Schwellenbalken soll ausgetauscht werden! Der richtige Aufbau!

04.11.2003



Hallo, erst mal ein Lob an den Seitenbetreiber! So eine hilfreiche Seite habe ich noch nie gesehen!!
Nun zu unserem Problemchen: An unserem Haus muß ein ca. 4 Meter langer Schwellenbalkenabschnitt erneuert werden. Er ist durchgefault und eindringendes Wasser hat auch den Ziegelsteinsockel etwas zerstört! Aus finanziellen Gründen können wir keine Firma beauftragen, sondern müssen es mit Hilfe einiger Freunde in Eigenarbeit machen. Wir wollen mit 3 oder 4 Drehsprießen den Rähm abstützen (ca. 10 Grad geneigt) und die senkrechten Balken am Rähm anlaschen (mit Eisenlaschen und jeweils 6 Nägeln pro Lasche, die nicht ganz reingeschlagen werden, damit man sie leicht wieder herausziehen kann). Dann wird der Schwellbalken herausgenommen und der Sockel mit Ziegelsteinen und Zementmörtel (oder auch am Sockel Kalkmörtel??) instand gesetzt. Aus den Forenbeiträgen wurde jedoch nicht klar, wie die oberste Schicht des Sockels aussehen muß. Ich habe mir das so vorgestellt: 1. Den Sockel mit Zementmörtel bis auf die oberste Steinlage aufmauern ; 2. neue Schwelle einbauen und mit mehreren Wagenhebern fest gegen die Ständer andrücken; 3. von einer Seite anfangend, abschnittweise (z.B. immer 50cm) die oberste Ziegelsteinlage mauern und die Fuge zwischen Stein und Schwelle mit zementfreiem Kalkmörtel unterfüttern. Nachdem ein Abschnitt ausgehärtet ist, wird wieder ein Wagenheber weggenommen und der nächste Abschnitt bis zum nächsten Wagenheber fertiggestellt!
Diese Methode sollte funktionieren! Aus den Forenbeiträgen gibt es jedoch widersprüchliche Meinungen zum Aufbau: Es wird manchmal eine Feuschtigkeitssperre (Bitumenbahn) vorgeschlagen, die direkt unter den Schwellbalken gelegt werden soll, dann wird gesagt, daß nur eine Klinkerrollschicht (was immer das ist) unter den Schwellbalken eingebaut werden muß und wieder andere sagen, daß keine Feuchtigkeitssperre eingebaut werden darf, damit der Balken immer nach unten austrocknen kann! Was soll ich machen? Eine Bitumenbahn unter oder über der obersten Steinschicht? Keine Bitumenbahn? Klinker? Was hat sich eigentlich in den letzten Jahrzehnten bewährt? vielen Dank im Voraus! Und muß der neue Schwellenbalken aus Eiche sein, oder genügt auch kesseldruckimprägniertes Nadelholz?





Hallo Herr Linden, bei uns war die Vorgehensweise so: Haus wird abgestützt, Gefache über der Schwelle werden herausgenommen, der Sockel wird "einen Kopf kürzer gemacht", die Schwelle wird nach unten hin herausgenommen. Prüfen, ob alle Verzapfungen an den Ständern noch da sind, ggfs. "ausbessern", eine neue Schwelle mit Zapfenlöchern an den passenden Stellen wird von unten wieder mit den Ständern verbunden und abgestützt. Dann wird mit einem druckfesten Stein (z. B. Kalkandstein) Stück für Stück bündig untermauert. Bei uns kam auf die Holzschwelle unten Dachpappe drauf, wäre aber vielleicht sogar besser, wenn Sie die Dachpappe unter den vorletzten Stein (Bahn) der Schwelle packen. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Holz wieder verzapft ist! Keine Metallwinkel oder so verwenden! (Siehe auch die Bemerkung von Herrn Flegel und mir im Forum "obendrüber"). Grüße Annette





Vielen Dank für die schnelle Antwort, Annette!
Es erscheint mir auch etwas besser, die Dachpappe unter die oberste Kalksandsteinlage zu legen, damit der Schwellenbalken immer nach unten trocknen kann! Wenn der Balken auf der Pappe liegt, stünde er ja quasi im Wasser (nach einem längeren Schlagregen). Metallwinkel möchte ich auch vermeiden. Dort, wo die Zapfen noch gut sind, werde ich Zapflöcher in die neue Schwelle schlagen. Deshalb wäre ein kesseldruckimprägnierter Nadelholzbalken leichter zu verarbeiten, preiswerter und auch einfacher zu beschaffen als ein alter Eichenholzbalken! Zudem bleibt bei altem Holz die Gefahr, daß man sich einen holzzerstörenden Pilz einschleppt! Warum ist eigentlich zum Mauern des Sockels Kalkmörtel besser geeignet, als Zementmörtel? Kalkmörtel ist nicht wetterfest und auch nicht so druckfest, wie Zementmörtel. Liegt es daran, daß auch der Sockel etwas "arbeitet" und somit Risse bei der Verwendung von Zementmörtel entstehen können?
Gruß Linden





Kalkmörtel ist in der tat nachgiebiger, vor allem aber lässt er Wasser durch (während Zement sperrt) und obendrein wirkt der Kalk auch noch pilzhemmend.
Gruß Günter Flegel



Eine letzte Frage



Daß Kalkmörtel pilzhemmend ist, habe ich noch nicht gewußt! Noch eine allerletzte Frage: Sollte der Schwellbalken in einem Kalkmörtelbett liegen, oder direkt auf den Sandsteinen? Und sollte man nicht auch darauf achten, daß die oberste Steinlage nicht so weit vorsteht, wie der übrige Sockel? Regenwasser würde sonst am "Fuß" des Schwellbalkens auf der obersten Steinlage stehen und zum Teil unter die Schwelle sickern! Die oberste Steinlage würde ich gerne so einbauen, daß am Balken abfließendes Wasser an der unteren Kante des Balkens abtropfen kann. Dazu müsste ich die obersten Sandsteine so einbauen, daß sie ca. 1cm hinter der Balkenvorderseite zurücksteht. Der alte Sockel steht ja ca. 10cm vor. Den "Keil" der oben am Sockel, durch das Zurückspringen der obersten Steinschicht entsteht, würde ich dann mit Kalkmörtel schräg nach außen zuputzen, so daß das Regenwasser gut ablaufen kann. Gruß Linden





Ich sehe, Sie kennen sich voll aus. Auch an meinem Haus steht der Sockel unter der Schwelle 10 cm über - weiß der Herr warum, da es sich um Bruchsteine handelt, konnte ich den auch nicht abschrägen. Ich habe deshalb nach dem Ausbau der alten Schwellen den Sockel mit einem Bett aus Kalkmörtel bedeckt, eine Teerpaape aufgelegt, und die neue Schwelle wurde dann in ein weiteres Kalkmörtelbett auf der Pappe gelegt. Damit, so hoffe ich, habe ich wenigstens vermieden, dass es zwischen Schwelle und Grundmauer Hohlräume gibt, in denen sich Wasser sammeln könnte. An der Schlagregenseite werden wir eventuell noch einen Blechstreifen anbringen, um das Wasser von Schwelle und Sockel fernzuhalten. Das mit dem abgeschrägten Putz ist gut. Sie werden diesen Keil halt alle paar Jahre erneuern müssen.
Gruß gf