Wie behandle ich diesen Balken am besten??

16.05.2004



Hallo!
Habe mal ein Bild von meinem neuen Problem gemacht. Diesen Balken haben wir in der Küche freigelegt. Ich hoffe man kann etwas darauf erkennen. Ich weiß nicht wie ich diesen Balken am besten behandeln soll. So offen wollte ich ihn nicht lassen, da ein solch wurmzerfressener Balken nicht gerade den schönsten Anblick bietet. Meine Frage ist jetzt was mache ich mit den Würmern, die da offentsichtlich drin sind und mit welcher (deckenden) Farbe kann ich das ganze streichen! Der Balken ist noch nicht vollkommen durchgefressen er lässt sich nicht auseinanderbröseln, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht!

Schon mal danke im Vorraus!

Tschüß Steffi



Ja, ja- die Holzwürmer...



Guten Abend, Steffi! Gute Aufnahme, das... Erste Frage: Wie habt Ihr den Balken freigelegt, zweite: mit was und wie war er verkleidet? Das, liebe Steffi, ist ausschlaggebend für die Aussage, ob das Viechzeug da drin überhaupt noch lebt!
War er nahezu luftdicht verkleidet (verputzt), dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, daß das Viechzeug (Larven) überhaupt durch Einfluglöcher hineingekommen sein kann- also noch lebt. Ansonsten habt Ihr nur "Leichen" da drin. Früher wurde (heute nicht besser) manchmal beim Einbau von Balken oder sonstigen Holzteilen die Baumrinde oder der Bast noch daran gelassen. Das ist eine der vielen Ursachen für einen "Holzwurmbefall". Tip zum Beseitigen: Einfachste Lösung- 3 Bretter kaufen, einen sauberen Kasten um den Balken "zaubern", die Bretter vorher kohlpechrabenschwarz brennen (ehrlich), dann mit der Drahtbürste abbürsten und 2 x mit Leinölfirniß einstreichen (oder Flüssigwachs). Sieht lecker aus, wirkt historisch und ist nicht gesundheitsschädigend!
M.f.G.! Ernstel aus Zittau





Hallo,

es gibt von der Firma Masid Wood Bliss 1. Das ist ein mineralischer Holzschutz, der ohne Gifte Befall von Insekten und Pilzen abtötet und die Struktur des Holzes festigt. Diesen Balken würde ich damit behandeln. Zur Verkleidung ist dem von Ernst gesagten nichts hinzuzufügen.

Falls Interesse besteht, kann ich für das Holzschutzmittel gern ein Angebot machen



Zur Freilegung des Balkens!



Hallo!

Danke für die Antwort! Um den Balken war schon ein Kasten aus Holzbrettern gebaut. Dieser war nach bester Kunst (oder auch saumäßig) mit dem feinsten Acryl Lack eingeschmiert. Diesen habe ich kurzerhand einfach runter gerissen. Da du das mit dem pechschwarz brennen erwähnst. Die ganze Decke (also die Trägerbalken die wir freigelegt haben ist pechraben schwarz, weißt du ob das was zu bedeuten hat?. An der anderen Seite des gleichen Balkens ist das auch der Fall. Dieser Balken ja natürlich noch weiter! Noch zu deinem Tip! Meinst du ich soll den Balken so verkleiden? Wollte ihn eigendlich schon offen lassen, sieht auch doof aus wenn ich den einen Teil verkleide und den anderen Teil über der Tür frei lasse, den kann ich nicht verkleiden. Hier mal eine Abendliche Aufnahme von dem hinteren Teil unserer Küche links vom Bild siehst du schon einen Teil vom Türrahmen, da geht der Balken noch weiter. Der Fotografierte Teil war so verkleidet wie ich es Dir oben beschrieben habe!

Danke nochmal Stefanie!



Hallo, Steffi!



