Tragebalken unter Mauer wechseln

04.11.2008



Hallo!

Meine Frage bezieht sich auf den Austausch eines maroden Balkens der direkt unter einer alten Ziegelstein-Mauer liegt. Da der Balken ganz in der nähe des Kachelofens ist besteht der größte Teil der Wand nur aus Mauer (in der wiederum ca. mittig 2 senkrecht verlaufende Stützbalken mit 2 Fächern sind).

Die Empfehlung eines Handwerkers den ich kenne ist, den Balken unter der Mauer Stück für Stück von rechts nach links herauszusägen und dabei einen neuen Balken von der Seite mit dem Vorschlaghammer wieder unter die Mauer zu klopfen.

Ist das aus Fachlicher sicht eine gute Idee?



Balken absägen



Stellen Sie schon mal den Sarg bereit.

Unglaublich, was manchen so einfällt. Rechts oder links sind doch die Auflager.

Gruß



Das



klingt natürlich logisch. Von recht nach links. Zeugt von viel Übersicht und logischem Denken. Stellen sie sich vor, er hätte den Balken von links nach rechts herausnehmen wollen. :-)) Gruß H. Köhler



Tragebalken unter Mauer mit Loslager wechseln



Danke für die schnelle Antwort!

An dem Tragebalken unter dem Mauerwerk sind insgesamt 5 Auflager auf einer Länge von ca 5m.

Wie sieht es aus wenn die Auflager nur Loslager sind (also nur Vertikale Kräfte aufnehmen)?



Balken wechseln



Ihre "Idee" ist, so wie beschrieben, auch nach meiner Auffassung ziemlicher Quatsch.
Eigentlich sollte so ein Vorschlag nicht von einem Praktiker stammen, es sei denn er ist völlig fachfremd.

Zum Ersten:
Einen 2 m langen Balken mit dem Hammer unter eine belastete Wand schieben zu wollen ist Schwachsinn.
Warum:
Dieser Balken muß vor der Wand bzw. in der Wandachse zu liegen kommen. Da werden Sie wohl bver ein Loch vom benachbarten Zimmer oder von außen den Balken platzieren müssen.
Zum zweiten:
Ein Balken ist keine Spundbohle oder ein Senkbrunnen.
Die Wand und die Gefachausmauerung wird sich setzen und den Balken verkeilen. Spätestens nach 1 Meter ist die Reibung so groß, das nichts mehr mit dem Hammer geht. Und ob der Balken immer schön in der Wandachse bleibt, ist sehr fraglich, er braucht also eine Art Mäkler als Führung.

Zum dritten:
Es gibt bei dieser Idee keine formschlüssige Verbindung zwischen den Stielen und der Schwelle.
Diese Verbindungen sind statisch gesehen übrigens keine Loslager, die gibt es zwischen einem Träger und dem Auflager. Die Verbindungen sollten als Gelenk wirken, da die Wand ein "FACHWERK" bildet, und zwar im Sinne der Statik.
Zum Vierten:
Diese famose untergeschlagene Schwelle muß ja irgendwo anfangen und enden.
Wenn die Wand nicht an einer oder zwei Seiten freisteht, ist sie an einem bzw. zwei Eck- oder Bundstielen EINGEBUNDEN. Einer von beiden wird dann wohl unten dran glauben müssen, wenn die Schwelle untergeschoben wird.
Wie da wieder eine zünftige gelenkige Verbindung entstehen soll, ist fraglich.
Zum fünften:
Ich glaube nicht, das alle 2 m so zerstört sind, das sie gewechselt werden müssen.

Fazit:
Fragen Sie einen richtigen Zimmerer, der erklärt Ihnen, was er wegschneidet und wie er es erneuert, ohne das man Angst um das Haus haben muß.
Entweder wechselt er den defekten Teil in zwei Hälften jeweils von einer Wandseite oder er stützet die Wand ab, entfernt die beiden Gefache und paßt neue Stücke der Schwelle und eventuell der Stiele ein.
Und er braucht dafür keine Nagelverbinder.

Viele Grüße