziegel.

Meine Frage also:
Habe ich eine Chance, durch geschickte Materialwahl den Taupunkt weiter nach Aussen zu bekommen?
Ist der Theoretische Feuchtigkeitsausfall an der Fläche zwischen neuer Dämmung und Alter Innenwandfläche vielleicht gar nicht schlimm, da die Feuchtigkeit in praxi wieder austrocknet?
Kann ich mit Aussenwand-Heizung statt normaler Konvektoren die Temperatur innerhalb des Dämmmaterials so weit erhöhen, dass der Taupunkt wieder ausserhalb der alten Wand liegt, so wie rechnerisch zurzeit?

Als Do it Yourselfer hatte ich an Mineraldämmplatten wie z.B. Ytongs Multipor gedacht.
Auf eine DampfSPERRE wollte ich aufgrund der Feuchtigkeit IN der Wand dann verzichten?
Ist z.B. das Multipor so diffusionfähig, dass es die eingetragene Feuchtigkeit auch wieder rausbekommt?

Ich habe nun schon EINIGES diesbezüglich gelesen und gehört (auch schon im Studium), aber komme zurzeit nicht so recht weiter. Vielleicht auch, weil ich den wirklichen Wandaufbau nicht kenne?

Bin für Anregungen dankbar...

Grüße!
Christian



Zur....



kapillaren Leitfähigkeit von Multipor habe ich kein klares Bild; mit Holzweichfaser funktioniert der Aufbau zuverlässig, besonders in Verbindung mit einer Wandheizung.

Wenn die HWPl vollflächig in Lehm angesetzt wird, gibt es keinen Feuchtigkeitsausfall zwischen Dämmung und Innenwand, und der Taupunkt wird bei einer WH irrelevant, weil an der Wand kein problematisches Kondensat ausfällt.

Grüße

Thomas





Hallo Christian,

das betrachte ich genauso wie Herr Böhme. Der Hersteller Xella macht zu seinem Multipor unterschiedliche Angaben, die mir auch dessen Vertreter auf einer Messe nicht wirklich auseinanderdröseln konnten und ziemlich ins Schwimmen gerieten. Dem Material wird eine hohe Dampfdiffusionsoffenheit zugeschrieben. Gut, bzw hinsichtlich des Taupunktes hinter der Dämmung eben nicht gut. In Veröffentlichungen zum Material wird aber zum Einen beschrieben dass Multipor kapillaraktiv sei, zum Anderen aber bei der Produktion eine Massenhydrophobierung vorgenommen wird. Klar ist das irgendwie nicht und alles verharrt im Ungefähren.

Der von Herrn Böhme benannte Aufbau mit kapillaraktiven Holzweichfaserplatten (Lehm, nass in nass, hohlraumfrei, Wandheizung in Lehmputz) funktioniert.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Innendämmung mit Wandheizung



…ich schließe mich den beiden "Vorrednern" an.
Wandheizung auf 40 bis 60 mm starker Holzweichfaserdämmung in Lehm eingeputzt funktioniert. Wichtig ist die hohlraumfreie Verlegung.
Viel Erfolg.



Taupunkt ausserhalb ?



Na klar doch, einen kleinen Fusionsreaktor ins Zimmer stellen. Dann wird die Aussenwand warm genug dass der Taupunkt aussen liegt.

Spass beiseite, die "einfachen" Rechner wie u-wert.net können die kapillare Leitung von Feuchtigkeit nicht modellieren.

Multipor lässt sich nur dann gut installieren wenn die Wand ausreichend eben ist. Gips muss vorher weg.

Alternative: Holzgerippe aus Latten an die Wand schrauben, dazwischen mit Zellulose im Nassverfahren dämmen lassen. Davor eine Dampfbremse und Gipsfaserplatte.



Und wie...



wird die nasse Pappe trocken?



