Dielenstärke bei Lagerhölzer mit 80 cm Abstand

12.07.2004



Hallo,

im DG sollen einmal Dielen als Bodenbelag eingebracht werden.
Die Deckenbalken haben im Schnitt einen Abstand von 70 - 80 cm. Auf den Deckenbalken liegen auf 10mm Hanfstreifen 30mm Lagerhölzer. Die Zwischeneräume der Deckenbalken sind mit Holzleichtlehm bis OK Lagerholz verfüllt.
Welche Dielenstärke sollte gewählt werden?
Im Web habe ich was von 45mm gelesen - das sind ja schon richtige Bohlen und nicht bezahlbar. Ich würde mich aus dem Bauch für 30-33mm Stärke entscheiden. In den anderen Räumen liegen original 28er Dielen - ich konnte nach nunmer 100 Jahren nichts nachteiliges feststellen. Kein Durchbiegen oder Knarren. Was habt Ihr so verwendet und was gibts da für Erfahrungen? Grau ist alle Theorie?



Balkenabstände sind sogar grösser!



Ich habe gestern noch mal nachgemessen, die Abstände der Lagerhölzer ist im Schnitt 90cm. Im Treppenaufgang sogar 120cm. Mach es Sinn, ein weiteres Lagerholz zur Unterstützung mitten in die Lehmschüttung zu legen? Die Schüttung ist aber nicht eben (Holzleichtlehm) und auch schwer zu begradigen.



Theoretisch 30/35mm ausreichend!



Ich hab's mal kurz überschlagen. Bei einer Spannweite von 1,20m und einer normalen Wohnraumbelastung von 200kg/m² sollten 30mm starke Dielen ausreichen, für Treppenaufgang 35mm(höhere Belastung/Fluchtweg).





Hallo,

ich hatte folgendes Problem und habe auf Anraten von einem Schreiner 25 mm OSB Verlegeplatten genommen und diese Schwimmend verlegt. Diese Platten werden auch für Schwerlastregale verwendet und sind bezahlbar.



OSB bei lichten Balkenmaß von 1,20m



halte ich für völlig Unangebracht und großen Pfusch!Auch wäre der Verschnitt nicht unerheblich,Stoßfugen müßten immer auf Balkenachse liegen! Auch eine 25mm OSB kann die Lasteverteilung von Balken zu Balken von 1,20m nicht übernehmen! Die Folge ist Schwingungen und Durchbiegung auch bei OSB! Als Erfahrungswerte kann ich bei einem lichten Maß von Balken zu Balken eine Stärke der Dielung von 45mm empfehlen! Zwecks kostenfaktor, bei der Stärke, beim Sägewerk sich 45mm Kiefernbohle(Sägerauh) besorgen(Lagerware die mind.4 Monate trocken gelagert wurde),bei einer Tischlerei vorfahren und eine Falzung(halbgespunden) in die Bohlen herstellen lassen!Kostenfaktor ist zwar genau soviel wie bei einer fertige gehobelten 28er Dielung, aber vorschleifen müssen Sie ja sowieso und sie haben ,,45mm" schöne Dielung! Eben kein Boden von der ,,Stange" halt!Andere Vorgehensweise wär einen Blindboden einzuziehen!Oder eine 22er Sparschalung aufbringen, bevor eine 24er Dielung aufgebracht wird!Auch weitere Lagerhölzer in die Balkenlage einbinden, wäre eine von vielen weiteren Möglichkeiten!Endscheidend sind die baulichen Gegebenheiten Ihrer Balkenlage!

p.s. es gibt auch über historische Bauelemente noch sogenannte Schlossdielen mit max.70mm Stärke,die auch noch im preislichen Rahmen liegen, gegenüber sogenannter neuer Dielung!Schöne alte Dielung ist doch das ge.. was es im Fachwerkhäusle gibt!Oder eben Parkett!

schöne Grüsse und viel Erfolg
Zimmergesell Michael



Dielenstärke



Da sind sie wieder - meine Probleme :-)
Sicher ist alles irgendwie richtig, was hier gesagt wurde und ich darf mir was raussuchen ....

