Durch Zufall Fachwerkhaus erworben - Fragen über Fragen

08.01.2005


Hallo,

Wir haben uns letztes Jahr ein etwa 135 Jahre altes Haus gekauft, wobei wir davon ausgingen es sei ein ganz "normales" Haus. Beim letzten Rundgang durch das Haus mit dem Vorbesitzer (nach Vertragsabschluß) offenbarte er uns dann das "hier überall die Balken drunter seien" und wir die Türen schon da Freilegen müßten wo sie früher mal waren.
Mich persönlich hats wahnsinnig gefreut, denn ich liebe Fachwerkhäuser. Allerdings sind die hier im Ruhrgebiet normalerweise nicht zu bezahlen.

Nun wollen wir in diesem Sommer hier komplett sanieren. Ich konnte aber der Versuchung nicht wiederstehen und habe aus einer Wand schon die komplette Füllung entfernt und die Balken schwarz gestrichen (jetzt werden sicherlich einige schimpfen).

Nun zu meiner eigendlichen Frage:
Ich habe bis jetzt immer gedacht, und auch in Beschreibungen über den Bau von Fachwerkhäusern immer gelesen, das die Balken viereckig "gehauen?" wurden.
Allerdings läßt sich jetzt schon an der einen Wand (die anderen liegen leider noch unter Putz begraben) erkennen, das die Balken gar nicht eckig sind.
Einige sind eckig, andere haben runde Ecken und es stehen die Stellen raus, wo mal die Äste waren. Es finden sich auch Balken hier, die aussehen wie ein geviertelter Stamm.

Kann, darf, soll das so sein?
Wo könnte ich eine Altersangabe finden?
Vielleicht wohnt ja auch jemand in der Nähe, der schon Erfahrung mit der Sanierung hat.
Wir sind wie gesagt ganz unbedarft hier dran geraten und wußten es vorher nicht.

Ist es eigendlich möglich ein Fachwerkhaus um ein halbes Geschoß zu erhöhen?

Danke schon im voraus für eure Antworten!
Wenn jemand Bilder haben möchte schicke ich diese gerne per Mail zu.



Balken im Fachwerkhaus



In unserem Haus sind auch nicht alle Balken 4eckig. Man Hat halt früher genommen was gerade da war. Zum Teil sind unsere Balken schon um 1800 secondhand gewesen. Man sieht das an den alten Zapfenlöchern im Innenfachwerk.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Glückwunsch



Hi, erstmal Glückwunsch :-).

Zum Thema "schimpfen": Gefächer kann man schon aus den Balken rausnehmen, das machen viele so als Raumteiler. Wie man sie streicht, ist auch wurscht :-). Wichtig ist, dass man Gefächer, die zu bleiben sollen, auch wieder mit Lehm füllt.

Wegen dem Alter können Sie mal z. B. im Rathaus nachfragen oder beim Denkmalamt, die sind gerne behilflich. Wir haben ein denchronologisches Gutachten machen lassen, unser Haus wird 2007 300 Jahre alt. Das ist dann so wie beim Wein, je älter, desto mehr stolzrt ist man für die alte "Kiste" *hihi*.

Möglicherweise wurde bei Ihnen an- oder umgebaut und die, die das gemacht haben, wussten, dass das Fachwerk innen verputzt wird. Früher hat man oft das schöne Holz für die Außenseite genommen, weil innen eh verputzt war.

So ein Fachwerkhaus aufzustocken ist sicherlich superteuer, da müsste das ganze Dach ab, die Holzverbindungen wieder hergestellt werden... Also ich glaub, das lohnt sich nicht. Außerdem müsste man noch ne Statikberechnung machen lassen, Bauantrag, Architekt...

Grüße + viel Spaaaaaaaaß Annette



Gefache



Die Gefache sind hier mit so ganz bröseligen roten Ziegeln gefüllt, und so Lehmmörtel dazwischen.
Meine Mutter (bewohnt die untere Wohnung) ist dafür nur den Putz von den Wänden zu holen und die Steine dann zu weißeln. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob das so hält. Denn als ich aus der einen Wand hier die Gefache entfernt habe, konnte man das fast schon mit einer Hand rausdrücken... Wäre es besser, die Gefache mit Lehm zu füllen? Wie schafft man es dann eigendlich da Struktur reinzubringen? Einfach füllen, befeuchten und dann mit einem Spachtel Struktur reinbringen? Oder klappt das nicht.
Ich weiß, hier steht schon viel im Forum, aber hier sind soviele Beiträge drin, das man schwer findet was man sucht.

