Balkendecke zwischen den Balken dämmen und ausfachen, Balken sollen sichtbar bleiben

16.10.2018 Mitch



Hallo,

in unserem Bauernhof (Baujahr 1931) sollen die Balken der Decke von unten sichtbar bleiben. Bisher war eine Lattung mit Schilfrohrmatten mit Gips verputzt angebracht. Diese habe ich schon komplett entfernt und die Balken gesäubert und abgeschliffen. Hat wer nen Tipp wie ich Gipsflecken entfernen kann?
Nun aber zur neuen Deckenkonstruktion, ich möchte zwischen die Dachlatten die den Schüttboden darüber tragen eine Dämmung einbringen (Rockwolle) und dann von unten eine Putzträgerplatte zwischen die Balken an die Dachlatten schrauben. Die Spannweite zwischen den Balken beträgt 55 cm. Was für Platten eignen sich dafür? Ein Zimmermann meinte Gipskartonplatten sollten mindestens alle 35 cm geschraubt werden und scheiden daher eher aus. Würde gerne mit Lehm Verputzen oder einfach streichen.

Bin für Tipps dankbar.

Grüße aus dem Schwarzwald
Mitch



Fermacell



Einfach mittig noch ne Latte draufschrauben und dann klappt das auch mit den Gipsfaserplatten.

Gruß, Steven



Fermacell



Haben wir auch genommen. Dafür würde ich aber noch eine Leiste mittig anbringen, da sonst die Spannweite zu groß ist.



Nimm einfach



die 15mm Platte, dann brauchst du keine zusätzliche Latte!



Alternative zu Fermacell



Danke Euch für die Infos.
Das anbringen einer zusätzlichen Latte in der Mitte möchte ich eben eher nicht machen, da ich dort ja die Rockwoll Dämmplatten dazwischen machen möchte und diese nicht noch kleiner schnibbeln will.
Kennt wer ne (ökologische) Alternative zu ner Gipskartonplatte die auf diese Spannweite von 55 cm selbsttragend ist?
Bin kein Freund von Gipskartonplatten, da die irgendwann später für die nächste Generation Sondermüll werden und wer schonmal Gips auf der Deponie entsorgt hat kennt die saftigen Preise.



Profilholz



Hallo,
warum nicht einfach bei Holz beleiben?
Zwischen die Balken auf die vorhandenen Latten einfach festschrauben. Mann kann dann die gesamte Decke in Holzoptik lassen oder je nach Geschmack, die Felder zwischen den Balken Streichen (vorzugweise mit Leinölfarben)

Gruß
Sebastian



Eine Alternative zu Fermacell



wäre vielleicht Heraklith-m. Eine mineralisch gebundene Holzwolleplatte, welche sich als Putzträger eignet und in Stärken von 15, 25, 35 oder 50 mm erhältlich ist. Auch bekannt als Sauerkrautplatte...



"Reine" Holzdecke ist nicht gewünscht



Hallo Sebastian,
Dankeschön für deinen Tipp mit dem Profilholz. Haben meine Eltern mit Fichtenbrettern (klassische Nut und Feder) bei sich im Stockwerk darüber so gemacht. Die Bretter wurden von unten schräg durch die Nut in die Dachlatten geschraubt. Die Schraubenköpfe werden dann durch das nächste Brett und dessen Feder verdeckt. Die Befestigung ist halt nicht so bombenfest und die einzige Alternative die mir einfällt wäre das Brett voll durchzubohren und die Schraubenköpfe mit ner Dekoleiste abzudecken. Kennt sonst noch wer ne andere Lösung?
Meine Frau (ja die moderne Frau mischt sich da ein) möchte keine "altbackene" Holzdecke und lieber was moderneres. Deshalb hätte ich zwischen den Balken gerne verputzt oder ne glatte Platte die ich streichen kann.
Gruß Michael



Holz kann man streichen



Eine Holzbalkendecke muss nicht "altbacken" aussehen. Es gibt im Holzhandel die verschiedensten Profile und auch schon fertig lakiertes Holz. Ich denke den schlechten Ruf ("albacken") hat die Holzverschalung durch die typischen vergilbten Fichte/Kiefer-Verkleidungen bekommen.

Holz lässt sich meiner Meinung nach am einfachsten verarbeiten. Ich würde es vermeiden eine Decke verputzen zu müssen. Die Befestigung in der Nut sollte doch vollkommen ausreichen. Es handelt sich doch nur um eine Sichtschale, was soll diese halten, außer sich selbst?

Wenns modern sein soll, könnte ich mir noch Verkleidungen aus Kunststoff vorstellen (Plexiglas oder ähnliches, mit indirektem Licht ;-)). Da kenn ich mich aber auf dem Markt nicht aus.

Ansonsten die schon genannten Baustoffe: Gipskarton, Gipsfaserplatten, Heraklitplatten.


Aber Achtung! Handelt es sich bei dem Stockwerk der Eltern um eine eigene Wohneinheit (Zweifamilienhaus)?
Dann sollte der Brandschutz nicht außer Acht gelassen werden. Und da wird es mit einer Holzdecke (auch schon mit sichtbarlassen der Balken) krititsch.

Gruß
Sebastian



Ist das ...



…. darüberliegende Stockwerk bewohnt und beheizt?
Hört sich so an:
"...Haben meine Eltern mit Fichtenbrettern (klassische Nut und Feder) bei sich im Stockwerk darüber so gemacht..."

Dann würde ich mir die 30mm (viel mehr wird es nicht sein) Rockwool sparen.
Wärmeschutz ist zwischen zwei beheizten ebenen ohnehin überflüssig und als Schallschutz ist Rockwool nicht geeignet.

