Alten Fußbode renovieren

27.11.2007



Ich habe zwar kein Fachwerkhaus, dafür aber ein 80 Jahre altes Einfamilienhaus in klassischer Ziegelbauweise. Dennoch ist dieses Forum mit Abstand das einzige Forum, das ich nach wochenlangem als sehr kompetent in Fragen Fußodenrenovierung gefunden habe.

Ich möchte bei zwei Zimmern (8x4m) und Küche (4x2,5m) im EG den alten Fußboden renovieren. Das Ziel ist es, entweder die 80 Jahre alten Holzdielen aufzuarbeiten und dafür zu sorgen, daß kein Staub durch die Fugen aufsteigt.

Der jetzige Aufbau des Bodens sieht wie folgt aus (Schichtweise von unten aus gesehen):
1) Betondecke
2) ca. 13 cm Bauschutt
3) Dazwischen Balken von unterschiedlichen Abmessungen und Güte (ca. 10x10 cm) im Abstand von 80 cm
4) 30 mm starke Holzdielen, vernagelt
Insgesamt sind es von der Betondecke bis zur Oberkante Dielenboden 16 cm.

Da ich nach oben keinen Platz habe (Heizkörper, Türschwelle, Fensterhöhe in der Küche), denke ich darüber nach, den Boden insgesamt um ca. 3 cm abzusenken.

Ich stelle mir ferner die Frage, ob ich nicht die ganze Konstruktion inkl. Schüttung herausnehmen soll um dann von unten zu beginnen:
1) 2 cm Perlit oder ähnliche Bodenschüttung (ggf. den Originalschutt) aufschütten.
2) 4x4 Kanthölzer im Abstand von 50 cm verlegen.
3) 4x4 Kanthölzer quer im Abstand von 50 cm verlegen.
4) Preiswerte 19 mm Fußbodendielen mit Nut und Feder Verlegen oder 19 mm OSB-Platten (jedoch fand ich im Forum einige Bedenken wegen der Chemie...)
5) Korklage zur Vermeidung von Trittgeräuschen
6) Behandelte Originaldielen anbringen

Habe ich den richtigen Ansatz?



Was



ist denn unter dem Beton?? Keller, Erdreich oder Hohlraum. 4x4 sind keine Kanthölzer, sondern Leisten. Würde ich als Fussbodenunterbau nie einbauen. Die Trittschalldämmung würde ich bereits unter die Balkenkonstruktion packen, die Balken mindestens 8x10, Abstand ca 75 cm, zwischen die Balken Wärmedämmung, Dampfsperre und dann die Dielen. Die sind bei 30 mm dann auch ausreichend tragfähig. Das wär in etwa meine Richtung.
MfG
dasMaurer



Unter dem Fußboden der Küche ist



ein Heizungskeller; unter dem Wohnzimmer ein beheizter Souterain.
Es kommt mir eben nur darauf an, daß ich einen zusätzlichen Schallschutz einbaue und verhindere, daß Staub aufgewirbelt wird.

Wenn ich Balken 8x10, wie von Ulrich vorgeschlagen, verwende, kann ich dann auf Konterlattung (Balken) verzichten? Soll ich zur Stabilität besser Bodendielen oder OSB verwenden? Wenn ich OSB verlege, reicht der Balkenabstand von 75 cm?

Danke!



Bei



75 cm Balkenabstand und 30 mm Dielen brauchts keine Konterlattung. Die Balken ordentlich ausrichten, die Auflagerung auf einem Elastomer-Auflager vornehmen, auf dem Balken eine Diffusionsoffene Folie verlegen und die Dielen drauf. Dann ist die Trittschalldämmung gegeben und die Tragfähikeit ist auch gegeben. Dann sind auch keine OSB-Platten nötig.
MfG
dasMaurer



Soll ich noch als Schüttung das Originalmaterial verwenden oder lieber was neues



(Perlit o.ä.)?



