Bodenaufbau über Gewölbekeller

17.02.2005



Hallo.

Da wär ich wieder mal mit einer neuen Frage. Hab gestern den Fussboden im meinem Wohnzimmer entfernt. Spahnplatten, drunter Dielen, drunter Balken.

Was mich etwas verwundert, ist das die Balken nirgends aufliegen. Nicht auf den Aussenwänden oder auf Zwischenwänden. Das Zimmer liegt zu ca. 60% über einem Gewölbekeller. Ist das ein Statikproblem oder hält das ein Gewölbekeller in der Regel aus?

Kann mir jemand einen Fußbodenaufbau empfehlen? Möchte gerne Teppich Verlegen und die Wärmedämmung sollte der EnEv entsprechen.

Viele Grüsse

Jochen Faber





Daß Balken nirgendwo auf liegen, halte ich für ein Gerücht. Das kommt allenfalls im Dachstuhl bei hängenden Tragwerken vor.
Ist das Haus ein komplettes Fachwerkhaus ?
Daß die Balken nicht auf das Kellergewölbe drücken, um es nicht zu belasten, klingt dagegen logisch. Ein Gewölbe muß sich von allein tragen, sollte aber nicht durch zusätzliche Drucklasten beansprucht werden. Deshalb berühren die Balken des EG nicht den Gewölbebogen.
Nachdenkliche Grüße
D.Fr.



Gewölbekeller+Balken



Hallo

Die Balken waren im "Dreck" oder Sand oder Splitt gelegen??!!
und die Dimensionen waren nicht so üppig??
Normalerweise braucht man auch keine tragenden Balken über einem Gewölbe, da sie nur dazu dienten den Bodenbrettern eine Vernagelungsmöglichkeit zu bieten.
Dämmungsempfehlungen kann ich nicht aus der ferne geben; das muß man gesehen haben.
Darauf achten, dass die Diffusion nicht gehindert wird!
Warum sind die Bodenbretter rausgekommen?

Grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz



Gewölbe



Bei uns im Haus ist der Aufbau genauso.Da ist eine Schüttung aus klein gemahlenen Ziegeln und oben trauf Holzbalken 10*12 mit Holzdielen ohne Auflage(Balken).Ich hatte mal die Idee die Schüttung zur Hälfte wegzuschaufeln dann 60mm Stürotur und Schüttung wieder trauf.Habs aber noch nicht gemacht da ich denke das Kondensfeuchte sich unter dem Stürotur in der Schüttung bilden kann.



Bodenaufbau über Gewölbe



Dachog, daß die Balken nirgends aufliegen ist ein falscher Schluß. Es handelt sich um Polsterhölzer, die in der Schüttung über dem Gewölbe eingebettet sind, dies ist das Auflager. Vergleichbar etwa mit den Schwellen eines Eisenbahngleises im Schotterbett. Vergleiche hinken aber zur Erklärung genügt`s bestimmt. Ein Statikproblem ist es sicherlich nicht, aber man kann eins daraus machen. Grüße ut de ole Mark



Einbettung = Auflager



Hallo
das mit dem Styrodurdämmzeug - FW (finger weg)
Das ist richtig dass eine Einbettung ein Auflager ist - aber zum Vergleich, dachte ich, es einfacher zu erklären, dass man kein "klassisches" Auflager benötigt (Fundament; Auskragung; Balken; etc …) da die "Balken" nicht auf Biegung beansprucht werden - wie "klassisch" auf "Wänden" etc ....

grüsse aus Nbg


Florian Kurz



Fußbodenaufbau



Ich habe erst kürzlich mit einen Architekt gesprochen. Der meint alles raus schaufeln.Dann mit Leichtbeton gerade Fläche herstellen.Styrodur dann Estrich drauf fertig.Da hat aber jeder Architekt ne andere Meinung.Fragst du drei hast du drei verschiedene Antworten.



Gewölbedecke



Hallo

Stellen Sie sich vor wohin dann die Feuchtigkeit geht, wenn Leichtbeton drauf kommt?
Wohl in die Mauern der Innen und Aussenwände!
Und das tut nicht gut!
Da gibt es Beispiele die es auch mit Beton machten ...!

Also wie gesagt: Ich würde es NICHT! machen!

