Wandheizung im Lehmtrockenbausystem?




Liebe Mitglieder,

wir sind auf der Suche nach einer Lösung für unsere Wandheizung / bzw. der Konstruktion derselben in unserer (zu sanierenden) "Halle".
Angedacht von unserer Seite sind ja eingezogene (nichttragende) Innenwände mit Holzständerwerk befüllt mit Strohballen. Darauf eine Wandheizung mit Lehmputz.
Frage: ist es denn überhaupt sinnvoll, in einen ansonsten trockenen Raum wieder diese enorme Feuchtigkeit durch den Lehm zu bringen, gerade weil jetzt der hier lange Winter anfängt und dann vor Mai bestimmt keine günstige Trocknungszeit zu erwarten ist...
Wie verhält sich der Feuchte Lehm auf Stroh (Trocknungsablauf)?
Ich denke an die Beiträge hier im Forum über Schimmelbildung im / unter dem Lehm und dem entsprechenden Risiko??


Gibt es eine andere Möglichkeit des Aufbaus / z.B. fertige Lehmtrockenbausysteme? und was kosten die so ungefähr? (Unanständige Frage - verstehe ja, dass die Lehmbauer auch verdienen wollen - andererseits könnten wir wohl die Fertigsätze selbst montieren)
Wie gut oder schlecht sind diese Systeme.
Gestaltungsvarianten, die ich mir gut beim handwerklich ausgeführten Lehmputz vorstellen könnte, sind da bestimmt nicht gegeben!?

Für Tipps und Meinungen wäre ich dankbar!

Viele Grüsse,
bibi



Hallo Bibi,



Preise zu fertigen Lehmelementen finden sich unter: http://www.wandheizung.de/Preisliste.432.0.html

Wenn zum Zeitpunkt des Verputzen die Heizung in Funktion ist lässt sich der Putz gut trockenheizen.

Für die Trockenvariante wird eine tragfähige Unterkonstruktion benötigt auf der sich die Platten aufschrauben lassen.

Grüße Gerd





Hallo Bibi

Ich denke du wirst eine Wandheizung nicht an den Strohballen befestigen können. Nur Festkleben funktioniert nicht. Es gibt Lehmbauplatten, die ähnlich wie Gipskartonplatten im Trockenbau verarbeitet werden können. Infos gibts bei den Herstellern, z.B Claytec.
Und es gibt bereits fertige installierte Saysteme mit der Heizung in der Lehmbauplatte (siehe Gerd).
Gruß
Dorothée



Preise?



Danke für eure Nachricht!

Für die Preise muß ich natürlich anrufen - wie immer!
Schätze aber, dass diese Systeme sehr teuer sind im Vergelich zum Handwerk?!

@ Dorothée
Hatte dir die Frage nach der Befestigung der Wandheizung noch nicht beantwortet, weil ich bei unserem Holzständersystem darin kein Problem sehe... müssen wir aber noch "antesten".
Wir wollen stabile Holzregalsysteme verwenden und diese als "Wandschrank" bzw Wandregal einbauen... evtl mit Einbau von Einschüben / Nischen, die versetzt gebaut werden können...
An den Seitenteilen kann man die Wandheizung befestigen oder sogar die Befesiigung durch die Strohballen ziehen.

Wie gesagt, eine Vorstellung - den Probeaufbau machen wir noch.

Viele Grüsse,
bibi



Die Strohballen haben doch Bindedrähte



oder Bindestricke, irgendwie müssen diese ja zusammengehalten werden. An diese Bindedrähte kann man prima mittels Kabelbinder die Wandheizungsrohre befestigen. So habe ich es zumindest bei meine Schilfplatten gemacht. Die Rohre selber sind ja nicht schwer, ggfs etwas widerspenstig beim Verlegen.
Fixiert werden sie ma Ende sowieso im Lehmputz. Schaaut das bild in Originalgrösse an - hier kann man die Kabelbinder noch sehen.
Die - meiner Meinung nach sehr teuren - Fertigelemente kann man sich getrost sparen



Auch eine Möglichkeit



die Befestigung der Wandheizung so zu fixieren...

Danke für den guten Tipp, Jens.

Und ihr meint, dass die laufende Wandheizung ausreicht, um auch in den "tieferen" Schichten eine Schimmelbildung (am Stroh) zu verhindern??
PS. Der Lehm wird an die "geschorenen" Strohballen und die darauf fixierten Heizungsrohre geklatscht...

