diagonale verstrebung am Dach

28.09.2005



Hallo
es geht mir um mein geargendach und zwar um die diagonalen verstrebungslatten , welche ein verscheiben des dachstuhls verhindern sollen .
heutzutage nimmt man ja ein metallband fuer diesen zweck , welches von aussen auf die Balken genagelt wird , doch da sind meine pfannen.
nun moechte ich meinen Dachstuhl ausbauen , aber die balken sichtbar lassen , d.h. dazwischen daemmen und verkleiden.
als ersatz der verstrebungslatten moechte ich nun die balken einmal von oben links bis zur mitte unten und von oben rechts bis zur mitte unten von innen her verbinden .
also zwischen meiner daemmung , sodass die verstrebung spaeter unsichtbar bleibt.
ich will stahlrohre nehmen , am ende flacheisen anschweissen , und die immer zwischen 2 balken verschrauben.
schraeg natuerlich , sodass ich nachher wie gesagt von oben links und oben rechts den druck auf die mitte unten leite.
wie die latten hallt , nur zwischen den balken , und dann aus stahl.
frage nun , muss ich das auf beidendachschraegen machen , oder reicht diese Konstruktion auf eine seite des daches .
UND muss ich kompl aus den oberen ecken hin zur mitte unten , oder reichen vereinzelte felder aus , welche ich verbinde.
gesponnen koennte sich nichts mehr verschieben , wenn ich nur ein einziges Rohr schraeg zwischen einem fach setze . was natuerlich die Durchbiegung eines balken zu folge haette.

bitte um stellungnahme zu meinem vorhaben .
danke



Sie sollten



mal über eine Baugenehmigung nachdenken. Die Umwidming ist vielerorts mindestens anzeige-, wenn nicht sogar genehmigungspflichtig. Desweiteren greifen Sie offensichtlich in die Statik ein, das braucht wohl auch eine Genehmigung.
Ehrlich gesagt, hört sich Ihr Vorhaben nicht gerade sehr professionell und gut geplant an.
Sie sollten mal mit einem "Zimmerer" sprechen.
Der beste Heimwerker ist der, der seine Grenzen genau kennt.



einfacher....



Hallo,
Rispenband obendrauf wäre natürlich einfacher gewesen, Rispenbretter unten drunter die historische Lösung und genauso easy. Wenn beides nicht geht bleiben nur halbgare Lösungen, die aber besser als nix sind.
Die Stahlrohre halte ich allerdings für sehr aufwändig, warum dann nicht auch Rispenbänder nehmen? Passend auf Feldbreite abschneiden mit der Flex, 5-6 cm an jedem Ende für Nagelbereich vorsehen und abknicken, festnageln mit Kammnägeln. Neigung optimal, im rechten Winkel zur Dachfläche gesehen, unter 45°. Immer als "X" oder wenigstens als "V" auf jeder Dachfläche ausbilden. Sind Gauben, Grate oder Kehlen in der Dachfläche, übernehmen diese häufig schon die Diagonalaussteifung. Und um diese Aussteifung gehts und nicht um eine Druckableitung (daher würden sich auch keine Sparren verbiegen). Die rechteckige Dachfläche soll sich nicht rautenförmig verschieben können. In der Theorie würde für die meisten Dächer schon zwei verspannte Felder reichen, in der Praxis jedoch wird immer die ganze Dachfläche genommen um der Sicherheit eine notwendige Reserve zu geben.
Aus diesem Grund sollte es dann auch wirklich auf beiden Dachseiten gemacht werden, zumal sie mit der Stückelung wirklich nur eine halbgare Lösung hätten.
Fazit: Hosenträger und Gürtel ist besser als Hose runter.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri





Hallo
Hatte ich vergessen zu erwaehnen.
Ich hebe oben in der spitze keinen (Firs?)balken.
Die schraegen Dachbalken sind oben miteinander vezapft
Dann muss ich doch schon die verstrebung wenn als v von oben links bis hin zur mitte machen , oder? Ein v auf dem kopf hat doch so keinen sinn , es sei denn die dachlatten koennen die kraft aufnehmen .
Dieses lochband geht doch dann nicht ohne firsbalken , oder?
Wie sieht es dann aus , wenn ich anstatt stahlrohrkonstruktion bretter mit 4cm staerke nehmen wuerde ?
Diese schraeg in jedes fach setze und mit den balken verschraube ?
Auch eine einfache loesung , oder was meinen sie ?
Danke

PS
Warum hat man bei den haeusern aus den 60er frueher wohl keinen firsbalken genommen stattdessen aber diese aufwendige arbeit mit den verzapfen gemacht . auch mein haus hat diese konstruktion.
Bitte um holfe danke



Aussteifung



es gibt einfach unterschiedliche Konstruktionsarten für Dächer. Man spricht von Sparren-, Kehlbalken- und Pfettendächern, die wiederum auch verschieden konstruiert sein können. Die Diagonalverstrebung hat aber nichts damit zu tun ob es sich um ein Pfettendach handelt oder nicht - sie ist in jedem Falle notwendig.





wann war die rede davon ob ich sie weglassen will ?
ich will sie nur konstruktiv aendern !



Wie rum is egal...



