Alter Dielenboden muß raus, aber wie soll man alles wieder neu machen?

13.01.2007



Hallo Leute,

ich werde bald vor folgenden Problem stehen:

Wir sind derzeitig dabei unseren Dachboden auszubauen, und wollen natürlich auch den Fußboden Sanieren. Der ganze Ausbau findet als eine Wohnraum Erweiterung statt, das bedeutet wir trampeln mit unseren Füßen auf unseren eigenden Köpfen rum. Das soll nicht bedeuten das der Schallschutz vernachlässigt werden soll, aber er muss auch nicht auf das äußerste ausgedehnt werden.

Die vorhandenen Holzdielen müssen, bzw wir wollen sie rausnehmen. Sie sind dreckig, stinken und sind von Holzwürmern befallen. Aus reiner neugier habe ich bereits 1qm Diele heraus genommen um zu schauen wie es drunter aussieht.

unter der Diele befindet sich keine Schüttung (Sand etc.) und auch keine Schwartenbretter oder Bitum-Filzmatten, man schaut direkt auf die untere Geschossdecke.

der neue Fußboden muss auch um ca. 4cm angehoben werden um ihn mit der Treppe auf eine höhe zu bringen.

Der endgültige Fußbodenbelag wird wohl Laminat bzw. Kork oder Parkett werden.

Könnt ihr mir helfen wie man dieses Problem angehen kann, bzw. kennt jemand einen guten Link im Netz wie sowas aufgebaut werden muss?

Ich habe schon eine ziemlich lange Zeit im Internet gesucht, habe aber leider nicht Praxis verwertbares gefunden.

im besten Dank

Thorsten





Woraus besteht denn die untere Geschoßdecke?
Das entscheidet über den weiteren Aufbau.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek





Hallo Thorsten,

ich kann dir nur beschreiben, was ich gemacht habe.
Ausgangspunkt war, dass ich zwei Balken neu machen musste.
Die vorhandene Dielung wollte ich nicht flicken, so dass ich
diese hochgenommen habe (bloß nichts wegschmeissen,
da ich die noch woanders gut gebrauchen kann).

Als Grundlage habe ich dann 28er Rauspunnt gelegt, darueber
dann eine 16er Verlegeplatte, dort wo Fliessen hinsollen
habe ich anstatt Verlegebplatte Fermacell gelegt.

Bei Dir scheint es noch das Problem zu geben, dass es
keine Faecher mit schuettung gibt. Kannst du die Faecher
nicht noch einbauen und dann ein Schuettung oder Daemmmatten
auslegen?
Ich hatte teilweise das glueck, dass noch schuettung da war
(der rest war schon in den Keller gefallen, da morsch).
Wo ich keine schuettung mehr hatte, habe ich einfach
Steinwolle reingemacht.



Deckenbeschaffenheit etc.....



Hallo Philipp,
hallo Gerald,

Danke für die schnelle Antwort.
Also die Geschoßdecken bestehen aus Verputzen Strohdecken. Wobei ca. die hälfte der Decken bereits mit Regibs abgehängt wurde, die Strohdecke ist aber noch vorhanden.

Dadurch das ich keine Füllung zwischen den Sparren habe, habe ich auch vorgehabt eine Wärmedämmung mit Steinwolle bzw. Glaswolle vorzusehen.

Wenn ich das bei Gerald richtig verstanden habe, hast du für den Schallschutz nichts weiteres getan, da du den Rauspunt und die Verlegeplatten mit den Balkenwerk verschraubt hast.

Freue mich über weitere Antworten
Thorsten

P.S. Wenn ich Bilder befügen soll, bitte sagt es dann.



Laminat...



...hat neben vielen anderen schlechten Eigenschaften auch den Nachteil, daß es im Tritt sehr laut ist. Verzichten Sie darauf!

Welchen Sinn soll die Wärmdämmung mit Mineralwollgespinsten haben? Sie wohnen und heizen doch oben wie unten.

Wenn Sie Schall wegdämmen wollen, müssen Sie entkoppeln und Masse hinzufügen. Also Einschübe aus Holz herstellen, Rieselschutz (unbeschichtete Pappe) und darauf (trockene!) Ziegel-oder Lehmsteine, die Hohlräume mit Liapor-Schüttung auffüllen. Auf die Balken (je nach Abstand) 24er oder 28er Rauhspund.

Wenn Sie jetzt vielleicht 65mm Aufbauhöhe zur Verfügung haben, Holzweichfaserplatten von Gutex oder Pavatex mit zwischengenuteter Leiste, darauf eine schöne 24mm-Dielung.

Oder aber wenn es an der Höhe fehlt, 25mm Holzweichfaserplatte , darauf schwimmend verlegt, ein Fertigparkett oder eine (abgesperrte) Landhausdiele.

Oder 15mm Holzweichfaserplatte, darauf eine 24mm-Dielung geschraubt. Letztere Variante bringt nicht den optimalen Schallschutz, im eigenen Heim aber meist ausreichend.

Grüße

Thomas



ohne zwischen Schüttung Arbeiten?????



Hallo,

Was wäre denn wenn ich auf die Balken eine dicke OSB Platte Verschraube und dann als zweite Auflage etwas Schwimmedes verwende. Trockenestrichplatten oder Schüttungen etc....
Was für Möglichkeiten hätte ich damit?

Mit dem dämmen hört sich logisch an! :)

danke
Thorsten



mein aufbau (2)



Hallo Thorsten,

ich habe in der Tat den Rauspunt direkt auf die Balken
genagelt (geschmiedete aus schweden sind besser als Schrauben).
Die Schalldaemmung ist mir egal, da da nur Keller drunter.
Deswegen auch die Daemmung mit Rockwool wegen der kalten
Fuesse.

Deine Idee mit der dicken OSB-Platte (>25 ?) geht sicher
auch, obwohl ich die Idee damals verworfen habe. Grund:
Original lag dort auch Rauspunt mit Terazzo. Also habe
ich das so wie 1905 gemacht
Vermutlich ist auch die Lastverteilung bei OSB-Platten
nicht so gut, da diese viellicht nur ueber drei Balken
liegen, waehrend eine Brett ueber die gesamte Breite geht.

Dann ist es ist auch alles ein Frage des Preises.
Den von Thomas beschriebenen Aufbau habe ich bei meinem
Nachbarn gesehen, aber mir ist es einfach zu teuer.

gerald





Hallo,

Also ich würde auch lieber etwas auf den Preis achten und dafür im Trittschall abstriche machen.


Thorsten



Wenn Du...



...keine Schüttung/ Steine verwenden willst (also den Balkenzwischenraum leer lässt),baust Du einen herrlichen Resonanzkörper. Das bedeutet, daß man hier und jetzt dafür sorgen kann, daß die im OG spielenden Kinder im EG lauter hören als im OG.

OSB-Platten sind vom konstruktiven her sehr gut, aber fast diffusionsdicht und außerdem voller Kleber. Und ein Rauhspund ist nicht unbedingt teuerer. Vorteile bringen sie nicht.

Trockenestrichplatten auf Schüttungen kosten auch Geld und sind hier fehl am Platz.

Übrigends: Einen schönen Satz hat Martin 'mal in's Forum gestellt:

"Billig ist teurer als gut"
Wenn Du Deinen Boden nach ein paar Jahren wieder 'rausreißt, weil irgendwas nicht gestimmt hat, hast Du nicht nur nix gespart, sondern zahlst drauf.

@ Gerald
Dein Instinkt bezüglich Deiner Wahl Rauhspund war richtig. OSB-Platten über unbeheizten Kellern können schnell zum Problemfall werden, um so feuchter, um so ungeeigneter.

Grüße

Thomas





Was für Schüttungen muss ich denn benutzen, und wie baue ich dann diesen Rieselschutz auf???

Wenn ich die Schüttung diereckt auf die Geschossdecke kippe wird das wohl nicht lange halten, denke ich mir.

Ihr redet davon dann man Gewicht in den Fußboden bringen muß um die Resonanz zu stoppen. Ist dieses Gewicht denn so hoch da man einen Statiker zu rate ziehen muss! oder ist das nicht soviel?

Ich habe schon von Ultra leichten Schüttungen gehört, wäre das etwas????

Danke
Thorsten



diffusion durch verlegeplatte



@thomas: sind verlegeplatten diffusionsoffener?
ich habe jetzt auf den rauhspunt die verlegeplatte geschraubt.

gerald



balkenstärke beachten



Hallo Thorsten,

wie dick sind die Balken?
ich habe 180er Balken mit Lehmschuettung, das haelt. In den
Nachbarhaeusern sind zum Teil kleinere Balken und dann
nur Hobelspaene als Schuettung.

Auf dem Bild siehst du das Loch zum Keller (und mich).
Der Pfeil zeigt auf die Leiste auf die die Bretter gelegt werden. Auf diese kommt dann die Schuettung. Als Rieselschutz
habe ich so ein Flies aus der Entwaesserung verwendet.
Diese leichten Schuettungen bringen aber nicht viel an
Schallschutz. Wenn leicht sein soll kannst du gleich
Rockwool reinpacken.

gerald

P.S. auf dem Bild sind noch die alten Balken zu sehen.



Hallo



@Thorsten

Zunächst: Welchen Balkenquerschnitt hast Du und wie lang tragen die Balken frei? Statiker vor Ort wäre aber besser.

Den Einschub hat Gerald schon beschrieben, in Deinem Falle würde ich statt einer Folie Pappe (1-2mm dick, keine Wellpappe) ohne Beschichtung verwenden. Die gibt es in Rollen als Unterlage unter Parkett/ Fußbodenbelag. Füllung des Einschubes wie schon beschrieben.

@ Gerald

Stimmt, Du hast ja oben beschrieben, Verlegeplatten und Fliesen. Da diffundiert natürlich nicht mehr viel. Wenn Dein Keller eher einer der feuchteren Art ist, könnte das zum Problem werden. Viel kann man natürlich schon tun, wenn der Keller gut gelüftet ist.

Grüße Thomas





Was meinst du mir Balkenquerschnitt und was meinst du mit freiliegend????

Ich werde morgen nach meiner Arbeit mal ein Bild des Fußboden machen und ein paar Maße nehmen.

gut Nacht

Thorsten



Balkenquerschnitt



Das wäre Höhe x Breite

Außerdem ist die Länge interessant, die die Balken frei, also zwischen ggf. Auflagen auf einen unteren Querzug, Wand etc. liegen.

Thomas



mal aufs Bild geschaut.... :)



Also der Querschnitt der Balken sieht wie folgt aus:

15cm in der höhe und 12 cm in der Breite.

Die Balken liegen 70 cm auseinander.

eine komplette länge von 6,5 m, wobei 2.5 Meter (jeweils am Ende) eine Wand drunter steht.
(siehe Skitze)

auf was die Balken am Ende aufliegen ist mir ein rätsel, ich hoffe sie schweben nicht in der Luft ( grins)

Thorsten



Ich denke,



die Balken sind für die zusätzliche Belastung ausreichend dimensioniert. Die frei tragenden Längen sind gering, desgleichen die Balkenabstände. Außerdem wird der Dachboden ja allenfalls mäßig belastet.
Aber für Fragen, die den Statiker angehen, solltest Du erwägen, Dir eine zusätzliche Meinung vor Ort einzuholen. Nach dem hier im Forum geschilderten Sachverhalt habe ich keine Zweifel, daß der von mir vorgeschlagene Aufbau funktioniert. Aber ich weiß ja nur, was Du hier aufschreibst. Möglicherweise hast Du ja etwas, das den Statiker interessieren würde, übersehen oder für nicht wichtig erachtet. Dein Vorhaben ist eine einfache Fragestellung und der Statiker wird Dich nicht ruinieren. Schildere die Gegebenheiten vor Auftragserteilung detailliert und frage nach den Kosten. Mehr als eine Stunde muß sicherlich nicht berechnet werden.

Ich würde also direkt über den Deckenbrettern Dachlatten an die Balken nageln, und darauf den Aufbau wie beschrieben durchführen.

Gutes Gelingen

Thomas