Guten Morgen! Danke für die weitere Schilderung. Ich weiß natürlich nicht, wie alt Euer Haus ist. Das ist nämlich ausschlaggebend für die Vermutung, daß es sich bei Eurem Küchenbereich um eine ehemalige "Schwarzküche" handelt. Das gab es wirklich! Da wurde über einem offenen Kamin gekocht, der Rauch und Ruß der Feuerung setzte sich in Wänden und Balken fest und ist über Jahrhunderte erhalten geblieben.
Nach dem, wie Du es beschreibst, scheint es ratsam, sich mit Gunnar zu verständigen um sicher zu gehen, daß die Statik nicht leidet, nicht bebeilt werden muß (damit schwächt man den Querschnitt- und es ist eine Sauarbeit...).
Also kurz: Versuchen, alle sichtbaren, freigelegte Balken mit der Drahtbürste kräftig reinigen (zur Holzfaser ausbürsten!!!), mit Gunnars Mittel behandeln und zum Erhalt der Patina anschließend mit Flüssigwachs/ farblos behandeln. Denke, das bringt Euch die besten Effekte und trotz einiger Arbeit und Schweinerei ein zufrieden stellendes Ergebnis.

M.f.G.! aus Zittau

Ernstel



Unser Haus ist 104 Jahre alt!



Unser Häuschen ist 1900 erbaut worden. Der einzige Balken den wir noch frei gelassen haben ist der, der auf dem Bild zu sehen ist. Die anderen waren zwar schwarz aber nicht so stark angegriffen, das wir sie hätten austauschen müssen. Die rechte untere Wand wo der Deckenbalken anschließt ist glaube ich schon nicht mehr Fachwerk, die wurde wohl im Zuge des Anbaus weggemacht, was ich sehr schade finde. Das mit den schwarzen Balken habe ich mir auch schon so gedacht, aber schön es wirklich zu wissen.
Das mit dem Mittelchen hört sich echt gut an, was würde denn soetwas kosten, wir sind momentan nämlich sehr sehr knapp was Geld anbelangt.

MfG

Stefanie Radtke



Bauaufsichtliche Zulassung



Guten Tag,
sehr geehrte Steffanie, wenn es erforderlich ist an tragenden Bauteilen (wie der Fragliche Balken ja wohl ist) bekämpfendenden Holzschutz durchzuführen, müssen die Holzschutzmittel bauaufsichtlich zugelassen sein.
Das hat den Sinn, dass überprüft wurde ob die Mittel für die Gesundheit und Umwelt so verträglich wie möglich sind. Man will das Holz ja vergiften, aber wirklich nur die vorhandenen Larven schädigen und nicht sich selbst. Außerdem umfasst die Prüfung vor der Zulassung etwas ganz simpeles, was bei nicht geprüften Mitteln nicht immer der Fall ist: Das Mittel muss seine Wirksamkeit bewiesen haben!
Ein Fachmann sollte überprüfen, ob die Larven noch aktiv sind oder nicht,wen keine Aktivität vorliegt, kann der balken doch auch so bleiben, er ist ein zeitzeugnis warum soll er versteckt werden. Natürlich muss auch noch geprüft werden, ob die Tragfähigkeit noch ausreicht.
Das Mittel was von Hr. Schneider empfohlen wurde verfügt NICHT über eine bauaufsichtliche ZulassungIch vees handelt sich um ein Verkieselungspräparat. Bitte machen Sie sich doch einmal die Mühe und suchen Sie Imarchiv nach meine alten Beiträgen zu HASIL. Dort habe ich die Ganze Problematik schon einmal ausfühlich erörtert.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold



104 Jahre? Glaube ich nicht !



Halle Steffi
Das Haus ist 104 Jahre alt? So alt also wie viele Häuser die Verkauft werden, irgendwie habe ich das Gefühl das es Üblich ist Bj 1900 anzugeben weil irgendwie scheint da eine Magische Grenze für alle die Leute zu sein die keine ausgesprochenen Fachwerkliebhaber sind.
Den Bildern nach steht das Haus im Ortskern, neben einer Kirche? Da stehen üblicherweise die älteren Gebäude im Dorf, die Balken sind aus Eiche? die Decken sehr niedrig?
Herzlichen Glückwunsch dann habt ihr vielleicht nochmal 100 -200 Jahre dazugewonnen, Ich weis es natürlich nicht, aber dann passt auch das mit der Schwarzküche wieder.
Ahnungsloser Gruß
Hartmut



Warum muss das alles immer so schwierig sein!



Hallo!