Taupunkt



Dieses tückische kleine Biest huscht halt immer mal hierhin und mal dahin... Beim Versuch, dies rechnerisch/physikalisch zu beschreiben, muss man sich auf standardisierte Ausgangsparameter beschränken, das gilt sowohl für statische Verfahren (Glaser) als auch für rechnergestützte dynamische.
„Ergebnisse“ sind also mit Vorsicht zu genießen, sie haben mitunter wenig, auch aufgrund der Ausführung, mit den realen Vorgängen zu tun.
Das gleiche gilt übrigens auch für die „Kapillarität“, was immer das nun genau ist...
Selbstversuch: Ein paar Stücke Multipor wiegen, in die Badewanne schmeißen, nach ein paar Tagen erneut wiegen...
In Verbindung mit Wandheizung ist das Ganze zunehmend unkritisch zu sehen...
Das Gesamtsystem entscheidet, nicht das Aneinanderreien von Baustoffen/Bauteilen...



"nasse Pappe" / Zellulose im Nassverfahren



... die "nass" aufgesprühte Zellulose ist eher fluffy, und trocknet in wenigen Tagen. Man sollte natürlich nicht sofort die Dampfbremse davortackern.

Siehe auch http://www.curau.ch/index.php/de/planung-l-beratung-l-ausfuehrung/isofloc/cso-sprayverfahren .

Vorteile:

- Setzungssicher
- Elektroschläuche und andere Installationen können problemlos eingebettet werden
- Kein Problem mit Ausbauchen der Gefache (im Gegensatz zum trockenen Einblasen)
- Die Oberfläche wird mit einer rotierenden Bürste Plan abgezogen, d.h. die Dampfbremse und GK/GF Platten können ohne zusätzlichen Hohlraum problemlos installiert werden.
- Keine Abfälle, die überschüssige Zellulose landet wieder im Trichter der Einblasmaschine.
- Weniger graue Energie als Holzweichfaser.

Teuer war die Erstellung des Holzrosts, das könnte man mit genug Zeit und Geduld aber ohne weiteres selber machen. Der Holzrost besteht aus zwei Ebenen von 40x60 Latten, stehend 60 mm vertikal an der Wand, liegend 40 mm horizontal als Installationsebene für elektrisch usw. Befestigung an der Wand mit Justierschrauben / Fensterschrauben, leichter auszugleichen und braucht keine Dübel.

Das Einblasen geht schnell und war - zumindest für hiesige Verhältnisse - recht günstig. Die gesamte Dämmstärke ist in unserem Aufbau etwas mehr als 10 cm.

Davor haben wir Pro Clima Intello Plus als Dampfbremse verwendet (3 m breite Bahnen für weniger Abkleberei), und 12.5 mm Fermacell TB Gipsfaserplatten als raumseitige Verkleidung.





... ich weiß nicht. Letztlich würde ich vermeiden ein System zu nutzen dass nicht auf dem verlässlichen Funktionieren einer Dampfbremse basiert. Das schafft neben der fachlich 100%ig sicheren Herstellung auch ganz andere Ansätze im Lüftungsverhalten im Haus.
Jegliche Puffer hinsichtlich Raumfeuchte wären nicht mehr vorhanden. Der Taupunkt rückt trotzdem rechnerisch in Richtung "Innen". Oftmals wird beim nachträglichen Einbau von Dampfbremsen / Wandbekleidungen der Deckenbereich und der offene Fußbodenbereich vernachlässigt.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornamyer





Die Leute von Curau meinten dass bei diesem Aufbau keine Dampfbremse nötig wäre. Das war für mich eher eine Frage der Vorsicht und Luftdichtheit.

Die Dampfbremse an den Giebelwänden ist direkt an die Dachschräge angeschlossen. Beim Boden kann man leider nicht viel machen.



Es ist...



ein System mit heterogenen Schichten und einem nicht unerheblichem Schadenspotential. Die selber 'reingezauberte Dampfbremse und die GK.Platte gehören dazu. Bekommt mann das überall hohlraumfrei hin?

Da bleib ich lieber bei der Holzweichfaserplatte, da wird in Lehm angesetzt und in Lehm verputzt, somit sind Holhräume per System ausgeschlossen. Was soll überhaupt "graue" Energie sein und wieso ist deren Verwendung für HwPl ein Nachteil?

