Holzbalken oder Betonsturz?

18.02.2009



Ich muß einen Fenstersturz (teilweise) erneuern. Original wurden in der 1 1/2 Stein starken Außenwand zwei Holzbalken (12x12cm, 166cm lang) nebeneinander verbaut, außen ein Sandsteingewand. Der mittig liegende Balken sieht (und klingt) noch ok, der innere muß wegen Schädlingsbefall ersetzt werden. Das Sandsteingewand ist gerissen und wird später auch erneuert. Leider wurde beim Entlastungsbogen gepfuscht - er ist zu klein und endet dort, wo die Balken in der Mauer aufliegen. Seine entlastende Wirkung geht also beim Entfernen der Balken verloren. Da der mittlere Balken noch trägt, will ich ihn erhalten. Nun stellt sich die Frage, ob ich wieder einen Holzbalken einziehe, oder einen Betonsturz.



Solang



der befallene Balken noch hebt, würde ich ihn drin lassen. Vielleicht genügt auch das Ausstemmen des vollvermorschten Bereichs und dann Aufblatten einer Reparaturbohle. Der Befall kommt voraussichtlich durch kondensatbedingte Auffeuchtung. Kann man künftig verhindern durch richtiges Heizen und Lüften.

Never change a winning team ...

Good luck

Konrad Fischer



Leider hebt der Balken nicht mehr,



weswegen er unbedingt ausgetauscht werden muß. Tragend wirkt nur noch der mittig verbaute, nicht befallene Balken.

Der Schädlingsbefall ist auf schlechte Holzqualität zurück zu führen. Die Bestimmung des Schädlings ist trotz (oder gerade wegen) des augenscheinlichen Alters des Befalls (das Haus ist Baujahr 1913) eindeutig. Der Balken war leider nicht vollkernig und das Splintholz ist von der Holzwespe befallen gewesen - die Wespe wird schon seit vielen Jahrzehnten tot sein. Den Balken zu entfernen stellt kein Problem dar - ich kann ihn mit den Händen heraus ziehen.

Da der Balken mit dem Splintholz aufliegend verbaut wurde und durch den Fraßschaden nicht mehr druckfest war, kam es zur Rißbildung im Entlastungsbogen und im Sandsteingewand.



Na dann - raus damit.



Und gem. originaler Situation erneuern. Und den Sturz halt durch Sicherungsverbau versuchen zu erhalten. Mehr kann ich unter den gegebenen Umständen nicht dazu sagen, die Situation ist zu virtuell ...

Konrad Fischer