Holzwurm?




Hallo Ihr Lieben,

mal wieder eine blöde Frage:
wir haben in der Wohnung im EG die Zimmerdecke von unten her entfernt (darüber ist unser Schlafzimmer, das auch als solches zur Zeit genutzt wird). Es war von unten her eine Schicht Putz auf Schilfrohrmatten, die an Schalbrettern befestigt waren. Darüber eine Lage Schlacke oder sonstiges. Darüber dann Schalbretter, die durch an die Balken genagelte Kanthölzer gehalten wurden. Und über die Schalbretter nochmal Schlacke. Darüber sind Verlegeplatten, auf denen unser Wasserbett steht.
Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, gab es erstens mindestens 2 Wespennester in diesem Zimmer in der Decke und zweitens scheint es in diesem Bereich (eigentlich alle Balken der Südseite sehen nach dem Entfernen des losen Mehls so aus) ein Problem mit Holzwürmern zu geben. Jetzt haben mein Mann und ich Sorge, dass wir eines Tages mit unserem Wasserbett auf dem Wohnzimmertisch der möglichst baldigen Mieter liegen könnten.
Was können wir hier tun? Das lose Mehl und Holz entfernen. Soweit klar. Die Frage ist, ob die Balken danach noch stabil genug sind die nächsten 60 Jahre zu überstehen.
Was können wir zur Stabilisierung tun? Neue Balken einziehen ist aus zwei Gründen schwierig. Erstens wohnen wir darüber und haben keine andere Möglichkeit die Wohnräume aufzuteilen. Zweitens ist das zweite Zimmer im EG schon fertig, was die Deckensanierung betrifft. Da trat das Problem nicht auf. In dem zweiten Zimmer sind die Balken noch in Ordnung. Sie sind aber durchgängig über die komplette Hausbreite. Das macht uns schon Sorgen.

Was also können wir konkret gegen Holzwurm tun und wie können wir die Stabilität der Balken erhalten und/oder unterstützen?

Vielen lieben Dank schon vorab für eure Hilfe.

Gruß
"DJ" alias Dennis & Janet





Hallo
Sie muessen sich einen Sachverstaendigen ins Haus hohlen und erstmal abklären lassen ,ob ein aktiver Befall vorliegt.
Es sieht mir ganz nach einem Hausbockbefall aus . Aktiv oder inaktiv kann man anhand eines Bildes nicht feststellen . Zumindest hat er schon sehr gut gewüttet.
Der Sachverständiger wird Ihnen dann weiterhelfen können .
Ich hatte auch Bockbefall . Auf der Garage (wurde mit Heissluft bekämpft) und auf dem Wohnhaus (leichter Befall , wurde mit Hochdruckinjektion bekämpft ) .
Bei mir hat Firma Poppens behandelt .

Gruß

Michael





Allzuviel kann ich auf dem Bild nicht erkennen.
Die oberflächennahen Fraßgänge unter der Rindenkante auf dem linken Balken sprechen eher für Borkenkäfer, und der ist nach Einbau immer tot. Die kleinen Löcher sehen schwarz und fast rund aus (am ehesten toter Anobienbefall). Also: keine Panik erstmal und den nächsten erreichbaren Zimmermann ins Haus holen. Es muß nicht geleich der SV sein.

Grüße



Zimmermann



Hallo Dieter,

naja. Mein Daddy ist gelernter Zimmermann, übt den Beruf aber seit fast 20 Jahren leider nicht mehr aus.
Er kann mir allerdings auch nicht sagen (hat schon persönlich ein Auge auf die Balken geworfen) ob das nun Wurm oder Käferbefall ist/war. Er plädiert dafür die losen Teile zu entfernen und danach alles mit Wurm-Ex einzupinseln (2x).
Ich frage mich, ob diese Balkenveränderungen auch etwas mit den Wespen zu tun haben könnten. Denn im Zimmer nebenan, wo die Balken ja weiter gehen, ist nichts dergleichen zu sehen gewesen. Da waren die Balken noch top in Ordnung.

Gru



Hausbock!



Für mich sieht das Foto eher nach Hausbockbefall aus und weniger nach Borkenkäfer. Hausbock geht nur ans Nadelholz und nur an das Splintholz, Kernholz bleibt stehen.
Mein Vorschlag wäre folgender:
- Sachverständigen für Holzschutz (oder einen sensibilisierten und fachkundigen Zimmermann) ranholen und genauen Befund erstellen lassen
- Überprüfen ob es sich um einen aktiven oder nicht mehr aktiven Insektenbefall handelt. Nur bei aktiven Lebendbefall über Chemie nachdenken, ansonsten reicht eine konstruktive Lösung! Wobei neben einem zugelassenen Bekämpfungsmittel auch Heissluft eine Lösung darstellt.
- Fraßgänge und Mulm entfernen und Restquerschnitt überprüfen, ggfs. Deckenbalken verstärken.
Generell: Der Begriff "Holzwurm" ist volksmündlich und meint eigentlich die Larve eines Käfers oder Insekts. Der Hauptschaden bei den holzzerstörenden Insekten erfolgt durch die Larven. Die Käfer fressen sich allenfalls noch ins Freie. Der Befall durch Hausbock nimmt bei älteren Hölzern (frühestens jedoch nach 60-80 Jahre) statistisch gesehen stark ab, weil die benötigten Nährstoffe für den Hausbock dann nur noch im geringen Umfang vorhanden sind.
Holzwespen werden manchmal mit frisch eingebauten Hölzern ins Haus gebracht und verursachen im Regelfall keinen massiven Schaden, weil sie sich ebenfalls nach vollendeter Entwicklung nur noch ins Freie fressen und mit verbauten Hölzern nichts anfangen können (zu trocken).
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Herr Malangeri



vielen Dank für Ihre ehrliche und konstruktive Antwort.
Ich denke, so werden wir auch verfahren.

Freundliche Grüße
J. Noack