OSB Platten als Fußboden im Altbau

28.12.2012 Thomas P.



Das Gebäude ist von 1910 und hat Asche/Lehmdecken. Im 2.OG unter dem Dachboden habe ich eine Etage komplett entkernt. Die Dielen dort sind so marode, dass ich diese auch komplett entfernen werde. Die Schüttung zwischen den Holzbalken ist sehr dünn. Dort werde ich Mineralwolle einbringen. Ich habe ca. 5cm Höhenunterschied auf 87qm Fläche. Die Balken haben einen Abstand von bis zu 90cm (Mitte Balken zu Mitte Balken). Ich möchte an die Balken seitlich dicke Latten anschrauben, um den Höhenausgleich vorzunehmen. Darauf verschraube ich dann 30mm dicke OSB4 Platten. Darauf eine Entkopplung und dann Parkett und teilweise Fliesen. Ist das so ok ? Meine Fragen:
1. Ist eine Lage OSB4 30mm ausreichend, bzw. die richtige Wahl ?
2. Hätte es einen Vorteil, wenn ich anstatt einer Lage 30mm OSB Platten lieber 2 Lagen mit dünneren Platten nehme ?
3. Muß ich unter den OSB Platten eine Dampfsperre einbringen ? Oder sollten die Platten versiegelt werden ? Es ist ein Altbau mit Außenwänden aus dunkel roten Ziegelsteinen, leicht brüchiges Material. Unter dem Boden ist eine bewohne Etage. Nach unten hin ist dann unter den OSB Platten nur Mineralwolle, dünne Schüttung und die dünne Zwischendecke zum Wohnraum. Dort wohnt eine andere Partei.
4. Die Platten werden miteinander verleimt. Aber was ist, wenn die Fuge nicht über dem Balken aufliegt, sondern genau zwischen 2 Balken liegt ? Ist die 30mm OSB4 stabil genug, dass ich diese auch so anbringen kann ?
5. Benötige ich geschliffene Oberflächen ? Aufgebracht wird eine Entkopplung und dann Fliesen oder Laminat.
6. Sollte ich die Platten vor dem Einbau mit Lack versiegeln, dass nicht einseitig, z.B. aus der Zwischendecke, Feuchtigkeit eindringen kann ?

Auf die Balken bringe ich noch eine Kokos, Kork oder Gummimatte als Trittschall auf. Seitenabstand der Platten zur Mauer 15mm Dehnungsfuge.



Pi mal Daumen...



Zunächst einmal sollte der Brandschutz überprüft werden, i.A. ist bei Wohnungstrenndecken F90 gefordert. Aber zu den Fragen:

ad 1. --> statisch wahrscheinlich ausreichend wäre auch OSB/3, immerhin rund 10% preiswerter
ad 2. --> ja, siehe ad 4.
ad 3. --> nein und nein
ad 4. --> siehe ad 1. und ad 2.
ad 5. --> nein
ad 6. --> nein

Ich würde anders vorgehen:
Rauhspund direkt auf Balken als Tragschicht, Trockenschüttung als Ausgleich, Trockenestrich (OSB, GK, etc.), Entkopplung, Oberboden.

MfG,
sh





Hallo,
danke für die Antwort. Ich verstehe nicht ganz, warum Rauhspund. Das Material ist weder vom Preis her attraktiver, noch ist die Belastbarkeit höher. Ausserdem verziehen sich diese bestimmt später. Der Statiker hat mir empfohlen, so wenig Gewicht wie möglich aufzubringen, da die tragende Konstruktion 1910 sehr sparsam ausgeführt wurde. Daher auch Mineralwolle anstatt Schüttung. Der Aufbau ist doch logisch: Eine Schicht OSB (so stark wie möglich, also OSB4 30mm), Entkopplung, Laminat oder Fliesen. Auf die Trockenschüttung kann ich verzichten, da ich an die tragenden Bodenbalken seitlich neue anschraube und in Waage bringe. Damit ist der Boden dann exakt waagerecht. Mir ist nur nicht klar, ob eine Lage OSB bei ca. 80 bis 90cm Abstand zwischen den tragenden Balken ausreicht und ob zwei Lagen ggf. besser wären. und falls zwei Lagen, mit wieviel mm ?



