Fussboden, alte Balken

22.01.2005



Hallo,

auch in unserem Haus mehlen die Balken. Nicht tief (ca. 1cm). Wenn ich jetzt 25mm Spannplatten darauf verlege und mit den Balken verschraube, wird meiner Meinung nach folgendes passieren:
1. das Mehl wird durch die Trittbelastungen komprimiert.
2. dadurch lässt die Vorspannung der Schrauben nach
3. diese fangen durch die Bewegung der Spannplatten an zu knarren

Ich denke, wir habe so einen Effekt bereits im Flur (hohe Trittbelastung), den ich vor einem Jahr neu gemacht habe.

Kann jemand etwas dazu sagen?

Dazu auch folgende Frage:
Wenn ich auf beiden Seiten am Balken eine Latte hinschrauben will, um den oben beschreibenen Effekt zu verhindern und den Boden einzuebenen, was muss ich da beachten:
- Welche Masse nimmt man für solche Latten (z.B 24mm * 100mm)?
- Was für Schrauben (Dicke, Länge) nimmt man?
- Verwendet man besser Gewindestangen, die durch den Balken durchgehen (natürlich oberhalb des Kerns)?
- Wie sorgt man dafür, dass die Latten senkrecht stehen und nicht Kippen, da meine Balken ehr Baumstämme sind?

Danke im voraus

Ega



Mehlende Balken ...



... was soll das sein?

Hallo Ega Tschiskale,
ich vermute eher, dass hier eine Holzschädigung vorliegt, die durch einen Nagekäfer hervorgerufen wurde und das "mehlen" das in den Fraßgängen verbliebene Nagsel ist. Wenn das zutrifft, so muss die noch vorhandene Tragfähigkeit der Balken überprüft werden. Schrauben oder andere Befestigungsmittel halten in den zerstörten Bereichen überhaupt nicht, sie greifen frühestens im gesunden Holz. Aufgrund der Tatsache, dass es mehr "Baumstämme" als Balken sind, ist ein seitliches Befestigen von Hilfs-/Verstärkungskonstruktionen äußerst schwierig. Eine Vorortbesichtigung durch einen Fachmann scheint mir am sinnvollsten.

Grüße aus Thüringen von

Günter Wilmanns



Mehlende Balken .....



Hallo Herr Wilmans,

ja, da war der Splintholzwurm (bzw. seine Larven) am Werk. Die Tragfähigkiet ist o.k.

Trotzdem nochmal meine Frage:
Gibt es Erfahrungen, diese Mehl zu verfestigen, bevor man Bodenplatten oberndrauf legt. Z.B. durch Tränken mit Hartöl?

Gruss Ega Tschiskale



Nochmals ...



... Hallo!
Aus dem Blickwinkel der Selbstentzündlichkeit würde ich kein Hartöl nehmen. Hartöle werden außerdem in der Möbelindustrie zur Erreichung harter, glatter und glänzender Oberflächen verwendet, können aber den geschilderten Schaden nicht soweit wie gewünscht verfestigen.
Außerdem ist mir nicht bekannt, dass es einen sonstigen Holzverfestiger gibt, der die gewollte/nötige Festigkeit/Belastbarkeit erreicht. Das lose in den Fraßgängen verbliebene Nagsel kann nie wieder eine Festigkeit wie das eigentliche Holz bekommen - es ist ja auch nicht ganz gleichmäßig verteilt.
Wenn die Tragfähigkeit nicht beeinträchtigt ist - trotz der vorhandenen Schädigungstiefe von 1cm - würde ich diesen Balkenbereich entfernen. Das muss aber ein Statiker einschätzen!
Man kann natürlich auch "mit dem Schinken nach der Wurst werfen", in dem Kunstharz eingepreßt wird. Damit wird wieder eine wesentlich höhere Festigkeit erreicht (durch das Kunstharz). Das kostet aber!!!
Ich denke die Variante mit dem Entfernen der geschädigten Bereiche ist die kostengünstigste. Evtl. kann man die abgetragene Schicht mittels Aufdopplung wieder ergänzen.
Das Knarren kann auch sich lösende/lockere Schraubenverbindungen oder zu große Balkenabstände als Ursache haben.

Viele Grüße aus dem tief verschneiten Zella-Mehlis von

Günter Wilmanns