Keine durchgehenden Deckenbalken - Stoß an Stoß oder nebeneinander legen?

29.01.2008



Hallo!

Wir renovieren eine 70 Jahre alte Scheune und tauschen die Balken zum alten Strohboden aus, damit wir überall eine normale Stehhöhe im Erdgeschoss erreichen. Die Dachkonstruktion wird bis auf eine Ausnahme nicht angerührt!!!
Die Scheune hat einen Anbau, der eigene Balken bekommt, da die Balken sonst 11 Meter lang sein müssten. Auflagepunkt für beide Balken wird eine 24er Ytongmauer an der Grenze zwischen Anbau (Flachdach) und altem Scheunenteil (hohes Satteldach). Eigentlich hätten diese Balken nichts miteinander zu tun und wir könnten sie getrennt voneinander 24 cm auf die Mauer auflegen. ABER Ein Balken muss einen Teil der Dachkonstruktion (Sprengwerk) halten. Wäre es da nicht sinnvoll, den Balken 12 cm aufzulegen und den Balken im Anbau bündig anzuschließen, damit dieser den starken seitlichen Druck (zur 24er Ytongwand) mit aufnehmen kann??? Der jetzige Balken hat dafür eine kleine eingesägte Vertiefung, damit er nicht über den Träger rutscht. Zimmermann war einmal da und hat unseren Plan insgesamt abgesegnet, doch wir haben dieses Problem leider vergessen anzusprechen. Werden in dieser Form gestückelte Balken auf einer Mauer generell gegeneinander oder nebeneinander gelegt?
Ich wäre sehr dankbar für eine Antwort



Nachtrag



Zur Anschauung ein Bild des Jetztzustandes.



Für mich liest es sich so,



das die Arbeiten ohne Statik gar nicht durchgeführt werden dürfen. Ich rate dringend dazu einen Statiker zu beauftragen, der die Baumaßnahme begleitet und die erforderlichen Nachweise führt.
Ich vermute mal, dass die Flächen auch umgenutzt werden. Aus Scheune nach Wohnhaus, oder? Dann ist doch sicherlich auch ein Bauantrag fällig und die entsprechenden Nachweise nach EnEV. Bei uns in NRW wäre das jedenfalls so.



Sagen wir mal,



da ist jemand etwas zu fleißig und will nicht abwarten, bis der Bauantrag fürs Erdgeschoss durch ist (ich habe nicht wirklich Einfluss auf die Zeitplanung). Wie gesagt, der größte Teil der Aktion ist, lose aufliegende Balken herunterzunehmen und neue etwas höher wieder auf die Wände draufzulegen. Wobei ich immer noch am Rätsel bin, ob nebeneinander oder gegeneinander. In den 60er Jahren wurden die Balken nebeneinander gelegt.
Mittlwerweile wurde der im Bild sichtbare Querbalken bereits abgestützt und das Ende, das auf dem Eisenträger lag, abgesägt (die Scheune steht noch, Konstruktion hat - kleines Wunder - nicht nachgegeben!!!). Es sollte die nächsten zwei Tage nicht stürmen ;)



Aber genau darum geht es,



der Statiker muss sagen wie viel Auflager die Balken benötigen, wie werden sie verankert, wie funktioniert die Aussteifung des Gebäudes, benötigen die genannten Balken eine Verbinung oder können sie getrennt liegen, gibt es Auflagen bez. des Brandschutzes, wie ist der Schallschutz zu beachten, wo und wie ist darauf zu achten, dass keine unnötigen und gravierenden Wärmebrücken entstehen, werden Ringbalken benötigt, ... usw.



Auweia,



bei Umbauarbeiten muss die Standsicherheit jederzeit gewährleistet sein, d. h. wenn tragende Bauteile entfernt werden, muss ein geeigneter Ersatz geschaffen werden. Eine solche Abstützung muss ebenfalls statisch berechnet sein. Und ist oftmals recht aufwändig. Irgendwas rausreissen und beten, dass es 2 Tage windstill bleibt grenzt ja wohl an echten Wahnsinn. Wenn´s kracht, bleibt nur noch der Komplettabriss und im schlimmsten Fall der Leichenwagen und die Kripo.
MfG
dasMaurer



Ja,



da Kind ist in den Brunnen gefallen. Es ist nun so, wie es ist.
Am Gesamtplan wird mein fleißiger Handwerkervater nichts mehr ändern. Ich habe ihm die Drücke in Erinnerung gerufen, die duch das Sprengewrk übertragen werden, er hat sowas auch schon mal gemacht, und da ist es auch gut gegangen. Balken wird nach unten und zur Seite anständig abgestützt (mittlerweile wesentlich besser als auf dem Foto zu sehen). Ansonsten überlegt er sich schon, wo er im Notfall hinspringt. Leider bin ich zur Zeit auch nicht da, es gibt also niemanden, der den Krankenwagen ruft (man beachte den zynischen Unterton).
Was den Rest betrifft: ist größtenteils vom Architekten geplant worden. In Kürze kommt auch ein Statiker, nur dann werden die Balken bereits eingebaut sein. Der Zeitplan meines Vaters ist da wie ein Naturgesetz, ein Verstoß dagegen ist nicht möglich.
Ich komme also nochmal zu meiner Ausgangsfrage zurück: lieber 12 oder 24 cm Auflagetiefe? Ist die Auflagefläche da so entscheidend? Eine nachträgliche Fixierung ist ja später immer noch möglich. Die Ytongmauer ist sehr stabil, da Eisenträger aus den 70ern darin eingemauert sind. Für den Einbau eines Ringbalkens über der Ytongmauer ist es schon zu spät.
Vielen Dank für die Antworten!



Ohne



entsprechende Unterlagen und Ortsbesichtigung werde ich mit Sicherheit keine Vorschläge und Angaben machen. Auflagerkräfte müssen statisch nachgewiesen werden und Ytong bringt meist für ein Balken- oder Trägerauflager nicht die erforderliche Druckfestigkeit. Und für einen Ringanker ist´s nie zu spät, dann muss eben zurückgebaut werden. Und wenn irgendwas passiert und das Bauamt wird munter, wird sogar alles zurückgebaut, mal abgesehen von der haftungsrechtlichen Frage. Mal viel Spass beim Tanz auf dem Vulkan.
MfG
dasMaurer



Ganz einfach,



die Balken werden nebeneinandergelegt. 12cm Auflage sind viel zu kurz.