Laubengang

18.04.2004



Zwischen zwei Gebädeteilen in unserem Dreiseitenhof möchte ich gern einen Laubengang bauen. Dieser schliest auch an den beiden Enden direkt an Gebäude an. Die Länge sind 10m, die Breite ca. 1,50m. Kann ich die ganze Länge mit einem Holzbalken überspannen (wenn ja mit welchen Querschnitten) oder muß ich zwischendurch Stützen einbauen. Wenn ich abstützen muß, kann ich durch konstruktiven Holzschutz und ein kleines Kalksteinauflger ohne Stahlfüße arbeiten? Das Dach soll mit Hilfe von Aufschiebern natürlich auch über den Laubengang verlängert werden. welchen Qerschnitt benötigen die Aufschieber bei einer Ziegeleindeckung.

MfG



Statik sinnvoll



Hallo Jörg

so pauschal kann man hier keine Bemessung für den Laubengang liefern. Es wäre sinnvoll, das ganze mal rechnen zu lassen. Eine stützenfreie Ausführung ist bei einer Spannweite von 10m kaum möglich, da der Balkenquerschnitt sehr groß wird und wohl auch Brettschichtholz. (Für einen Laubengang ihrer Grösse sind 3,5 KN/m² bzw. 350kg/m² Verkehrslast anzusetzten, das läppert sich).
Wenden Sie sich an den Statiker Ihres Vertrauens und lassen Sie das ganze berechnen bzw. wenigstens mal "überschlagen" bzw. vorbemessen.



Stützenfreie Balken



Guten Morgen,
habe gerade eine Dachstuhlsanierung besichtigt, die ein Tiefbauunternehmer gemacht hat. Ich dachte immer, so würde man Fußgängerbrücken bauen (irgendwie ist Ihr Vorhaben ja auch so etwas): Brettschichtholzbinder 40/80 über 12 Meter Spannweite !
Da ein solches Teil in erheblichem Maße sicherheitsrelevant ist (siehe das von Herrn Leyh gesagte), muß der statische Nachweis geführt werden.
Haben Sie mal an Unterspannung gedacht ? Dann wird der Zug von Stahl-Zugstäben aufgenommen, das Teil kann viel schlanker bemessen werden.
Ich wollte Sie mit dieser Mitteilung nur aufmuntern, weiter zu machen.
Viel Vergnügen, und bitte: stellen Sie ein Bild ein, wenn es fertig ist !



Laubengang



Dag ok. Den vorherigen Antworten möchte ich mich anschließen um jedoch hinzuzufügen, rein rechnerisch ist zwar vieles möglich, siehe unsere Politiker in Berlin, aber die Realität. Aus der Fragestellung habe ich entnommen, daß ein Vollholzbalken ins Auge gefaßt wurde. 10 m, die muß man erst einmal finden. Es sollte vor ab festgelegt, wo Stützen gestellt werden können. Eine Unterspannung ist sehr sinnvoll, schränkt aber die Durchgangshöhe ein. Brettschichtholz kann nur von zugelassenen Betrieben verarbeitet werden und ist für den Hersteller ungemein "kostengünstig". Auch eine Stützenkonstruktion kann sehr schön aussehen und sehr kostengünstig sein. Meine Meinung.



Erst mal Danke...



für die schnellen Reaktionen. Die enorme Spannweite ist sicher ein Problem. Kann ich denn aber nicht an die vorhandenen Deckenbalken des Gebäudes, vor das der Laubengang gesetzt werden soll, Balken so anblatten, dass ein großteil der zu erwartenden Lasten schon dort abgefangen werden? Soll heißen die Deckenbalken werden um ca 1,50m aus dem gebäude heraus verlängert. Das Fachwerk im EG ist erst frisch saniert, Qerschnitte 16/18 und ausgemauert. Die Deckenbalken liegen noch frei und die Schwelle vom OG muß sowieso noch gewechselt werden.

Grüße aus dem Grünem Herzen Thüringen

MfG J. Wehner



Problem



Bevor in der Technik eine Aufgabe zum Problem wird, muß man erst einmal daran gescheitert sein. Solange gibt es nur Aufgaben, und die sind im Prinzip lösbar.
Also: natürlich kann man Balken verlängern.
Sie haben dann drei Positionen in der Statik (+Stützen evtl), nämlich die Balkenverlängerung im Mittelfeld, die Balkenverlängerung im Endfeld und den Träger. Das ändert aber nichts an seiner Länge.
Anblatten führt dazu, daß ein Auflager hausseitig entsteht (Balken auf zwei Stützen, wenn der Träger doch noch kommen soll). Durch beidseitiges Andübeln an den vorhandenen Deckenbalken mit mehreren Bolzen und Dübeln würde ein Kragträger entstehen, der als Doppelträger ausgebildet wäre. Wenn Sie nicht zu weit auskragen - wieso eigentlich 1,50 ? - könnten Sie ganz auf den langen Träger verzichten.
Aber ich bin beim Kontruieren, und das sollte Ihr Statiker tun, denn den brauchen Sie auf alle Fälle.
Wie Sie sehen, gibt es immer noch ein par Möglichkeiten mehr.
Viel Spaß !



Nachfrage @ Dieter Beckmann



entsteht durch das anblatten nicht ein Auflager auf dem Rem der Hauswand? Wozu dann noch einen Balken mit zwei Stützen an der Hauswand , oder alles nur falsch verstanden?

MfG

Jörg



Stützenfreie Lösung?



Wie sie von diversen Denkmälern vielleicht wissen, sind dort für die Laubengänge die Deckenbalken einfach verlängert. Alte Laubengänge sind in der Regel jedoch keine 1,50m breit bzw. sind bei längerer Auskragung die Deckenbalken etwas größer. Oft sind die Kragbalken auch noch mit einem Kopfband in Fachwerkständer der EG-Wand abgestrebt.
Sie sehen, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten und aber auch Einschränkungen eine passende Lösung für Ihr Problem zu finden.
Eine konkrete Lösung kann Ihnen aber im Forum nicht geliefert werden, sondern nur Lösungsansätze.
Lassen Sie sich relevante Varianten von einem Statiker rechnen.



Nochmals danke...



ich werde das ganze nun wirklich in seinen Varianten mal mit einem Statiker besprechen.

MfG Jörg Wehner



Der Hit ..



.. beim norddeutschen Hallenhaus war seinerzeit eine kleine Abschleppung unterhalb der Traufe , abgestützt auf kurzen Streben am Aussenfachwerk . Zweck : Drögen Fusses vom Flett zum Auslauf zu kommen , denn dort war nicht nur für die Schweine die Güllegrube , sondern auch der Donnerbalken ( Holzkiste mit schräger Steinplatte drunter , sozusagen ein RutschClo ..leider alles nur noch in Spuren ablesbar , aber als konstruktive idee vielleicht brauchbar ? Gruss jürgen Kube