Florian Kurz



Es gibt immer solche - und solche



@ J.Zapf
Das ist in jedem Fall richtig: Ich kenne auch Architekten, die mit alter Bausubstanz nicht zurecht kommen und jedes alte Haus kaputtsanieren würden.
Die Frage ganz oben von Jochen Faber war doch: Wie kann er seinen Fußbodenaufbau verbessern und wärmedämmen. Er schrieb nichts über den Zustand der Balken, ob etwas erneuert werden müsse. Wenn das nicht der Fall ist, würde ich keinen großen Aufwand empfehlen und (fast) alles drin lassen. Das Haus weiß warum.
Zur Fußbodendämmung steht schon viel in diesem Forum.
Sparsame Grüße
Dietmar



Gewölbedämmung



Hallo

Das ist richtig!
Wir müssen uns mehr an die Frage halten!
Das Problem mit der Dämmung ist hier einerseits ein statisches, andererseits ein bauphysikalisches!
1.) Wenn man den Splitt oder auch immer raustut hat man keine "anschmiegsame" Auflast mehr, die dem Gewölbe zusätzlichen Halt gibt.
2.) Wenn man nun - man müsste es rechnen - mit Perlite o.a. auffüllt hat man das Problem wieder mit der Dämmung auf der warmen Seite - und das bauphysikalische Trallala, das dann beginnt - man kann hier seitenweise lesen - kennen wir ja!
Rein baupysikalisch vertretbar wäre evtl eine Leichtlehm oder Holzlehmschüttung als "Dämmungsersatz" - Das ist aber rein ENEV -rechnerisch nichts! Da hier ja der Gesetzgeber auf andere Stimmen, als die Vernunft gehört hat!
Man könnte es eben so machen und dann sich als "outlaw" ächten lassen - dafür wird es einem dasHaus danken!
Die Einbringung der Tragbalken in den Lehm evtl als 2. Schicht, dann dicke Holzdielen und dann Teppiche!
Ich würde da auf Teppichböden mit "Schaumrücken" etc und Verklebungen verzichten - das wäre mir zu riskant!

Naja

und das alles umsonst!!

Florian Kurz



Noch ne Frage



Hallo Jochen Faber

Wo genau ist das in der fränkischen Rhön?
Bad Königshofen weit weg?

FK



Dämmung



Noch eine Idee zur Diskusion.Es gibt von Isover Hanfdämmplatten bis 30mm Dicke, die könnte man doch zwischen die Balken legen.Wäre halt auch nicht nach Wärmeschutzver.Würde aber bisschen was bringen denke ich.



Hallo Jan



Hallo Jan

die Hanfdämmung
siehe Punkt 2 meiner vorigen Erläuterung!

Danke

FK



Vielen Dank



für die zahlreichen Antworten und Anregungen.

Hier möchte ich Versuchen auf ein paar gestellte Fragen zu antworten.

Den Fußboden hab ich rausgenommen, weil ich Wärmedämmen muß und weil ich sehen wollte wies drunter aussieht und weil ich Rohre für Heizkörper verlegen will.

Die Balken sind in der Mitte des Raumes (warscheinlich ist der Abstand zum Gewölbekeller da am geringsten) durchgemodert. In einer Ecke des Raumes war auch der Hausschwamm schon am Werk.

Ich denke schon daß das Haus ein komplettes Fachwerkhaus ist. Kellerwände aus Bruchstein, Decken mit Stahlträger tun dem wohl keinen Abbruch. Die Wände sind sonst alle aus Balken mit Lehmausfachung oder Ausgemauert.

Fränkische Rhön heißt hier im Detail 97779 Platz/Geroda. Das ist zwischen Bad Kissingen und Bad Brückenau, von Kö´n ca. ne dreiviertelstunde fahrt.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch mal sagen, daß das Forum hier ne tolle Einrichtung ist und mich bei allen bedanken die sich hier Einbringen. Ohne dieses Forum wäre ich total aufgeschiessen.

Viele Grüsse



Deckenaufbau



Hallo Jochen

Wenn du "Wärmedämmen mußt" - mach es bitte im Keller auf der kalten seite!! - Bauphysik!! -- Wenn du dann sagst: "das geht nicht!, weil der Keller zu nierdig ist" dann wird dir die liebe oder böse Bauphysik eines Tages sagen, was sie davon gehalten hat!

