Alten Dielenboden ersetzen

22.02.2011



Hallo,
ich bin auf dieses Forum durch lange Recherchen gestoßen und begeistert von den vielen guten Kommentaren, ich hoffe, ihr könnt auch mir helfen, auch wenn ich kein Fachwerkhaus besitze.

In meinem Altbau (1953) ist im Zimmer eine Holzbalkendecke mit Dielen vorhanden. Auf diesen Dielen(Balken) wurden bei einer Renovierung 1997 Trockenbauständerwände gestellt und Laminat verlegt. Der Raum ist ca. 4*3m.
Leider habe ich erst beim Verlegen des Laminats damals erkannt, dass der Boden nicht ganz eben ist (leichtes Gefälle 1-3cm). Ebenso sind die Dielen "zu dünn" weswegen es zum Federn kommt.
Die Dielen werde ich rausreißen. Allerdings kann ich die Dielen zumindest im äußersten Randbereich nicht vollständig entfernen, da ja sonst die zwei Trockenbauwände in der Luft hängen.... Somit entfällt aus meiner Sicht die auch in diesem Forum schon häufig vorgeschlagenen Lösung der NEUEN SCHÖNEN DIELUNG.
Da ich nur ungern die Tür deutlich kürzen möchte und auch keine "große" Stufe zum Flur wünsche steht die Höhe für mich im Vordergrund und nicht der Schall- bzw. Wärmeschutz.

Ich habe mir nun eine Variante überlegt, welche ich in der Skizze kurz dargestellt habe. Kernpunkt ist, dass ich neue zusätzliche Balken einziehe und diese mit den jetzigen verschraube. Darauf würde ich Bretter schrauben um einen nicht federnden Boden zu erhalten. Über alles würde ich eine Nivelliermasse gießen (ich gehe davon aus, dass meine neuen Bretter natürlich Waage sind). Darauf eine Trittschalldämmung und darauf Korkfertigparkett, schwimmend verlegt.
Ist die Idee so okay?
Wenn ich davon ausgehe, dass der Balkenabstand ca. 60cm ist, welche Stärke der Bretter (23mm?). Welche Maße sollten die zusätzlichen Balken haben?
Danke im Voraus



Boden ausgleichen....



So wie beschrieben mag das gehen.

Nur in der Nivelliermasse sehe ich keinen Sinn. Das ist Feuchtigkeit am falschen Platz. Die angelaschten Bohlen am Altbalken sollten schon nach dem neuen Niveau ausgerichtet sein. Dann stimmts auch mit den Brettern. Der evtl. Luftraum auf dem Altbalken kann mit einer belastbaren Trockenschüttung verfüllt werden.

Eine Bohle fängt bei mir mit 4cm an - das sollte auch reichen. Die Bretter sollten kammertrocken sein. Ich würde da an der Dicke nicht sparen und nicht unter 26mm gehen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



AW Boden ausgleichen



Hallo Frank,

vielen Dank für Deine Antwort. Über den Sinn mit der Nivelliermasse habe ich auch schon nachgedacht, Dein Vorschlag, die eventuell vorhandenen Lufträume über den Altbalken, mit einer belastbaren Trockenschüttung zu versehen, werde ich aufgreifen - ich hoffe OBI hat sowas.
Verstehen ich es richtig, dass Du für die angelaschten Balken/Bohlen von ausreichenden 4cm Dicke ausgehst? Wie hoch sollten diese sein? In welchem Absatnd und welcher Stärke sollten die Schrauben für die "angelaschten" Bohlen sein. (Aus meiner laienhaften Statikersicht werden genau die ja auf Scherung beansprucht..?).
DANKE IM VORAUS



Boden ausgleichen [forum 162492]



