Fußboden im Dachgeschoss muß neu - aber wie?

06.12.2006



Hallo,

seitdem mein Mann und ich planen ein altes Haus (Bj. um 1900) zu kaufen und komplett umzubauen habe ich hier einige Beiträge gelesen und mache mir Sorgen um unsere Planung. Mein Mann möchte den Umbau selber machen.

Die Decke (aus Sicht es Dachgeschoss: Fußboden) soll komplett rausgerissen werden. Sie hängt durch. Anscheinend ist der Lehm wohl zu schwer. Er möchte also die Balken des 8 m breiten Hauses komplett freilegen. Wir wissen also noch nicht genau was für Balken uns erwarten. Es gibt von diesem Haus leider keine Pläne mehr. (Rathaus ist mal abgebrannt)Wenn man von den Dachsparren ausgeht müßten die Balken 20 x 20 cm und einen Zwischenraum von ca. 1 m haben. Da wir erst in der Finanzierungsphase stecken und das Haus noch nicht gekauft haben können wir noch nicht nachschauen. Die Breite des Hauses beträgt 8 m. Unten ist eine Längstwand (mittig der 8 m. Mein Mann plant auf die Balken Rohspannverlegeplatten 25 mm zu schrauben und im Zwischenraum als Dämmung und Trittschall Steinfaser Wolle 20 cm zu legen. Evtl. hat er schon daran gedacht über die Verlegeplatten noch Fermacell-Platten zu legen (keine Ahnung welche Dicke). Bei dieser Konstruktion fühle ich mich allerdings etwas unwohl. Habe Angst einzubrechen, vorallem wenn man bedenkt das auf diesem Boden einmal ein Wasserbett von etwas mehr als 300 kg Eigengewicht verteilt auf 2,00 x 1,80 stehen soll.

Ich habe meinen Mann überredet eine Begehung mit einem Statiker zu machen. Mein Problem ist das dieser Statiker kommt nachdem wir das Haus gekauft haben und die Balken freigelegt wurden. Wenn jedoch nach dieser Begehung klar ist das die Kosten Dreidimensional in die Höhe steigen werden(was wir uns nicht leisten können)wäre es ja leider schon zu spät. In diesem Fall würde ich dazu tendieren das Haus gar nicht erst zu kaufen. Ist die Planung meines Mannes realisierbar oder schlagen gerade alle die diesen Artikel lesen die Hände über dem Kopf zusammen?

Wäre sehr dankbar für einen Rat wie wir planen sollten.



sie sollten



ein bißchen was investieren, bevor sie sich ruinieren! also konsultieren sie einen statiker VOR dem kauf. einer, der schon mal altbauten gerechnet hat, wird ihnen zumindest grob und aus seinen erfahrungswerten auch ohne eröffnung der decke wenigstens einen richtwert geben können. und was kosten so ein paar stunden schon, im vergleich zu dem, was noch kommt?
das gewicht ihres wasserbettes dürfte übrigens eher ein frommer wunsch sein, wir hatten das thema hier vor einiger zeit. eigengewicht natürlich zuzüglich.
und dann vom laien: nur masse bringt Schallschutz - Dämmwolle ergo nicht. und supi-wärmedämmung zwischen beheizten geschoßflächen ist ein bißchen mit kanonen auf spatzen schießen.



erstmal Danke für die Antwort



wenn ich z. b. wüßte das ich mich auf mind. 5 cm dicke Bohlen gefaßt machen müßte (anstatt auf die Verlegeplatten) hätte ich auch eine Grundlage um mir meine evtl. Mehrkosten auszurechnen. Ich denke um so einen Ansatz (muß ja nicht ganz genau sein) zu geben muß der Statiker nicht vor Ort sein und da mein Mann meine Sorgen nicht mal ansatzweise teilt sieht er auch keinen Grund für die Mehrkosten. Mein Mann versucht mich permanent zu beruhigen, nur da das nicht klappt versuche ich auf diesem Wege hier Klarheit zu bekommen.

Was das Wasserbett angeht liegt das Gewicht wohl nicht an der Tatsache das es ein Wasserbett ist(das kann es ja wohl kaum automatisch schwerer machen) sondern wohl eher an der Wassermenge. Keine Ahnung was bisher über dieses Thema geschrieben wurde. Allerdings gibt es viel zu viele verschiedene Systeme bei den Wasserbetten um alle über einen Kamm zu scheeren. In meinem Fall ist es ein Schlauchsystemen. Insgesamt sind es 8 Schläuche á 30-35 l Wassser. Wenn ich also die Höchstmenge Nehme komme ich auf 280 l = 280 kg Wasser. Der Rest des Bettes hat ja auch noch etwas Gewicht also komme ich auf ein geschätztes Gewicht von etwas über 300 kg.