Ich



würde auf eine Schüttung komplett verzichten. Hartes Material im Kontakt mit den Balken würde die Trittschalldämmung wieder zunichte machen. Ausserdem könnte sich dann unter Umständen Kondenswasser bilden, was der Holzkonstruktion sicherlich abträglich wäre.
MfG
dasMaurer



Ich danke Dir für die hilfreichen Tips!!



Das mit dem Verzicht auf die Schüttung ist eine interessante Alternative, denn ich grübelte schon nach, wie ich das mit den rund 6 m3 Schüttung hinbekommen soll. Da ja der Kellerbereich voll beheizt wird, dürfte es ohne Schüttung kein Problem geben. Prima!



Hier wurde glaube ich etwas übersehen



es geht in erster Linie um Schallschutz. Gehört das Souterain zur gleichen Wohnung? Wenn nicht müssen bestimmte Schallschutzwerte eingehalten werden.
Balkenzwischenräume sollten nicht leer bleiben (Trommeleffekt).
Ich gehe einmal davon aus, dass die Räume unten und oben zur gleichen Wohnung gehören. Mein Vorschlag Pavatex Holzweichfaserplatten mit 4 oder 6 cm Stärke. in die Fugen werden Zwischenleisten eingebaut, in die dir Dielboden verschraubt wird. Nun liegen die Dielen auf den Weichfaserplatten auf, die Leisten haben etwas Abstand zum Beton und es gibt keinen Hohlraum, der wie eine Trommel wirken kann. Dieses System gibt es auch von anderen Anbietern (Pavatex, Gutex, Steico,...)



Das leuchtet ein. Auch wenn die untere Wohnung zur gleichen Einheit gehört,



sollen wir, wenn wir mal alt sind und die Kinder oben Wohnen, nicht immer aus unserem Schlaf getrommelt werden.

Wohin kommen die Holzweichfaserplatten: Zwischen die Balken oder oben drauf?
Könnte man nicht einfach Perlite zwischen die Balken aufschütten, abziehen oder verdichten? Perlite soll ebenfalls gute Schallschutzeigenschaften haben.

...

Habe zwischenzeitlich bei Gutex gute Erklärung gefunden. Wofür soll ich mich entscheiden, bzw. welche Bauform ist die Beste: Offene, halboffene oder geschlossene Balkenlage (denn ich baue den Boden ja komplett auf und habe inklusive der Diele und/oder des Parketts 160 mm Raumhöhe zur Vefügung)? Danke!



Wieso



Balkenlage, sie sporachen doch von einer Betondecke, oder bin ich jetzt im falschen Märchen?
1) Betondecke
2) Holzweichfaser (z.B. 60mm) mit Fugenleisten, wie dargestellt
3) Dielenboden 30 mm?
Wenn die Decke ausgeglichen werden muss:
1) Betondecke
2) Ausgleichsschüttung
3) Abdeckplatte
4) Holzweichfaser mit Fugenleiste (z.B. 40 mm)
5) Dielenboden 30 mm?



War mein Fehler...



Ich habe das Bild von Gutex falsch interpretiert, denn ich
war der Meinung, ich müßte auf jeden Fall Balken verlegen, damit ich meine Originalhöhe von 160 mm hinbekomme.
Ihrer Beschreibung nach komme ich jedoch ohne Balken aus. Mit was bekomme ich die Differenz von 160-60-30=70 hin? Durch Schüttung (Perlite) oder stärkere (130 statt 60) Holzweichfaser?



Sie wollen 30 mm einsparen = 130 mm



a) Schüttung 30 mm
b) Abdeckplatte 8 mm
c) Weichfaserplatten 60 mm
d) Dielen 30 mm
macht nach Adam Riese: 130 mm
Oder ähnlich. Ein bisschen auf's Gewicht achten, aber der Bauschutt wird schwerer sein als die Schüttung.