Alte Scheune, keine Dachrinne, einige Fragen (mal wieder länger...)

16.11.2006



Hallo zusammen,

an meiner großen Scheune (Erbaut ca. 1890) ist an der Hofseite keine Dachrinne. Den Toren, dem Mauerwerk und auch dem untersten Balken tut natürlich das Spritzwasser gar nicht gut. Sehr gut ist das am großen Tor zu sehen wo die Flügel unten abgeschnitten und neue angeflickt wurden (großes Bild hier: http://image.historisches-fachwerk.com/upload/original/I3219_2006102002938.jpg ).
Balken sind zwar feucht aber noch in Ordnung (sagt der Gutachter, hat fleißig probe-gebort). Natürlich muss die Feuchtigkeitszufuhr abgestellt werden, also muss eine Dachrinne her.
Grundsätzlich kein Problem aaaaber mein Tor hat nur 2-3 cm Luft zwischen Toroberkante und unterster Ziegelreihe. Nun gibt es zwei Möglichkeiten:
Dachüberstand verrringern oder Tor oben abschneiden.
Der Dachüberstand beträgt derzeit 2,5 Ziegellängen Braas "Rheinland" (hatte keinen Zollstock zur Hand).
Dachüberstand verringern wäre am einfachsten, da ich dann einfach die unterste Ziegelreihe wegnehmen würde und hätte dann auch keine Probleme die Traufbohle zu befestigen (die Sparren reichen nur bis zum ersten Drittel der untersten Ziegelreihe, die unterste Reihe ist mit Drahtklammern befestigt und ist mehr oder weniger frei schwebend...).
Allerding erscheint mir ein großer Dachüberstand wichtig, wären 1,5 Ziegellängen + Dachrinne zu wenig?
Die betreffende Wand ist eine Ostwand.

Zweite Frage:
Zwischen Scheune und der Mauer zum Nachbargrundtsück (auf dem Bild links hinter dem alten Klohäuschen versteckt) gibt es einen ca. 1 Meter breiten Zwischraum.
Die Wände (oberhalb Kniehöhe) sind grundsätzlich trocken (d.h. für mich, das ist kein Schlagregenproblem) aber wenn es in diesen Spalt regnet fließ das Wasser nicht ab (da sind die Fundamente von Mauer und Scheune...) und der Boden bleibt sher lange sehr feucht.
Die kniehohe Mauer, auf der der unterste Balken aufliegt ist nach längeren Regenfällen nass wie ein Schwamm und der Balken leidet auch entsprechend.
Die Feuchtigkeitszufuhr habe ich nun unterbunden, in dem ich zwischen Scheune und Mauer ein "Dach" (Wellblech) eingezogen habe (sieht man nicht von vorne) und das Wasser kontrolliert ablaufen lasse, so dass es den Boden in dem Zwischenraum nicht erreicht. So weit so gut.

Nun ist der Mörtel in besagter Mauer eigentlich nur Sand und der Balken hat an seiner Unterseite auch ein wenig Federn gelassen. Ich wollte / muss nun diesen Sockel neu aufmauern. Dazu folgende Fragen:
Ist es sinnvoll unter die unterste Ziegelreihe eine Dachpappe als Feuchtigkeitssperre zu legen?
Was kommt zwischen oberste Ziegelreihe und Balken (welche Art von Mörtel)? Wie ist die Anbindung auszuführen (meiner Meinung nach sollte der Balken einfach auf (nicht im, also die Unterkante vom Balken nicht zuschmieren) dem Mörtel aufliegen und der Mörtel sollte leicht zu den Außenseite hin geneigt sein, damit Wasser ablaufen kann.)
Wie bekomme ich das "krafschlüssig" hin (d.h. ohne Spalt zwischen Ziegel und Balken)?
Ist es problematisch, das der Balken (10x15, Eiche) an der Unterseite nun eine Art Hohlprofil hat?
Sollte der Feuchte Balken erst trocknen? Das wäre jedoch problematisch, da ich das alte Mauerwerk ja abschnittsweise unter dem Balken erneuern muss.

Danke für Eure Ratschläge!

Gruß Markus



In Sachsen...



...sind die Dachüberstände traditionell geringer als z.B. oft in Bayern zu sehen. Nun bin ich kein Dachdecker, hätte aber aus der Perspektive eines Bauherren keine Probleme mit der Entfernung einer Ziegelreihe. Der Dachüberstand war ja letztlich wohl nur deshalb so groß, weil keine Rinne dran war und man das Regenwasser trotzdem von der Wand fern halten wollte.

Grüße

Thomas W. Böhme