Aber du hast recht, hier ist leider seeehr viel umgebaut worden. Hochmoderne Haustür mit Seitenteil, Aluminiumfenster (das Haus würde ersticken wenn die nicht so undicht wären). Einen Anbau gibts auch, muß noch gucken ob Fachwerk oder nicht...
Und einen Wintergarten auf dem ehemaligen Balkon, auch aus Aluprofilen und -fenstern. Ist ja nicht übel, aber unpassend fürs Haus.

Gruß, Michelle





Hallo Michelle,

man (Frau auch ;-) könnte die Gefache mit Lehmsteinen ausmauern. Dann mit Lehm "verputzen" oder mit Kalk verputzen. In beides kann man mit ner Kelle oder einem Schwammbrett oder wie auch immer - Strukturen reinmachen. Beides ist ja zuvor erstmal weich und wird durch Trocknen fest.

Wenn die Steine schon bröseln, dann würd ich die nicht "freilegen und weißeln", ich glaub, das würd dann blöd aussehen. Ich persönlich würde auf die Steine einen Kalk- oder Lehmputz machen, das "festigt" die Sache dann wieder... Wir haben auch zum Teil solche ausgemauerten Gefache. Die werden dann einfach wieder zugekleistert *grins*. Damit's besser hält (der Putz) kann man ein Jute-Gewebe reinmachen. Da bewegt sich dann garnix mehr.

Grüße Annette



altes Haus, was nun



erst ist's immer ein Balken, der kaputt ist und am Ende das ganze Haus.
Holz, Lehm und Kalk sind die Materialien, die in einem Fachwerkhaus zu Verarbeiten sind. Kein Beton, kein Metall, usw.
Ein Statiker und/oder ein Architekt sollten die gleiche Kompetenz haben, wie ein GUTER Handwerker. Vorgehen wie ein Arzt: Anamnese, Diagnose, Therapie. Keine Hektik, nur mit Ruhe kann man da arbeiten: sonst gibt es Fehler, die bei einem Fachwerkhaus "tötlich" sind. Ein hilfreiches Buch (von vielen) ist von M. Gerner: "Schäden an Fachwerkhäusern". Dei Substanz eines FWH ist als Materie sehr komplex und vielschichtig, dass so eine "Forenberatung" sehr oberflächlich sein wird. Neben guten Planern, müssen auch die Handwerker und der Bauherr auf einer Linie liegen, sonst geht es schief: Leider ist das für Bauherren oft ein Lotteriespiel. Denkmal und Fachwerk Erfahrung sollten alle aufgrund von Referenzen nachweisen können - dort persönlich nachfragen hilft schon viel. Fachwerkwände anstreichen wird m.E nicht anzuraten sein. Vieleicht auch mal im Denkmalamt nachfragen welche Handwerker da im Umkreis Erfahrungen haben könnten. Die dürfen zwar auch keine Empfehlungen aussprechen, eben nur Namen nennen ohne zu werten. Aber das kann auch hilfreich sein.
Nichts überstürzen, kein Beton ... leider aber viiiiel Zeit ... und Muße bei der Arbeit und den Entscheidungen, und weiter ein bisschen Fachliteratur wälzen, nicht nur die mit den vielen Bildern ... auch beim Fachverband Lehm reinschauen ...

Florian Kurz



Nun sind wir schon etwas weiter



Hallo,

wir sind bei unseren Überlegungen nun schon ein Stück weiter.

Wir werden nicht um ein halbes Geschoß erhöhen. Die Kosten lohnen den Nutzen nicht.
Was mit den Gefachen geschieht entscheidet sich wenn wir den ganzen Putz runter haben. Sind die Ziegel noch in Ordnung werden sie geweißelt, ansonsten werden sie neu mit Lehm gefüllt.
Die Fenster werden alle erneuert. Ob Holz oder Kunststoff weiß ich noch nicht. Hab mich ja noch nicht komplett durchs Forum gelesen...
Mit dem Dach wissen wir auch noch nicht genau.
Neu gedeckt werden müßte eh mal. Wie gut der Dachstuhl erhalten ist wird in den nächsten 2 Wochen geklärt. Meiner Meinung nach ist er noch gut, nur teilweise haben sich die Balken gebogen. Danach entscheiden wir über die Dämmung.
Ob mit Planen oder nicht... Wobei ich es eigentlich zu schade finde die schönen alten Ziegel wegzuschmeißen.