Erstmal danke für die vielen Antworten noch mal! Es ist einfach zum Mäuse melken, ich habe irgendwie das Gefühlt, das wenn ich hier ein Problem anspreche von dem ich vorher dachte so schlimm wird es schon nicht sein das Problem immer größer wird.
Fangen wir doch noch einmal am Anfang an! Wie kann ich überhaupt feststellen, ob diese Ficher noch LEBEN! Wenn sie das nämlich nicht mehr tuhen sollten, brauche ich sie auch nicht zu bekämpfen. Ich konnte z.B. bis jetzt keine Holzmehl entdecken und wie ich von einem alten Tisch weiß ist da Holzmehl wenn die Ficher noch leben!
Vielleicht gibt es ja noch andere Kennzeichen an denen ich feststellen könnte, das die Ficher noch leben oder nicht!
Das mit dem Alter des Hauses möchte ich garnicht bestreiten, ich kann auch nur das weitergeben, was ich bis jetzt weiß und das war die Auskunft des Verkäufers. Aber du hast recht, das Haus steht im Ortskern und drum herum stehen noch viele weitere alte Fachwerkhäuser, die aber nur noch äußerlich so aussehen! Innen sind es die modernsten Häuser die man sich vorstellen kann. So mit Fliesen die aussehen wie Holz und schön mit Holzpanelen (die mit PVC Beschichtung versteht sich) verkleideten Decken. Ich bemühe mich ja das Haus so wieder herzurichten wie es sich für ein Fachwerkhaus gehört, aber bei solchen Antworten regt sich bei mir der Zweifel, ob ich es jemals schaffen werde!
Also bitte helft mir!!!

Tschau Steffi!



Lass den Tierchen doch ihr Essen :-)



Hallo Steffi
wenn du bis jetzt kein frisches Holzmehl gefunden hast spricht doch einiges dafür das die Tierchen nicht mehr da sind, wenn du den Balken jetzt auf Sicht lässt müsstest du doch beobachten können ob evtl noch starker Befall vorliegt, Ich weis nicht ob ich jetzt Mist rede aber in gut beheitzten Räumen ist der Spuk meines Wissens eh irgendwann vorbei.
Mein Haus hat Überall Balken (was auch sonst) ich wüsste keinen der nicht irgendwann mal befallen war, davon ist das Haus nicht schlechter, und wenn es irgendwann nach weiteren 150 Jahren oder auch früher mal so weit ist das ein Balken gewechselt werden muss so ist das dank fähiger Zimmerleute sicher auch kein so großes Problem.
Ich würde einfach mal versuchen zu Testen ob der Balken noch fest ist, zb mit einem kleinen Bohrer oder ähnlichen dort wo der sichtbar Starke Befall war. Wenn das Teil nicht gerade in den Balken fällt sondern Dieser spürbaren Wiederstand leistet ist doch alles ok.
Gruß aus Haiger
Hartmut



Na- hallo, Steffi!



Habe leider erst heute abend Zeit, Dir und unseren Beteiligten zu antworten. Zuerst zum Eigentlichen: Statik, HASIL (von einem Feund von mir- einem Bayern erfunden- auch Putze usw.) sind erst mal beim Problem "des nicht Geld- Habens" nachrangig (und das grundsätzlich!). Mitglieder und Zufällige unserer Plattform wollen natürlich immer etwas verkaufen. Alles ist nichts- nur das beste von mir... Darüber bin ich erhaben! Würde mich freuen, wenn manche Leute "garnicht" gar nicht zusammenschreiben würden... Aber das allein sind schon Hinweise... nicht?
Ratschlag: Alles ist schwarz, Balken, Wände usw. Recht hat der Freund, wenn er Dir entgegnet, daß Du noch 100-200 Jahre 'draufrechnen kannst! Warum?: "Schwarzküche" scheint zu stimmen, Tipps von mir auch- was zu bedenken wäre ist die Aussage, daß Statik eine Rolle spielt: Das nur in der BRD, wo jeder Scheiß und Schiß zum Wohle Einzelner schriftlich und gesetzlich gergelt sein muß. Dem ist in Eurem Falle gewiß nicht so!!! Also, Steffi, nicht verzweifeln- einfach anfangen. Die Balken nicht ausbauen(!), mit umweltverträglichem (!) Mittel zur Holzschädlingsbekämpfung behandeln- weitermachen- bürsten und wachsen. Fertig! Und- an Ullrich adressiert!: Zeilen vorab von mir verinnerlichen- dann nachdenken- und: 1999 und 2000 habe ich beim Arbeiten einen Mann im Elsaß kennengelernt; Der hieß Andre Brenner und war der Chef der E.-L. Denkmalbehörde. Viele haben ihn und uns deutsche Zimmerleute belächelt und verspottet. Aber er hat gesagt: Was einmal verbaut wurde, braucht keine neuen Regeln der Statik(!). Nebenbei: Man bemüht sich, aktiv zu bleiben und Dinge mit offenen Augen und klaremn Verstand zu betrachten...

