Probleme mit Balkenfarbe

25.08.2008



Liebe Forumsgemeinde,
nach dem Kauf eines Fachwerkhauses im November vergangenen
Jahres kam einige Monate später eine faule Stelle in der Schwelle zum Vorschein.
Der hinzugezogene Zimmermann verdeutlichte mir, daß es an den, in den 80er-jahren üblichen falschen Farben liegt, womit die Balken gestrichen wurden, das Problem mit der sich somit ansammelnden Feuchtigkeit ist mir bekannt.
Der faule Schwellenteil wurde mittlerweile ausgetauscht.

Nicht klar ist mir jedoch der weitere Umgang mit den Balken.
Von Abbeizen riet mir der Zimmermann wegen möglicher Gesundheitsgefahren ab.
Die Farbe mit der Drahtbürste von Hand zu entfernen scheint nahezu unmöglich.

Wie sieht es mit Streichen im 5-Jahrestakt aus, zunächst eine Dünnschichtlasur und anschliessend eine Dickschichtlasur auftragen???
Zudem sind die Ritzen mit Acryl ausgefüllt worden, streicht man da einfach drüber, oder füllt man die Stellen wieder mit Acryl auf???
Zu allem Übel ist noch innen gedämmt worden, es soll sich da um "Heraklit-Platten" handeln, in Verbindung mit einer dünnen Styroporschicht...
Ich bitte um Ratschläge ;-)



Fachwerkanstrich



Zunächst muss der alte Sch... komplett runter, Das kann per Flex (Drahtbürstenaufsatz / Lamellenscheibe), oder im Sandstrahlverfahren passieren. Acryl und Spachtelmassen sollten ebenfalls weitestgehend entfernt werden. Die Fugen können offen bleiben oder mit Eiche ausgespänt werden. Der neue Anstrich muss entsprechend diffusionsoffen und Fachwerkverträglich sein, z.B. ein Leinölanstrich.
Die Styropordämmung sollte möglichst bald entfernt werden um Feuchtigkeitsschäden zu minimieren. Der Wandaufbau muss bei Sichtfachwerk Homogen, ohne Luftschicht mit kapillar leitfähigen Baustoffen ausgeführt werden, ansonsten kann es durch Schlagregen und Kondensat zu Schäden führen.

Gruß vom Edersee





Hallo,

wir Verputzen grade aktuell unser Fachwerkhaus (die einzelnen Gefache). Es ist eine sch*** Arbeit, die ganze Farbe von den Balken zu schleifen. Zum Glück wurde das Haus vor 100 Jahren zuletzt gestrichen, also kein neumodischer Kram, "nur" Ochsenblut. Mit Schleifscheibe, Flex... mein Mann hat gestern noch ne Messingbürste gekauft, die wird er heute ausprobieren (wenn bei Ihnen dicke Pampe drauf ist, wird das aber nicht funktionieren... aber es gibt auch solche dicken Drahtbürsten für Flex/Bohrmaschine). Ich bin froh, dass mein Mann abschleift *gg* :o)

Machen Sie es richtig... es ist zwar viel Arbeit, dafür haben Sie dann aber auch ewig Ruhe!

Eigentlich wollte ich das Fachwerk nicht streichen, aber beim Abschleifen der Balken gibt es immer doch etwas Farbspuren... also muss wieder Farbe drauf.

Viel Erfolg, Grüße Annette



Fachwerk



wie bereits geschrieben, muß das alte Zeug möglichst restlos runter.

Zum Anstrich: Auf keinen Fall eine herkömmliche Dickschichtlasur einsetzen, dies sind i.d.R Kunstharzlasuren mit geringer Eindringtiefe, die einen Anstrichfilm bilden, der wieder zu Problemen führt.

Lieber auf Leinöl/Standölfarben zurückgreifen oder, wenn das Fachwerk nur lasierend behandelt werden soll mit Öllasuren z.b. von Natural, diese bilden keinen Anstrichfilm, sondern dringen ins Holz ein und wittern im Lauf der Zeit ab, müssen also auch von Zeit zu Zeit nachgestrichen werden. Ob dieser Abstand 1- , 2-, 5-, oder 10 Jahre ist, ist abhängig von Lage, Standort und Bewitterung und läßt sich nicht pauschal angeben.



Anstrich



Zunächst vielen Dank für die Ratschläge!!! :-)

Alternativ zur Möglichkeit, die alte Farbe komplett zu entfernen, riet man mir, die Balken zunächst mit einer Dünnschichtlasur (dringt in die Tiefe ein) und dann eine Dickschichtlasur (versiegelt das Ganze) zu verwenden.
Natürlich wäre das "atmungstechnisch" nicht ideal.
Komischerweise rät auch das Denkmalamt davon ab, die alte Farbe zu entfernen und nicht in Panik zu verfallen.
Bin da echt etwas ratlos.
Gibt es da denn noch etwas beim Bearbeiten der Balken zu beachten??? Ich vermute, man geht stückweise vor, immer wieder Teile "entfärben" und mit einer atmungsaktiveb Farbe streichen???
Könnte mir da jemand noch ein Produkt (Hersteller) empfehlen???
Grüße
Olli68



Dünnschichtlasur



Wenn die alte Farbe draufbleibt würde eine Dünnschichtlasur auch nicht durch die alte Farbe in das Holz eindringen, das ist also keine echte Alternative zum entfernen des Altanstrichs.

