Bodenaufbau für Dielenboden auf Sandboden

20.05.2011



Hallo alle zusammen,

wie man auf dem Foto vielleicht erkennen kann haben wir in unserem Ferienhaus im Elsaß den alten morschen Boden im EG entfernt. Auch etwas Sand wurde ausgehoben. Die Balken waren alle morsch und feucht. Sie lagen direkt im Sand (keine Unterkellerung). Erschwerend kam hinzu, daß die original Dielen mit Spanplatten und PVC-Belag nahezu luftdicht verklebt war.
Nun meine Frage: wir würden den Boden gerne wieder mit Balken und Dielen aufbauen. Auf teuren Beton-Belag plus Estrich wollten wir verzichten. Kann man nun Balken erneut in den Sand legen? Sollte eine Schicht aus Kies o.ä. vorher drauf? Sollte eine Folie unter oder über die Balken? Wenn überhaupt, was sollte zwischen die Balken als Füllmaterial. Das Haus ist ein Ferienhaus und daher im Winter oft wochenlang nicht geheizt. Um Vorschläge und Tips wäre sehr dankbar.
Grüße
Daniel



Bodenaufbau für Dielenboden auf Sand



Aufbauvorschlag:Vorhandener Sand planeben abziehen und mit Teichfolie o.ä. (mindestens 300µ stark) abddecken und verschweißen. Im Boden-Wand-Anschlußbereich ist die Folie über die geplante Oberkante des neuen Fußboden hochzuziehen. Verlegen der Rahmenkonstruktion und Zwischenräume mit Mineral= faser-Dämmstoff oder dämmender Trockenschüttung ausfüllen (Trockenschüttung verdichten)und Fußbodendielen verlegen.



Balken und Dielen...



...sind vergammelt, weil sie nicht gegen aufsteigende Feuchte geschützt waren. Warum einen als falsch erkannten Aufbau wiederholen?

Zusätzlich kommt die mangelnde Lüftung und Heizung im teilgenutzten Ferienhaus hinzu, Feuchteschäden in anderen Bereichen (Anobienbefall Holzverkleidung etc) sind nicht auszuschließen.

Der Aufbauvorschlag von Karl Wilhelm ist untauglich, eine Folie auf Sand bringt nichts.

Ein Unterbeton, sauber abgezogen kostet nicht die Welt und ist eine solide Basis für eine Dichtbahn.

Grüße

Thomas



Balken und Dielen auf Sand



Zu der Antwort von Thomas kann ich sagen, dass er z.Tl. Recht hat. Richtig ist, dass ich die Feuchtigkeit fernhalten muss!
Auch bei Beton! Die Balken sind deshalb morsch geworden, weil die Balken nicht mit einer Folie geschützt waren und weil auf dem Dielenboden ein PVC-Belag verklebt; das ist die eigentliche Ursache!!!





Antworten werden sie sicher viele erhalten. Eine Möglichkeit die Verrottung des Holzes aus dem Weg zugeht ist ein Holz für die Unterkonstruktion und für die Dielen zu verwenden die diesem Prozess wiederstehen z.B Eiche. die Lagerbalken auf Ziegel oder Gehwegplatten 20 m² für Dielen und Unterkonstruktion kosten vielleicht je nach Anbieter 1000—1500 € ohne viel Aufwand. Die Zwischenräume der Dielen mit Hanflehmschüttung. Vielleicht eine Idee.
MfG
Die Lehmschwalbe
Ralf



Liebe Leute,



das hier ist kein Pilzzüchterforum. Organische Dämmaterialien ohne Abdichtung auf den Sand? Das ist Stuß und geht garantiert schief.

Holz, das der Verrottung widersteht? Das gibt es nicht. Und Eiche mit der Resistenzklasse 3-2 (wohlgemerkt: nur das Kernholz!) macht da keine Ausnahme. Zudem: 8cm Unterbeton auf Kiespackung kommen wesentlich preiswerter, als als wenn man frischgebastelter Baufehler wegen auf Edelhölzer zurückgreifen muß.

