Wie baue ich meine Holzbalkone am besten neu auf?

12.05.2010 Boris



Moin,

an unseren Anbau-Balkonen (4-5 Jahre alt) machen sich die Schwammerl bemerkbar...der Aufbau ist auch mehr auf Umsatz statt auf Nachhaltigkeit ausgelegt.

Da beide versetzt übereinander angeordnet sind und es von oben nach unten durchpladdert, bietet sich eigentlich nur an beide dicht und mit Gefälle neu zu beplanken.

Dafür hätte ich gerne ein paar Anregungen von euch. Mir fallen da bisher nur Siebdruckplatten ein - die sind dann aber glatt wie Schmierseife....

Fällt euch da was besseres ein?

Merci, Boris



Noch ein Foto...



....



Balkone



Den oberen Balkon überdachen und so die Beregnung minimieren.

Viele Grüße



@Georg:



Da wär ich von alleine jetzt garnicht drauf gekommen....;-)

Ich such eigentlich eine paar Vorschläge für einen dichten, nachhaltigen Aufbau anstelle der Riffeldielen....

Da der untere Balkon nur zur Hälfte überdacht ist, bleibt mir nur beide dicht zu machen, damit mir die UK nicht in ein paar Jahren weggammelt, oder?

Gruss, Boris



Balkone



Wenn Du mit Informationen geizt, mußt Du Dich nicht wundern.
Das Problem ist eben nicht nur mit einem anderen Belag zu lösen.
Ein paar mehr Details oder Fotos wären schon hilfreich.

Viele Grüße





Hallo Boris,

das war wohl gar nicht so lustig von Georg gemeint. Historisch wurde meist auf Holzbalkone verzichtet und wenn, wurden diese im Normalfall komplett überdacht. Gut erkennbar ist dies bei Konstruktionen aus dem Bayrischen, der Schweiz oder aus dem Schwarzwald. Habe gerade nichts zu Hand, deshalb guckst Du gemeinfreies Wiki hier oder hier

Unter modernen Terrassenschrauben – und unter uns Pfarrerstöchtern im allgemeinen – gibt es ein paar Grundsätze, die einzuhalten sind. Ich führe das mal der Übersicht willen komplett auf:

- Konstruktiver Holzschutz. Holz nicht direkt auf Holz schrauben, überdachen. In Deinem Falle möglicherweise Einsatz von Abstandhaltern, Clips, o. ä. um Staunässe zu vermeiden.

- Mischkonstruktionen möglichst vermeiden: Also niemals Hartholzdielen auf einer Unterkonstruktion aus Nadelhölzern verlegen, während es umgekehrt jedoch funktioniert.

- Nichtrostende Schrauben benutzen, vorgebohrt, in Reihe - hast Du gemacht

- Jede Diele am Befestigungspunkt mit zwei Schrauben befestigen - hast Du gemacht, nach meinem Empfinden ein Stück zu weit außen

- Längsstöße immer auf der Unterkonstruktion :-))

- Abstand zwischen den Dielen immer 5 - 7 mm (bei trockenem Holz)

- Gefälle der Dielen immer in Riffelung 1 - 3 cm / Meter

Regendicht kannst Du das mit einer unter den Brettern liegenden wasserführenden Schicht hinbekommen, dann wächst allerdings der Aufbau etwas in die Höhe und schön ist meist auch etwas anderes.
Selbst wenn bei ausreichendem Gefälle eine unter den Dielen liegende wasserführende Schicht (bspw. Trapezplech auf eigener U-Konstruktion) existieren würde, gäbe ich den Dielen höchstens 10 Jahre, der Unterkonstruktion schon ein wenig mehr, bei freier Beregnung halt weniger. Bleibt zu hoffen, dass die Unterkonstruktion auf dem Foto kein auskragender Deckenbalken ist ...

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Holzbalkone



Hallo,

die Entwässerung fehlt, z.B. ein geschweisstes VA Blech, 2 mm
als Wanne mit Speier oder Anschluß an Fallrohr. Ändert natürlich das Aussehen.
Die Rillendielen finde ich gar nicht schlecht, wenn Sie die Ratschläge des Kollegen Kornmeyer beachten, vor allem bieten sie die Möglichkeit des Nahezu-Verzichts auf Gefälle, weil das Wasser durch die Rillen wegkann.

Dicht und mit Gefälle geht es mit 30 mm LKW-Bodenplatten, das sind rutschfest beschichtete Multiplexplatten. Befestigung je nach Material des Tragbalkens mit Spezialschrauben von Würth.

Grüße vom Niederrhein



Holzschutz



Den bisher sehr fachkundigen Ratschlägen möchte ich folgendes hinzufügen:
Abdeckung der tragenden, horizontalen Balken mit einem Blech. Seitlicher Überstand des Blechs mind 3 cm mit Tropfkante. Für frei bewitterte Brettschichtholzträger aus Nadelholz Pflicht. Ausführungsbeispiele hierfür sind z.B. sehr gut in den Fachregeln des Zimmererhandwerks 02 "Balkone und Terassen" in Wort und Bild dargestellt. Im Informationsdienst Holz "Holz im Außenbereich" sind ebenfalls einige gute Informationen zu diesem Thema.

