Stockwerksschwelle abgebeilt und verblendet. Und jetzt?




Nord-Giebel in ArbeitHallo,
unser Nordgiebel ist wieder wie neu. Das heißt das Tragwerk ist renoviert und das Dach geschlossen. Ausgefacht haben wir noch nicht.
Leider konnten wir nur die Eichenbalken wieder verwenden. Fast alle Kiefernbalken waren unrettbar zerfressen. Allerdings hatten die Stockwerksschwellbalken nach Abbeilen innen noch ausreichend Kern (siehe Bild im Profil), so dass wir hier nur neue Bohlen vorgesetzt haben, die mit schrägen Holznägeln an den alten Balken fixiert sind.
Durch das Abbeilen sind nun Hohlräume zwischen den Bohlen und Schwellbalken entstanden (siehe Bild im Profil). Diese Hohlräume kommen beim Ausfachen unter die Ziegel zu liegen, aber ich befürchte, dass evt. Regenwasser, das an den Stielen entlang läuft, eindringen könnte.

Deshalb nun (endlich) meine Frage:
Soll ich diese Hohlräume abdichten? Und wie? Oder soll ich sie irgendwie mit Drainagebohrungen öffnen? Oder soll ich vielleicht Lehm rein füllen, damit der die Feuchte regelt?
Für Tipps dankbar,
Andi.



Probleme mit den Horizontalkräften!



Tach Andreas,

inwieweit habt ihr bis zur Gesundung der Fußschwelle bebeilt? Laut deinen Bildern sehe ich die Gefahr, das kein Dreiecksverband mehr gegeben ist! Es ist kein Vorholz für die Strebe mehr vorhanden! Standhaftigkeit und Tragfähigkeit der Fachwerkwand sehe ich daher mit Bedenken!

Was sagt Euer Zimmermann vor Ort? Müsste eigentlich ,,anbimmeln", bei der Problematik!

schöne Grüße
Michael



stockschwelle



Hallo
Eigentlich haben Sie ein "Pflaster auf einem Holzbein" gesetzt! So leid es mir tut, aber die Schwelle muss erneuert serden. Jeder horizontalen Hohlraum wird die Feuchtichkeit zwischen Bohle und Restschwelle halten.
Stopfen bringt nichts. Wie bereits gesagt, es müsste im Kopf des Zimmerers heftig bimmeln!
Mit freudlichen Grüßen
J.E.Hamesse



Das ist, glaub ich, jetzt ein Mißverständnis...



Hallo,
also das eine Bild mit dem Strebenfuß zeigt nicht den Endzustand, sondern den Zustand nach Abbeilen. Damit ihr den noch guten Balken sehen könnt. Von vorne kam danach noch die erwähnte Eichenbohle drauf. So sitzen die Zapfen der Stiele und Streben fest. Diese 60er Bohle ist fest mit der Schwelle verbunden (Holznägel, schräg) und auch die Zapfen sind verholzdübelt. Das ist (so hab ich's mehrfach gehört) eine denkmalpflegerisch anerkannte Methode. Wenn man den Balken raus nimmt, muß man bedenken, dass da ein ganzes Feld Lehmstakendecke dran hängt, die durch den Ein- und Ausbau unweigerlich leidet. Außerdem wirft man einen 250jährigen Balken weg, der noch Kern hat und trägt.
Mein Problem ist doch nur, dass wir beim abbeilen nicht so sauber arbeiten konnten (bzw der Holzwurm hat nicht so sauber gearbeitet), dass der abgebeilte Balken überall flach an die Bohle anliegt. Und wie kann ich jetzt diese Hohlräume schützen? Das ist meine Frage. Oder muß ich sie nicht schützen. Unser Zimmermann sagt, dass ich die Gefache bedenkenlos ausmauern kann, aber ich frage euch: Soll ich noch was zusätzliches machen?
Viele Grüße und Dank für Tipps,
Andi.
ps: Die Stockwerkschwelle längs geteilt einzubauen (um die Zapfen zu schonen, wenn man keinen Platz hat von unten einzuschwenken) empfiehlt zb auch die WTA. Im Prinzip haben wir nichts anderes gemacht.