Ich rate zur Vorsicht, wenn Jemand "vielleicht eine Idee" hat. In Klartext bedeutet das doch: "Ich hab keine Ahnung davon, will aber was dazu sagen". Solche "Ideen" hab' ich schon des öfteren mycelverwurzelt 'rausreißen lassen.

Grüße

Thomas



Solche



Bodenaufbauten waren in Österreich (und nicht nur dort) jahrhundertelang üblich. Funktioniert hat es (nach heutigen Maßstäben) nicht. Irgendwann ist auch Eiche weg, und zwar komplett. Meine Vermutung ist, daß vor 50 oder 100 und mehr Jahren die Ansprüche an Häuser anders waren und man viel was heute massiv stören würde einfach hingenommen hat.

Klar, ein geölter Dielenboden auf Lagerhölzern im Sand wird wieder bis zu 100 Jahre halten solange man nicht auf die Idee kommt, ihn zu öffnen (dann merkt man nämlich, wie morsch er schon ist), aber die Luftfeuchtigkeit im Raum wird vermutlich hoch sein und es wird muffig riechen.



Ich vermute hingegen,



daß ein solcher Aufbau eher über den Jordan schlittert als vor 100 Jahren. Im Falle des Fragestellers sowieso, weil das Haus durch periodische Nutzung zu wenig gelüftet und geheizt wird. Aber auch unter dauernder Bewohnung: Die Wohnung ist insgesamt wesentlich luftdichter geworden, der Luftaustausch durch den Ofen fehlt, und übermäßig viel Grünkram auf den Fensterbrettern hält manche gleich ganz vom Lüften ab. Zudem produzieren wir oft mehr feuchte Luft als früher (tägliches Duschen z.B.).

Grüße

Thomas



Das



mag natürlich stimmen... in unserem Haus wo solche Bodenaufbauten allgegenwärtig waren gab es bis 1976 kein Fließwasser... Pumpe vor dem Haus und Plumpsklo im Hof.



Neuer Plan



Also der neue Plan ist nun tatsächlich Beton plus Estrich verlegen zu lassen. Die Gammel-Argumente überzeugen dich sehr bei einem eher feuchten Haus, welches selten geheizt wird. Meine neue Frage wäre nun, wie der Boden richtig aufgebaut werden sollte, also wie dick der Beton, wie dick der Estrich, welche Folie/Schweißbahn wo hin?? Ist igend eine Dämmung sinnvoll? Anstelle Holz soll nun eher Fliesen oder ggf. Venylplatten zum Einsatz kommen (der zweite Raum ist die Küche, die enenfalls mit Sand,Sandsteinen und Ziegel gefüllt ist). Kann der Beton auf den Sand oder muss da vorher Kies o.ä. rein. Gibt es Standards für solch einen Aufbau?



Na,



nicht gleich das Kind mit dem Bade auskippen. Meine Variante:

10cm Schotterpackung
diffusionsoffener Geovlies
10cm Leichtbeton (Blähton 2-4mm Korn+Zement) sauber und waagerecht abgezogen, dient auch als Dämmung
Schweißbahn
Lagerhölzer Lärche oder Douglasie Splintfrei auf Quadraten aus 6mm Bautenschutzmatte
keine Dämmung zwischen den Lagerhölzern (wäre hier eher kontraproduktiv, da die Lagerhölzer nicht mehr so gut Luft bekommen)
Dielung Lärche oder Douglasie Splintfrei 28mm

Im nur zuweilen genutzen Ferienhaus würden Sie einen Steinboden immer als kalt empfinden. Mit einem Mindestmaß an Luftaustausch steht der obige Aufbau tadellos. Aber wichtig: Dielung mit Holzfeuchte um 12-14% auswählen. Bei den üblichen 9% wird's kräftig schieben.