Die Statik...



... kann nur ein, nunja, Statiker klären; Querschnitte, Spannweiten, Auflagersituationen, Zustand der Balken, etc... das geht nicht via Forum...
Der von mir vorgeschlagene Aufbau hätte den Vorteil, dass bei weiteren Setzungen relativ einfach nachgearbeitet werden könnte. Fünf Zentimeter auf vielleicht elf Meter in rund 100 Jahren sind zwar nicht unbedingt dramatisch und ungewöhnlich, aber es sollte im Auge behalten werden.

LG & Gutes Gelingen,
sh



Deckenaufbau



Entweder sind die Balken vom Querschnitt her ausreichend oder nicht, das kann man nicht durch Weglassen der Schüttung kompensieren. Und wenn Sie die Balken durch seitliche Beihölzer ausgleichen ergeben sich auch höhere Widerstandsmomente.
Ich verstehe deshalb die angebliche Aussage Ihres Statikers nicht. Die Schüttung, also die Auflast ist integraler Bestandteil einer Holzbalkendecke und kann nicht einfach weggelassen werden. Sie beeinflußt das Schwingungsverhalten und den Schallschutz. Im statischen Nachweis der zu führen ist wird die Eigenlast der Decke mit Schüttung als ständige Last mit 1,50 kN/m² berücksichtigt. Einschließlich Verkehrslast muß so eine Geschossdecke im Wohnungsbau mindestens 3,50kN/m² tragen. Das Thema Brandschutz wurde bereits genannt, auch hier verstehe ich Ihre Informationen nicht. Wenn Sie einen Statiker beauftragt haben dann hat er Ihnen die Decke nachgerechnet, bei Bedarf Änderungen zur Erhöhung der Tragfähigkeit ausgewählt und nachgewiesen sowie konstruktive Lösungen zur Einhaltung von Brandschutz und Schallschutz vorgesehen. Da brauchen Sie nicht herumzurätseln was Sie wie machen sollen. Selbst die Art und die Abstände der Schrauben sind dann vorgegeben.

Viele Grüße





Hallo,
ich bin soeben auf die Diskussion dazu gestoßen, die meiner Frage sehr ähnelt. Ich habe überlege neben der ALternative mit OSB einen Steinholzestrich zu legen, auf dem dann ein Parkett gelegt werden soll. Nun hatte ich leider unter der Rigipsdecke eine Folie angebracht :-(

Aufbau Decke von unten nach oben:

Rigips
Folie
Dämmwolle
Trägerbalken
schlacke
holzdielen
Steinholz
Parkett

Wie schlimm ist dieser Fehler wirklich?



Deckenaufbau



Die Folie hätten Sie sich sparen können, aber die paar Euro sind wohl zu verschmerzen. Ich vermisse bei Ihrer Aufzählung die Traglattung für die GK- Platten.
Dann halte ich die Aufzählung der Fußbodenbeläge schon grenzwertig. 3 Beläge aufeinander sind ein bisschen viel. Was folgt als nächstes? Laminat aufs Parkett wenn das nicht mehr gefällt?

Viele Grüße





Hallo Herr Böttcher,

vielen Dank für Ihre Antwort. Natürlich gib es auch eine Lattung zwischen GP und Trägerbalken. Der Steinholzestrich auf den Holzdielen als Verbundestrich dient zum Ausgleich von Unebenheiten und Gewichtverteilerplatte, da die "alten Dielen" teilweise uneben sind. Wegen der FOlie mache ich mir nun nicht Sorgen wegen der Kosten, sondern wegen dem Diffusionsverhalten, da nun Dampfdicht ist...das ist ja in alten Häusern immer so eine Sache und da Haus stand ja nun ohne Folie schon viel mehr Jahre als ich auf dem Buckel habe...



OSB Platte mit



30 mm gilt doch als recht "Luft/Dampfdicht" . Wenn nun der Mieter unterhalb deiner Wohnung viel Kocht und Im Badezimmer schlecht Lüftet dann ist die Balkenlage unter deiner OSB stark gefährdet wenn unten keine Dampfbremse montiert ist.
Mfg