Das einzig größere Problem stellt sich uns nur bei der Frage der Heizung. Normal nen Estrichboden gießen geht nicht...
Aber nehmen wir jetzt eine Zentralheizung incl. Fußbodenheizung oder lieber eine Dünnbettheizung? Ich tendiere ja eher zur Dünnbettheizung, grade weil wir ja hier drin wohnen und dabei dann Zimmer für Zimmer arbeiten können. Dann kann man wenigstens alles gaaanz in Ruhe machen.
Bis jetzt hab ich nur noch keine Ahnung wie ich die Böden hier schön grade bekomme. Und federn darf er auch nicht zu sehr wegen der Fliesenböden. Aber da finde ich hier im Forum bestimmt auch noch was passendes.

Aber eine Frage fällt mir da noch ein:
Welche Abwasserrohre sind besser: neues Kunststoff oder die guten alten gußeisernen Rohre?
Beim Fachbetrieb hört man naturlich Kunststoff, aber die wollen ja auch was verdienen...

Gruß, Michelle



böden und Heizung



hallo

fußbodenheizung ob dünn oder dick würde ich nicht vorschlagen; darauf Fliesen udndas in einem alten Haus - da sind die Folgeschäden vorprogramiert.
Wand oder Deckenheizung würde ich nehmen.
die Böden in Ruhe lassen. Im letzten Sanierungsobjekt hatten wir auf eine Länge von 4,2 m eine Höhendiferenz von 18 cm (nicht mm) und die Person, die dort lebt ist noch nicht daran gestorben. ... und in Ulm hat man sogar ein Hotel in einem alten Fachwerkhaus placiert deren Böden um 25 cm auf 5 meter gefallen sind.
Ich frage mich: muss es immer gerade sein ... ja aber die Möbel stehen doch dann schief ... etc. ich kenne das.
wenn irgend möglich: kein Beton oder Zement im Holzbau!
alte Dachziegel überprüfen und wieder verwenden
krumme Balken lassen und bei den Abwasserrohren, auf die Gusseisernen setzen - man kann zwar schallschützend dämmen ... aber hören tut mans doch

meine Meinung + weiterhin viel Spass

mfG

FK



Fußboden



Wenn der Fußboden nur zu einer Seite abfallen würde wärs ja ok. Aber der ist so krumm und schief das man beim Laufen drüber stolpert! Hier ein Loch, da ein Huckel...
Beton will ich ja nicht gießen. Nur den Boden einigermaßen grade machen. Mit neuen Dielen oder so. Die müssen ja wegen der Dämmung zum Keller und der Zwischendeckendämmung eh raus.
Bei Wand- oder Deckenheizung haben wir trotzdem noch kalte Füße. Ich bin mit Fußbodenheizung aufgewachsen und hatte jetzt 2 Jahre normale Heizkörper, nie wieder was anderes wie Fußbodenheizung! Und den Hunden bekommem kalte Fliesen auch nicht. Ich such ja extra schon nach Fliesen die nicht so glatt sind wegen der Hunde.

Michelle



kalte Hundefüße?!



Liebe Michelle

mit Fußbodenheizung bekommt man auch kranke Füsse, nicht nur warme.
Die Strahlung von oben oder der Seite erwärmt die bestrahlten Massen und Flächen in einer Art, die nicht berechenbar ist.
die von Ihnen bevorzugten Fliesen im (Fußbodenheizungs-) Bodenbereich werden Ihnen im Laufe ihres Daseins in einem Holz und Altbau noch schwer zu schaffen machen - das verspreche ich Ihnen.
die Arbeiten mit innenliegenden Dämmschichten - (ich weiß nicht genau, wie der Kellerdeckenaufbau aussehen soll) ist problematisch.
diese "alten" waren nicht so dumm, wie wir manchmal glauben.
Nur weil die dies oder jenes nicht hatten ... wussten sie doch was "richtig" ist.
Holzbodendielen auf Lagerhölzer in Leichtlehmschüttung, evtl auf Schilfmatten ... aber das kann man nicht alles pauschal besprechen oder beantworten, desshalb finde ich Foren, so interessant sie auch sein mögen, doch manchmal recht oberflächlich - ... aber "preisgünstig" ...
und bitte nix rausreissen, was nicht unbedingt rausgerissen werden muss ...
da kann ich eigene und fremde Lieder davon singen ...
ja Löcher im Boden sind nichts - aber desshalb den Boden zur "Heizautobahn" machen, das würde ich nicht machen.