M.f.G.! Ernstel



@ Herr Arnold



Hallo,

ich möchte mich hier nicht über den Sinn und Unsinn diverser Zulassungen und Prüfzeugnisse auslassen. Der wesentliche Grund warum Wood Bliss 1 weder RAL-Gütesiegel noch eine deutsche bauaufsichtliche Zulassung als Holzschutzmittel hat ist das nicht vorhandensein von Gift. Ein Holzschutzmittel kann per Definition nur dann das RAL Gütesiegel erhalten, wenn es Gifte enthält. Da spielt es überhaupt keine Rolle wie gut es wirkt. Das ist für mich Schwachsinn in Tüten und Lobbyismus pur.
Wenn man sich mal die Mühe macht, etwas im Internet zu suchen, so findet man durchaus eine ganze Reihe von ernstzunehmenden Beiträgen über die Wirksamkeit dieses Mittels.
Auch wenn hier hin und wieder kritisiert wird, das die gewerblichen Mitglieder bei fachwerk.de was verkaufen wollen, so gebe ich mir doch alle redliche Mühe, Produkte nur dann anzubieten, wenn ich davon überzeugt bin, das diese dem Fragesteller wirklich was nützen, ich möchte nämlich gern zufriedene Kunden haben, die mich auch weiterempfehlen, denn davon leben ja wohl die meisten von uns.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen angenehmen Abend.



@ Gunnar



Ich bin an deinem Mittel trotzdem noch interessiert. Wahrscheinlich geht es bei diesem Balken sowieso weniger darum die Schädlinge zu bekämpfen als dem Balken wieder etwas mehr Stabilität zu geben. Schreib mir doch einfach mal eine Mail, was mich das ganze so kosten würde!
Nochmals danke für die neuen Antworten, ich denke der Balken ist sowieso nicht mehr tragend, da die Außenwand an die er anschließt (auf dem oberen Bild links zu sehen) sowieso erneuert wurde. Dort ist gar kein Fachwerk mehr drin, nur noch der obere Teil der darauf liegt hat noch Fachwerk, dieser ist aber "wunderschön" verkleidet, wie auf dem Bild zu sehen. Der Balken ist wie schon erwähnt in sich noch stabil und der Befall ist auch nur an dieser Stelle so extrem (das war wohl auch der Grund warum das Fachwerk aus der Außenwand entfernt wurde).
Wenn ich den Balken jetzt einfach mit Leinölfirnis einstreiche mache ich doch nichts falsch oder? Müsste dann nur sehen, das ich die Schwarzen Stellen und die Alte Kalkfarbe von dem lenks stehenden Balken abbekomme, wie mache ich den das am besten?
Der hier erwähnte balken liegt genau links von dem rechten unteren Fenster!

Tschüß und einen schönen Feiertag an alle!