"Die Balken sind in der Mitte des Raumes (warscheinlich ist der Abstand zum Gewölbekeller da am geringsten) durchgemodert. In einer Ecke des Raumes war auch der Hausschwamm schon am Werk." - ich denke, dass der Spanplattenboden zu dicht war / Feuchtigkeitsanfall usw

" Decken mit Stahlträger " - das nennt man dan auch "preussisches Kappengewölbe" -- Sind die "Gewölbe" ziemlich flach und zwischen den Stahlträgern??

Immer daran denken: Ein Haus verzeit nichts! Betrug und Beschiss und falsche Behandlung werden sich rächen! Bitter und böse!

Weiterhin Viel erfolg!

Florian Kurz aus NBG



Muß ein Fachmann sehen !!



Guten Tag,

ohne wirklich das Haus anzugucken kann man hier wirklich keine Lösung finden.
Zwei Dinge sind nach meiner Ferndiagnose der Fall:
1. Die Balken lagen im "Schutt", weil sie nur die Dielen zusammenhalten sollen (wie die Schwellen bei der Eisenbahn). Hier hätte statt einem Balken auch eine dickere Dachlatte liegen können.
2. Woher die Feuchtigkeit kommt, kann nur ein Fachmann vor Ort feststellen. Wenn es z.B. möglich ist, den Keller trocken zu bekommen, kann man hinterher wieder Balken und Dielenboden verlegen. Und man hat wieder einen nutzbaren Keller.
Aber wie gesagt:
Fachmann holen !!

Viel Erfolg

Ulrich

(Maurer + Bautechniker)



Gewölbe Decke sanieren



Hallo zusammen,

bin neu in der Runde und stehe vor einem ähnlichen problem.Bei meinem Haus ( 1892 ) fehlt Füllsand. Durch was kann ich diesen ersetzen.Kann ich auf die Lagerhölzer OSB aufbringen um später holzdielen zu montiern.

Matthias Ramge



Fußboden über Gewölbedecke



Auch in unserem Haus befindet sich ein ca. 1,90 bis 2,00 Meter hoher Gewölbekeller. Das Gewölbe besteht aus Schieferbruchsteinen, die mit Lehm zusammengefügt sind und mit einem Lehmputz überzogen sind. Die Schüttung unter dem Fußboden des über dem Gewölbe liegenden Zimmers besteht aus einem Gemisch aus Lehm und kleinen Schiefersteinen. In dieser Schüttung liegen die Auflagebalken für den Fußboden. Bis zu einer Umbaumaßnahme im Jahr 1975 befanden sich darauf Holzdielen. Diese wurden seinerzeit entfernt, statt dessen Spanplatten auf die Trägerbalken genagelt und zunächst mit PVC-Bodenbelag, dann in den 90er-Jahren mit Teppichboden beklebt. Ende letzten Jahres habe ich diesen Aufbau entfernt und Folgendes festgestellt:
1. Die Schüttung war absolut trocken.
2. Manche Balkenenden waren durchgefault, was allerdings auf den Anschluss zur Außenwand zurückzuführen war, nicht auf Einflüsse des Gewölbes oder der Schüttung und wohl auch nicht der Spanplatten.
Nach Ausbesserung und Neuausrichtung der Trägerbalken des Bodens in der Schüttung habe ich wiederum Spanplatten auf die Balken geschraubt, allerdings nur 13mm dick und darauf Holzdielen geschraubt. Die Spanplatte verhindert, dass Staub der Bodenschüttung durch die Dielen in das Zimmer dringt und hat nebenbei noch den Zweck eines Höhenausgleichs wie auch die statische Funktion einer Scheibe. Vom etwaigen Einbringen einer Styrodur-Dämmung wie auch sperrender Folien habe ich abgesehen. Ob die Lehm-Schiefer-Schüttung auch noch durch die dünne Spanplattenauflage hindurch die Raumfeuchtigkeit regulieren kann, weiss ich nicht. Allerdings gehe ich davon aus, dass sie dies zur anderen Seite hin, nach unten zum Gewölbe also, noch tut.