Also gut! Mal anders herum!
Sie Verlegen na - schöne alte handgefertigte Cottofliesen (die sind auch "wärmer" als Fliesen) auf einem Heizestrich - so heisst das ... und der sollte kompakt sein, sonst strahlt er nicht.(in Granulaten verlegte haben den Nachteil, dass innerhalb zu viel Luft ist, die gewärmt wird aber nichts weiteres wärmt) Also! Das haben sie gemacht und die FBH wärmt und der Hund freut sich - (das glaub ich nicht, weil der Hund ein Tier ist und nicht "denkt"; und in der Natur der Tiere ist das so, dass die Wärme vom Himmel kommt, und wenn sie (die Sonne) ein Plätzchen angewärmt hat, dann legen die sich da hin) - und durch das wärmen dehnt sich der Estrich und geht wenns kühl wird wieder zusammen - und die Balken und das andere alles bewegt sich auch - nicht viel aber es bewegt sich - und wenn es dann starr ist bricht es (z.B. Fliesenfugen) und irgendwie kommt dann Wasser rein und Wasser und dunkel und Holz und lange Zeit das geht nicht gut ...
Also: Kurz und gut! Ich würd es bleiben lassen!

mfG

FK



Hallo Florian



ich habe mich hier ans Forum gewand, weil ich nach persönlichen Erfahrungswerten suche. Die fachliche Beratung ziehen wir auch zurate. Aber es ist nunmal so, das die meisten vor allem verkaufen wollen. Und persönliche Erfahrungen sind da viel wert.
Ich habe nicht die Absicht aus meinem schönen Häuschen einen "quasi" Neubau zu machen.
Hier wird nur rausgerissen, was unbedingt nötig ist. Und das scheint nicht so viel zu sein. Die Dielen scheinen alle noch in Ordnung zu sein.
Und Aufarbeiten werden wir so schonend wie möglich. Mit Lehmbau und natürlichen Materialen. Schilf für die Zwischendeckendämmung hört sich da doch gut an.

Was für Probleme sollen denn die Fliesen hier im Haus machen?
An der Belüftung des Bodens kanns ja wohl nicht liegen, denn dann dürfte man ja im Prinzip gar nichts drauflegen. Weder Linoleum noch Teppich mit Gummirücken oder Laminat.

Aber anscheinend hast du keine Hunde. Wir haben es immer erlebt, das die Hunde sich lieber auf warme als auf kalte Fliesen legen. Bei kaltem Wetter besonders gerne an Türen, wo die Schleifen sehr eng verlaufen.

Gruß, Michelle



Antwort: Quasi Neubau



Hallo Michelle
ich habe hier meine Meinung kund getan um zu helfen und nicht um etwas zu verkaufen!
Das einzige was ich zu verkaufen hätte wäre: Beratung, Planung und Abwicklung!
Im Laufe der Zeit wird man eben sensibel gegenüber landläufigen "Meinungen"; dazu zählen halt auch, die Fußbodenheizungen, die für mich mehr mit einem "Neubau" Asoziationen hervorrufen, als Wandheizungen; Aber das ist eine subjektive Einschätzung.

Gruß; Florian



Persönliche Erfahrungswerte



Hallo Michelle. Du suchst persönliche Erfahrungswerte, gut, hier im Forum hast du sicherlich schon einige gefunden. Bei uns war das so (und ich meine ähnliches bei dir in deinem Schilderungen zu erkennen): Am Anfang waren wir fürchterlich aufgeregt, täglich voller neuer Ideen und total überzeugt von dem was wir vorhatten. Ich studierte hier das Forum, bestellte mir zig Fachbücher bei Amazon, ging in die Stadtbücherei, ließ mir Kiloweise Infomaterial von allen Möglichen schicken, 3 Gutachter bzw. Sanierungsberater liefen bei uns durch, machte ein Lehmbauseminar, Öko Baumessen besucht... In den letzten 1,5 Jahren haben wir das Konzept mehrmals völlig umgestellt. Das ist ein regelrechter Findungsprozeß den man da mit (durch-) macht.
Deshalb finde ich die Tipps von Florian Kurz ziemlich gut. Laßt euch Zeit dem Projekt, nichts mit Halbwissen überstürzen und nicht zu viel rausreißen was eigentlich noch gut ist. Speziell zum rausreißen: Das geht sooo schnell, aber das wiedereinbauen dauert mind. 3x solang. Und kostet außer Arbeit meistens auch Geld. Habt ihr auch schon mal ein Finanzkonzept gemacht? Bei so einer Sanierung flutschen die 10.000er nur so weg. Das mit eurem Wunsch nach Fließen verstehe ich auch nicht so ganz. Fliesen sind kalt, ok, deshalb ist eine Fußbodenheizung bestimmt ganz nett, aber ihr habt doch Holzdielen (wenn auch krumme bzw. mit Höhenunterschied, kann man aber auch in den Griff kriegen). Holzdielen sind nicht so kalt, man kann da und dort ein kleinen Teppichläufer hinlegen und gut ist (auch für die Hunde). Schau mal hier im Forum oder google nach den Stichworten Wandheizung bzw. Sockelleistenheizung. Außerdem gibt es mit Fliesen auf Balkenlage immer Probleme mit Rissen, das arbeitet alles. Und ihr bringt durch den Aufbau sehr viel weiteres Gewicht ins Haus = ggf. statische Probleme. Aber auch diese Themen sind hier mehrfach nachlesbar. Also viel Spaß und gutes gelingen weiterhin!