Grüße

Thomas



Mir



wurde hier im Forum bei der exakt gleichen Situation (selten genutztes Haus, nicht unterkellert) dringend zu Dämmung (z.B. Liapor) zwischen den Lagerhölzern geraten, um Kondensation unter dem Holzboden zu verhindern. Abgesehen davon klingt der Boden ohne stabile flächige Unterlage beim Gehen ziemlich hohl, würde mir persönlich absolut nicht gefallen.



Der Leichtbeton...



...ist Dämmung. Wer's dicker mag, soll's tun.

Auf der Dichtbahn wird sich zuweilen Kondensat ablagern, aufgrund des unkontinuierlichen Raumklimas. Da hab' ich es lieber, wenn die Balken nicht von irgendwas eingeschlossen sind.

Stabile flächige Unterlage? Das ist auch kein loses Liapor, wäre Holzweichfaser, aber an dieser Stelle ungeeignet. Soweit der Boden richtig dimensioniert ist und die Lagerhölzer an allen Punkten gut aufliegend, funktioniert das auch schalltechnisch ganz gut.

Grüße

Thomas



Stimmt,



den Leichtbeton habe ich übersehen, der war aus verschiedenen Gründen bei uns nie vorgesehen.

Was die Dämmung anbelangt tendiere ich nach dem Hinweis zu gestampftem LiaporFit zwischen den Lagerhölzern. Ich hab nunmal eine grobe Abneigung gegen jegliche hohl liegende Holzteile... auch wenn keine bewohnten Räume drunter sein sollten.



Bauen...



...ist immer subjektiv beeinflusst. Bauphysikalisch wäre aber der Hohlraum hier die bessere Variante.

Grüße

Thomas



Bauen...



...ist immer subjektiv beeinflusst. Bauphysikalisch wäre aber der Hohlraum hier die bessere Variante.

Grüße

Thomas



ABER



wenn nun Fliesen rein sollen. Dann doch eher Estrich auf Beton...?
Holz waere uns lieber, aber wenn schon beton rein muss, dann muss Kostentechnisch am Belag gespart werden. Is eben ein Ferienhaus. Holzunterkonstruktion plus Dielen sind eben teurer als Estich plus Fliese oder Venyldielen o.ä..Privat käme das nicht in Frage, aber es sind Gemeinschafts-Wohnzimmer und Kueche.
Also wie dick Beton und Estrich und wo muss da dann Folie und Kies hin?



Bodenaufbau für Dielenboden auf Sand



Egal welche Lösungsvorschläge oder sogenannte Ideen eingebracht wurden, Sie werden mir sicher alle Recht geben wenn ich behaupte, dass
immer eine Feuchtigkeitssprerre und dass
immer eine Wärmedämmung eingebaut werden muss.
Dass dann diese Wärmedämmung auch hygroskopisch nicht leitend sein muss ist doch auch klar! oder?
Sie können in einem Jahr immer noch reden und sind sich immer noch nicht einig;
Sie können aber auch handeln und eine Lösung herbeiführen;
an der vorgenannten Vorgehensweise kommen Sie nicht vorbei!
Beton kann! muss aber nicht sein!!!
Mit freundlichen Grüßen.



Und wie...



...wollen Sie eine flächige und dauerhafte Abdichtung ohne Beton einbringen?

Ihr obiger Aufbauvorschlag ist dafür ungeeignet.

Grüße

Thomas



Bodenaufbau für Dielenboden auf Sand



Antwort zu dem letzten Beitrag von Thomas.
Sie verdichten das Sandbett mit einem leichten Rüttler oder Stampfer (wenn der Sand zu fein ist, dann helfen Sie sich mit alten Schaltafeln oder Brettern!). Zur Abdichtung können
Sie eine fertige Plane oder auch Bahnenware einsetzen; Bahnenware müssen Sie allerdings noch verschweißen (entweder mit Quellschweißmittel, Heißluft oder Bundenbrenner je nach Materialart!). Ich hoffe, ich konnte Dir hiermit weiterhelfen.