Grüße

Thomas



www.gidf.de



Graue Energie ist eigentlich aus dem Zusammenhang klar. Aber Suchmaschinen im www helfen einem auch weiter

;)



Welch naseweiser Hinweis:



bislang ist die "graue Energie" hier lediglich eine Phrase. Und sie sagt, ebensowenig wie der "Blaue Engel" reinweg gar nichts über Nachhaltigkeit, Baubiologische Aspekte und Behaglichkeit aus.

Interessant wird es möglicherweise dann, wenn jemand die "graue" Energiebilanz der verschiedenen Aufbauen komplett durchrechnet und gegenüberstellt. Ich bezweifle sehr, daß Zellulose + GK da besser abschneiden.

Selbst dann würde ich mich in diesem Falle darum aber nicht scheren. Bauklimatisches Wohlbefinden wird von den grauen Herren nämlich nicht erfasst, und pure Rechenwerte machens noch nicht gemütlich. Lehm+HWPL+Lehm sind in jedem Falle kapillaraktiver und diffusionsoffener als eine mehr oder weniger lose auf der Zellulose aufliegende GK-Platte.

Und: Wozu mit Abfällen bauen? Der Gips ist wohl größtenteils Endprodukt der Kraftwerksentschwefelung, und in zermatschter Zellulose finden sich neben immateriellen Lügen auch ganz reale Farbstoffe und andere Chemilakien im bunten Mix. Mein Haus ist keine Halde für die Industrie.

Gute HwPl hingegen halten nur durch holzeigene Bindestoffe zusammen und werden ausschließlich aus frischem Holz hergestellt. Eine Schadstoffbelastung ist somit ausgeschlossen. Lehm und HwPl sind recyclebar, letztere sogar, weil unbehandelt, verbrennbar. Der komplette Aufbau ist auch ohne Spezialtechnik (fluffifizierende Zellulosespritze) möglich.

Grüße

Thomas



ob Nase oder Weisheit … 



Hallo

JEDE Art von Innendämmung verlagert den Taupunkt nach INNEN … da können sie machen was sie wollen … und das hat zur Folge, dass eigentlich mehr Feuchte dort entsteht und dadurch der K-, u, oder sonstwasWert in den Keller geht … dadurch die Wand mit diesem Wert NOCH schlechter wird etc.

Aber DAS ist ja bei den Firmenlamentis nicht die Frage … die wollen verkaufen!

Das Gesülze von kapillaraktiven Aufbauten stammt immer aus Webeprospekten der anbietenden Firmen … 

Muliporplatten mögen ja kapillaroffendifussionsdurchgängig sein … das hilft allerdings nicht wenn die Dinger in einer Kalkzement- oder nur Zementpampe verlegt werden … 

Nach aussen bekommen Sie den Taupunkt nur mit Aufbauten auf der Aussenseite oder durch Wanderwärmung

Sein sie doch froh eine massive Wand zu haben … und machen Sie ne Temperierung rein … minimaler Aufwand … maximaler Nutzen … 

und danke Thomas für den netten Satz:
Bauklimatisches Wohlbefinden wird von den grauen Herren nämlich nicht erfasst, und pure Rechenwerte machens noch nicht gemütlich

in diesem Sinne

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Wer lange genug übt...



...bekommt auch "nette" Sätze hin.

Jedoch nochmal die Frage, die ich seit vielen Jahren immer wieder stelle:

Gibt es im Kurz'schen Erfahrungsschatz eine für die Gemeinde nachvollziehbar darstellbare Baustelle, wo eine korrekt in Lehm angesetzte und mit Lehm geputzte HwPl-Innendämmung abgesoffen ist (wie immer 'mal wieder gern behauptet wird)?

Im Zusammenhang mit einer Wandheizung auf den Außenwandflächen (wie vom Fragesteller geplant) ist die Frage aber sowieso unwichtig, weil es kein wesentliches Kondensat geben kann.

Grüße

Thomas



So...



Na dann.