Bedankt,
bibi



Wo ensteht Schimmel?



Auf feuchten Untergründen.

Der gesamte Wandaufbau sollte so sein das eine Trocknung möglich ist (Baustoffe mit hohem Trochnungspotential)

Die Wandheizung unterstützt den Vorgang der Trocknung und reduziert auch eine Schimmelgefahr.

Grüße



Wandheizung



Wieso zum Teufel wollt Ihr unbedingt Strohballen für die Innenwände?

Viele Grüße
Georg Böttcher



Das mit den Strohballen...



...habe ich auch noch nicht kapiert, Georg, die waren doch schon dem anderen Beitrag quasi als unantastbar gesetzt. Irgenwie scheint alles außer den Außenmauern und den Strohballen in Frage stellbar zu sein, nur das nicht. Man kann doch keine Sanierung, die was werden soll, komplett nur an dem Dämmaterial Strohballen ausrichten und zurechtbiegen. Für die Kombination von Innendämmung und Lehmputz mit Wandheizung gibt hier doch genug Fachleute...
Gibt es eigentlich einen Grund für die Strohballenverbissenheit, mal vielleicht abgesehen davon, daß ihr von dem Material vielleicht irgenwo einen Kubikkilometer lagern habt? Der große Vorteil dieses Jahrhunderts ist, daß wir auch auf andere Dinge zurückgreifen können, als auf das, was gerade da ist.

Gruß Patrick.



Strohballen



nicht als Dämmmaterial!
Es ist für uns auch eine Frage des Aufbaus - bzw. der Realisierbarkeit und der Kosten...
Es scheint in dieser Kombination keinen anderen Werkstoff zu geben, der in seiner Einfachheit und Handlebarkeit dieselben Voraussetzungen hat - und Platz, was die Mauerdicke betrifft, haben wir...

Also Gegenfrage, warum kein Stroh?

Aufbau einer anderen Wand in Form des herkömmlichen Trockenbaus (wg. Materialauswahl) kommt für uns nicht in Frage.
Welche Stoffe gibt es, die kostengünstig sind, schalldämmen, die leicht zu Verarbeiten sind, und gesundheitlich unbedenklich?
Vielleicht finden wir ja noch eine Alternative??
Gerne!

Unsere Idee war ja auch eine Art Schrankwand direkt in die "Mauern" einzuarbeiten...
Vorstellbar??

Sollten unsere Ideen sich als allzu abstrus herausstellen, dann werden wir das sehen, ansonsten berichte ich gerne später von unserem Projekt als Alternative zum Herkömmlichen, Vorgefertigten...

Danke aber für die superschnellen Antworten und Fragen diesbezüglich - freut mich,
gruß bibi



Stroh als Wandmaterial



Hallo Bibi,
so wie ich das lese, geht es Euch darum, ein möglichst kostengünstiges Material für die Innenwände zu finden, das Ihr selber in Eigenleistung Verarbeiten könnt.
Und Ihr glaubt, das Material sei einfach in der Handhabung, habt aber anscheinend keine Ahnung von dessen Verarbeitung und den konstruktiven Problemen solch einer Innenwand.
Eines kann ich Euch vorab sagen:
Eure Idee ist GARANTIERT teurer als eine übliche nichttragende Innenwand.
Nun zuerst einen Alternativvorschlag von mir, damit Ihr nicht glaubt, ich will Euch ums Prinzip willen in Euer neues Traumhaus kacken:

Besorgt Euch Abbruchziegel, die kriegt Ihr bei Abbrüchen praktisch umsonst oder für ein kleines Bakschisch, wenn Ihr den Transport organiesiert.
Als Mörtel bietet sich Lehmmörtel an, der ist für Laien am einfachsten zu verarbeiten.
Ansonsten geht auch selbst gemachter Kalkmörtel; Kalkhydrat gibt es für ein paar € den Sack, Sand sollte bei Euch in Südschweden kein Problem sein und einen Mischer braucht Ihr ohnehin sicherlich.
Was fehlt noch: Eigene Arbeitskraft.
Vorteil:
Ihr arbeitet mit bewährten Materialien und einem alterprobten System.
Ist aber nicht so trendy wie Strohwände.