Das ist vielleicht dicht,



wenn's erstellt wird. Alsbald werden die Bahnen aber an den belastetsten Stellen oder Schweißstellen reißen, durch Versprödung z.B. gefördert.

Zudem legt man Lagerhölzer nie flächig auf Folie, wenn ungedämmt darunter einfach viel Deutschland und sonst gar nichts ist.

Dieser Aufbau ist nicht den Regeln der Technik entsprechend, hat sich auch nicht heimlich im Laufe der Jahre bewährt und birgt ein unzumutbar hohes Schadenspotential.

Ich würde sowas nie ausführen und kann nur raten "Finger weg davon". Geld kann man auf schönere Weise vernichten.

Grüße

Thomas



Bodenaufbau für Dielenboden auf Sand



Antwort auf die Nachricht von Thomas
Mein lieber Thomas, Deinen Beiträgen ist eine große Voreingenommenheit zu entnehmen. Es wurden schon Millionen von qm im Bereich Bodenplatten und Flachdächern verarbeitet die schon sehr lange im Einsatz und heute immer noch dicht sind. Wenn sich Schweißnähte geöffnet haben, dann ist gepfuscht worden, außerdem können Sie ja eine Fertigplane einsetzen! Gute Dichtungsfolien sind nicht so druckempfindlich, daß durch einfaches Begehen ein Schden entstehen könnte. Die Lagerhölzer sind wegen der Anpassung der Konstruktionshöhe eh zu unterlegen. Wenn Sie hier keine scharfkantigen Teile sondern Gummiresyclingmatten einsetzen, dann passiert überhaupt nichts!!! Sonst noch Fragen?



hallo



ich schrieb zum Anfang mal zu deinem Thema. ich sehe es ist mittlerweile eine sehr umfangreiche Disk. entstanden. holz und dielen und so weiter wären dir sicher für dein Leben und das deiner Kinder das einfachste und auch machbarste für ein Ferienhaus
MfG



Abdichtung



Wenn ich über eine Folie laufe unter der einfach nur Sand liegt dann sinke ich etwas in den Sand ein. Entweder die Folie reißt oder sie verschiebt sich, wirft Falten...
Und beim Verlegen eines Fußbodens würde ganz schön auf so einer Folie herumgetrampelt werden.
Mit einem Teich ist das nicht vergleichbar, hier ist das Material steinfreier bindiger Boden und kein loser feiner Sand, den Herr Fronhöfer auch für angemessen hält.
Auf Flachdächern liegt kein Sand, jedenfalls nicht unter Folien.
Unter Bodenplatten liegt keine Abdichtung, sondern eine Trennlage. Wenn sich da etwas verschiebt oder mal ein kleines Loch einreißt, ist das nicht so problematisch. Außerdem liegt auch hier kein feiner Sand darunter, bei dem man sich beim Verdichten mit "alten Schaltafeln oder Bettern" behelfen kann (wie auch immer das gehen soll). Der Unterbau bzw. das Planum ist üblicherweise eine abgestufte mineralische Tragschicht, gut verdichtet.
Wenn eine Abdichtung unter eine Bodenplatte kommt (schwarze Wanne), dann auf eine Sauberkeitsschicht; das sind ein paar cm Beton.

Viele Grüße



Nein,



das überzeugt mich gar nicht, schon deshalb nicht, weil es nicht um die Abdichtung von Bodenplatten oder Dächern ging. Ich habe mich nicht allgemein gegen Folien erklärt, sondern gegen den vorgeschlagenen Aufbau Sand/Folie/Lagerhölzer.

Mit dem nun vorgeschlagenen punktuellen Unterbauen der Lagerhölzer wird der Aufbau keinen Deut besser. Die Unterlagen werden in den Sand gedrückt, schon beim Verlegen. Sowas ist in meinen Augen Pfusch. Würde ich's im Bestand finden, würde ich zur Entfernung raten.

Absolut keine Fragen dazu.

Thomas