Ich bin einer von denen, die immer gern verstehen.

1. Was ist an Lehm so besonders? Dass er Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann?

2. Wieso entsteht mit einer Wandheizung oder Temperierung kein Kondensat? Ich habe innen Luft mit T= x° und Luftfeuchtigkeit = x% und Aussen -10° und 100%. Irgendwo innerhalb der Wand muss das kondensieren, oder?

3. Wo ist der Unterschied zwischen Temperierung und WandHEIZUNG?

4. ist es geschickt, die Aussenwand OHNE Dämmung zu beheizen? Ich wollte gern KEIN Groschengrab herstellen...

Was ich verstehe ist: Wenn Luftfeuchtigkeit durch die Innendämmung diffundiert und dann auf eine kalte Luft-, Dämm- oder Mauerwerksschicht trifft, dann kondensiert Wasser aus.
Dieses muss nach Aussen ODER wieder nach Innen abtransproriert werden? Aber wann? und Wie? nur im Sommer?
Nur wenn es Aussen wärmer ist als innen?

Wenn ich schon richtiges Geld in die Hand nehme, möchte ich nachher nicht noch Heizkörper in der Bude stehen haben, zusätzlich zu einer Wandtemperierung.

Nicht dass wir uns falsch verstehen: Es gibt EINEN Raum im Haus, der Anzeichen von Kondesatfeuchte auf der Innenfläche zeigt, aber nur unterhalb eines (alten und Auszutauschenden) Fensters. Ich möchte dort eigentlich den einzutragenden Wärmebedarf verringern. Die Fenster werden fast alle erneuert.
Hätte ich vorher von Taupunkten noch nie was gehört, würde ich vermutlich einfach eine neue Innenschale in die Räume bauen. Dann mit Hohlschicht.
Da hier der Raum-Verlust hoch ist, stiess ich auf die Multipor Platten. Quasi Aufdoppeln der Wand von Innen, ohne Holhräume (die existierenden Wände sind "ziemlich" eben!).
Und ohne das Problem einer Diffusionssperre.

Wenn ich jetzt statt der Multipor Dinger HwFPlatten in Lehm anklebe, solls auch recht sein.
Ich MUSS aber nicht zwingend eine Wandheizung haben!
Eigentlich war das Budget so angedacht, dass zunächst die Aussenwände gedämmt werden und dann igrendwann mal die gesamte Heizungstechnik erneuert wird. (Brenner / Anlage auch schon älter, keine Brennwerttechnik, hohe VL Temperaturen = schlecht für Wandheizung?).


Hm.

Insgesamt wären etwa 130 qm Aussen- Wandfläche zu dämmen.
Ausserdem noch eine komplette Giebelwand, die aber zur Diele steht und von Aussen bearbeitet werden kann und wird.
Der Rest (kompl. OG) sind Dachschrägen und Gaubenflächen, die im Jahr 2006 neu gekommen sind und bei denen auch noch keiner weiß, WIE sie aufgebaut sind...

Chrischan

PS: Vielen Dank für die regen Rückmeldungen!!



Wenn die...



Außenwände sowieso gedämmt (und damit auch neu geputzt) werden, ist die WH doch gar kein nennenwerter Kostenpunkt mehr. Andere Heizleitungen kosten genauso wie die mehr oder weniger hässlichen Heizkörper auch Geld. Zudem ist eine Niedertemperaturheizung auf Strahlungsbasis recht sparsam und zukunftsfähig (kompatibel mit Wärmepumpe).

An einer geheizten Wand treffen die Taupunktberechnungen nicht zu. Die Wand ist der wärmste Punkt im Raum, was soll da kondensieren?

Mit Lehm kann hohlraumfrei gearbeitet werden. Er wirkt sehr gut feuchteausgleichend und damit raumklimatisierend. Überdies soll er aufgrund einer anderen Ausgleichsfeuchte als Holz im direkten Kontakt mit diesem dem Holz Feuchte entziehen können. Letzteres, ich betone es der allgegenwärtigen Spitzzungen wegen, habe ich von mehreren Lehmspezialisten gehört und es deckt sich mit der Beobachtung in der Praxis, daß Holz im Direktkontakt mit Lehm anscheinend seltener Feuchteschäden aufweist.

