Offenes Sichtwerk im Innbereich

19.08.2013 sweetdevilw



Hallo ihr Lieben!

Mein Mann und ich haben uns vor einiger Zeit bereits ein Bauernhaus gekauft. Nachdem die "Abrissarbeiten (Entfernen von lästige Wandbelägen mehrerer Jahrzehnte, sowie diversen Fußbodenschichten)) sind wir nun am Aufbau dran. Nachdem wir die Wände bereits großteils mit Lehmputz verputzt haben und das sichtbare Fachwerk im Innenbereich satiniert haben - wollen wir dieses nun vor äußeren Einschlüssen schützen (bspw. vor Wasser vom Bumengießen, Schädlingen etc). Es handelt sich im gesamten Haus um Eichenbalken, welche auch noch bis auf ein paar kleinere Holzwurmlöcher (bei einem Haus aus 1717 lässt sich das wohl auch nicht ganz vermeiden) noch top in Schuss sind (laut unseres Fachholzwurmes der die Balken gecheckt hat). Nun bietet die Industrie VIELE Mittelchen an - von der Lasur übers Wachs bis hin zum einfachen Leinöl... Wir wollen den natürlichen Holzlook behalten - also keine Pigmente oder so n Gedöhns - und einen Farbe natürlich schon dreimal nicht!

Könnt ihr mir da iwas empfehlen?

Desweiteren steht auch noch der Abschliff des Bodens an, da wir einige der alten Dielen erhalten wollen und vor allem können. Mit was würdet ihr diese einlassen? Ölen/wachsen? Oder doch mit Lasur behandeln?

Ich freue mich schon jetzt über eure Tipps!



Hallo



Ein Anstrich gegen schädlinge ist sicher nicht notwendig,das Blumenwasser wird das Holz auch nicht angreifen,wenn würde ich zu einem leinölprodukt raten.
Ist der obere Riegel ganz durchtrennt,oder ist das eine Blattung wo die Hälfte unterm Lehm verschwunden ist?

Grüße Martin





Das ist eine Plattung - davon haben wir einige im Haus. Wir vermuten, dass unser Häusle teilweise aus einem älteren Haus recycelt wurde.... Man findet immer wieder Balken an denen die Verzapfungen an ganz komischen Stellen auftauchen - oder eben diese Aussparungen. An diesen Stellen haben wir vorsichtig den alten Lehm ein Stück weit abgetragen - um uns zu vergewissern, dass es sich auch wirklich um eine "Aussparung" handelt und nicht um einen halben Balken! In der Küche (das sichtbare Foto) war es relativ einfach, da auf der anderen Seite das Büro liegt - und dort ein vollständiger Balken sichtbar ist. Dunkeln Leinölpräperate noch sehr nach? Und wie ist es mit der Fleckenbildung?

Anbei ein Bild vom Büro - hier ist die "Aussparung am vorderen Balken - jedoch nicht von der Küche aus zu sehen ;)
Die Glassteine hat der Vorbesitzer verbrochen - hier werden wir erstmal allerdings nichts ändern... Priorität liegt grad eher beim baldigen Einzugstermin Ende November ;)))





Das ist eine Blattung - davon haben wir einige im Haus. Wir vermuten, dass unser Häusle teilweise aus einem älteren Haus recycelt wurde.... Man findet immer wieder Balken an denen die Verzapfungen an ganz komischen Stellen auftauchen - oder eben diese Aussparungen. An diesen Stellen haben wir vorsichtig den alten Lehm ein Stück weit abgetragen - um uns zu vergewissern, dass es sich auch wirklich um eine "Aussparung" handelt und nicht um einen halben Balken! In der Küche (das sichtbare Foto) war es relativ einfach, da auf der anderen Seite das Büro liegt - und dort ein vollständiger Balken sichtbar ist. Dunkeln Leinölpräperate noch sehr nach? Und wie ist es mit der Fleckenbildung?

Anbei ein Bild vom Büro - hier ist die "Aussparung am vorderen Balken - jedoch nicht von der Küche aus zu sehen ;)
Die Glassteine hat der Vorbesitzer verbrochen - hier werden wir erstmal allerdings nichts ändern... Priorität liegt grad eher beim baldigen Einzugstermin Ende November ;)))



Sichtbalken einlassen



Bei Kunden von uns hat sich dafür der Bienenwachsbalsam auf Ölbasis bewährt.
Der Balsam besteht aus Leinöl, Leinölstandöl, Bienenwachs und Carnaubawachs. Das Öl gibt einen Tiefenschutz. Das Wachs füllt die Poren und ermöglicht eine gleichmäßigere Oberfläche.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Die



Böden würde ich auf alle Fälle ölen!

Lasur ist eine ganz schlechte Idee, das hat die Vorbesitzerin unseres Hauses versucht, ausgerechnet auf Fichtendielen in der Küche und mit nussbrauner Lasur. Tritt sich komplett ab. Mit regelmäßigem Auftrag von Büffelbeize ist das halbwegs zu kaschieren, aber wer will alle paar Wochen auf den Knien rutschend wachsen?



Holzdielen ölen



Die Frage mit den Holzdielen habe ich ganz übersehen. Also das mit dem Bienenwachsbalsam auf Ölbasis gilt nur für das Fachwerk bei den Innenwänden und im Deckenbereich.

Bei den Holzdielen wird das Parkettöl - Fußbodenöl verwendet.