Hallo,
ich mache bei mir auch den Boden komplett neu.
Ein gerader Fußboden und Decke sind für mich die Grundlage um dann die Wände zu stellen, da ich sie auch nicht in der Luft hängen lassen will.
Ich habe erstmal den höchsten Punkt ermittelt und dort begonnen an den Balken Leimholzbretter 28x140 von beiden Seiten anzulaschen und alle 50cm mit 10x80 Holzschrauben fixiert. An den Wänden habe ich 2 Leimholzbretter 28x140 mit 10x120 Holzschrauben fixiert um dort eine größere Auflagefläche zu bekommen.
Ich will das spätere Gewicht nicht nur auf den angelaschten Brettern abtragen und habe den Zwischenraum auf dem Balken mit Estrich aufgefüllt. Darauf habe ich OSB - Platten verschraubt als eigendlichen Trägerboden.Es folgen nun Trockenestrichelemente die auf einer Trittschalldämmung ( Kork) schwimmend verlegt werden. Als Bodenbelag folgt dann Fliesen und Parkett.
Das Gewicht das ich jetzt oben drauf packe habe ich vorher durch entfernen des Fehlbodens mit Lehmfüllung eingespart.
Gewicht muss ja wieder auf die Balken um das Federn zu hemmen.



Bohlen wie breit?



Zuerst wäre mit einem Meterriss nachzuprüfen wieviel ausgegelichen werden muss.

Alle anderen Überlegungen ergeben sich aus der Situation, die mir hier noch zu wenig bekannt ist. Z.B. wo sitzen die Balken auf? Wie ist ihr Zustand? Handelt es sich um ein Fachwerkhaus oder um massiv gemauerte Wände - oder ist es gar das Kehlgebälk?

Wenn Du Dir wegen der Statik unsicher bist, dann würde ich Dir dringend raten, dass sich das jemand anschaut, der was von der Sache versteht und Dir dann die Detailfragen beantworten kann.

Etwas tiefer kann man von hier aus evtl. noch antworten, wenn Du ein Foto reinstellst. Z.B. wäre auch interessant, wie die Altbalken aussehen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Statik



Hallo,

Danke für die Infos.

@Frank: Wegen der Statik bin ich mir nicht unsicher, da es erstens kein Fachwerkhaus ist und ein anderes Zimmer auf der Etage 1997 durch Statiker durchgerechnet wurde und daraufhin auf die gleichen Balken und Dielen eine Fußbodenheizung inkl. 5 cm Estrich und Fliesen gekommen sind. Da habe ich in den letzten 14 Jahren auch keine Probleme.
Fotos oder ähnliches kann ich nicht einstellen, da das Zimmer ja noch eingeräumt ist und auch noch Laminat liegt. Ich wollte mir über die Technologie im Vorfeld klar werden.
Meine Frage war mehr dahingehend ob es eine Faustformel gibt für die Bohlenbreite und Schraubenstärke und deren Abstand bei ca. 60cm Balkenabstand. Scheinbar aber eher nicht - oder????



Statik [forum 162500



Mir persönlich ging es beim anlaschen der Bretter eher darum erstmal eine gerade Fläche herzustellen. Das sich das anlaschen positiv auf die Belastbarkeit der alten Balken auswirkt,ist ein guter Nebeneffekt aber nicht gezielt gewollt.
Ich halte das Anlaschen für eine gute und schnelle Art gerade Flächen zu bekommen, würde aber nicht das ganze Gewicht darauf ablegen.
Deshalb den Balken auffüllen und das Gewicht auf Anlaschung und Balken geben. Die Stärke der Anlaschung spielt dann auch keine sehr große Rolle, da sie ja eingendlich nur als Schalung fungiert.



Das lässt sich statisch bestimmt durchrechnen...



... und vielleicht bekommst Du da sogar eine Anwort hier. Ich bin jedoch kein Statiker.

Wenn das mein Haus wäre, dann würde ich einfach eine kammertrockene Bohle nehmen, die so breit ist, dass ich mit versetzten Schrauben arbeiten kann. Die Schrauben wären bei einer 40er Bohlenbreite bei mir 10x120. Die Abstände werden mit Sicherheit geringer ausfallen, als es statisch möglich wäre.

Grüße

Frank



Also,



bei beidseitiger Aufdoppelung sollte ein 28er Brett genügen, Schrauben 6x100, 3-4 Stücker auf den Meter.

Grüße

Thomas