Temperierung wird Temperierung genannt, weil sie keine Heizung ist. Ein Spleen von Leuten, die bei der Erfindung des Perpetuum mobile gescheitert sind und trotzdem ein Buch schreiben wollten :-)

Grüße

Thomas



… un dimmer noch … 



Hallo

1. Tja … aber nicht in ALLEN Fällen … wenn es zu feucht ist und das über einen längeren Zeitraum verliert der Lehm die Festigkeit und "geht in die Knie" … da ist ein LKM (Lufkalkmörtel) besser, denn der geht nicht so schnell in die Knie
… im "unberührten EG Bereich kann man auch Lehm nehmen oder im OG Bereich … kommt halt wie so oft: "drauf an"

2. Wieso entsteht mit einer Wandheizung oder Temperierung kein Kondensat? Ich habe innen Luft mit T= x° und Luftfeuchtigkeit = x% und Aussen -10° und 100%. Irgendwo innerhalb der Wand muss das kondensieren, oder?
GENAU … bloß halt WIEVIELT und WO ist eine entscheidende Frage … und auch noch Wie warm ist die INNENLUFT? … und ob auch die Wand wieder "trocken werden kann" … was bei "eingepackten" Wänden - vor allem an Nord oder beschatteten Wänden schwierig werden kann … 


3. Wo ist der Unterschied zwischen Temperierung und WandHEIZUNG?
eine Wandheizung braucht viel mehr Meter Rohrleitungen … und DAS PRINZIP ist ein ganz anderes … Äpfel - Birnen!

4. ist es geschickt, die Aussenwand OHNE Dämmung zu beheizen?
Das hab ich nicht gesagt … ich hab darauf hingewiesen, dass durch eine Erwärmung der Wand der Taupunkt nach aussen wandert … 
Ich wollte gern KEIN Groschengrab herstellen...
Tja … wenn DAS mal bewiesen ist … Sie sind noch in der "meine Wand braucht einen Pullover - Märchen" - Denke drin … 

Was ich verstehe ist: Wenn Luftfeuchtigkeit durch die Innendämmung diffundiert und dann auf eine kalte Luft-, Dämm- oder Mauerwerksschicht trifft, dann kondensiert Wasser aus.
Taupunkt und Kondensation an kalten Flächen ist ein bisschen anders … 
Dieses muss nach Aussen ODER wieder nach Innen abtransproriert werden? Aber wann? und Wie? nur im Sommer?
Nur wenn es Aussen wärmer ist als innen?
das hab ich schon angesprochen oben … wenn ich das "einpacke" kann es zu Schwierigkeiten kommen … je einfacher die Wand aufgebaut ist (monolithisch) desto unproblematischer (und dann kommt noch der Parameter der Materialien dazu … ist alles ein bisschen Komplex gell

Wenn ich schon richtiges Geld in die Hand nehme, möchte ich nachher nicht noch Heizkörper in der Bude stehen haben, zusätzlich zu einer Wandtemperierung.
Brauchen Sie nicht!

Nicht dass wir uns falsch verstehen: Es gibt EINEN Raum im Haus, der Anzeichen von Kondesatfeuchte auf der Innenfläche zeigt, aber nur unterhalb eines (alten und Auszutauschenden) Fensters.
Ist denn die URSACHE wirklich SO klar?????
Ich möchte dort eigentlich den einzutragenden Wärmebedarf verringern.
Die Fenster werden fast alle erneuert.
WHY?

Hätte ich vorher von Taupunkten noch nie was gehört, würde ich vermutlich einfach eine neue Innenschale in die Räume bauen. Dann mit Hohlschicht.
Da hier der Raum-Verlust hoch ist, stiess ich auf die Multipor Platten. Quasi Aufdoppeln der Wand von Innen, ohne Holhräume (die existierenden Wände sind "ziemlich" eben!).
Und ohne das Problem einer Diffusionssperre.
schon im vorherigen Thread von mir angesprochen: Wenn die Platte auch diff-offen ist … wenn der "Kleber dann "vergütet" ist, bringt das garnix … 
Wenns blöd läuft auch Hausschwamm!

