Neue Bodenplatte, Wie den Schwellbalken vom Estrich fernhalten ?

01.10.2008



Hallo !

Die Überschrift klingt vielleicht etwas komisch...
Jetzt kommen im Erdgeschoß bald neue Bodenplatten rein. Da die Bodenhöhe in Höhe des Schwellbalkens liegt, frage ich mich nun, wie man den Übergang Schwellbalken/Estrich gestaltet. Das der Estrich nicht bis direkt an den Schwellbalken gekippt wird, ist klar. Wie habt ihr das gelöst ? Einen Spalt Luft lassen, und den dann später mit anderem Material ausfüllen ?


Grübelnd,
Bernd Höpner



Direkten Kontakt verhindern



Hier steht einiges dazu:
http://forum.igbauernhaus.de/viewtopic.php?f=4&t=1034

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Der Schlingel...



...von Fragesteller hat ja mein Motto in der IGBauernhaus:-).
Ich denke, es spielt noch eine Rolle, ob die Schwelle zu einem Sichtfachwerk gehört. Mit dem Beton sollte man nicht direkt an den Balken, aber bei einem Sichtfachwerk, das schlagregenbelastet ist, halte ich es für umso wichtiger.
Bei einer Schwelle, die diesen Belastungen nicht ausgesetzt ist, hätte ich gesagt, daß ein normaler Randdämmstreifen genügt. Wer den nicht mag, kann ja mit einem Randdämmstreifen aus Naturfasern arbeiten (Kokus o.ä.)

Gruß Patrick.



Ich hatte vor



den Balken mit Teerpappe von dem Estrich fernzuhalten. Aber ob das reicht ? Dann war die Idee einen Spalt Luft zum Balken zu lassen, und den dann später mit Lehmmörtel aufzufüllen. Aber womit den Spalt zwischen BAlken und Estrich hinbekommen ? Ein Brett als Platzhalter vorlegen reicht da nicht, das bekommt man dannach nicht wieder raus, oder ?
Wo bekomme ich denn solche Randdämmstreifen aus Naturfasern her ?

Gruß,
Bernd Höpner



Keine Teerpappe...



...die macht alles nur noch schlimmer, da sich Feuchtigkeit dahinter anstauen könnte. Wie sieht´s denn aus mit Feuchtigkeit im allgemeinen im Sockelbereich? Waren die Schwellbalken angegriffen? Bzw. sind Sie erneuert worden?
Wettersituation? Schlagregenbelastung? Wandaufbau? Anstrichsystem innen/außen?

Viele Grüße





Hallo Bernd,

ich würde auch davon abraten, die Bodenplatte mit direktem Kontakt zur Schwelle zu verbauen. Was dabei herauskommen kann, siehe Foto.
Dort wurde Plastikfolie mit verbaut, die in Kontakt zum Schwellbalken stand.
Allerdings handelt es sich hier um die Wetterseite mit Schlagregenbelastung auch im Schwellenbereich.
Den neuen Schwellbalken habe ich mit ca 3 cm Abstand zur Bodenplatte verbaut, da ich nicht auch noch den Fußboden erneuern wollte.
Ich finde den Vorschlag mit den Naturfasern von Patrick ganz gut.
Die weitere Vorgehensweise ist aber sicher ganz entscheident von der Feuchtigkeitsbelastung abhängig.

Grüße
Martin



Perlit



Hallo,
ich wuerde die Dehnfuge mit einer Mischung aus Perlit und Kalk auffuellen. Ein solcher Kalk-Leichtmoertel laesst sehr viel Wasser verdunsten und kann vom Estrich auch zur Seite gedrueckt werden. Wer weiss wie der spaeter arbeitet.
Ein etwas anderer Weg waere einen Kalkestrich zu legen, der ist kapillaraktiv und bringt hier eine grosse Sicherheit.
Bei Peter Steinhausen haben wir einen Kalkboden direkt an Feuchte Sandsteinmauern gelegt, jetzt saugt der Kalkboden auch die Sandsteine trocken (siehe www.steinhausen-naturbau.de).
Gruss Norbert Hoepfer



Einzelheiten :



Also, der Schwellbalken wurde gerade teilweise erneuert, er war stellenweise sehr angegriffen.Ist aber keine Wetterseite, auch bei Starkregen wird diese Wand selten nass. Zudem liegt der Schwellbalken auf den Sandsteinen recht hoch. Die Feuchtigkeit kam von innen. Das Zimmer dahinter war 60 Jahre lang als Bad benutzt worden. Letzte Renovierung 1962. Dementsprechend sahen die Balken aus.

Nun, also keine Wetterseite, der Boden ist sehr trocken. Wir haben knapp 60 cm tief in den Zimmern ausgehoben, und immer noch alles trocken.

Der Wandaufbau ist folgender. Sandsteinfundament, darauf der Schwellbalken. Die Gefache mit Lehmsteinen und Lehmmörtel ausgemauert. Das wars bisher eine Lehmdämmung von innen kommt später noch dazu.
Also werde ich versuchen einen Spalt Luft von ca. 5 cm zum Schwellbalken einzuhalten, und den später mit passendem Material auszufüllen.
Könnte ich denn Lehmörtel dazu nehmen ? Oder ist Kalk/Perlit die bessere Wahl ? Gibts noch eine Variante ?

Fotos von den neuen Balken und der Lehmgeschichte sind übrigens in meiner Galerie zu sehen. Ist genau die Wand wo wir jetzt innen den neuen Fußboden machen.

Wie würdet ihr den Fußboden aufbauen ? also was für Schichten ? (Kies,Folie,wasserdichter Beton,Wärmedämmung,Estrich?)

Gruß,
Bernd



Lehm Kalk



Hallo,
Kalk trocknet einfach schneller als Lehm.
Daher wuerd ich an der kritischen Fusspfette Kalk nehmen.



Bodenplatte



Wenn die Platte noch nicht gegossen ist, auch mal Alternativen bedenken. Z.B. ein Aufbau mit kapillarbrechender und wärmedämmender Schaumglasschotterschicht ohne Folien und Schweißbahn.
Darauf z.B. ein Kalkestrich, Ziegelpflaster oä. Damit entfällt weitestgehend die Feuchtigkeitsproblematik im Schwellenbereich. Unter Umständen könnte man auch über eine Innenseitig verlegte Drainage nachdenken, dies erscheint mir aber nach deiner Beschreibung nicht unbedingt nötig. Kostenmäßig glaube ich auch nicht, das diese Alternative(n) wesentlich teurer werden. Im Forum ist zu diesem Thema übrigens schon eine Menge geschrieben und auch kontrovers diskutiert worden...

Viele Grüße
Mathias