Kiefer wollte ich nicht unbedingt, eher Eiche oder Douglasie.
Eiche gibt es in 30mm für 65€/m² gehobelt und genutet. Das wäre aber auch meine preisliche Obergrenze. Ich habe auch Angebote von 95 und 170€, da reden wir aber jetzt nicht drüber.
Ansonsten: einen Tischler habe ich als Nachbar, das wäre nicht das Problem. Aber einfach so vom Sägewerk (mehr oder weniger) trockenes Holz als Dielung zu verwenden .... sollte das nicht einige Jahre gelagert sein? Und 45mm - da komme ich ganz schön hoch. Die Fenster sind ja schon drinne ;-)

Na ich sehe schon - die Entscheidung wird nicht einfach ...



genaue DETAILFRAGEN -genaue DETAILANTWORTEN !



tach Herr Puruckherr,

da Sie ja die Materialfrage für sich schon geklärt haben(Zwecks Stärke und Holzart), bleibt ja nur Blindboden oder weitere Auflagerhölzer einziehen! Betreff Sägewek: sicher können Sie alle Art von Holz ewig lagern!Für wat? Bei Trockenkammern erreichen Sie den den selben Eweckt! Mit dem Zusatz, sachte und in Ruhe trocknen!Wenn es keine Kiefer als Dielung bei Ihnen sein soll, dann sind Sie mit Ihrem Preis(Eiche in der Stärke) gut bediehnt!Zwecks Fenster, bei 45mm macht das 4 Glieder eines Zollstockes aus! Wo ist das zu hoch?

trotzdem schöne Grüsse
Zimmergesell Michael



Details



Erst mal: Entschieden ist noch nix. Eiche oder Douglasie ist nice to have und die Preise sind von unverbindlichen Voranfragen um mal einen Eindruck zu gewinnen, was da auf mich zukommt. Kann ja alles noch anders werden.

Wie ist das mit dem Blindboden gemeint?
Ich habe ja bereits einen Blindboden (23mm) zwischen den Balken, der bis Oberkante Lagerhölzer mehr oder weniger genau mit Holzleichlehm gefüllt ist. Kann ich jetzt in diese Lehmschüttung zwischen den Balken ein weiteres Lagerholz einbringen, oder wie meinen Sie das?
Der Holzleichtlehm ist ja ziemlich grobes Zeugs und schon relativ hart geworden. Ich würde also versuchen, diesen in der Mitte zu lockern und einen "Graben" in die waagerechte zu bringen. Darein einen Hanffilzstreifen(? nötig ?) und noch ein Lagerholz, dessen Oberkante mit den bereits vorhandenen fluchtet. Richtig?
Die Lastabtragung würde dann über die relativ feste Lehmschüttung, den Blindboden und seitlich davon wieder auf die Deckenbalken gehen. Kann ich mir das so vorstellen oder liege ich da wieder daneben?



Blindboden bzw. Konterschalung



Einfach balkenkreuzend eine Sparschalung mit einem Mittelachsabstand von vielleicht 50 cm aufbringen (schrauben!).
Darauf dann die Dielung legen und befestigen.
So verständlich rübergebracht?
Ansonsten doch einfach mal 'nen Rückruf, denn fahre jetzt fast täglich bei Euch fast vorbei.

Grüße vom Lehmbauer



Blindboden zwischen die Balken,Balkenoberkante bündig!



