Holzbalken einfärben im Innenbereich

18.08.2010



Hallo miteinander,
wir möchten in unserem Altbau gerne Deckenbalken und Ständerwerk einfärben.
Der Großteil der Balken ist sicherlich 100 Jahre alt.

Die alten Deckenbalken habe ich bereits abgeschliffen.

Das Problem ist, dass das gesamte Gebälk nun ziemlich bunt aussieht. Einerseits haben die alten Balken viele Fehlstellen, Löcher und Risse, die sehr dunkel sind und nach dem Abschleifen nun noch deutlicher sichtbar sind.
Andererseits wurden das alte Balkenwerk, welches aus Eiche besteht, vielfach mit Fichte/Tanne ergänzt oder repariert.

Deshalb möchten wir das gesamte Gebälk gerne dunkel einfärben, möglichst in sehr dunklem Nussbaum oder Palisander.

Wir suchen jedoch, leider bisher ohne Erfolg, nach einer passenden Farbe.

Bisher haben wir lediglich Lasuren getestet, sowohl von Ultranature als auch von Auro.
Palisander von Auro ist auch schon recht dunkel.

Das Problem ist, dass die Holzlasuren alle wie aufgemalt aussehen. So wie Farbe halt.

Ich erinnere mich, dass wir auf unserem alten Dachboden eine Farbe verwendet hatten (war jetzt allerdings nichts biologisches),
die regelrecht in Holz einzog und dieses nachhaltig einfärbte (schon nach dem ersten Anstrich).
Das Holz war schon fast ähnlich einer Beize gefärbt. Eine Farbschicht, wie bei den Lasuren, ist nicht zu erkennen.

Gibt es etwas Ähnliches auf biologischer Basis?

Ich hatte mal bei Kreidezeit auf der Internetseite bei Leinölfirnis geguckt.
Das sieht ja schon so aus, als ob es in die richtige Richtung geht.
Hätte man mit einem solchen Öl den gewünschten Effekt?


Mit freundlichen Grüßen
Luke



Dafür



eignet sich das Grundieröl von Kreidezeit hervorragend, nach Wunsch pigmentiert.
MfG
dasMaurer



Grundieröl...



...wäre also das richtige.
Kreidezeit hat ja ein größeres Repertoire an Ölen und Wachsen.
Ich nehme an, ich verwende die "Pure Solid" Version?

Danke für die Antwort.



Leinöl Firnis



Hallo,

schön, dass Sie sich für eine Firnis entscheiden. Es gibt viel Arbeit und es braucht viel Geduld, bis ein mit Firnis behandeltes Holz so richtig schön aussieht, sprich:

Es bleibt vom Charakter her Holz,
die Ofl. ist wasserabweisend und glänzend, je nach Holz (und Arbeitsaufwand) sind Glanzeffekte von Seidenmatt bis Hochglanz möglich, die Ofl. sieht NICHT aus wie lackiert.

Die Mühe besteht darin, das Holz ganz fein zu schleifen, je nach Vorgeschichte angefangen mit 80er Korn und zum SChluss mit 800er. Die Firnis wird mit einem Lappen gut eingearbeitet, die Geduld besteht darin zu warten, bis eine Firnis trocken und später ausgehärtet ist.

Trocknen dauert je nach Qualität der Sikkativzusätze einen Tag bis mehrere Tage. Aushärten dauert Wochen.

Poliert wird bereits vor dem ersten Auftrag der Firnis mit Bimsmehl, eine gut getrocknete Firnis besser eine Ausgehärtete lässt sich auch mit Bimsmehl nachpolieren.

Ich habe an Kleinteilen Buchenholz, Kirschenholz, Olivenholz und Bambus gefirnist und poliert, die Teile sehen 1a aus.

An größeren Flächen habe ich einen alten Küchenschrank aus den 20er Jahren, Weichholz gefirnist und poliert. Das wird nicht ganz so glänzend wie Hartholz, eine gewisse Porikeit bleibt bei Weichholz immer, was mit dem ALter und der Trocknung jedoch feinporiger wird.

Ich liebe Holz ;-)
Horst