Untersparrendämmung (fachwerk-1600)

21.07.2006



Hallo Gemeinde,

ich beabsichtige mein Fachwerkhaus aus dem 1600 Jahrhundert im Dachboden auszubauen. (Dachfläche ca 250 qm)

Gegeben sind :
Runde & eckige Dachbalken (60-80 cm Abstand)und darauf direkt die alten Ziegel. - Das Dach soll nicht abgedeckt werden um eine Foile
zwischen Ziegel und Balken aufzubringen

Zur Isolation ist nun folgendes gedacht , bin mir allerdings nicht sicher, ob es der richtige weg ist , deshalb möchte ich gerne von euch evt einen weitern Tip haben.

1) Balken mit Borsalz bearbeiten
2) Eine elastische Foile von innen um die Balken an den Ziegeln entlang und mit Band Abdichten (Habe hier Superclass Klimafol angeboten bekommen)
3) Klemmfilz von Innen auf Folie zwischen die Balken (Superclass 120mm WLG 035)
4) Dampfbremsfolie von innen auf Balken befestigen, Abdichten mit Band.
5) Rigips Verkleidung

Ist das wirklich der richtige Weg ?

Vielen Dank für eure Tips und Anmerkungen im Voraus


Stefan ( Westerwald)



das ist ein abenteuerlicher Dämmaufbau, bei dem sich im



Sommer die Hitze nicht ableiten läßt (Hitzestau!!)und im Winter reichlich Kondenswasserschäden entstehen werden.
Zur Info: zwischen Dachdeckung (Ziegel+Lattung) und Wärmedämmung braucht es eine Hinterlüftung (ca 35-55mm stark).
Mein Konstruktionsvorschlag (von oben nach unten):
-4cm Hinterlüftung
-zwischen den Sparrenfeldern Unterdachplatte auf seitliche Halteleisten montiert.
-12bis 14 cm Dachdämmung mit Zellulose im Einblasverfahren
-Dampfbremspappe, armiert ,fixiert mit waagerechter Dachlattung im Abstand ca 30cm
-Gipskartoninnenverkleidung
.............Da mir aus vielen Beratungen die runden Dachprügel(Dachsparren) bekannt sind, kann eine statische Verbesserung durch seitliches Anbringen von Bohlen (Breite Bretter) geschaffen werden.
Beim Einblasen von Zellulosedämmung wird das Holz sehr gut geschützt,da in vielen Zellulosedämmstoffen Borsalz enthalten ist.



Dem bleibt nur noch hinzuzufügen.



das mit dem Einbringen der Unterdachplatte eine zweite wasserführende Schicht hergestellt wird.
Sollte diese wirklich in die Situation kommen, dass sie einmal Wasser führt (Starkregen mit Wind, defekte Dachziegel), muss gewährleistet sein, das das Wasser sich nicht einfach auf der Mauerkrone verteilt (ganz schlecht).
Man muss es schaffen, das dies Ebene ausserhalb der Mauer in der Regenrinnne (optimal) oder zumindest unterhalb der Regenrinne ins Freie führt (weniger optimal).

Wenn man sich die möglichen Wasserschäden ganz genau vor Augen führt und die beschränkten Varianten der konstruktiven Ausführung anschaut wird einem dann meist doch klar, das es einfacher und sicherer ist, das Dach aufzunehmen.

Ich hoffe, sie finden eine passende Lösung.



danke für den Hinweis der Wasserabführung,



hab ich vergessen extra zu erwähnen, ist es doch ein logisches Kontruktionsfolgedetail.



Ein anvertrautes Erbe der Zeit = Verantwortung



Hallo lieber Stefan

Bevor du hier dem bereits seit 500 Jahren stehende Haus ein schnelles Ende bereitest, konsultiere bitte einen oder mehrere echte Spezialisten. Dein dir angedienter bisheriger Plan stellt einem wirklich die Nackenhaare auf.

Bitte investiere ausgiebig Zeit und Geld in gute verkaufsunabhängige Fachberatungen, sonst ist dies das baldige Ende deines schönen Hauses.
Die Vorschläge von Klaus Schillberg zielen schon in die richtige Richtung. Zur Ausführung ist es jedoch ein langer Weg mit vielen wichtigen und dir noch unbekannten Fachdetails.
Im Übrigen ist deine beschriebene Konstruktion eine "Zwischensparrendämmung".

Gruß

L. Parisek