Nun zu den Nachteilen von Strohwänden:
Das Material ist für Innenwände fehl am Platze. Da brauche ich Masse, Steifigkeit, Brandsicherheit, Schallschutz.
Seine einzigen Vorteile sind Dämmfähigkeit und Sorptionsverhalten.
Schon die Türfutter werden Euch ein Vermögen kosten.
Ich will jetzt keine Abhandlung über Eure Landesbauordnung und die dort vorgeschriebenen Anforderungen an Gebäude halten, insbesondere über die Technischen Baubestimmungen.
Das Eure Idee weder erprobt noch zugelassen ist und somit gegen die technischen Regeln verstößt, mag für Euch bürokratischer Kram sein, da das Bauamt ja nichts merkt.
Aber mit Eurer finanzierenden Bank und Eurer Gebäudeversicherung kann es durchaus sehr ernste Probleme geben, wenn es rauskommt, das Ihr Eure Innenwände als Strohlager umfunktioniert habt.
Natürlich kann das wie ein innerer Parteitag sein, bei der Einweihungsparty den neuen Nachbarn von den Strohwänden zu erzählen und das ungläubige Staunen der braven Landleute zu spüren. Aber das ist schnell vorbei.

- Hay is for horses and straw is for houses-
Es lohnt nicht, einem Uralttrend, den vor einigen Jahrzehnten ein paar Althippis in den USA auf der alternativen Ökowoge zelebriert haben, mit Krampf nachzueifern.
Übrigens stammt diese Not- und Elend-Bauweise aus dem mittleren Westen, woe vor über 100 Jahren Getreidefarmer in den plains aus der Not heraus Ställe und Scheunen damit bauten. Anderes Baumaterial als Stroh hatten sie in der Prärie nicht.
So stapelten sie ihre Strohballen aufeinander, bespannten sie mit Maschendraht und warfen das ganze mehrmals mit Zementmörtel aus. Fertig war die Wand.
Die paar Firmen, die sich in Europa noch damit ernsthaft und seriös beschäftigen (z.B. in Österreich)haben daraus kombinierte Holz-Stroh-Bauelemente entwickelt, die mit ein paar aufgestapelten Strohballen nichts mehr zu tun haben und in die eine Menge Forschung und Entwicklung geflossen ist. Solche Techniken, in die viele Jahre Erfahrung stecken, kann man nicht so einfach nachempfinden.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Strohballenbauweise....



...ist mit vielen Gedanken verbunden, was die Nutzbarkeit und auch die Funktionalität hinsichtlich entstehender Havariesituationen betrifft.
Nur die Frage: Was ist, wenn ein ein Wasserleck in der Konstruktion edntsteht und diese Durchfeuchtet?
Auch wenn wir uns mit dieser Bauweise beschäftigen bzw. uns für diese geöffnet haben, so soll dies aber kein Freibrief für hohe Langzeitfunktionalität bedeuten.

@Georg
hat da bereits den Finger in die Wunde gelegt!

Hier können wir aber mit interessanten Alternativen aufwarten, die auch noch sehr gut selbstbaufreundlich sind und einen sehr guten Schallschutz gewähren.
Z.B. magnesithgebundene Haraklithbauplatten für selbsttragende Wandsysteme.
Oder auch wandstarke Lehmbauplatten für erhöhten Schallschutz und hohe Klimafunktion.
Zu all diesen Themen stehen wir Ihnen auch gern beraterisch zur Seite.

Grüße ins brandenburgische Land

Udo Mühle



Gute Alternativen und Kritik



hilft immer weiter...

Danke also an Georg und Udo!

Unsere Idee mit dem Stohballen in den Wänden kam aus dem Internet ("Dämmen mit Stroh"), wo auch anhand der Fotos der Aufbau recht nachvollziehbar war - sogar mit Wandheizung...
Die Verarbeitung schien uns auch nicht so problematisch.
Ganz unbedarft gehen wir an diesen Baustoff nicht heran - wir kommen aus der Ecke "Landwirtschaft" und haben schon tonnenweise mit diversen Ballen gehandlelt und gestapelt...
Außerdem sind wir bei allen Gewerken auf der Suche nach kostengünstigen und funktionalen Alternativen, ... - nach dem Motto, "was muß - was kann?" erneuert, verändert etc. werden.
Vorschläge zu anderen Werkstoffen, wie die alten Ziegel, sind hilfreich - nehmen wir gerne an, wenn sie für uns umsetzbar sind.
Das Pro und Kontra zu einzelnen Arbeiten, Vorgehensweisen, Material etc. hilft uns bestimmt bei der Abwägung! Gerne kommen wir im Bedarf dann persönlich auf die entsprechenden Mitglieder / bzw. Fachleute zurück.
Ich glaube, dass ist der richtige Weg!?

