Hausalter

23.01.2021 Milli2808


Hallo!,

wir haben ein älteres Fachwerkhaus in Hessen gekauft. Eine denrochronologische Untersuchung hat ergeben, dass sowohl ein Balken im Obergeschoss an der Decke und ein Balken im obergeschoss auf der Frontseite aus dem Jahre 1587 sind. Da die Balken ja nicht sehr unterschiedlich aussehen, würde ich gerne wissen, ob es möglich ist das die Balken mal wiederverwertet wurden zum Beispiel im 30jährigen krieg.

Schonmal vielen Dank für die Antworten.



Nachhaltig bauen



es war durchaus üblich, Baustoffe, insbesondere Balken und auch z.B. Lehm wieder zu verwenden. Es gab noch keine modernen Sägewerke, die Balken wurden unter immensem körperlichen Aufwand hergestellt, oft mit der Hand aus dem Stamm gehauen oder in der Balkengrube gesägt, da war das Bauholz teuer.



Altes Holz


Altes Holz

Selbstverständlich wurde früher Holz wieder verwendet. Mein Haus könnte aus dem 16. Jh. stammen und die Giebelwand ist aus gezapftem Fachwerk. In den Innenwänden finden sich einige Balken mit altem allemannischen geblatteten Fachwerk. Besonders auch die Dachbalken in ersten Dachgeschoss stammen aus einigen unterschiedlichen Bauperioden mit einem lustigen Mix aus Nadelholz und Eichenbalken. Dabei ist die Auflage noch mit geblatteten Fachwerk verstärkt. Nur die Giebelwand, die auf das 16. Jh. datiert wird ist aus einem Guss als Sichtfachwerk in Eiche ausgeführt worden.

Also das passt alles. Wenn das Haus nicht komplett neu gebaut wurde, wurde immer auch altes Holz verwendet.

Schaden tut das in den wenigsten Fällen.
Zum Bild: Links oben sind Balken für die Gaube die 1954 gemacht wurde. Der mittlere waagrechte Balken wurde links geblattet. Die anderen Balken wurden gezapft, haben jedoch Aussparungen für verblattungen. Rechts der Türrahmen hat ausgestemmte Teile für eine Blockbohlenwand. Das ganze ist bei mir heute in meiner Küche als Sichtfachwerk. Die Lehmfelder mit weißer Lehmfarbe, die Balken nur mit Leinölfirnis gestrichen.



Haushaltet



Die Wiederverwendung von älterem Balkenwerk war nicht nur üblich, sondern infolge der
Holzverknappung sogar von landesherrlicher oder städtischer Seite her in der Regel geboten .