Wenn ich jetzt statt der Multipor Dinger HwFPlatten in Lehm anklebe, solls auch recht sein.
eine INNENDÄMMUNG holt Ihnen den Taupunkt IMMER weiter nach innen … mit ALLEN Auswirkungen … 

Ich MUSS aber nicht zwingend eine Wandheizung haben!
Zwingen kann Sie doch keiner … 

Eigentlich war das Budget so angedacht, dass zunächst die Aussenwände gedämmt werden und dann igrendwann mal die gesamte Heizungstechnik erneuert wird. (Brenner / Anlage auch schon älter, keine Brennwerttechnik, hohe VL Temperaturen = schlecht für Wandheizung?).
Ein "Andenken" … haben Sie dann wenn Sie alles "hintereinander" machen und die Zusammenhänge vergessen oder falsch interpretieren … dann ist das Geld futsch und das Zeug dran … ob man es nun wirklich braucht oder nicht … 

GESAMTSYSTEM und SANIERUGNSKONZEPT!!!!!

… wäre angebracht … 

Florian Kurz

… und der Ungläubige mag es glauben oder nicht: Eine Temperierung heisst Temperierung, weil man mit der gar nicht heizen muss um es warm zu haben … das mag ER nun glauben oder nicht … es ist halt so!



Nun,



es ist eben keine Glaubensfrage. Aber richtig beantworten können Sie das wohl nicht, lieber Florian Kurz. Sonst würden Sie sich solch pseudoargumentatorischen Winkelzüge sparen und mich wie eine Tontaube abschießen. Was Sie aber in all den Jahren noch nicht einmal versucht haben.

Ich habe hier testweise vor ein paar Jahren den Rolls-Royce der Temperierer, eine Heizleiste, in ein kleines Zimmerchen von gerade 'mal 10m² über ca. 6,5m Außenwand einbauen lassen. Die rätselhaft leistungsfähigen Rohre mit zusätzlich Blech dran, weil man der reinen Lehre doch nicht ganz traut. Ergebnis: Das ist der ungemütlichste Raum im Hause, ungemütlicher als mit stinknormalen Heizkörpern, die Heizung ist sagenhaft träge. Aufgrund der absehbar geringen Heizleistung ist das auch keine echte Überraschung.

Grüße

Thomas

...und dann bitte sparen Sie sich das unsinnige "ER", wenn Sie glauben, mich erwähnen zu müssen. Ich bin nicht der "HERR" (derer die glauben, einen solchen zu brauchen), und wenn ich das denn doch wäre, würde ich solch unsinnige Schreibereien mit reichlich Strafstunden im sozialen Bereich belegen. Ist gut für den Wiedererwerb der verlorenen Bodenhaftung.



