Staken und Lehmfüllungen lösen sich von Deckenbalken

21.02.2005 FH



In unserem bergischen Fachwerkhaus (1803) hat man damals in Höhe der Unterkannte der EI-Balken seitlich Leisten angenagelt, auf denen die Staken aufliegen. So erhielt man von unten eine glatte Decke. Da jedoch häufig Balken mit Waltkante/Splint verwendet wurde, lösen sich diese Leisten von den Balken und die Lehmdeckedecke folgt der Schwerkraft...
Hat jemand eine ähnliche Beobachtung gemacht? Kann man das verallgemeinern und sollte man daher derartig konstruierte Decken auch ohne sichtbare Schäden vorsorglich überarbeiten?



Lehmfüllungen lösen sich von Deckenbalken



Ich hatte das gleiche Problem und zwar sind die Decken bzw. Füllungen teils flächig heruntergekommen, teils rieselte es immer wieder nach. Im Zuge einer Gesamtsanierung haben wir alle Decken/Böden geöffnet und das Lehm-Sand-Gemisch erstmal herausgenomen oder runterfallen lassen und dann den Aufbau (Lattung für die aufliegenden Bretter und die Querbretter selbst teils erneuert oder nachgeschoben). Sodann von oben Rieselschutzpapier eingelegt (da gibt es im Baustoffmarkt verschiedene geeignete Materialien). Danach das Lehm-Sandgemisch wieder eingebracht und noch etwas Wärmedämmung obenauf). Wir mußten gleichzeitig die Balken oben noch ausgleichen so dass wir etwa die Hälfte der Zwischenbalkenfüllungen ganz entfernt haben. Jetzt kommt obenauf dann nur noch eine klassische Dielung aus schweren Massivdielen in Eiche und Pitch Pine. Damit ist die Substanz wieder grundlegend und dauerhaft hergerichtet. War aber insgesamt ein riesen Aufwand (wir hatten ca. 500 qm Bodenfläche so zu sanieren). Alternativ könnte ich mir eine selektive Erneuerung oder Verstärkung der Latten vorstellen, auf denen die Querbretter aufliegen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Querbretter substanziell noch gut sind und dicht beieinanderliegen. Ansonsten hilft wohl nur eine tragende Unterkonstruktion an der Decke, die die Lehmfüllungen trägt und darauf ein Deckenputz. B. Braun



Danke...



Hallo Herr Braun,

Erstmal Danke für die Antwort.
Wir haben es mit veschiedenen Lösungen versucht:

1. Alle 15cm eine etwa 7cm breite Lärchenlatte über die gesamte Länge des Raumes von unten rechtwinklig zur Balkenlage unter den alten Lehm in die Balken geschraubt...
2. Lehmdecke wo nötig alle 20cm unter den Balken geöffnet, von unten quer zum Balken eine wenige cm überstehende EI-Leiste angeschraubt, die die Stakenhalteleisten unterstützt...
3. Decken vollständig entfernt und neu aufgebaut...

Arbeitsaufwand (1<2<3), 2. Lösung sicherlich die beste Lösung (alte Decke bleibt sichtbar erhalten). Um hinterher besser verputzen zu können, haben wir immer ein wenig in Lehm getränktes Stroh als Putzträger unter die Leisten geklemmt.

Gruß Frank