nachbehandlung des freigelegten fachwerks

21.09.2007



Hallo.
ich habe gerade eine Fachwerkwand im Innenbereich freigelegt. wie kann man die Balken behandeln? es befinden sich zum Teil noch alte Farbschichten drauf, und an manchen Stellen ist das Holz recht zerfurcht. es gab schon mal einen beitrag, da hieß es mit einer elektr. Drahtbürste abbürsten. aber schädigt man das Holz damit nicht noch mehr?



Elektrohobel



Hallo,

wir haben gerade eben dasselbe Problem gehabt, auf unseren Balken waren allerdings keine Farbreste sondern hauptsächlich Spuren des alten Putzes.

Mein Mann hat die Balken einfach mit einem Elektrohobel vorbehandelt, das ging sehr gut. Da die Eichebalken sehr hart sind, wurde immer nur sehr wenig Holz abgehobelt und es waren fast keine Hobelspuren zu erkennen. Anschließend hat er sie mit einem Exzenterschleifer mit einer 40er Körnung geschliffen. Die Körnung musste in unserem Fall so grob gewählt werden, weil die alten Eichebalken sehr hart waren.

Diese Vorgehensweise ist aber unserer Erfahrung nach für Fichtebalken weniger geeignet, weil diese viel weicher sind. Wir hatten (leider) einen solchen Balken dabei. Den haben wir einfach nur mit einer feineren Körnung (120er) mit dem Exzenterschleifer abgeschliffen.

Ich kann mir außerdem auch denken, dass die Behandlung mit einer Drahtbürste (elektrisch oder von Hand) das Holz nur weiter schädigt, weil diese die weichen Bestandteile aus dem Holz herauslösen kann.

Ich hoffe, Ihnen hiermit eine hilfreiche Anregung gegeben zu haben.

Mit freudlichen Grüßen,

Cordula Seglers

PS.: Auf dem Bild kann man übrigens ganz gut die Unterschiede zwischen den behandelten und den noch nicht behandelten Balken erkennen.



holzart



vielen Dank, ich denke das hilft mir schon weiter. ich bin allerdings kein Fachmann und weiss nicht aus welchem Holz die Balken sind. Haben Sie die Fichtebalken auch vorher mit dem Elektrohobel abgehobelt oder nur geschleift?
MfG
Martina Wagner



Schleifen genügt



Hallo,

ganz so gut kennen wir uns mit den Holzarten auch nicht aus. Wir vermuten inzwischen sogar, dass es sich bei dem auf dem ersten Foto (oben) zu sehenden Querbalken nicht um Fichte sondern um Kiefer handelt. Kiefernholz ist aber auch viel weicher als Eiche und wir haben diesen Balken nur abgeschliffen, das war in unserem Fall ausreichend. Damit können Sie auch nicht viel falsch machen, und ich würde es an Ihrer Stelle zunächst einfach mal mit einem Exzenterschleifer probieren.

Versuchen Sie doch einfach mal, Ihre Balken an einer Stelle zunächst etwas zu schleifen, bis das Holz zu sehen ist. Wenn es sehr hell ist und Sie mit dem Schleifgerät überhaupt ein Ergebnis erzielen, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich nicht um Eiche, sondern um Fichte oder Kiefer. Aber Sie werden ja auch schon beim Schleifen merken, ob Sie auf diesem Weg die Farbreste wegbekommen und das Ergebnis Ihren Vorstellungen entspricht. Dann hat es sich mit dem Hobeln vielleicht ohnehin erledigt.

Ich hoffe, Ihnen hiermit ein wenig weitergeholfen zu haben, und wünsche Ihnen noch viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen,

Cordula Seglers

PS.: Ich habe noch einmal ein anderes Bild von unserer Fachwerkwand hochgeladen. Der hellere obere senkrechte Balken ist im Gegensatz zu den anderen Balken, die aus Eiche sind, nur aus Kiefernholz und wurde nur geschliffen (ist allerdings noch nicht ganz fertig).



Das Bürsten...



...ist jedenfalls wesentlich schonender als Hobeln und Schleifen. Außerdem wird das Holz leicht strukturiert, was viele bei alten Balken als schön empfinden. Beim Hobeln kann auf alten Balken der Hobelmesserverschleiß durchaus zum Kostenfaktor werden.

Es gibt verschiedene Bürsten: Stahldraht, Messing, verschieden Kunstfasern. Und man kann die Bürsttiefe einstellen und recht schonend arbeiten.

Grüße

Thomas



Zum Hobelmesserverschleiß...



...möchte ich kurz ergänzen, dass unser billiger Baumarkthobel (30 Euro) bis jetzt immer noch durchhält und kein neues Messer gebraucht hat, wir hatten allerdings bisher nur eine Wand von ca. 3 x 4 m zu behandeln.

Die durch das Hobeln erzielte Oberfäche ist allerdings wirklich sehr glatt, fast wie "neu" (mit Ausnahme der bereits vorhandenen, tieferen Kerben) und somit absolut eine Frage des Geschmacks und sicherlich nicht jedermanns Sache. Man sollte sich schon vorher darüber im Klaren sein, wie der Balken nach der Behandlung aussehen soll. Uns gefällts allerdings und da die alten Balken sehr dick waren, konnten wir gut auf ein paar Millimeter verzichten.

MfG

Cordula Seglers



bürsten



also ich hab es mal an einer Stelle mit der Hand mit einer Drahtbürste ausprobiert. Hinterläßt schon tiefe Spuren. Andererseits möchte ich die Balken auch nicht ganz glatt haben und die Wandstärke (zum Nachbarhaus) ist glaub ich auch nicht sehr tief. Werde es mal mit einer anderen Bürstenart versuchen.
Gruß Martina Wagner



Gemeint war eine motorgetriebene Bürste



von Festool oder Makita - geht wirklich besser als von Hand

Grüße

Thomas





Wir haben es mit einer Flex gemacht, habe aber eine Metallscheibe aufgezogen, das ging prima, Eichenbalken werden so glatter und es geht leichter. Drahtbürsten rutschen leicht weg und das Holz reisst auf.

LG Christine