Hauptsache es gibt eine Diagonalverbindung zwischen First und Traufe, am besten zwei Stück gegenläufig.
Dachstühle ohne Firstpfette gibt es aller Orten und zu allen Zeiten und ist eine Frage des Konstruktionsprinzip, wie Rainer Stasch schon schreibt.
Grüße
Martin Malangeri





hallo
wie rum ist egal.
aber wenn ich von unten hin zur mitt oben , also ein V auf den kopf setze , geht dann nicht die kraft bis sie in der mitte angekommen ist voll ueber die Lattung der pfannen , wenn ich keinen firstbalken habe?
bitte erlaeutern sie mir die traufe ?
danke



Nö.



Wenn der mittlere Sparren vom Firstpunkt an, in beiden Richtungen nach schräg unten gesichert ist, kann auch nix passieren (wo will er denn hin?).
Es werden ja keine großen Kräfte abgeleitet, sondern nur eine Diagonalverschiebung verhindert.
Richtig ist, je tiefer der Befestigungspunkt der Rispe nach unten rutscht umso beweglicher ist das Sparrengebinde im Firstpunkt, erst recht bei einer firstlosen Konstruktion. Deshalb bin ich ja der Meinung, ein komplettes Kreuz auszubilden.
Traufe ist die unterste Kante des Daches, da wo die Trauf- oder Regenrinne hängt.
Eingeschraubte Bretter funktionieren übrigens auch nur in der Theorie. Man kann ja nur die Spitze befestigen, bei entsprechenden Schrauben spleissen diese aber sehr schnell.
Grüße
Martin Malangeri



Rispenband



Dachog.Vorschlag: Aber nicht gleich mit "Warum" und "Wieso". Dazu sind in der Anfrage die Angaben zu spärlich. Man kann auch das Rispenband an der Unterseite der Sparren befestigen.Es ist nicht ungewöhnlich, daß man dabei nicht alle Sparren erfaßt. Die ersten 4-5 Sparren , beginnend von einer Giebelseite,sollte man allerdings schon erwischen, gleiches auch von der anderen Giebelseite, allerdings gegenläufig. Auf der anderen Dachseite ebenso. Die folgenden 3-4 Sparrenfelder werden konstruktiv durch die Dachlatten ausgesteift. Dann folgt wieder Rispenband diagonal usw. usw. Ja wie groß ist denn Ihr Dach nun? Wenn man nun Holz sehen will, kann man doch nun auf der Balkenunterseite, Bretter oder der gleichen, befestigen. Mfg ut de ole Mark.



nee, Siegfried...



Weiter oben stand, die Sparren sollen sichtbar bleiben....
ansonsten stimmts schon, was Du schreibst.
Grüße
Martin



Eine weitere Möglichkeit



wäre, zwischen den Sparrenfeldern OSB-Platten einzubauen und mit den Dachlatten zu verschrauben. Dadurch entsteht eine "Scheibe", welche die Aufgabe der "Windrispen" (den Winddruck auf die Außenwände ableiten) übernimmt.

M.f.G.
Gerhard





hallo
klingt sehr gut der vorschlag , und habe ich auch schon drueber nachgedacht.
doch um eine saubere scheibe zu erzeugen , muessen die platten sehr stramm montiert werden , oder ?
welche plattenstaerke sollte ich einplanen ?
danke



Also



als Plattenstärke würde ich 20mm vorschlagen. Die Platten müssen aber nicht "sehr stramm" eingebaut werden, ein einfachs "stramm" reicht bestimmt. Eine Verschraubung mit den Dachlatten ist aber notwendig.
Ein kleiner Tipp: Stirnflächen der OSB-Platten mit PU-Leim versehen, Holzteile vorher leicht anfeuchten. Dadurch verkleben Sparren und OSB und die Scheibenwirkung ist optimal.

Grüße
Gerhard



Würde Herr Brueggemann



die erforderliche Dämmung einbauen, könnten die alten Streben erhalten bleiben und es gäbe gar kein statisches Problem, dass dann mit irgendwelchen Klimmzügen mehr recht als schlecht wieder gerade gerückt wird und sich zukünftige Generationen wundern werden, was hier wohl wieder gebastelt wurde. Aber jeder wie er will und ich bin ja nur ein "Besserwisser und Klugscheisser" ;-((



Bauphysik



Die Lösung mit OSB- Platten und PU- Kleber halte ich aus bauphysikalischer Hinsicht für sehr bedenklich, da dieser Aufbau einer Dampfsperre über der Wärmedämmung gleichkommt.
Sprich: Tauwasserproblem und hohe Schimmelwahrscheinlichkeit!
Falls das Dach Mittelpfetten hat würde ich einfach mit einem klassischen Kopfband (Galgen) die Längsauststeifung herstellen.



Mann, war ich da noch jung...



Moin, moin Herr Strahlendorff,
1. Was denn für ´ne Tauwasserproblematik, wenn innen eine OSB ist/war, der Dachstuhl gedämmt werden sollte und damit ehr auf luftdichte Anschlüsse und das Dampfdiffusionsgefälle zu achten ist?
2. Der PU-Kleber sollte allenfalls auf die Stirnflächen der OSB.
3. Der Thread ist steinalt und das Problem wahrscheinlich lange handwerklich gelöst. (Gewährleistung ist auch schon fast rum *grins*)
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri