Wer war hier am Werke?

04.08.2006


Hallo,

so, jetzt hats mich auch eiskalt erwischt. Ich habe die berühmte Überraschung, die einen ja fast schon Zwangsläufig ereilt gefunden.

Die Giebelwand, die mit feinsten Eternitplatten verkleidet war ist komplett Faul und von Schädlingen zerfressen. Ich werde die gesamte Fachwerkwand austauschen müssen.

Kann mir jemand sagen um welches Viehzeugs es sich bei dem Befall handeln könnte? Befallen ist das Nadelholz genauso wie die paar Eichenbalken, nur das die Eiche noch ansatzweise stabil ist, die Nadelhölzer kann ich mit den Fingern rausbröseln. Der Vorbesitzer(verstorben, spätestens
wäre er es gestern) hatte Sinnvollerweise die Balken Innen wie Aussen mit Zementputz verkleistert, so das keinerlei Feuchteregulierung des Holzes mehr stattfinden konnte.

Was wäre die Sinnvollste Ausfachung der neuen Balken, damit mir soetwas in Zukunft erpart bleibt. der Innenraum soll später mit Lehmputz verputzt werden.


Gruß

Nils (Der mit den Würmern kämpft)



Schadhafter Balken



Hier mal ein Detail eines völlig zerstörten Balkens.

Also mein Holztechnik Buch aus meiner Lehrzeit sagt mir, das es sich um eine Holzwespe handeln muss, das 1. Beide Holzarten befallen sind und die doch eher kleinen Ausfluglöcher nicht auf den Holzboch schliessen lassen. Der Holzbock befällt nur Nadelhölzer, sehe ich das richtig?



Der Lehmbauer...



...würde Ihnen natürlich stets den Lehmbaustoff vermitteln.
Und dies wäre auch eine sehr weise Entscheidung, da der Lehm sehr viele Vorteile gegenüber starreren Ausfachungsmaterialien besitzt, zudem noch natürlicher Holzschutz ist und da Ihr Haus sowieso eine Verschalung besaß, auch gleich wieder an einen sinnvollen Wetterschutz zu denken (zwecks Erfüllung EneV, eine eventuell in Lehm gebettete Holzweichfaserplatte mit anschließender Holzverschalung auf Kreuzlattung).
Eine derartige Lösungsentscheidung sollte bei der Sanierungsmaßnahme bereits in Betrachtung fallen, um so die Balkenkonstruktion damit etwas weiter innenseitig aufzurichten, um bestehende Dachüberstände nicht zu gefährden.

Grüße U.M.



Lehm



Die Lehmvariante steht bei mir ganz vorne auf der Liste, jedoch würde ich gerne das Fachwerk sichtbar lassen, der Dämmungsaufbau im Inneren wäre nicht optimal?



@Nils



Die Dämmung innenseitig ist stets eine untergeordnetere Variante, da die außenseitig angebrachte Situation stets sinnvoller und auch bauphysikalisch effektiver ist.
Zu klären wäre aber bei Deiner geplanten Variante, wie der Giebel im Wetter steht und sich daraus die Lösung abzuleiten versteht.
Ein Sichtfachwerk wird stets erhaltungsintensiver bleiben, als die verkleidete Variante.
Bitte genauestens durchdenken, denn dies ist stets mit Kosten, Aufwendungen und Arbeit verbunden!
Bei der verkleideten Lösung können viele Eventualitäten bereits im Vorfeld ausgeschlossen werden und auch energetisch ist diese jedenfalls sinnvoller.

Grüße U.M.



Der mit den Pilzen tanzt



Hallo Nils

Soweit man es auf dem Bild erkennen kann, hast du es nicht nur mit tierischen Holzzerstörern zu tun. Hier scheint auch eine massive Zerstörung durch Pilze im Spiel zu sein.

Ich halte es für sehr sinnvoll den Befall durch einen echten Spezialisten bzw. Sachverständigen prüfen zu lassen.

Gruß

L. Parisek



Lutz war schneller



Guten Tag, Lutz war mal wieder schneller. Auf dem Foto sieht es so aus, als wenn eine Braunfäule den Balken angefriffen hat. Braunfäule bedeutet ein Schadensbild aufgrund von Pilzbefall. Das können unterschiedliche Pilze sein. Die Insekten könnten sich als geringeres Problem herausstellen. Das mit der vermuteten Holzwespe glaube ich nicht. Wenn Holzwespen geschlüpft sind, dann wäre kein Weiterbefall möglich, da es Frischholzinsekten sind. Da von kleinen Ausschlupflöchern geschrieben wird, liegt die Vermutung nahe, dass es Schädlinge aus der Familie der Nagekäfer sind. Das muss wie Lutz sagte jedoch ein Fachmann klären. Mit freundlichen grüßen Ulrich Arnold