Kauf von alten Eichenholzbalken, meine Frage vom 13.05.2008

13.06.2008



Hallo,

für die hilfreichen Hinweise auf meine Freage vom 13.05.2008 möchte ich mich herzlich bedanken. Keiner der Zimmermänner hat sich als der erwiesen, dem ich mein Vertrauen schnenken werde. Somit habe ich mich entschlossen, mir mehr Zeit für die Suche nach einem Fachmann zu geben. Das Haus steht nun mehr als 300 Jahre und wird sicherlich noch einige Monate auf die Reparatur warten können.

Eine Frage möchte ich stellen und zwar hinsichtlich der Besorgung von alten Eichenbalken. Ich möchte mir gern einen Vorrat guten Holzes zulegen. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob dies ohne eine Absprache mit dem zukünftigen Fachmann auch sinnvoll ist. Ich hätte derzeit die Möglichkeit ca. 2 Kubikmeter alte Eichenholzbalken - ca. 150 Jahre alt - aufzukaufen. Das Holz wurde nach dem Abriß eines Wohnhauses vor 15 Jahren in einer Scheune trocken untergebracht. Darunter befinden sich mehrere Balken die eine Länge zwischen 4,80 Meter und 5,16 Meter aufweisen -Höhe /Breite von 18,5 cm bis 25 cm - aber auch kürzere Balken, die sich hervoragend für den Ersatz bzw. für eine Reparatur von Pfosten oder Riegel eignen würden.

Ich würde mir das Holz lediglich aus "Verdacht" hinlegen. Der Preis inkl. Antransport durch den Bauern beträgt 1400,00 Euro.

Wie ist Ihre Meinung zu diesem Vorhaben? Ist es sinnvoller die Suche dem Zimmermann zu überlassen? Bewegt sich der Preis im Rahmen?

Vielen Dank für Ihre Hinweise und beste Grüße
Johannes



Das Problem bei alten Eichenbalken...



... ist, dass sie nie so passen, wie man sie gerade braucht.

Ich hatte im letzten Jahr eine große Restaurierungsmaßnahme mit einem Ensemble von fünf Fachwerkhäusern aus dem späten Mittelalter, bei dem eine hervorragende Zimmerfirma die Fachwerkrestaurierung durchgeführt hat. Obwohl wir zeitweise ein Riesenlager von bis zu 20 m³ Eichenholz in Zweitverwendung an der Baustelle hatten (insgesamt wurden 45 m³ Eiche Zweitverwendung verbaut), war ganz selten ein direkt passendes Stück dabei. Vor allem passende Dimensionen ohne Zapfenlöcher (für Unterzüge, Sparren etc.) sind meist rar, erst recht wenns lang und gleichzeitig dick sein soll.

Ich würde empfehlen, die erforderlichen Hölzer durch die Zimmerfirma besorgen zu lassen. Die hat (entsprechende Erfahrung vorausgesetzt) den Blick für die benötigten Stücke und die Qualität, und sie kann nicht genutzte Teile an anderen Stellen verwenden. Diese Firmen kennen auch immer eine Reihe von Altholzhändlern, bei denen sie die Materialien bekommen.

Vielleicht kann der Bauer die Balken noch ein paar Monate liegen lassen ? Der Preis wäre jedenfalls im üblichen Rahmen , der je nach Qualität und Dimension jedoch stark schwankt.

Viel Erfolg!

Marc Sattel



Eichenbalken



Hallo Johannes,
Ich bin ja eigentlich kein Freund von :altes Holz einbauen!
Aber der Preis scheint ja ok zu sein.
Trotzdem : Altes Holz war ja auch einmal NEU.
Zimmerleute verlangen in der Regel einen Aufpreis , wenn sie altes Holz wiedereinbauen sollen. (Werkzeuge werden stumpf)
Die Denkmalpfleger sehen das genauso:
Schützenswert ist nur die Originalsubstanz.
Wenn Sie "altes Holz" wiederverwenden , machen Sie auf jedes Stück einen Brandstempel des Einbaujahres.
Sonst kommen in 100 Jahren die Kunsthistoriker durcheinander.
Eigentlich heißt die Parole : Was neu ist ist neu und was alt ist ist alt.
viele Grüße



Bauholz in Zweitverwendung



Natürlich ist es ein Problem für nachfolgende Bauforscher-Generationen, wenn Holzbauteile aus allen möglichen Jahren wiederverwendet werden. Allerdings war das bisher auch immer der Fall gewesen - damit müssen die Bauforscher auch heute schon klarkommen. Wer immer nur nach der Dendrochronologie und nicht nach dem Gefüge geht, geht in die Irre. Doch finde ich den Vorschlag von Robert Göbel (Brandzeichen) hier sehr gut, habe mir das auch schon mal überlegt. Es ist dann aber aus praktischen Gründen nicht zum Einsatz gekommen.

Das Alt-Bauholz wird aber meist aus technischen Gründen verwendet, da entsprechend durchgetrocknetes Eichenholz als Neuholz praktisch nicht zu bekommen ist. Kammertrocknung wirkt nur ein paar mm bis cm tief bei Eiche. Für Reparaturstücke ist dieses Holz in Ausgleichsfeuchte aber erforderlich, da es sonst zu nachträglichem Verzug und Rissen kommen kann.

Gruß, Marc Sattel





Hallo Johannes,

ich habe meine antiken Eichenholzbalken aus dem Wohnzimmer ausgebaut und sie trocken gelagert. Es sind Eichenholzbalken aus einer alten Fachwerkscheune in Willich, Alter ca. 300 Jahre. An laufenden metern sind es ca. 30 und ich würde sie für 400 Euro verkaufen. Wenn Du Interesse hast, ruf mich bitte unter 02156 109813 an.

Carsten