Bauernhaus aus Lehmziegel sanieren

23.10.2018 Herman Petzold



Hallo Liebe Community
Vorab muss ich sagen, dass ich mich hier schon sehr belesen habe, aber leiden keine konkreten Ideen zu meinem Vorhaben gefunden hab.
Meine Frau und ich haben uns ein Haus an der Sächsisch-Thüringischen Grenze gekauft. Es handelt sich um ein altes Bauernhaus. Eigentlich war dieses Bauernhaus mal der Schweinestall/Kuhstall des 4 Seitenhofes. Wir haben nur dieses Haus gekauft den Rest des Hofes behielt der Verkäufer.
Kurz zur Bauhistorie:
Stall (Erdgeschoss des Hauses) Bj. ca. 1800 mit kleinem Keller ca 4 m². In dem steht bei viel Regen ca 10 cm Wasser, was von unten durch den Lehmboden gedrückt wird. Die Wände und der Stallbereich darüber sehen trocken aus.
Wohnetage (1. Stock) Bj. 1934
Dachstuhl+Dach (Kaltdach) letzte Erneuerung: 1964
Letzte Haussanierung: 1980
Grundfläche: 20m x 10m
Unser Plan ist wie folgt:
Da wir eine Kernsanierung anstreben, weil alle Versorgungsleitungen neu verlegt werden, wird überall der Putz (Zementputz) abgetragen, damit alle Wände brach liegen. Vor allem im Erdgeschoss (ehem. Stall) ist uns das sehr wichtig, da es hier zu einigen Feuchtigkeitsschäden gekommen ist. Somit können diese erst einmal "atmen".
Die größte Angst hab ich dabei bei der Sanierung der giebelseitigen Außenmauer, da diese die größten Feuchtigkeitsschäden zeigt. (Bilder im Anhang)
Das Mauerwerk besteht größtenteils aus Lehmziegeln, die auf Grund der Nässe sehr porös sind. Die vereinzelten gebrannten Ziegel sind nur etwas feucht, aber sehr gut in Schuss. Ich würde nur sehr ungern die komplette Außenmauer erneuern. Es müsste doch auch ausreichen, wenn der Wand keine neue Feuchtigkeit zugeführt wird, dass die Lehmziegel wieder trocknen können und ihre vollen Festigkeitseigenschaften zurückerlangen oder?
Die Hauptursache für die Feuchte ist meiner Meinung nach der aufgeschüttete Erde direkt am Haus.
Die Mauer steht quasi bis auf einer Höhe von ca. 2m im Erdreich und ist somit der leichten Hanglage und dem Wasser ausgesetzt. Diese Umstand ist aber erst entstanden, da die Dorfstraße ca. 1960 erneuert wurde und seit dem ca. 1,5m bis 2m höher liegt als davor. Um die Straße abzufangen, wurde dazu damals der Raum zwischen Haus und Straße mit Erde verfüllt.
Ich würde die Mauer von innen mit Stützen und Trägern abfangen und außen die Erde, die direkt am Haus ist , abtragen und ca. 1 - 2m "Luft" lassen und die Straße und die Erdmassen mit einer neugesetzten Betonwand bzw. L-Elementen abfangen.
Meine Traumvorstellung wäre es, ohne eine Abdichtung auszukommen. Ich würde lediglich im Abstand von ca. 50cm vom Haus und in ca. 1m Tiefe eine Drainage verlegen, um anfallendes Wasser vom Haus wegzuleiten und somit das Haus vor Nässe zu schützen.
Dieses Bauvorhaben sehe ich als größte Hürde von unserem Projekt
Ich hoffe ich konnte das Problem grob beschreiben.
Ein paar Bilder hab ich angehängt und würde mich freuen, wenn ihr eure Meinungen oder Ideen kundtut.



Innenwand



Vor Putzabtrag



Innenwand



Nach Putzabtrag (stellenweise)



Empfehlungen aussprechen.....



....sonst kann es ihnen aus dem Ruder laufen!

Nach ihren ersten Informationen zu urteilen, wird es eine komplexe Sanierung werden.
Leider kann man dazu über das Internet nur vage Informationen geben, da die präzise vor-Ort-besichtigung eines versierten Fachplaners dazu sehr wichtig ist.
Dieser wird ihnen dann auch eine grobe Kostenschätzung und Machbarkeitsempfehlung aussprechen oder eine Kostenexplosion definieren.

Ich würde mich gern mal mit ihnen dazu unterhalten wollen, um ihnen ein paar Kontaktadressen zu benennen, die sie dann gern eigenständig abarbeiten können, um danach weiter zu entscheiden.

FG Udo Mühle