Was die Dämmung angeht kann ich nicht viel zu sagen, ich weiß nur das ich irgendwo hier in diesem Forum gelesen habe das jemand ebenfalls Mineralfaser genommen hat und angeblich einen guten Schallschutz erziehlt hat. Ahnung habe ich davon aber nicht. Aber einen Vorschlag was wir sonst nutzen sollten (was nicht soviel Eigengewicht hat) würde ich nehmen.

Danke



Der Lehm...



ist nicht zu schwer für die Decke. Wenn dann sind die Balken zu schwach. Ergo müssten in diesem Fall neue oder zusätzliche Balken eingezogen werden. Genau dies muss der Statiker eben berechnen. Für einen vernünftigen Schallschutz braucht man eben Masse und Gewicht und genau das bringt der Lehm. Zusätzlich hat er noch eine holzschützende Wirkung da er im hohen Maße Feuchtigkeit aufnehmen kann. Wenn nicht unbedingt zur Verstärkung oder Erneuerung der Deckenbalken nötig, Lehm drinnenlassen. Von dem geplantem Aufbau mit Glaswolle kann ich nur abraten, da unkonntrollierbare Kondenswasserbildung und somit mit Schäden an den Balken zu rechnen ist.

Viele Grüße



Verzichten Sie



auf Spanplatten und Fermacell und wählen Sie stattdessen Dielen. Bei den zu vermutenden Balkenabständen sollten Stärken zwischen 28mm und 35mm ausreichen. Über den Trittschallschutz unter Dielen können Sie sich im Forum informieren, den Lehm nach Möglichkeit drinlassen (Schallschutz, klimatisierende Wirkung). Wenn Sie die Platten und die Mineralwolle einsparen, sollte stattdessen eine gute Dielung möglich sein.

Auch wenn der Lehm raus wäre, die Balken blieben vermutlich trotzdem verbogen; was jahrhundertelang in eine Richtung gebogen wurde, richtet sich nicht mehr gerade.

Ach ja, und der Statiker sollte wirklich vorher kommen - das Forum ist voll von "hätte ich doch..." - Geschichten.

Detailfragen: Nur zu!

Grüße

Thomas



hallo



wenn man vom dachsparren ausgeht....einen Sparren in 200x200 was ist das denn für ein dach?für die decke ist ein balken dieser dimension wohl auch übertrieben.

wenn ich das richtig verstanden habe befindet sich in der mitte eine tragende wand,zu überbrücken wäre also ca 4m.

falls es ein sparrendach ist,also die sparren direkt auf den deckenbalken befestigt sind,muss vorher der gesamte Dachstuhl runter oder man kann das irgendwie abstützen.

die deckenbalken zu ersetzen ist machbar aber ne riesen sauerei und macht ne menge arbeit,die balkenstärke kann man leicht selber errechnen oder einfach die gleichen einbauen.
ein 7meter langer balken in 200x200mm kostet ca. 67,20eur



Analyse



Also,
Fragen vorab:
1) Haben Sie Sikzzen oder Fotos von der Situation die Sie ins Netz stellen können?
2) Wieso sollten Sie die Decke NIVHT vor dem KAUF ansehen können? Kaufen Sie Ihren Gebrauchtwagen auch ohne einen Blick auf den Motor zu werfen?

Antwort danach:
Wenn ich Ihren Text richtig analysiere, handelt es sich nicht um Deckenbalken, sondern um Zerrbalken, die zur Dachkonstruktion gehören. Sollten Sie diese tatsächlich austauschen müssen (warum auch immer) müßten Sie entweder den Dachstuhl demontieren oder jeden Fußpunkt neu ausbilden lassen. Kurz: Das kommt teuer! Weiter, Sie können nicht von der größe des Sparrens auf die Größe der Zerrbalken schließen, da der eine eine andere Tragfunktion hat wie der andere.

Ansatz:
Eine Spannweite von 2 x 4 Meter mit Durchlaufwirkung stellt jetzt für einen vernünftig dimesionierten Balken kein Problem dar. Da die Sparren einen sehr gut dimensionierten Eindruck machen, können die Zerrbalken entsprechend ausgebildet sein. Auf den ersten Blick kann also eine Überlastung durch Lehmschüttung ausgeschlossen werden.

Alternative:
Vor der Beschäftigung mit dem, was sie draufstellen, sollten Sie die wichtigere Frage beantworten, was ist jetzt drin! Bzw. was verursacht solch eine Last, dass die Balken sich durchbiegen, bzw. noch weiter, in welchem Zustand sind die Balken, dass sie sich durchbiegen? (Fäulnis etc.)