Wachsen geht nach dem Ölen als Finish - ist aber pflegeintensiver. Ich würde ausschließlich ölen.

Eine Holzlasur ist für stehende Holzflächen ausgelegt und daher eher etwas weich eingestellt. Als Farbgebung auf dem Rohholz ist das möglich - sie darf dann aber nicht als Schicht stehen bleiben und es braucht auf der Farbgebung noch einen widerstandsfähigen Schutzfilm - z.B. durch das Finishöl. Das sind dann eher experimentelle Lösungen für Bastler, die unbedingt eine spezielle Farbe wollen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Sollte



man dann nicht eher zu Beizen greifen als zu Lasur? Das wäre jedenfalls mein Impuls als Heimwerker.



Osmo



Sodele - ich habe soeben zumindest meine Holzbestellung aufgegeben. Für den neuen Fußboden (Echtholzdielen Fichte) im Schlafzimmer (hier wandeln wir momentan auf Spelzen und Balken - da der Boden leider nicht mehr zu retten war) wurde mir nun "OSMO Hartwachs-Öl 3032 Farblos..." empfohlen... Ich sehe mich ja nun schon über unsere etwa 150m² (abzüglich etwa 30m² Fliesen) also noch 120m² Holzboden robben. Da wir ja keinerlei Farbpigmente haben möchten erübrigt sich bei uns zum Glück die Frage nach beizen und Co...



Ich



habe selber keine Erfahrungen damit, aber hier im Forum wird von Hartwachsöl immer massiv abgeraten!

Besser reine Hartöle verwenden. Wir haben letztes Jahr einen Eichenboden mit Bona Parkettöl behandelt, wenn wir versucht haben die Dreckschicht von den Handwerkern (diese Idioten haben zum Anpassen der Tür unsere Abdeckung vom Boden entfernt und sind x-mal mit dreckigsten Schuhen über den Holzboden gelatscht) gebe ich Rückmeldungen über die Haltbarkeit!

Der Ölauftrag auf das 100 Jahre alte Eichenholz war nichts was ich gerne wiederholen würde... man hat das Holz regelrecht schlürfen gehört, so schnell war stellenweise das Öl weg. Ich hab glaube ich von 23 Uhr bis 2 Uhr alle halbe Stunden Überstände verteilt und nachgeölt wo das Öl schon eingezogen war und an manchen Stellen war der Boden immer noch nicht wirklich satt getränkt.



reine Hartöle



Leider ist das nicht so ganz klar, was ein "reines" Hartöl ist. Selbst "Hartöl" ist ja ein Begriff, der für so manches verwendet wird.

Ich würde Wert darauf legen, dass keine Schicht auf der Oberfläche verbleibt. Hartwachsöle haben i.d.R. soviel Wachsanteil, dass es zu einer Schicht kommt. Gerne wird Paraffin dazu eingesetzt. Das Paraffin macht die Oberfläche relativ dicht - das eingezogene Öl kann entsprechend schlecht oxidativ austrocknen.

Deshalb trennt Natural Naturfarben ganz bewusst den Vorgang der Ölsättigung von dem Finish Wachs. Erst Ölen - dann, wenn gewünscht, wachsen.

Zum Einsatz kommen bei Natural aber nur Bestandteile, die das Holz noch ein Stück Natur sein lassen. Eine Schicht empfehlen wir auf dem Holzboden nicht. Der Schutz soll im Holz nicht auf dem Holz sein.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Das gilt



für das Bona-Öl jedenfalls auch, laut Anleitung muss man jegliche Überstände vor dem Antrocknen abnehmen, so dass keine Schicht auf dem Holz entsteht.

Ich will hier jetzt absolut keine Werbung für Baumarktprodukte machen, das Öl war für uns halt leicht und schnell zu beziehen, gab es gleich dort wo wir die Schleifmaschine geliehen haben. Basis ist hauptsächlich Leinöl, so riecht es auch. Zur Verarbeitung finde ich es gar nicht so störend, dass keine ätherischen Öle drin sind.

Von Natural kenne ich nur die Profi-Linie und das Möbel-Öl für Heimwerker aus eigener Erfahrung. Das Profi-Bodenöl ist bislang völlig in Ordnung, das Möbel-Öl hat mich nicht begeistert, die Möbel riechen noch viele Jahre später unangenehm.



Handwerker....



.. die haben wir zum Glück hinter uns - lediglich der Fensterbauer fehlt uns noch... Der ist aber binnen eines Tages wohl durch um die 3 noch einfach verglasten Fenster zu tauschen. Rähmen können drin bleiben.... Mir wäre halt wichtig, dass ich das Prozedere nicht jedes Jahr machen muss - und das Holz wirklich optimal geschützt ist (wir haben zudem zwei Hunde - da wären Kratzer auch vorprogrammiert) und gesund soll das Ganze auch noch sein. Noch hat das Ganze auch ein wenig Zeit (die Osmo-Produkte ließen sich auch einfach wieder zurückgeben solange ungeöffnet)wir wollen erst relativ Spät anfangen die Böden abzuschleifen und auch das Verlegen des neuen Bodens wird noch dauern. Zudem erfolgt die Lieferung auch erst in ein bis zwei Wochen....
Zudem sollte es bezahlbar sein - wie die meisten Eigenheimneubesitzer müssen wir ein klein wenig aufs Geld achten....