Stefanie



@ Hr. Ulbrich & Hr. Schneider



Guten Tag,
vorweg erst einmal Entschuldigung für die mangelhafte Rechtschreibung. Ich habe zwischen Tür und Angel schnell eine Antwort geschrieben. Außerdem blockt die Firewall ständig Zugriffsversuche ab, dabei fallen einzelne eingegebene Buchstaben weg.
Jetzt zur Sache:
Es ist unwahrscheinlich, dass die Tragfähigkeit so gelitten hat, dass der Balken eine Gefährdung darstellt. Möglich ist es aber. Die Standfestigkeit ist bewiesen, die Standsicherheit muss ein Fachmann beurteilen. Hier ist die Frage nach Aktivität oder Altschaden natürlich auch wichtig, um Prognosen und Maßnahmen bestimmen zu können.
Die Problematik, dass per Definition nur Biozidhaltige Zubereitungen als Holzschutzmittel geprüft werden ist mir natürlich geläufig. In den erwähnten alten Beiträgen habe ich auch darauf hingewiesen. Es wird aber von einzelnen Personen die Meinung vertreten, dass solche Verkieselungen den ganzen Holzquerschnitt durchtränken und dabei nicht nur hinderlich auf Insektenlarven, sondern sogar noch absolut tödlich gegen Pilzhyphen im Holz wirken. Das ist fahrlässig. Eine gewisse Wirkung spreche ich der Verkieselung nicht ab, ich habe jedoch sehr große Zweifel, dass die Wirkung vergleichbar stark zu zugelassenen Insektenbekämpfungsmitteln ist. Bei Silikatisierungen ist ganz entscheidend, dass nicht nur die Zellhohlräume mit dem Produkt gefüllt werden, sondern dass auch eine chemische Bindung an die Zellwände stattfindet. Hier liegen große Schwächen, die erst langsam von der Produktforschung behoben werden. Selbst bei zugelassenen Bekämpfungsmitteln zeigt die Praxis oft einen recht geringen Effekt. Ich vertrete auch nicht den Standpunkt, dass ordentlich Gift im Haus die Probleme schon löst. Wenn eine Bekämpfung jedoch wirklich erforderlich ist, und keine Alternativen zur Chemie bleiben (oft gibt es Alternativen), dann muss auch ein wirksames Präparat eingesetzt werden. Natürlich kann auch etwas wirken, dass nicht zugelassen ist. Im bürokratischen Land Deutschland ist die Zulassung erforderlich, alles andere ist bei tregendem Holz verboten! Es wird viel im Bereich des alternativen Holzschutztes geforscht, in den nächsten Jahren ist sicherlich auch mit anderen, biozidfreien Produkten zu rechnen, die eingesetzt werden dürfen. Die Rechtslage ist im Moment anders.
Zur Festigkeitserhöhung:
Natürlich wird die Festigkeit durch einen Belag aus mineralischen Bestandteilen an den Zellwänden erhöht. Vermutlich besonders die Druckfestigkeit. Für die Festigung einer Holzskulptur usw. eine schöne Sache, wie soll ein Statiker die Festigkeitserhöhung für einen Biegebalken aber realistisch in Zahlen fassen? Alle Vorschriften im Bauproduktenrecht und Bauordnungsrecht dienen der Gefahrenabwehr! Das dabei oft "zu weit geschossen" wird ist klar und in der Praxis immer unbefriedigend. Es geht aber schließlich um Menschenleben.
Zur Aktivitätsbestimmung:
Frische Vollinsekten (z. B. an Spinnweben vor Fenstern), Larven oder Puppen im Holz (Späne abstechen), entsprechende Funde von Fraßfeinden der Holzschädlinge, eindeutig frische Ausschlupflöcher (hell bei UV-Bestrahlung und Staubanfall), Fraßmehl, das nicht durch Erschütterungen sondern durch die Aktivität der Insekten herausbefördert wird, Aktivitätsgeräusche (außer bei Hausbock kaum wahrnehmbar).
Die Holzfeuchte ist bei der Beurteilung wichtig, jedes Insekt hat andere Vorlieben, Splintholzkäfer können bei 7 % Holzfeuchte noch überleben, Nagekäfer lieben es feuchter, bei ca. 11 % ist aber noch eingeschränkte Aktivität möglich.
Es verbelibt mit freundlichen Grüßen an alle Beteiligten der Diskussion
Ulrich Arnold
Ich bin gern bereit auch mit Einzelnen noch zu telefonieren oder einen Briefwechsel zu führen, meine Kontaktdaten liegen ja im Profil vor.



Holzschutz?



Hallo

Ich hab vor Kurzem für neu eingebautes Holz im Fußbodenbereich Borax genommen. Soll gegen Fäulepilze und Schädlinge aller Art helfen. Besteht aus einer Borsalz/ Firnis- Emulsion und div Kräuterzusätzen. Der Hersteller empfielt dieses Mittel auch als Spritzmittel im Dachgeschoss. Meine Frage am Rande: Woodoo oder ernst zunehmendes biologisches Holzschutzmittel?

Ich wohne mitten im Wiener Wald und zumindestens die Spechte lieben meine Hütte...und div Käfer auch



Woodoo - Holzschutz



Liebe Häuslebauer, Renovierer, Kollegen, Alternativensuchende, etc.

Ich finde es langsam peinlich, dass gerade wir, die um ein nachdenkliches Handeln bemüht sind, immer wieder reihenweise die willigen Opfer von Scharlatanen werden.

