Fachwerk - Neubau - Wandaufbau?

21.02.2005



Hallo,

ich beabsichtige ein Fachwerkhaus neu zu bauen. Es soll kein "klassisches" FH werden, sondern eher in Richtung Holzrahmenbauweise (als Niedrigenergiehaus mit großen Fensterflächen) gehen. Im Inneren sollen die Gefache der Außenwände nicht sichtbar sein.
Nachdem ich all die Beiträge über Wärmedämmung - Feuchtigkeit usw. gelesen habe bin ich im Zweifel.

1. Muß ich zwingend irgendeine Art von Lehm verbauen damit mir das Holz nicht verschimmelt?

2. Wie muß der Wandaufbau aussehen, wenn ich eine Innenschale aus Porenbeton errichten will? Ist die überhaupt notwendig?

3. Kann ich die Gefache auch mit Porenbeton ausfüllen und anschließend mit einer Stülpschalung verblenden?

Ich bin noch in der Planungsphase, daher ist noch vieles möglich.

vielen Dank
arwens



Was nun, Fachwerk oder Holzrahmenbau?



Deine 3 Fragen kannst Du Dir selber über die Forumssuche beantworten! Man findet hier auch geeignete Wandaufbauten! Nicht nur unter Wärmedämmung suchen!
A bissl Zeit ist aber dafür nötig!

Bei dem von Dir angesprochenen Aufbau kommt es aber zwangsläufig zu Schäden der Holzkonstruktion!

Nachdenkliche Grüße

Michael



Das Wichtigste:



Suche dir einen Ingenieur der Fachrichtung Statik oder Architektur mit besonderen Kenntnissen im Holzrahmenbau. Ohne wirst du dein Haus nicht bauen können.
Zu 1. Nein, Lehm ist nicht unbedingt erforderlich verbessert aber auf jeden fall das Raumklima.
Zu 2. Porenbeton und Holzrahmenbau gehören nicht zusammen. Aus welchem Grunde Porenbeton?
zu 3. Nein, wenn du lange Freude an deinem haus haben willst.

Schon vor der Planungsphase ist es wichtig sich die richtigen Fachleute zu suchen. Versuche es über ortsansässige Baubiologen. Diese kennen immer die richtigen Leute, die sich mit Naturbaustoffen auskennen. Etwas besseres kannst du für ein gutes Gelingen nicht unternehmen.
Baubiologen findet man hier in diesem Forum, unter www.baubiologie.de, www.baubiologie.net oder unter www.oneworld.de



Von allen möglichen Varianten ist die einfachste immer die Beste!!!!!



Hallo Tino!
Schön daß Sie sich schon ausgiebig mit der Materie beschäftigt haben!
Wenn Sie erst bauen wollen ist noch nichts zu spät!
Vermutlich wollen Sie es nicht mit der alten Weisheit halten:
Ein Mann muß im Leben 3 Häuser bauen, das Erste für seinen Feind, das Zweite für seinen Freund, das Dritte für sich selbst.
Ich kenne das Problem aus der eigenen Baugeschichte.
Ich habe inzwischen mehr als drei Häuser gebaut. Und gut. daß ich nicht mehr im Ersten oder Zweiten wohnen muß.

Ich bin mittlerweile beim Einfachen Bauen angekommen.
Meiner Überzeugung und Erfahrung nach, ist das die einzig sinnvolle Art zu Bauen.
Es gibt ein Zitat eines Architekten den ich mittlerweile wegen seiner Bücher sehr schätze.
Albert Ringelstetter schrieb sinngemäß:
Ein Haus sollt übersichtlich sein!
In der Größe, der Raumaufteilung, der Art und Menge der verwendeten Materialien und dadurch auch im Preis.

Komplizierte Konstruktionen sind nie übersichtlich. Denken Sie daran, daß in 20 Jahren keiner mehr weiß wie Ihr Haus gebaut wurde. Es sind immer die komplizierten Konstruktionen
die in den Medien als schlechte Beispiele gelten. Wie oft hab ich in den letzten 15 Jahren schon gehört: " Na ja, aber
so was ist heute nicht mehr der Stand der Technik. Heute macht man das ganz anders"
So wird jeder Murks der in der Vergangenheit als der "Technik neuester Stand" verkauft wurde, entschuldigt.

Lesen Sie weiter, bilden Sie sich Ihre eigene Meinung und bauen Sie dann ein eigenes Haus, zu dem Sie stehen können, und das nicht dem Zeitgeist entspricht. Vieleicht hilft Ihnen auch dieses Forum.
Sie werden ab einem bestimmten Punkt ein ganz klares Bild von Ihrem Haus bekommen. Versuchen sie nicht nur die Details
zufriedenstellend zu lösen. Ein einfaches, übersichtliches Haus ist gar nicht so schwierig wie es von der Ferne aussieht!
Ich empfehle Ihnen dringend einige Lektüre. Alles gleich hier zu bekommen:
1. Beide Bücher vom Ringlstetter
2. fast alles vom Eisenschink, sehen sie mal auf die Homepage vom Eisenschink Sancal.de und wenn Sie viel Zeit haben und es genau wissen wollen auch von konrad-fischer-info.de

Selbstverständlich berate auch ich Sie gern.

Mit den besten Grüßen vonne Köst

Der Ingo

PS: das Bild ist eines meiner Erfahrungen, es gab einen Preis von der Zeitung "Das Haus"!
Aber eigentlich ist es eine Baracke, gut daß ich nicht darin
wohnen muß.



Ketzerei?



Guten Tag Herr Arwens,
auch wenn mich manche jetzt der Ketzerei bezichtigen werden:
Ein Neubau sollte kein Fachwerkhaus sein. Und das nicht nur aus baugeschichtlich-kunsthistorischen Aspekten, sondern aus konstruktiven. Fachwerkhäuser haben die planmäßige Schwachstelle der Ausfachungsfuge. Gerade bei unseren überdehten Anforderungen an Raumklima und Luftdichte etc. handelt man sich Probleme ein, die bei einem historischen Haus mit viel Arbeit gelöst werden müssen. Ein Neubau soll/muss Neubauanforderungen erfüllen, deshalb sollte auch in einer zeitgemäßen Technik gebaut werden. Was spricht gegen einen "normalen" Holzrahmenbau? Ich möchte viele Fachwerkhäuser erhalten aber ich möchte keine neuen, schadensträchtigen, kitschigen "Knusperhäuschen". Soweit zu meiner Meinug, jedem Anderen steht eine andere Meinung frei.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold