Was für ein Dichtungsmaterial Kunststofffenster / Fachwerk

19.12.2011



Hallo an alle,

habe folgendes Problem:
Wassereinbruch an der Schlagwetterseite am Fensterrahmen zum Fachwerk.
In meinem Fachwerkhäuschen von 1896 wurden vor 4 Jahren neue Kunststofffenster eingebaut (ja, fallt jetzt alle über mich her, wie kann ich nur Kunststoff nehmen. Muß aber dazu sagen, dass sie optisch wie alte Fenster mit Stegen aussehen).
Die Firma hatte ursprünglich mit Bauschaum ausgespritz, den hab ich aber wieder komplett entfernt und die Ritzen mit Flachs ausgestopft. Soweit geht das auch an allen Fenstern gut bis an der Terassentür. Dort habe ich bei Regen immer den unteren Teil der Wand von innen naß (auf Höhe des Schwellholzes). Hatte schon alles von innen mit Lehm verputzt, den hab ich wieder bis zum ausgemauerten Fachwerk entfernt um rauszufinden, wo das Wasser herkommt. Am Schwellholz liegt es nicht, sondern das Problem liegt an der Abdichtung Terassentürrahmen zu dem Ständerbalken. Mit dem Bauschaum war es dicht, mit dem Flachs nicht mehr. Der hat sich sogar mit Wasser vollgesogen und ich habe ihn entfernt, damit es besser abtrocknet.
Meine Frage jetzt: Was für ein Dichtungsmaterial muß ich nehmen, dass sich mit dem Holz verträgt und trotzdem Wasserdicht ist (soll dabei aber auch diffusionsoffen sein)?
Hab schon gegoogelt, aber nicht so das richtige gefunden.

Gruß

Peter



Wie ist den der Einbau ausgeführt?



Guten Tag Herr Herziger,
normalerweise werden heutzutage Fenster nach dem Prinzip innen dichter als außen eingebaut. Das bedeutet das Außen zwischen Rahmen und Ständerwerk / Mauerwerk ein Kompriband eingebaut wird, dies ist diffusionsoffen und schlagregendicht. Dann in der Montageebene wird gedämmt und nach innen eine Dampfbremse eingebaut.
Natürlich müsste bei der Terassentür im Schwellenbereich Außen eine Folie eingebaut sein die verhindert das Wasser unter dem Element eindringt.
Einen besseren Link habe ich gerade nicht gefunden: http://www.energiesparhaus.at/gebaeudehuelle/fenstereinbau_ral.htm

Mit freundlichem J. Wegener



Was für ein Dichtungsmaterial Kunststofffenster / Fachwerk



Guten Abend

die Terrassentür wurde ohne Kompriband eingebaut. Wie gesagt wurde der Spalt zwischen Rahmen und Ständerwerk mit Bauschaum ausgesprüht, den ich aber wieder entfernt und mit Flachs ausgestopft habe. Hab mal ein Bild eingefügt, was die Sache von innen und außen zeigt. Den Flachs hab ich erstmals entfernt um eine schnellere Abtrocknung zu gewährleisten. Auf den Spalt außen kommt noch ein Kunststoff-L-Profil. Was für ein Dichtungsmaterial kann ich in den Spalt einfügen, der einerseits wasserdicht,aber auch Holzverträglich ist. Acryl und Silikon sind auf jedenfall nicht geeignet.
Gruß
Peter



wie



bereits beschrieben, VKB-Band. Als Deckleiste mit hinterlegetn VKP-Band auch als Stangenware in PVC-Weiß (Fa. Robering) erhältlich. Die äußere Abdichtung muß Schlagregendicht und diffusionsoffen sein.



Klare Kante !



Hallo Peter,

den Flachs kannst du ruhig in den Spalt einbringen. Aber erst ...

Wichtig ist aber vorher die saubere Ausführung der diffusionsoffenen und regendichten Außenseite.
Wenn ich das Bild richtig interpretiere wird das gar nicht so leicht. Was ist da mit dem durchgetrennten Ständer ?
Kompriband und fachgerechte difusionsoffene Leiste ist da sicher eine gute Lösung.

Außen auch weder Acryl noch Silikon.

Ist diese schlagregendichte Ausführung fertig und wirklich noch diffusionsoffen kann man weiter sehen.
Da würde ich nach den ersten schlechten Erfahrungen, erst mal die Fuge ein paar Regentage beobachten, damit dir nicht noch mal das gleiche passiert wie beim ersten mal.

Dann kannst du den Spalt dämmen und die Innenseite dicht ausführen.





Danke für die Antworten.

Den Spalt mit VKP-Band abzudichten ist jetzt zu spät oder ich müsste die Terrassentür wieder ausbauen (Uff, mach ich bestimmt nicht mehr).
Der Ständer ist nicht durchtrennt, es ist das Schwellholz, wo der Ständer drauf steht. Hatte den Rand ein wenig mit einem Holzbeitel schräg abgestemmmt, weil Wasser drauf stehen blieb.
Aus dem Bild war das aber nicht ersichtlich.
Kann man den Spalt mit Polyurethanschaum ausfüllen? Das VKP-Band besteht ja aus dem selben Material.
Auf der Außenseite kommt noch ein Kunststoff-L-Profil drauf, das den Spalt zusätzlich abdeckt. Das müsste dann Schlagregenfest sein.
Den Flachs kann ich nur noch von der Außenseite einbringen, weil von innen fast alles schon mit Lehmputz zu ist.

Gruß
Peter



Ein



VKP-Band wird auch nachträglich in die Fuge eingelegt. Da es erst nach dem Entspannen von der Rolle langsam aufgeht (Vorsicht in der Sonne), wäre das Band etwe so breit wie die Fuge zu bestellen und mittels flacher Werkzeuge (Spachtel, Blech, Kelle) in die gesäuberte Fuge einzulegen. Danach schließt das Band Regendicht ab.

http://www.robering.de/Kammerprofile.32.0.html?&L=0
das KL 1315 habe ich schon mit VKP-Band gesehen, man kann es aber auch selber noch dahinter kleben.



Was für ein Dichtungsmaterial Kunststofffenster / Fachwerk



Guten Abend

zum besseren Verständnis habe ich mal eine kleine Zeichnung des Wandaufbaues beigefügt. Es ist ein horizontaler Schnitt durch das Ständerwerk und Türrahmen. Zur Ergänzung muss ich sagen, das ich die Wandstärke verdoppelt habe. Habe auf das originale Fachwerk noch mal eins darüber gesetzt. (wegen Dämmung und Energieersparnis).
Der Spalt ist etwa 11cm tief und 1cm breit. Die innere Hälfte ist mit Flachs ausgestopft. Die äußere habe ich wieder davon befreit, so das es besser abtrocknen kann. Das L-Profil ist auch noch nicht drauf.
In diesen Spalt ein VKP-Band rein zu kriegen dürfte nicht einfach sein, es sollte sich ja möglichst kein Luftraum zwischen dem gestopften Hanf und dem Band bilden.

Gruß
Peter



Das



beschriebene L-Profil 4x6 cm für eine 1 cm Fuge aus PVC dürfte etwas "brutal" aussehen an einem Fachwerk. Warum nimmst Du dort keine Deckleiste, die am Rahmen und am Fachwerk sehr dicht anliegt und mit einem 2mm VKP-Band hinreichend Dicht ist ? Dann kannst Du die Fuge auch wieder nach dem Austrocknen voll ausstopfen.



Dichtung



Hallo Olaf,

der Grund dieser breiten L-Leiste ist, das die 3cm Holzleiste plus Spalt plus etwas Türrahmen überdeckt werden. So gerade wie das auf der Zeichnung aussieht, ist die ganze Sache auch nicht. Der Ständer ist nicht ganz gerade und er steht auch etwas schief, sodass sich der Spalt von unten nach oben verjüngt. Unten ist er etwa 1,5cm, oben nur einen halben cm breit. Mit der Leiste hätte ich ein gleichmäßiges, optisches Erscheinungsbild. Außerdem gibt es diese Leisten nur in bestimmten Größen und ich hab alle Fensterhersteller im Umkreis abgeklappert und die müssen sowas auch erst bestellen. Die Leiste soll auch in schwarz sein und die Farbe ist leider nur auf Sonderbestellung zu kriegen. Weiß, grau oder hellgrau kriegt man nach geschmissen und schwarz leider nur in Größen bis 4 cm, was aber zu knapp wäre. 5 cm wäre optimal, gibt es aber nicht.

Schöne Feiertage

Peter



nun



das war auch nur ein Vorschlag. Bedenke, wenn der Ständer schief ist, wir die Winckelleiste auch schief aufgeklebt. Eine 5x1 cm Deckleiste aus Holz, schwarz lassiert wäre keine Bestellware und könnte der 1 cm Neigung mittels Hobel angepasst werden. Aber ausführen und leben mußt Du damit. Du hattest nach Dichtmateral gefragt und da ist VKP-Band eine Lösung, die bautechnisch natürlich auch umgesetzt werden muß.



Was für ein Dichtungsmaterial Kunststofffenster / Fachwerk



Hallo Olaf,

hab mir deinen Vorschlag zu Herzen genommen und werde die Fuge mit einer angepassten Holzleiste abdecken. Hab noch einige Bankirai Leisten vom Terassenbau über und die scheinen mir dafür ganz gut geeignet. Eigentlich soll man ja die Holzart nicht wechseln, aber bei der schmalen Leiste sollte das kein Problem sein, hoffe ich auf jeden Fall. Muß nur abwarten, das es hier endlich mal aufhört zu regnen. Der Untergrund sollte ja schon abgetrocknet sein bevor ich alles zu mache.

Gruß
Peter



Gut !



Die Holzart ist wirklich nicht das Problem. Optisch musst ohnehin nur Du das verkraften.