Ich kann nur den Kopf schütteln über die vielen abenteurlichen Mittel die z.B. zum Holzschutz bzw. Holzschädlingsbekämpfung angeboten werden.

Ich bin gerne bereit, andere Wege zu gehen, lasse mich aber ungern von windigen Geschäftemachern über den Tisch ziehen.

Ich erinnere mich noch gut an eine Produktvorführung eines nahmhaften Hersteller von "Holzschutz-Verkieselungsmitteln". Was war das peinlich, als der referierende "Fachmann" vor einigen Holzschutzspezialisten die bekämpfende Wirkungsweise schlüssig darlegen sollte.

Wenn man diese Produkte dem händeringend nach Alternativen suchenden Bauherren áls bekämpfendes Mittel verkauft, wird hier in unmoralischer Weise mit dem Hab und Gut des Hilfesuchenden gespielt.

Ich kann auch diese Behauptung nicht mehr hören, das Holzschutzmittel zur Zulassung Biozide enthalten müsse.
Schon die Zulassung diverser Mittel die den enzymartigen Chitinsynthesehemmer "Fluvenoxuron" enthalten, zeigt doch, dass es durchaus möglich ist auch andere Wege zu gehen.

Bis heute haben es die Hersteller der Verkieselungsmittel z.B. nicht geschafft, sich einer seriösen Auseinandersetzung in Fachkreisen zu stellen und eindeutig falsche Darstellungen endlich zu korrigieren.
Statt dessen flüchtet man sich schmollend in die Ecke der verkannten Opfer der chemischen Industrie.
Und das Schlimmste, geht man damit beleidigt mit dem Nymbus des verkannten und verbannten Allheilmittelherstellers in unseren Kreisen hausieren, wird diesen Leuten dort auch noch ein willkommenes und finanziell lohnendes Zuhause geboten.

Kollegen die solche Mittel empfehlen, sollten sich bitte endlich Ihrer Verantwortung bewusst werden!!!!

Ich habe die Nase voll davon, jungen Familien gegenüber zu stehen, die nach dem unüberlegten Rat von Handwerkern, selbsternannten Fachleuten und eifrigen Geschäftemachern nun vor einer ruinierten Existenz stehen.
Familien, die sich verschuldet haben und nun ihre gesamten liebevollen Sanierungsarbeiten abreisen müssen, kein Geld für einen Neuanfang haben und nun den Rest ihres Lebens die Schulden für ein Haus bezahlen, dass sie Dank dieser "Ratschläge" nun nicht mehr haben.

Ich hoffe, ihr versteht meine tiefe Wut auf diese fahrlässigen, dummen oder gar vorsätzlichen "Ratschläge"

Wir sollten unser Hirn einschalten, keine klugen Ratschläge zu Dingen geben von denen wir nichts verstehen und uns auf unsere wirklichen Kompetenzen besinnen.


Es grüßt


Lutz Parisek


PS:
Liebe Stefanie, ich hab nach dem Foto den Eindruck, dass es sich hier kaum um einen aktiven Befall handelt.(Kann aber auch täuschen)
In jeden Fall, solltest du hier wie bei jeden erkrankten Orgasnismus vorgehen:
erst die kompetende Diagnose
- dann eine wohlüberlegte Therapie



Hallo, Steffi- guten Tag, Herr Parisek!



Das war eine "Standpauke" wie aus dem Lehrbuch! Letztlich, Herr Parisek, haben Sie zum Teil recht: Genau wie im Lehmbau- es wird experimentiert, man erfindet neue Fahrräder und alle möglichen Leute (auch windige!) versuchen ihren Schrott, der nicht funktioniert und unzulänglich geprüft, aber patentrechtlich angemeldet und zugelassen ist, zu verkaufen. Gleiches im Holzschutz (bin staatl. anerkannter Desinfektor- das nur am Rande). Alles wird "totgeregelt", viele vergessen über dem Durchlesen einer gestzlichen Regelung darüber gründlich nachzudenken.
Den "Teil des Recht- Habens" beziehe ich hier an dieser Stelle auf Ihren letzten Abschnitt: Soll Steffi sich selbst helfen? Wie kann es ihr allein möglich sein, "eine kompetente Diagnose" zu stellen? Kurz und bündig!: In der Regel ist bei in Räumen verbautem Altholz (damals war's sicher neu) nur Anobienbefall zu verzeichnen, wenn "das Umfeld stimmt"; was heißen soll, daß es regelmäßig warm war, ein wenig Raumfeuchte vorhanden ist. Ist nun eine sog. Zentralheizung ohne "punktuelle Wäreme"- wie bei einem Ofen-eingebaut worden, dann kann Steffi ziemlich sicher sein, daß den Tierchen die Lebensgrundlage entzogen wurde. So viel dazu. Im übrigen- wir behandeln innen verbaute Hölzer in der Oberflächenbearbeitung z.B. mit WAIDLASUR- sind also sicher keine Scharlatane (bis auf die Tatsache, daß kaum jemand die Vorteile von Brennen, Rußbindung, Wasserglas und natürlichen Lasuren wie eben Waid, kennt!)Also- möglichst so wenig Chemie wie es nur geht...
M.f.G.! Ernstel