Tach, Herr Puruckherr

sie besitzen einen sogenannten Einschub (Einschubdecke) oder auch Fehlboden genannt! Ich meinte als Blindboden,zwischen die Balken eine aus einfachen Brettern mit Zwischenraum genagelte bündig abschließend mit Balkenoberkante fertige Fläche!Hätte den großen Vorteil, daß man mit dem Fußbodenaufbau nicht über die Balken käme!Wurde/wird hauptsächlich bei Parkettverlegung angewant!Ist auch anwendbar,wenn man die Balkenlage aushöhen möchte(bis unterschied von Balken zu Balken von max. 4cm)! Da sie ja auf die Balkenlage nur die eigendliche Dielung Verlegen wollen und nicht noch eine Sparschalung o.ä. aufbringen wollen und ausgehöht haben sie ja schon,würd ich für stärkere Dielung mich endscheiden! Weitere Lagerhölzer einlegen,weiß nicht ob der Aufwand/nutzen es rechtwertigen.Sie müssten ja auch Auflager für die Lagerhölzer schaffen oder aller 2m eine Wechselung und darauf die Lagerhölzer legen! Einfach in die Balkenlage lose legen, halt ich nicht so für optimal!

Ich hoffe den Sachverhalt einigermaßen rübergebracht zu haben, ansonsten können sie mich auch telefonisch kontaktieren.

schöne Grüsse
Zimmergesell Michael



Blindboden und Co.



Danke für eure vielen Hinweise. Ich werde alles in Ruhe noch überdenken, die Dielen sollen ja noch nicht so schnell rein, warscheinlich erst nächstes Jahr.

@Mühle:
Wenn ihr öfters hier vorbeikommt: ich könnte mal ein geschultes Auge gebrauchen, welches meine Luftdichtheitsschicht kontrolliert, welche gerade im Entstehen ist.



Ist gar nicht so teuer



Hallo Jens,
Dein Problem kommt mir bekannt vor. In unserem Haus ist der Balkenabstand teilweise 1,6m sonst ca 1,2m.
Ich habe mir für die Balken Kiefer Hobeldielen in B-Sortierung schön mit Nut und Feder Fräsen lassen in 5,1m längen. Kostenpunkt war hierfür a.d. 2000 27,80DM/m². Die dann genagelt und dann normal mit einer Parkettschleifmaschine übergeschliffen und mit weisser Fussbodenseife behandelt. Sieht sehr passend aus und ist auch stabil genug.



Re: Ist gar nicht so teuer



Welche Dielenstärke habt Ihr verwendet?
Nageln geht leider nicht, ich muss verdeckt in die Lagerhölzer (30mm) schrauben.
Wenn ich wirklich zu >35mm greife, dann wird es wohl des Preises wegen schon eher Kiefer werden und den beschriebenen Weg über ein Sägewerk gehen.
Da ich aber immer noch zu Eiche/Douglasie dendiere ...
Ich gehe in letzter Zeit übrigens seeeeehr aufmerksam und gelegengtlich hüpfend ;-) über meine 100jährigen Dielen im OG. Selbe Balkenabstände (aber halt genagelt) und 27 oder 28mm stark. Warum geht hier, was im DG nicht sein soll? Bedingt die von mir favorisierte Verlegung auf Lagerhölzern die hohen Holzstärken?
Oder wird heute anders gerechnet als vor hundert Jahren?



Oh ja vergessen...



Es waren 40mm Dielen mit feder 146mm ohne ca, 135mm breit.
Der Preis war netto!
Warum nicht Nageln? Ist originool, und wenn Du schräg nagelst quischt es auch nicht. Ich nehme gut verzinkte 120er Nägel.

Bzgl. Belastung denke ich schon dass man heute höhere Lasten annimmt, früher gings wohl (zumal im ländlichen Raum) eher nach Gefühl. Zu den Lagerhölzern: Bei mir sind Lehmumwickelte Straken eingelegt und bilden die Decke des unteren Geschosses. Darüber liegt Getreidespelze. Bündig mit den Balken. An manchen stellen habe ich noch Lagerhölzer zusäzlich auf die Balken genagelt, weil der Boden z.T doch reichlich abschüssig war. Man hört wenig...