Herr Böttcher hat es angedeutet: der Belag ist nicht das einzige Problem. Ich sehe da einen Fruchtkörper an der Oberkante des Trägers. Augenscheinlich ein Blättling.

Da Blättlinge Innenfäuleerreger sind, gilt als Faustregel: bei Erscheinen der Fruchtkörper ist das Bauteil bereits stark geschädigt und muss in der Regel ausgetauscht werden.

Gruß
Boris Blenn



Moin zusammen



und erstmal herzlichen Dank für die umfassenden Antworten.

Ich hab nochmal ein Foto ausgebuddelt vom ursprüglichen Zustand. Die an der Wand verbolzten Tragbalken sind mittlerweile hinter dem WDVS verschwunden, was einen Austausch der Leimbinder quasi unmöglich macht. Nicht gerade genial, aber so isses.

@Georg: War kein Geiz, nur Hektik.

@Christof: Dat Ding kommt von irgendeiner Wanderfirma, die vor ca. 5 Jahren die halbe Nachbarschaft mit solchen Balkonen beglückt hat...war wohl vergleichsweise günstig...
Beim Thema Dach weigert sich Muttern - die will freien Blick auf den Himmel.......

@Dietmar: Womit würdest du bei den Platten die Schnittkanten versiegeln ( z.B. rund um die Pfosten)?

@Boris: Die Fruchtkörper kommen wohl aus den Dielen, hab gerade nochmal geguckt....Ufff.

Grüsse, Boris



Balkon



Hallo Boris,
ganz schön kakelig, diese rechte Stütze.
Optisch und gestalterisch ist diese Balkonanlage auch nicht gerade umwerfend.
Ich will aber nicht darüber lästern, sondern versuchen zu helfen.
Allerdings fällt mir dazu kein billiges, schnelles und wirksames Patentrezept ein. Die gängigen Änderungen sind ja schon genannt worden:
- Belag des oberen Balkons komplett austauschen (Multiplexplatte, hatte ich bei dem Fall mit dem Foto in meinem Beitrag auch),
- ansonsten die Hinweise von Christoph und Boris beachten.

Eine dichte Abdeckung würde auch das Problem der Verschmutzung des unteren Balkons lösen.
Es macht keinen Spass, wenn beim Kaffeetrinken die Kuchenkrümel und die Zigarettenasche von den oberen Balkonbenutzern herunterriesln, von den Dredckkrümeln ganz zu schweigen wenn jemand oben mit dreckigen Schuhen sitzt.
Es gibt dafür Federn aus Gummi oder Leichtmetall, die zwischen genutete Bohlen/Dielen geschoben werden um diese Verschmutzumng zu verhindern. Wasserdicht sind sie natürlich nicht (siehe mein Foto). An dem Problem der Holzzerstörung wird das nichts ändern.
Das heißt also den oberen Belag komplett nach den genannten Regeln austauschen, wenn eine Überdachung nicht möglich ist.

Wenn der Balkon dann seine beste Zeit gehabt hat, vielleicht mal über einen Abbruch ohne Neuaufbau nachdenken?

Ich sehe einen Garten vorm Haus, da sitzt es sich bestimmt besser als auf dem wackeligen Ding.



Moin Georg,



das Foto is vom Nachbargarten aus gemacht....unser Garten beginnt erst am Maschendrahtzaun, wir sehen dat Ding also eigentlich garnicht. Und im Gegensatz zu unten im Garten gibts auf dem Balkon Sonne satt bis zum Nachmittag.

Sehe ich auf deinem Foto noch eine weisse Folie auf den Dielen? Was hast du da genommen? Und wozu, wenn drüber noch Multiplex liegt?

Gruss, Boris



Balkone



Hallo Boris,
die weißen Streifen sind die Alufedern, von denen ich geschrieben habe.
Ich schrieb auch von: "... Belag des oberen Balkons komplett austauschen..."
Darunter verstehe ich die Dielen runter und die Platte drauf (unter Beachtung der erforderlichen Holzsanierung am befallenen Riegel, dem Einbau einer Entwässerung, der Vermeidung von Kapillarfugen zum Holz, einem Gefälle in der Platte...)
Das man sich nicht in Nachbars Garten setzt, ist klar. Aber es sollte doch noch ein wenig Platz auf dem eigenen Grundstück vorhanden sein...

Viele Grüße



@Georg,



wer lesen kann , ist klar im vorteil.....;-) - jetzt hab' ich dich verstanden.

Also, Dielen runter, Sanierung der Riegel, Unterlage zwecks Gefälle quer zum Riegel, Ablaufblech am Balkonrand, Multiplexplatte, Wandanschlussblech.

Aber was mach ich an den Pfosten? Schnittkanten mit Lack versiegeln und mit Sica um den Pfosten rum abdichten? Oder muss ich die auch einblechen?

Gruss, Boris