Hilfe, frei schwebender Balken

11.12.2011



wir sind dabei ein Fachwerkhaus zu sanieren, bei der Küche ist uns nun ein frei schwebender Balken an der Decke aufgefallen.
Der Balken führt vom Schornstein bis zur nächsten Wand. Dort war früher mal die Tenne. Er ist unter den eigentlichen Deckenbalken angebracht und wird durch einen extrem großen Stein vom Schornstein entfernt gehalten. Der Balken liegt am anderen Ende nur auf einer Mauer auf. Hier war früher mal eine Heurutsche vom Dachboden zur Tenne. Kann uns jemand sagen, was für eine Funktion dieser Balken hat/hatte?





Das würde jetzt ins reine Rätzelraten gehen. Besser mal ein Bild davon reinsetzen.



Moin Gabi,



wenn ich dich richtig verstanden habe, liegt dieser Balken ca. mittig quer unter den Deckenbalken?

Ich vermute Mal, dass es sich um eine nachträgliche Verstärkung handelt, um darüber mehr Heu(?) lagern zu können, bzw. weil sich die Deckenbalken bereits etwas durchgebogen haben.

Oder kann es sein, dass der Schornstein später dort hingemauert wurde?

Gruss, Boris



hier ein paar Bilder



so, nun haben wir ein paar Bilder gemacht.



und noch eins



der Balken ist nur von unten befestigt, bloß wie hält/hielt er sich? und für was ist er da?



das letzte



zur Sicherheit haben wir mal nen Balken darunter gestellt.



Schwebebalken



Das sieht nach einem Unterzug aus ,der die Deckenbalken mit trägt,der sollte natürlich aufliegen und nicht "freischweben".
Häufig wurden solche Unterzüge auch nachträglich eingebaut,
wenn der Balken stumpf vor die Wand stößt ,muß ein neues Auflager her.
Aber da werden die Zimmerer hier mehr zu sagen können.

Grüße Martin



Hallo Gabi



Das ist definitiv ein Unterzug.

Dieser ist in Fachwerkhäusern meist mehrfach vorhanden und verkürzt die Spannweiten der Deckenbalken.

Außerdem haben sie eine längsverbindende Aufgabe, denn teilweise verlaufen sie durch das ganze Haus und verbinden die Giebelwände mit den Bundwänden im Gebäudeinneren (zB. bei klassischer Drittelung des Gebäudes mit traufseitigem Eingang beim fränkischen Fachwerk).

Letzters scheint hier nicht mehr der Fall zu sein.
Der Kamin wurde sicherlich bei einem/er Umbau/Umnutzung dort eingezogen, denn auch unsere Altvorderen konnten planen und hätten eine Kollision von Unterzug mit Kamin vermieden.

Außerdem stellt sich die Frage, ob die Mauer nicht früher mal eine Fachwerkwand war, die im Zuge einer früheren "Sanierung" durch Mauerwerk ersetzt wurde.

Allerdings kann und darf ein Unterzug niemals "frei schwebend" sein, er sollte frei tragend sein.
Noch gilt die Schwerkraft und es widerspricht seiner und der Aufgabe eines jeden Balkens, selbst der "Schwebebalken" kann das nicht.
Ja, ok, Flachköpper, bleibt trotzdem stehen.

Wenn ich es richtig erkenne, zeigen alle drei Fotos die Kaminauflage.
Oder hast Du beide Seiten abgestützt und die Lampe umgehängt?

Auf einem Kamin darf man aber kein Gebälk auflegen.
Höchstens auf einer dem Kamin vorgemauerten Säule.

Ob ein Auflager noch tragfähig ist, hängt von der Auflagelänge des Unterzugs auf dem Mauerwerk und seiner Substanz im Auflagerbereich ab.

Und darin sehe noch ein anderes Problem.
Denn auf dem zweiten Foto ist ein möglicherweise intensiver, wenn auch vieleicht nicht mehr aktiver Schädlingsbefall, sowohl beim Unterzug, als auch bei dem abgebildeten Deckenbalken zu erkennen.

Um herauszufinden, ob der Befall noch aktiv ist und ob überhaupt noch eine tragfähige Balkenstärke über seine gesamte Spannweite vorhanden ist, mußt Du die zerstörten Bereiche bis auf das ungeschädigte Holz abbeilen.
Ein Foto vom Ergebniss solltest Du einstellen.

Das erste Foto kann ich nicht richtig deuten und ein Bild vom anderen Auflager wäre auch hilfreich.

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



vielen Dank



vielen Dank für die schnellen Antworten.
wir hatten heute einen Zimmermann hier, der uns bestätigte, dass der Blaken heute keine Funktion mehr hat. Dieser ist vermutlich ein Überbleibsel aus vergangenen Umbauten.

Wie ihr alle schon bestätigt habt, sollte der Balken nicht einfach nur an der Decke hängen, sondern eine Auflage haben.

Wir nehmen ihn jetzt raus, falls ihr nichts mehr von uns hört... :-)



freischwebende Balken ..



..such ich schon lang , sind immer so schwer,die Dinger ;-))

Und wie verstehen wir das ,"wenn ihr nichts mehr von uns hört .."
-ist dann die ganze Decke runtergekommen ? und ihr drunter ?
schönen Gruß Jürgen Kube
Ps. Fachlich war ja doch alles gesagt ...



der Baklen "Unterzug" ist raus...



das Haus steht und wir leben noch.



Unterzug



Hallo Gabi,
so was kommt mir ab und zu mal unter.
Da brauchen wir eine Tür in der Wand- kein Problem, machen wir halt eine rein:



Unterzug



Dann hat sich vorher schon jemand gedacht, wozu hier diesen Unterzug, den kann man abschneiden. Liegt ja auf der Wand auf. Ist zwar nur eine Innenwand, aber das hält schon. So sieht das dann auf der anderen Seite der Tür aus.
Dann braucht jetzt Eigentümer Nummer 3 nur noch zu sagen, was soll der komische Unterzug, der kann sowieso nicht tragen, also raus damit. Oder er sagt sich- klar kann man oben eine Trennwand draufmauern, ist ja ein Unterzug drunter.
Was für ein schöner Brauch.
So findet man dann Bauteile, die nur noch aus reiner Gewohnheit an ihrem Platz verbleiben.


Viele Grüße
Ich hoffe der Zimmerer weiß wirklich was er da tut!