Fachwerkdämmung und Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung




Hallo, folgende Situation: Unser Fachwerkhaus(ca.1850) ist komplett entkernt. Der Grundbalken auf der Ostseite wurde bei Straßenbauarbeiten entfernt und durch Beton ersetzt. Alle Pfosten die direkt auf dem Beton stehen haben keine Mängel. Die Gefache wurden mit Feldsteinen, Bruchsteinen, Lehmwickel, Ziegelsteinen und Ytong gemauert und innen mit Kalkputz holzbündig verputzt. Außen Komplettputz. Das Fachwerk besteht aus Eiche und Nadelholz. Holzbockbefall an 3Stellen (Balken wurden getauscht). Schädlingsbekämpfer war vor Ort und hat schon die Dübel für eine Injektion mit Borsalz gesetzt aber noch nicht begonnen. Wir liebäugeln mit einer Außen- und Innendämmung. Es sollen im OG und DG Wandheizung-Komplettsystem für den Trockenausbau von BEKA zum Einsatz kommen. Weiterhin ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung angedacht.Folgende Fragen? 1. folgenden Wandaufbau haben wir uns Überlegt (Außen nach Innen)OG - Holzverkleidung;EG - Putzträgerplatte / 8-10cm Isolierung / Fachwerk (ca.16cm) / 5cm Isolierung innen(zur Vemeidung von Luftschichten zw.Fachwerk u. Dampfbremse) / Dampfbremse (spez.Papier) / Standerwand als Installationsebene / Gipskarton / Sperrholzplatten+Zierleisten für Vertäfelungsoptik Alle Räume haben nur Außenwände, d.h. "nur" die Deckenbalken müssen sorgfältig abgeklebt werden. Kann der Aufbau so erfolgen? Was spricht eigentlich gegen Mineralwolle? Wird durch die Wohnraumlüftung nicht der Feuchteeintrag in die Fachwerkswand stark minimiert? Muß der Außenputz unbedingt weg? Nach Einbringung der Dampfbremse erfolgt ein Blower-Door-Test. Das Abkleben erfolgt mit Spitzenprodukten von SIGA. Die Dachschrägen werden mit Isocotton (Baumwolle) einmal bündig zw. den Sparren und eine Lage vor den Sparren isoliert ebenfalls Dampfbremse und Vorschale als Installationsebene und Gipskarton als Abschluß. Spricht etwas dagegen? 2. Schädlingsbekämpfung Welche Langzeiterfahrungen gibt es bei der Holzbehandlung mit Borsäure od. -salz? Stimmt es das altes Holz an "Geschmack" verliert und der Holzbock besser nur noch partiell behandelt werden sollte, da neue Schädlinge eh kein Interesse mehr haben? Wie verhält sich die Konsistenz von Holz, wenn es nach 150Jahren des austrocknens wieder voll mit wasser vollgepumpt wird? Kann das gut sein? Beim scheunenausbau wurden neue Deckenbalkenlagen eingezogen. Würde es reichen, nur diese "leckeren" Balken zu behandeln und als eine Art Opferanode einzusetzen? Vielen Dank im vorraus und mit den besten Wünschen für 2003. Jürgen Mohnke



Fachwerkwandkonstruktion



Habi im Bodenseerevier schon einige Referenzen hinterlassen und ich muß einfach sagen, daß es im Grunde auch einfacher geht und dies mit Lehmbaustoffen und im Dachbereich wird ein Dämmstoff eingeblasen (Holzfasern). Wenn man also konsequent mit Lehm- und Naturbaustoffen ausbaut, dann muß man nicht noch mit einer kontrolierten Lüftungsanlage arbeiten. Dieses Kapital sollte man dann lieber in eine vernünftige Materialauswahl und -einsatz investieren. Übrigens ist in Eurer Region ein sehr guter Architekt ansässig, welcher Euch bei Eurer Entscheidung gut zur Seite stehen könnte. Nothhelfer, Michael aus Uberlingen wäre da ein Ansprechpartner, mit dem ich auch seit längerem schon gut zusammenarbeite. Grüße aus der Oberlausitz von der Lehmbude.



Entkernung



Sie besitzen ein völlig entkerntes Fachwerkgebäude welches sie auch noch außen- und innen dämmen wollen?! Daher mein Rat. Entweder brechen Sie die Fassade auch noch ab und bekommen so endlich Ihr Niedrigenergiehaus das Ihnen die Werbung der Baustoffhersteller laufend vorgaugelt oder Sie Verlagern Ihre Ansprüche weg vom k-Wert hin zu einem gesunden Raumklima mit entsprechenden altbaugerechten Lösungsmöglichkeiten. In beiden Fällen sollten Sie sich endlich einen wahren Fachmann zur Seite holen, denn kaputt gemacht haben Sie schon genug - so oder so..........



Danke für die Raktionen



Vielen Dank für die Reaktionen.
Herr oder Frau Strunz sollte sich ein wenig mäßigen (um es freundlich auszudrücken). Entkernt bedeutet nichts anderes als das die gesamte (marode) Wand- und Deckenvertäfelung sowie die Spreu-Schüttung zw. den Balken entfernt wurde. Innenwande gab es keine. Das der Schwellbalken zum Teil entfernt wurde und die Gefache mit unteschiedlichen Bausstoffen gefüllt sind lag nicht an mir, sondern wurde vor über 40Jahren oder noch früher gemacht. Was bitte schön habe ich kaputt gemacht??? Und verstecken Sie sich nicht hinter den allgemeinen Frasen wie `gesundes Raumklima`, sondern definieren Sie den Begriff einfach. Ist ein sanfter, stetiger Luftwechsel durch eine Lüftungsanlage dem Wohlbefinden abträglich?? Zu dem `weg vom k-Wert`kann ich nur sagen, diese Leute die diese Meinung vertreten sind die ertsen die rumjammern, wenn die Heizöl- oder Gaskosten steigen. Ich stelle den k-Wert nicht vor die Erhaltung des Fachwerks, aber was möglich ist möchte ich auch nutzen. Und den vermeintlichen "wahren" Fachmann gibt es so nicht, denn selbst wenn die Meinung tendenziell in die gleiche Richtung geht, werden trotzdem verschieden Philosophien (meistens auch kompromisslos) verfolgt. Ich habe z.B. zwei Studien eines Ingenieurs gelesen. Die Eine über ein Fachwerksanierungsprojekt mit Lehmbaustoffen und ein Anderes mit Mineralwolle-Isolierung. In beiden Projekten wurde eine Luftdichte Ebene eingebaut. Die Messungen der Holzfeuchte übers Jahr konnten keinem der beiden Varianten nachteile bescheinigen.
Das Projekt mit Glaswolle und Rigips wurde eben wegen des Aspektes Kostenreduzierung durch Eigenleistung vollzogen und hatte keinen negativen Einfluss auf den Feuchteeintrag ins Fachwerk.
Wohlbemerkt handelte es sich sogar um Innenisolierung. Ich habe sicherlich nichts gegen Lehm o.ä., aber die Holzvertäfelung war drin und diese Optik werde ich wieder herstellen.
Wir möchten das Haus so sanieren, das es in seiner Substanz lange erhalten bleibt, es uns neben anderen Dingen geringe Heizkosten beschert und wenn es später dann ein(e) andere(e) Herr/Frau Strunz kauft es ohne Probleme und Sondermüll zurückgebaut werden kann ,um es nach anderen Maßstäben zu sanieren. Ich habe die Fragen ins Forum gestellt, um konstruktive Antworten zu bekommen.
Freundliche Grüße zurück in die Oberlausitz.