Brummschädel!



Bei so vielen Infos brummt der Schädel.
Aber heute habe ich mit einer ortsansässigen Firma telefoniert und einen Vor-Ort-Termin vereinbart.
Da werden wir erstmal zusammen gucken, was wir uns so vorstellen und was denn auch machbar ist.
Viele von euch werden das Community-Mitglied Uwe Schlauch von Holz und Lehmbau ja sicherlich kennen.

Aber was ich so gehört habe hörte sich schonmal ganz gut an. Bin schon ganz gespannt. Ich hoffe nur das unser Traum nicht zerplatzt wie eine Seifenblase. Wir haben zwar, wenn die Wohnung meiner Eltern dann verkauft ist, eine recht ordentliche Summe zur Verfügung... Aber man weiß ja nie.
Wir sehen ja leider erst wie das ganze Fachwerk hier aussieht wenn der Putz runter ist.

Oder gibt es trotz verputzter Wände Anzeichen, an denen man erkennen könnte, ob die Balken nicht mehr ok sind?
Grade an den Außenwänden?

Gruß, Michelle



Leidensgenossin!



Hallo Michelle,
mir geht es ähnlich wie dir. Total "grün" hinter den Ohren und dann im Forum rumgefragt >Schädel raucht<.

Schnapp dir wie geraten einen Fachmann der
a) weder jeden Balken rausreißen will und soviel von der Substanz wie möglich auf den Müll bringen möchte
b)such dir Leute die sich mit alten Fachwerkhäusern auskennen und keine Neubau Spezialisten. Es gibt Zimmerleute und Zimmerleute. Nicht alle mögen alte Häuser...

Und nichts überstürzen. Durchatmen und

Oooooohhmmmmm

Das sagt dir eine die gerade beim Entrümpeln ist und sonst noch nicht viel gemacht hat. :-)) Also super erfahren :-))))
Ehrlich: ich habe auch manchmal etwas Schiss dass das Projekt böse schief gehen kann. Mein mann und ich sind frisch verheiratet und dann so eine Aufgabe..Aber ich muss auch darüber nachdenken wie schön das mal wird, dass ich mit meinen Händen etwas für die Zukunft baue. Damit hat doch der zukünftige "Lebensraum" viel mehr Gewicht als bei einem schlüsselfertigen 0815 Haus! und wieviele Geschichten -positive Geschichten- in alten Häusern stattgefunden haben.

Zum Alter des Hauses: Viel Informationen kann man vom ansässigen Heimat- und Geschichtsverein, aus dem Grundbuch, vom Denkmalschutz und auch aus der Nachbarschaft erfahren (frühere Verwendung, Klatsch und Tratsch...).

zu den "runden" Balken: die haben wir auch teilweise. Dicke Eichenbalken aus dem besten Holz waren schon immer sauteuer. Da hat man alles am Baum verwendet was da war. besonders dann wenn es sich eben nicht um die reichsten Bewohner gehandelt hat. Das beste Holz kam in die Teile die die größte Last tragen müssen und der Splint/ "junges" Holz und damit nicht so festes Holz aus den äußeren Teilen des Stamms oder einfach dicke Äste hat man für Gefache und weniger strapazierte Bereiche genommen. Teilweise hat man da sogar die Rinde drangelassen. Ein Zimmermann sagte mir dass das so verbreitet und normal war- ein Problem ist dass Holzschädlinge bevorzugt an dieses Splintholz gehen und sich da satt fressen.
Aber die Vorstellung dass die alten Zimmerleute das Holz mit Bedacht ausgesucht haben und jedes Teil von so einem Baum genau auf die Tauglichkeit geprüft haben ist doch schon gut.
Und die Bewohner waren immerhin so reich und geschickt dass sie sich so ein Haus bauen konnten- und sie waren glücklich als es fertig war oder brachen in Freudentränen aus als der Dachstuhl stand und Richtfest gefeiert wurde.
Leb mit der Geschichte! Fachwerkhäuser sind toll.

Ich wünsch uns Grünschnäbeln jedenfalls allseits Mut und Entschlossenheit.

liebe Grüße

Sabine Gottstein




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