Da wäre m.E. tatsächlich eine "Sauerkrautplatte" direkt auf die seitlichen Latten geschraubt und verputzt eine Möglichkeit.

Grüße



Die Sauerkrautplatte macht das Rennen



Hallo und vielen Dank für die Tipps!
Ja die Sauerkrautplatte wird's wohl werden, diese wäre als Putzträger für Lehm doch sicherlich gut geeignet und ist ein umweltfreundliches Material. Habe wegen der Heraklith M auch beim Hersteller angefragt ob die Spannweite von 55 cm geht, da ich am Rand schrauben muss. Müsste ggf. in der Mitte ne Verschraubung nach oben in die Bretter des Streifbodens machen, würde sicherlich auch tragen. Die Plattenbreite von 60 cm kommt mir auch sehr entgegen, so hätte ich wenig Verschnitt.
Die Rockwolle als Dämmung zwischen die Dachlatten an den Balken möchte ich machen, da nicht alle Räume im Stock darüber beheizt sind und auch um keinen Hohlraum zu lassen. In der bisherigen Bauweise mit Hohlraum haben sich die Mäuse sehr wohl gefühlt. Habe beim entfernen der alten Gips-Schilfrohr-Decke (schöne Sauerei) viel Mäusekot und Kadaver gefunden. Möchte ich nicht mehr haben.
Grüße Mitch



Mäuse



freuen sich auch über Isolierung. Bei mir waren Mäuse im Styropor und in der alten Glaswolle, aber auch die Marder haben sich schön die weiche Mineralwolle nach unten gezogen. Also da brauchst du schon was anderes als Rockwool. Übrigens war in den Feldern mit altem Spreu auch nicht mehr an Spuren von ungewollten Besuchern vorhanden.



Rockwoll



Welche Lattenstärke ist jetzt da?
Ich setze stetig die 40 mm Hanfdämmmatte ein (statt der Industrieware Rockwoll), wenn die Latte auch 40 mm oder so um die Drehe stark ist.

https://www.hornbach.de/shop/Hutprofil-KNAUF-98x15-mm/3864182/artikel.html?gclid=CjwKCAjwx7DeBRBJEiwA9MeX_Aa66eMcLE4c4wUgMf3tnRAHwpYyKanIk2w_1f3XxJb1puLVZ6Xc9xoChLMQAvD_BwE&WT.srch=1&WT.mc_id=DE_P_BS_AW_766103971

Dann eigentlich quer darüber eine Sparschalung oder wenn die Maße sehr eng bemessen sind, ein Trockenbau-Hutprofil und darauf dann eine Fermacell-Platte 10 mm im Stoß mit dem PU-Kleber des Fußbodensystemes von Fermacell verklebt.
Anschließend kann man diese Flächen zweilagig mit einem Lehmfeinputz beschichten, nachdem noch eine quarzhaltige Lehmgrundierung zur Haftung aufgetragen wurde.

Beste Erfahrungen damit seit vielen Jahren.

FG Udo



Gipsfaserplatte doch besser?



Hallo Udo,
herzlichen Dank für deinen Vorschlag. Die Holzlatten an den Balken sind 5 cm breit und 2,5 cm tief/stark. Für Heraklith-Platten habe ich vom Hersteller den Hinweis erhalten für die Verschraubung mindestens 2 cm vom Rand der Platte Abstand zu halten. Das wird bei den schmalen Holzlatten dann schon knapp. Ich könnte die Platte in der Mitte durch die Dämmung zusätzlich an die Einschubdecke (Streifboden) schrauben. Eine zusätzliche Holzlatte in der Mitte dazwischen möchte ich ungern anbringen, da ich dann ja die Dämmung auch zerteilen müsste. Udo ich bin erstaunt von Dir die Empfehlung für eine Gipsfaserplatte zu bekommen, ich hatte aus deinen früheren Beiträgen gelesen dass für Lehm die Sauerkrautplatten ein guter Putzträger wären. Ist an der Decke eine Gipsplatte doch besser?
Gruß Mitch



Um



gleich noch eine Variante in´s Rennen zu schicken, wäre das eine alternative, die man in Betracht ziehen könnte:

Die Dämmung (Holzeichfaser oder eben Rockwool / Sonorock) zwischen die Balken Klemmen, mittig zwischen den Balken eine Latte flach mit Justierschrauben AUF die Dämmung in den Fehlboden schrauben.
Unterkante Latte auf dieselbe Höhe wie die seitlichen Latten.
Unter der Latte wird die Dämmung komprimiert auf ~25mm und ist gleichzeitig fixiert.
So hast Du ausreichend Anschraubmöglichkeiten für den Putzträger Deiner Wahl.
Grüße



Entzsprechend den Gegebenheiten....



...fallen unsere Lösungsfindungen aus.
Die Heraklithplatte ist schon ein Thema, bedarf aber einer Sparschalungslage von 23 mm, dann die 15 mm Heraklith, dann etwa 12 mm Grundputz Lehm incl. Glasfaserarmierungsgewebe 10 x 10 mm und nach dem Durchtrocknen einen 2 mm Lehmfeinputz.
Und wo bleiben dann deine Balken sichtbar?

An den Einschub niemals eine Stützlatte mittig bringen, da ein Einschub immer beweglich lose liegt und zu liegen hat!!
Desweiteren hast du selbst erkannt, es würde die Dämmung schwächen!
Dann nimm eine 4 cm Matte und reiße eine dünne Lage herunter, damit du am 3 cm kommst!
Funktioniert!
Und dann meinen Vorschlag von vorangegangenem Beitrag mit dem Hutprofil und Fermacell.
Fermacell ist nachhaltig und muss zur Weiterbeschichtung nicht imprägniert, sondern nur mit einer quarzhaltigen Haftbrücke gestrichen werden.