Innendämmung



Hallo Christian,
um die Wirkungsweise einer Innendämmung zu verstehen müssen Sie sich nur ein wenig mit Klippschulphysik befassen, also nichts kompliziertes.
Das eine Dämmung auf die kalte Seite gehört ist eine der Grundweisheiten in der Bauphysik, so erfolgt der Temperaturausgleich innerhalb der Dämmung auf der kalten Seite. Die Temperatur der Wand bleibt in etwa gleich (bei einem idealen Dämmstoff).
Nun fragen Sie sich warum die Dämmung auf der falschen Seite liegt und wie das funktionieren soll.
Die Physik ändert sich nicht, also der Temperatursprung passiert hinter der Dämmung an der Wandinnenseite- nur das die Wand jetzt im kalten Bereich liegt. Wenn sich Luftfeuchte im Dämmstoff befindet kondensiert sie dort. Das ist eigentlich das was man immer verhindern wollte- eine sich auffeuchtende Wand.
Der Temperatursprung wirkt (im Winter) wie eine Wasserpumpe die Luftfeuchte aus dem Innenraum an der kalten Innenfläche kondensieren lässt. Das ergibt Druckabfall- noch mehr feuchte, warme Luft diffundiert in den Baustoff, die Wand feuchtet auf- weniger Dämmwirkung die Wand wird noch kälter... Soweit der richtige Denkansatz von Ihnen.
Man kann das verhindern indem man innen eine dampfdichte Bekleidung oder einen dampfdichten Dämmstoff aufbringt. Keine Luftfeuchte- kein Kondensat das ausfallen kann.
Das Problem ist nur das viele dieses Prinzip nicht verstanden haben und dagegen verstoßen wurde- z.B. mit "Belüftungsöffnungen" in der Wandbekleidung. Dann ist eine dampfdichte durchgehende Bekleidung gar nicht so einfach herzustellen, es schleichen sich immer wieder Baufehler ein.
Wenn dann durch nutzungsbedingtes Verhalten (zu wenig lüften, zu wenig heizen) pro Heizperiode mehr Kondensat in der Wand entsteht als im Sommer wieder verdunsten kann wird die Wand immer feuchter.

Deshalb ein neuer Denkansatz:
Wir verhindern die Diffusion nicht mehr, wir lassen Sie (in Maßen) zu, das ist einfacher zu handhaben. Statt das Eindringen von Luftfeuchte zu verhindern sorgt man dafür das anfallendes Kondensat
a) nicht in die Wand eindringen kann und
b) schadlos in den Innenraum zurückgeführt wird wo sie verdunsten kann.
Man nennt das kontrolliertes Feuchtemanagement.
Funktioniert das: Ja.
Warum?
Weil die Feuchtemenge die durch Dampfdiffusion in bzw. durch eine Wand dringt maßlos überschätzt bzw. übertrieben wird. Beschrieben hat diese Feuchtediffusion, die "atmende Wand" im 19.Jahrhundert Max von Pettenkofer. Allerdings sind diese Mengen die infolge Diffusionsvorgängen durch Baustoffe wandern außerordentlich gering im Vergleich zu den Feuchtemengen die durch Lüftaustausch abgeführt werden. Von 1.000 bis 2.000! Litern gasförmigem Wasser die während einer Heizperiode in einer durchschnittlichen Wohnung durch Nutzung entstehen diffundieren nur etwa 2% durch die Gebäudehülle (Bundesbaublatt 10/2014 Seite 47).
Das was ich immer predige: ordentlich Lüften statt Wasser in den Wänden parken.
Es fällt also eine relativ geringe Menge an Kondensat an der kalten Übergangsschicht zwischen Außenseite Dämmung und Innenfläche Mauer an- das ist die Kleberschicht. Die soll diffusionsdichter und kapillar weniger leitfähig sein sein als die Wand dahinter- so wird das Kondensat nicht in die Wand geleitet, es bleibt an der Kontaktfläche Kleber- Dämmung (Prinzip a). Das flüssige Wasser wird dann infolge der kapillaren Saugleistung des Dämmstoffes im Dämmstoff verteilt und zur Oberfläche zurückgeführt, wo es wieder verdunsten kann (Prinzip b).
Im Vergleich zur diffusiven Transportmenge liegt die kapillare Transportleistung bei Baustoffen im Vergleich in etwa um den Faktor 500 höher.
Eine Wandheizung fördert diesen kapillaren Rückstrom, deshalb ist Lehmkleber dort einsetzbar, es kommt in diesem System praktisch nicht hinten an. Damit eine Innendämmung funktionieren kann müssen also 3 Wirkprinzipien eingehalten werden:
1. Luftdichter, hohlraumfreier Schichtenaufbau um Konvektionsströme auszuschließen
2. dichterer Kleber als das Wandmaterial dahinter
3. kapillaraktiver Dämmstoff.
Das 4. Wirkprinzip ist die menschliche Komponente. Ordentliches Lüften und Heizen muß man trotzdem. Wer das nicht macht kriegt auch eine Innendämmung klein.

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Waermedaemmung.pdf

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Muessen_Waende_atmen.pdf