Falls aber jemandem noch eine vielleicht auch "ausgefallene" Lösung einfällt ...

Bis dahin viele Grüsse,
bibi



Wie wäre



es den mit einer Ständerkonstruktion die mit Holzlehmgemisch verfüllt wird?

Für jemanden der im Mauern nicht geübt ist kann das eine echt Alternative sein.

Grüße



Usedom



liegt übrigens nicht in Südschweden ;-))) sondern in MeckPomm.
Ansonsten kann ich leider nichts hilfreiches beitragen, bin aber erstaunt, wie heftig das Strohballensystem kritisiert wird. Dachte, das ganze wäre mittlerweile ziemlich etabliert (soweit ein solches Nischen-Produkt etabliert sein kann). Wenn ich nach „Strohballenhaus“ google, gibt's jedenfalls jede Menge Sites mit solchen Projekten.

Viel Erfolg! mag



@ mag



Als Außenwandbaustoff macht Stroh aufgrund seiner guten Dämmeingenschaften auch sinn, aber nicht auf der Innenwand.

Gerd



Wie sieht denn



eine Ständerkonstruktion mit Holzlehmgemisch aus - Gerd?

Wie dick ist das Ganze und was ist im Selbstbau zu bewerkstelligen?
Kostenpunkt?
Materialien?
Verträglich mit Wandheizung?

Wäre toll, wenn du mir Info´s schreiben könntest!
Danke schon mal bis hierher,

Gruß, bibi



Hallo bibi,



die Kosten hängen von der Eigenleistung ab.

Holzleichtlehm lässt sich einfach und kostengünstig selbst herstellen. Dafür benötigt Ihr Lehmpulver ud Hackschnitzel bis 6 cm und ein Freifallmischer.

Den Holzständer z.B. in 14 cm läßt man sich vom Zimmermann stellen oder baut ihn selbst auf.

Auf den Holzständer wird beidseitig ein Schilfrohrgewebe befestigt, dass als verlorere Schalung und als Putzträger für den folgenden Putz dient.

In den enstandenen Holhlraum wird der Holzleichtlehm verfüllt. Auf das Schilfrohrgewebe wird die Wandheizung geheftet und der Putz aufgebracht.

Grüße Gerd



Also für ein paar Innenwände...



...jetzt muß ich noch kurz was los werden. In Bezug auf Dämmung von Fachwerhäusern bin ich ja voll bei euch bei der Verwendung von Baustoffen wie Lehm und Holzfaserplatten, das ist ja auch aus meiner Sicht eine der wenigen vernünftigen Dämmethoden für ein Sichtfachwerk. Aber meint ihr nicht auch, daß ihr für ein paar Innenwände in einer Betonhalle ein ganz schönes Faß aufmacht? Holzständer, Holzhackschitzel, Schilfrohrmatten, usw. Holz ist ja auch nicht gerade billig...Bis die Wand steht, habt ihr sicher auch was gemauert. Wenn es den Lehmputz sein soll, der ja klare Vorteile hat, das geht ja auch auf einer massiv gemauerten Wand. Laßt doch mal die Kirche im Dorf. Aus der Halle wird nie ein vollständig biologisch abbaubares Produkt.

Gruß Patrick.



Selbstbauhaus Baubiologie pur



Wie wärs mit Holzrahmenbau und patentierte Lehmsteine die in das Gefach eingestellt werden ohne große Holzbau- und Lehmbaukenntnise.
Wir bieten Bausätze an die in unserem Partnerwerk (bei Heidelberg) zu Elementen selbst zusammen gebaut werden können, unsere Lehmausfachung ist mit den Steinen und Lehmwandheizungsplatten von Wem selbst zu machen, Aussenwände mit Schilfrohr gedämmt dann mit Kalkverputzt oder Holzschalung, zusätzlich noch Bausatzsysteme für baubiologische Elektroinstallation, Masiivholzdielen auf Kreuzlattung usw.
Ein baubiologisches Haus zum Selbermachen. Preis bei ca. 800.--€ / m2 umbauter Raum.