Holzwurm gibt seinen Senf dazu....



Hallo Ihr Lieben,
nach einiger Zeit ausserhalb dieses Forums musste ich doch mal die Arbeit an unserer neualten "Villa" unterbrechen. Keine Angst, über den Sinn und Unsinn deutscher VOs und Bestimmungen lasse ich mich nicht auch noch aus, eher zwei drei Kleinigkeiten aus der aktuellen Praxis: mein Versicherungsmann hat mir erklärt,die vielen Altbauten von "1900" sind sozusagen eine Folgeerscheinung der EDV, die dummen Elektronenhirnis können mit früheren Jahreszahlen z.B. in Formularanwendungen nix anfangen....versucht mal eine automatisierte Versicherungsberechnung für ein Haus von 1700....ERROR!! Also machen es auch die Immobilienmakler und die Banken nicht anders, schreiben munter 1900 hin und fertig ist der Bauboom:-))

@ Steffi: Lein- oder Naturharzhartöl ist super, habe ich auch so gemacht. Für Farbreste und schwarze Stellen bin ich mit Bürsten und Schabern gut bedient gewesen...

@ Ernstel: Applaus!!!Das ich hier nochmal was von Färberwaid hören würde, hätte ich ja nicht geglaubt....wo bekommt man das Zeug, hast Du Bezugsquellen??

so, genug gesabbelt, jetzt muss ich wieder in unser zukünftiges Kinderzimmer, Styroportapete von den Wänden ochsen..



Ja, Philipp- habe ich!



Im Übrigen: Zu besichtigen im Fürst- Pückler-Park Bad Muskau. Im Osten Deutschlands, unterhalb (also südlich) von Cottbus. Dort u.a. habe ich das schicke, nach Kuhstall riechende Zeug (sind nur 1-2 Tage, danach riecht es im Innenverbau nicht mehr! Versprochen!!!)das erste Mal verarbeitet. Und zwar am alten Fachwerkschuppen neben der Orangerie. Das war eine Initiative des Prof. Heribert L. Jünemann aus Fulda. Danach habe ich es noch einige Male weiterverwenden dürfen. So u.a. im Schloß Trebsen bei Grimma.
Bin gern bereit, Bezugsquellen preiszugeben...
M.f.G.! Ernstel aus Zittau



Jetzt bin ich mal wieder drann ...



Hallo!

Wieder mal danke für die vielen neuen Beiträge. Kann mich leider erst jetzt melden, weil ich zwei Wochen auf Dienstreise in Wilhelmshaven war!

Fassen wir mal zusammen:

1. Laut euren Beiträgen sollte ich erstmal einen "Experten" in mein Häuschen einladen damit dieser Feststellen kann, ob dieser Balken noch Tragfähig genug ist und mir nicht irgendwann einstürzt (wobei ich glaube, das er sowieso nicht mehr trägt)! Außerdem hat der Zimmermann, der das hier abgebildete Balkenwerk erneuert hat, keinerlei Bedenken geäußert. Ihn hatte ich nämlich auch gefragt, wie ich diesen Balken behandeln könnte, hätte er das dann nicht auch erwähnt?

2. Über die Schädlingsbehandlung habe ich noch keine ausreichende Antwort bekommen, was wohl auch ein schwieriges Thema zu sein scheint. Ich konnte keinen Befall feststellen, aber wie hier auch erwähnt wurde, bin ich kein Experte der das mit Sicherheit feststellen könnte.