FAZIT: Ihre einzige Chance ist: Holen Sie sich einen Fachmann!!!!! Nichts anderes kann Sie vor dem finanziellen Ruin bewahren. Wenn der jetzige Besitzer keine Öffnung VOR Kauf zulässt, dann gibts nur eins: FINGER WEG. Wenn der Statiker erst nach dem Kauf Zeit hat: Dann suchen Sie sich einen anderen.

Aber: Sie brauchen die Antwort unbedingt vor dem Kauf. Alles andere wäre Harakiri!



Großes Mißverständnis...



ich fürchte ich habe hier ein großes Mißverständnis hervorgerufen. Erstmal ganz lieben Dank für die vielen Antworten.

Nicht die Balken biegen sich durch! In der Mitte der Räume laufen die Decken jeweils Spitz zu. Deshalb gehe ich davon aus das die Unterkonstruktion die an den Balken befestig ist den Lehm nicht tragen kann. Allerdings sieht es nicht so aus als wenn die Balken davon irgendwie betroffen wären. Deshalb sagt mein Mann auch regelmäßig zu mir das die Balken eine hohe Tragkraft haben müssen, da sie mehrere Tonnen Lehm ohne Probleme tragen können. Wahrscheinlich hat er auch recht und ich bin einfach überängstlich, aber geholfen hat dieser Beitrag hier trotzdem. Ihr habt uns viele Denkanstöße gegeben und daher planen wir momentan wie folgt.

Balken freilegen
Platten unten gegenschrauben (fragt mich bitte nicht welche)
eine dünne Schicht Lehm (wir wollen es mit dem Gewicht nicht übertreiben, falls sich jedoch Kondenswasser in der Decke bilden sollte, kann der Lehm dieses dann aufnehmen)
den Rest wollen wir dann mit Steinwolle füllen, haben zwar auch an Schüttung gedacht, allerdings soll Steinwolle einen hohen Schallschutz haben. Auf die Balken wollen wir dünn Kork Verlegen und das ganze dann mit den 25 mm Rohspannplatten verschrauben (oder Nageln, wissen noch nicht was besser sein soll),´
Über die Platten sollen dann noch Trockenestrichplatten verlegt werden.
Darauf dann die verschiedenen Fußböden (Fliesen, Laminat (mit Trittschall) und Teppich).

Das Dach ist übrigens vor ein Paar Jahren neu gemacht worden. Zur Begradigung wurden hier bereits zusätzliche Dachsparren eingebaut.

Bilder habe ich zwar bin aber nicht angemeldet, kann sie also nicht hochladen.

Danke



Fußboden im DG



Ich kann Euch nur nochmals dringendst darauf verweisen, Euch einen Fachmann zu suchen. Wir können hier im Forum Anregungen und Hinweise geben, aber keine Fernwerkplanung und auch noch einen Schnellkurs im Ausbau. Ein Beispiel: Die Platten sollen direkt unter die Balken geschraubt werden, wie wollt ihr die Fläche gerade kriegen? Die Balkenunterseiten sind ggarantiert nicht so fluchtgerecht, das man darauf Platten schrauben kann. Was macht Ihr mit den schwebenden Plattenstößen?
Auf die Platten Lehm zu schütten, woher habt Ihr diese Idee? Die Platten biegen sich unter dem Gewicht durch- ach ja, Ihr wollt ja nur so ein bisschen nehmen und dann doch Mineralwolle, trotz der Hinweise dazu in den früheren Antworten. Hier nochmals: Ihr braucht den Lehm als Masse zur Schalldämmung, zur Klimatisierung und zum Vorspannen der Decke, sonst schwingt und wackelt sie bei jedem Schritt. der liegt übrigens auf einem Zwischenboden oder ist auf einen Scheit gewickelt. Wenn Ihr Spanplatten auf den Balken verschrauben wollt, was soll dan der "dünne Korkstreifen"? Der Körperschall wird über die Schrauben/Nägel übertragen usw.
Das waren nur Beispiele, wir können Euch nicht jeden Arbeitsschritt begründen und erläutern und dann sucht Ihr Euch doch das heraus, was gerade passt oder was Euch ein Verkäufer im Baumarkt oder sonstwer erzählt!
Also- versucht nicht das Bauhandwerk in großen Teilen neu zu erfinden.

Gruß Georg



@ Georg ---



--- wahre und klare Worte !!!
--
Ein beifälliges Nicken aus Nordsachsen - -
- A. Milling



Ein bisschen...



ähnelt diese Frage einem Disput mit Herrn und Frau Häussler vor einiger Zeit hier im Forum. Vielleicht erinnert sich ja noch der eine oder andere.

Mit Grüßen

Thomas



Ein ebensolches Nicken aus Bayern



Nur noch eine Anmerkung: Wie oben schon erwähnt, suchen Sie sich einen im Altbau fachkundigen Planer und überlassen Sie dem die Arbeit. Das Geld ist gut angelegt.