Balkendecke begradigen

12.06.2014



Hallo Allerseits,
in unserer ETW (3te OG)im Altbau will ich den Boden in der Küche (10qm) und im Bad (6qm) sanieren. Küche und Bad liegen nebeneinander. Die Balken (16x24, 4m lang) hängen teilweise bis zu 3 cm durch. Die Dielen habe ich schon zum Teil aufgenommem. Die Wand (kaputte Rabitzwand) zwischen Bad und Küche ist entfernt worden und wird wegen Neuplanung des Bades etwas versetzt in Trockenbauweise neu aufgebaut. Ich will einen planen Boden schaffen, der möglichst in sich stabil ist, damit ich großflächige Fliesen Verlegen kann, ohne Gefahr der Rissbildung durch schwingenden Boden. Der neue Boden sollte möglichst das gleiche Niveau haben wie der angrenzende in der Diele.
Meine Fragen sind nun:
1. wie kann ich die Balken am besten nivellieren ohne zuviel Höhenzuschlag ?
2. Welchen Trittschall sollte ich nehmen?
3. Was sollte unter die Fliesen; Fermacel, OSB...?
4. Sollte die neue Trockenbauwand, wie auch die alte Wand, auf einer Bohle stehen oder erst auf den neuen durchgehenden Boden aufgebaut werden?(ohne Fliesen natürlich)
Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.
Gruß
Mischa



Fußboden



Hallo Mischa,
ob hier nicht schon ein Eingriff in die tragende Substanz des Hauses und damit ins Gemeineigentum vorliegt sollte abgeprüft werden. Immerhin geht es hier um Abdichtung, Brand- und Schallschutz. Fragen Sie vorher besser den Verwalter.
Zum technischen Problem:
Die Schwierigkeit liegt nicht darin eine steife, schalldämmende Decke hinzukriegen sondern der Höhenzuwachs der sich dabei ergibt. Lewis- Schwalbenschwanzplatten mit Estrich wären eine technisch sichere Lösung für den Badfußboden, würden aber etwa 40- 50 mm Höhenzuwachs verursachen. Ich schlage für solche Fälle den Aufbau einer versteifenden Platte vor. Dabei entsteht aus den einzelnen Traggliedern (Balken) und der Platte ein neues und steiferes Bauteil, ein Plattenbalken. Die Trennwand muß vorher raus.
Kurz zum Prinzip:
Es werden nacheinander 2 Lagen OSB- Platten 15 mm mit versetzten Fugen möglichst vollflächig auf die Balkenoberseiten aufgeschraubt und ebenfalls vollflächig miteinander verklebt. Mit einer weiteren Verschraubung wird die Platte schubfest! mit der Balkenlage verbunden. Das ergibt eine Decke mit einem erheblich höheren Widerstandsmoment als bei einer Lage 30 mm OSB in üblicher Verlegeart.
Die Trennwand wird auf die OSB- Lagen bzw. auf den Estrich gestellt. Vorher sollte man prüfen ob die Decke genügend Masse im Bereich des Einschubes aufweist. Darauf erfolgt dann Abdichtung, Entkopplung, Fliesenbelag. Das ergibt insgesamt einen Höhenzuwachs von etwa 30 mm.
Die Abdichtung ist ein besonders heikles Thema, auch hier greifen Sie in das Gemeineigentum ein.
Das ist Sache des Fachmanns.



Balkendecke begradigen



Hallo Herr Böttcher,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Mit dem Verwalter ist die Massnahme abgesprochen und die Zwischenwand ist ja bereits raus.
Für mich stellt sich weiterhin die Frage nach dem Höhenausgleich der Balken, bzw. wie ich die Balken auf ein Niveau bekomme, um dann z.B. den von Ihnen vorgeschlagenen Boden einzubauen.
Eine Idee von mir ist: kann ich neue Balken/Bohlen (quasi als Hilfsbalken) an die alten Balken anlaschen, und wenn ja, wie sollte dies ausgeführt werden, wie sollten dann die Abmessungen sein?
Oder: Wenn ich Fermacelplatten z.B. auf den OSB Boden aufbringe, kann man diese im Nachhinein mit selbstverlaufender Ausgleichmasse begradigen, um sich das mit den Balken anlaschen zu sparen?
Danke im Vorau für die Antworten
Gruß
Mischa



Deckenaufbau



Fermacellplatten sind überflüssig.
Den Höhenausgleich kann man direkt auf die OSB- Platten aufbringen oder auf die Entkopplungsmatte, besser auf beiden Ebenen arbeiten. Lassen Sie das alles von einem Fliesenleger- Fachbetrieb machen, gegen Rechnung und mit Gewährleistung. Wenn Zustimmung seitens der Verwaltung vorliegt (eigentlich müsste die Eigentümerversmmlung solche substanzverändernden Baumaßnahmen beschließen)könnten Sie auch einen Teil der Leistungen (Deckenertüchtigung, Abdichtung, Entkopplung) über das Hauskonto abrechnen.
Wursteln Sie selber herum und es dringt auch nur ein Tropfen Wassser durch die Decke kriegen Sie gewaltigen Ärger. Wenn der Eigentümer unter Ihnen schlecht drauf ist verklagt er Sie wegen Lärmbelästigung und verlangt die Einhaltung der schallschutztechnischen Normen. Bei Ihrer Maßnahme müssten Sie die nämlich gewährleisten da der Bestandsschutz hinüber ist.