3. Die Behandlung mir Farbe ist auch schwierig. Behandel ich diesen Balken nur mit Leinöl, sehe ich auch weiterhin die unansehnlichen Stellen, die ich eigendlich mit einem Anstrich verbergen wollte. Alle anderen Anstriche sind hier jedoch verpöhnt. Verkleiden möchte ich den Balken nicht mehr, ich habe ihn ja gerade freigelegt! Wie sieht es denn aus, gibt es eine Möglichkeit des Anstriches mit Farbe? Wie sieht es z.B. mit einer Holz Lasur in einem dunkleren Farbton aus (z.B. so etwas wie Bondex), währe das möglich?

4. Es ist ja nicht so, dass dieser Balken der einzige währe, ich habe allgemein das Problem wie ich die ganzen langsam ans Tageslicht beförderten Balken behandeln soll. Glücklicherweise sind diese Balken nicht so heftig vom Wurm zerfressen, sie sehen von der Beschaffenheit eigendlich ganz gut aus!

Also bitte gebt mir eine Lösung zum Anstrich von Balken allgemein, diese sollte aber auch machbar sein für einen Leihen wie mich! Auch eine Behandlung für den Außenanstrich würde mich interessieren, auch wenn das noch nicht ganz so akut ist bei uns.

Noch eine Erwähnung zum Schluss. Wir haben keine Zentralheizung eingebaut, weil uns bis jetzt noch das Geld dazu fehlte. Bis jetzt heizen wir mit Holzöfen, wobei in der Küche wo der oben abgebildete Balken ist, momentan nur eine kleine Elektroölheizung steht, da kein Ofen installiert.

Das Bild zeigt die Wand zwischen Küche und ehemaligem Bad, im Hintergrund ist auch der erwähnte Balken zu sehen. Bei dieser Wand musste der untere Balken der auf dem Fundament liegt kommplett ausgetauscht werden und auch ein Teil des linken Trägers. Wie es vorher dort aussah und wie es jetzt dort aussieht seht ihr auf Bildern in meinem Profil! Ich finde da habe ich schon viel geschafft!



Na, hallo Steffi!



Warum (in dreiteufelsnamen) Farbe? Mit allen (!) Farbanstrichen jeglicher wird das Holz "dichtgemacht"! Es ist so, als wenn man einem Menschen einen Plastikbeutel über den Kopf stülpt und wartet, bis er keine Luft mehr bekommt... Also: nochmals zum Mitmeiseln- im Innenverbau darauf achten, daß geschädigte Balken nie mehr als 1/3 des Querschnitts nach Bearbeitung (Schleifen, Bebeilen, Sägen) verlieren! Möglichst nie mit Farben streichen! Lasuren (eingefärbte!!!) atmen und sind attraktiv. Also- zusammengefaßt: Dein Zimmermann und Kollege wird es schon richtig einschätzen- Traglast besteht. Nur- Du solltest Dich entscheiden, ob Du mit Farben arbeiten möchtest (sieht immer künstlich aus...) oder doch lieber auf früher verwendete Mittel (Leinölfirniß mit Pigmenten abgedunkelt)zurück greifen möchtest. Nur ein Tipp von mir...
M.f.G.! ERnstel aus Zittau



Also Lasuren oder Leinöl!



Danke mal eine richtige Antwort! Lasuren können also eingesetzt werden. Besser ist denke ich wohl Leinölfirnis. Mit welcher Art von Farbpigmenten kann ich Leinölfirnis denn abdunkeln? Vor allen Dingen wo bekomme ich die denn her?

Danke Steffi



Bezugsquellen...zum Beispiel hier!



Moin Steffi,

auf die Schnelle zwei www-adressen für Pigmente undsoweiter, aber gibts im Vogelsberg keine Ökoläden???*fg* die sind eigentlich immer ein sicherer Anlaufpunkt.Oder SoPo`s, da hole ich meistens mein Leinöl und Standöl.
http://www.kremer-pigmente.com/home.htm
und
http://www.farbenwerkstatt.de/Shop/shop.htm

mit Rezepten melde ich mich morgen wieder!

Gruss aus dem Wendland,

Philipp



Pigmente



Hallo,

wir bieten in unserem Webshop auch alles benötigte an. z.B. Pigmentpulver und Leinölfirnis von Kreidezeit. http://shop.egs-natur.de

Mit besten Grüßen