gemischter Aufbau einer Fachwerkwand

12.11.2002



Wir wohnen seit kurzem in einem Fachwerkhaus mit Wandstärken von 16-17cm. Beim entfernen schadhaften Putzes (vermutl. Kalk-Gipsputz) traten unterschiedliche Materialien in den Gefachen zu Tage 1. Lehmriegel(teilw. beschädigt) 2. Klinker mit Lehmfugen. Kann ich nun vor den alten Putz mit Lehm(leicht)bausteinen stellen oder welche Möglichkeiten haben wir das Fachwerk von innen zu dämmen, ohne den Taupunkt in die Wand bzw. auf die alte Putzebene zu verlegen? Ist Y-tong mit Perlitschüttung im Zwischenraum eine preisgünstige Alternative?
Vielen Dank im Voraus



Leichtlehm



Leichtlehmsteine von innen vor die vorhandene Wand ist die beste Möglichkeit die Fachwerkwand zu ertüchtigen. Es sollte aber kein Zwischenraum bestehen bleiben. Wenn Sie auf die klimaregulierende Eigenschaft des Lehms verzichten wollen, können sie natürlich auch die Ytong Variante (wäre schade) nehmen.



Fachwerkwand



Hallo, da stimmen wir am vorherigen Beitrag zu, bitte nicht mit Ytong arbeiten, da Ytong Alluminium enhält. Wir haben sehr gute Erfahrung mit einer Dämmung aus Schilfrohrmatten. Und anschliessend mit reinen Kalkbaustoffen arbeiten, da Kalk basisch ist, bei uns erhältlich. Auf diese Weise haben wir schon X Schlösser, Kirchen, Fachwerkhäuser und andere restauriert. Lesen Sie mehr in unserem Profil. Wir schicken Ihnen auch gerne unsere ausführliche Broschüre zu. MfG Veronika Klepac



Marode Grundbalken



Suche nach einer Möglichkeit den tlw. recht maroden Grundbalken aus Eiche rund um unser Fachwerkhaus zu erhalten. Durch die beigeputzte Grundmauer konnte eindringendes Wasser nicht entweichen und der Balken ist im untere Drittel der Auflagefläche bröselig. Ich wollte nun den Balken Meter für Meter gesundschneiden, mit einer bituminösen Folie unterlegen und Stampfbeton zwischen Balken(Folie) und Fundament drücken. O.k. oder gibt es Alternativen??



Marode Grundbalken



Ich finde es gut, wenn Sie die morschen Teile des Balkens entfernen. Viele denken immer bei der Altbausanierung falsch, sie arbeiten immer gegen die Feuchtigkeit anstatt mit Ihr zu arbeiten. Wenn Sie eine Folie unter den Balken legen wird der Ihnen wieder verfaulen, bei Zement ist es gleich. Überall, wo man später über die Balken Zement angebracht hat sind die Balken verfault. Doch dort, wo mit reinen!!!!! Kalkbaustoffen gearbeitet wurde, frühere Zeiten sind die Balken vollkommen intakt. Am Boden gilt das gleiche. Früher haben die Menschen es verstanden, Kalkestriche direkt auf das Erdreich einzubringen. Doch diese simplen und einfachen Methoden sind eben heute für viele altmodisch. Oft klagen die Leute bei uns sie hätten nasse Mauern usw. wir hatten immer eine gute einfache Lösung. Bei uns können Sie sämtliche Baustoffe beziehen. MfG.Veronika Klepac



Wandaufbau Fachwerk



Hallo Hr. Koldehoff und zur Fachlichkeit eines Wandaufbaus im Lehmhaus nur noch soviel, daß die Variante unseres Architekten des Herrn Garkisch richtig ist und ich schon mehrfach so verarbeitet habe, aber es ist eine Platzfrage aufgrund der ca. 13 cm Wandaufbauschale (homogen!). Eine weitaus interessantere Lösung ist der homogene Aufbau mit Holzweichfaserplatten (also in Lehm gebettete Dämmebene) und darauf vielleicht noch eine Wandflächenheizung verlegt und diese in Lehm verputzt. Schöne Grüße aus der Lausitz



bewusst anders Bauen






Hallo Herr Björn Koldehoff ,

es scheint sie haben mehrere Probleme. Lehm ist der beste Baustoff, den sie nehmen können. Bei Ytong stimmt das verhältnis von Wasseraufnahme und Wasserabgabe nicht. Er hält unweigerlich das Wasser zurück und wird in den nächsten 15 Jahren Ihr Fachwerk nachhaltig schädigen. Wenn sie sich mit den Baustoffeigenschaften beschäftigen, werden auch sie dahinterkommen, dass es ein großer Schwindel ist, was uns da aufgetischt wird. Ytong dämmt zwar relativ gut, aber er besitzt keine Wärmespeicherung und wird deshalb neben dem oben angesprochenen ihnen auch noch hohe Energiekosten verursachen. Nicht die Dämmung machts, sondern die Wärmespeicherung. Wir verbrauchen genauso viel Energie in unserem alten Backsteinhaus wie ein Fertigteilhaus mit 20 cm Mineralwolldämmung. Wieso – oben stehts. Auch mal unter (http://www.gesundes-bauen.com/publikationen.htm ) nachschauen. Die Homepage ist jedoch noch nicht ganz aufgeräumt. ;-)

Oder rufen Sie kurz an.

Mit dem Grundbalken (Fußschwelle) ist das schon schwieriger. Holen Sie sich da einen guten Fachmann mit bauphysikalischen Kenntnissen ran. Es wird schwer sein, aber die Suche und die Kosten werden sich für Sie bezahlt machen. Rufen Sie an – vielleicht kann geholfen werden. Woher Kommen Sie?

Viele Grüße aus Radebeul
Michael Reisinger