Daß das Denkmalamt vom entfernen der alten Farbe abrät ist wirklich komisch, bei uns sind die Auflagen seiten des Denkmalamtes meist höher, da wird sogar das Material (Leinöl) empfohlen, bzw. vorgeschrieben.

Beim Bearbeiten der Balken sollte man nicht Schrittweise vorgehen, sondern Farbe und Acryl erst komplett entfernen, dann komplett Ölen (mit Halböl), dann Gefache eventuell ausbessern und dann lasieren oder mit Standölfarbe streichen.

Hersteller von für Fachwerkbalken geeignete Farben wären z.B. Natural, Kreidezeit, Leinölpro etc.....





Dickschichtlasur darf man nicht überall nehmen... Meine Eltern haben das am Haus und das geht ab... aber ganz komisch, in solchen kleinen Kringeln... (wie Hobelspäne).

Also ich bin eher der Typ: ich mach es ganz (und richtig) oder garnicht... Man muss ja auch nicht immer den bequemsten Weg nehmen.
Was nützt es, jetzt auf diese Pampe noch mehr drauf zu streichen? Wird es dann plötzlich wieder atmungsaktiv? Na ja, muss ja jeder selber wissen ;o)... Unsere Nachbarn haben ihr verfaultes Fachwerkhaus auch komplett außen mit Kunststoffschindeln verschindeln lassen. Dann sieht man die kaputten Balken wenigstens nicht mehr...

Grüße Annette





Farbe für Balken

Da ist schon in den vorhergehenden Antworten alles gesagt: Balken von den alten Farbresten unbedingt befreien!! Wir streichen unsere Eichenbalken mit einer "Holzlasur für außen" von Kreidezeit, ist auf Leinölbasis, und versetzen diese noch mit Farbpigmenten. Klappt prima, muss nur alle 6-8 Jahre erneuert werden.
Gruß

Richard Lehner



Balken



Zitat: "Beim Bearbeiten der Balken sollte man nicht Schrittweise vorgehen, sondern Farbe und Acryl erst komplett entfernen, dann komplett ölen (mit Halböl), dann Gefache eventuell ausbessern und dann lasieren oder mit Standölfarbe streichen."
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Dazu hab ich folgende Fragen/Bemerkungen:
Mit "schrittweise" meinte ich, die Balken Stück für Stück zu behandeln, sicher schaffe ich nicht eine ganze Wand auf einmal. ;-)
Mit "Gefache evenzuell ausbessern" ist sicher gemeint, daß beim Prozess des Farbentfernens Schäden am Putz entstehen können???
Kann mir jemand noch einen geeigneten Aufsatz für die Flex empfehlen, oder kann man einfach die 08/15 Bürste aus dem Obi herannehmen???
Allen Ratgebern nochmals herzlichen Dank für die Hilfe!!!
:-)
Gruß
Olli68



Balken



Zitat: "Beim Bearbeiten der Balken sollte man nicht Schrittweise vorgehen, sondern Farbe und Acryl erst komplett entfernen, dann komplett ölen (mit Halböl), dann Gefache eventuell ausbessern und dann lasieren oder mit Standölfarbe streichen."
------------------------------------------------------------
Dazu hab ich folgende Fragen/Bemerkungen:
Mit "schrittweise" meinte ich, die Balken Stück für Stück zu behandeln, sicher schaffe ich nicht eine ganze Wand auf einmal. ;-)
Mit "Gefache eventuell ausbessern" ist sicher gemeint, daß beim Prozess des Farbentfernens Schäden am Putz entstehen können???
Kann mir jemand noch einen geeigneten Aufsatz für die Flex empfehlen, oder kann man einfach die 08/15 Bürste aus dem Obi herannehmen???
Allen Ratgebern nochmals herzlichen Dank für die Hilfe!!!
:-)
Gruß
Olli68





Hi :o)

da gibt es solche Drahtbürsten, die auf Flex und Bohrmaschine passen. Es gibt auch welche aus Messing, die dürften bei Ihnen aber zu weich sein. Und: Keine Sorge, soooo lange dauert das Abschleifen nicht...

Grüße Annette



Lasur und Lasur...



...sind nicht das selbe. Es sollte vorallem nach dem Bindemittel gefragt werden, und nicht nach der Lasurstärke. Sie sollten also zu Öllasuren oder Ölfarben greifen, von einem namhaften Naturfarbenhersteller. Wir Verarbeiten (und verkaufen) "Natural" - Produkte und sind damit sehr zufrieden.

Ich rate, zuerst einen Versuch mit Spachtel und Heißluft zu machen, und danach mit einer elektrischen Balkenbürste zu überarbeiten. Mit Bohrmaschine und Schleifscheibe enteht schnell eine etwas außermittige Optik, in Serien von halbmondförmigen Schleifspuren. U.U. ist der Schleifmittelverbrauch enorm, und daß es schneller geht, ist nicht gesagt.

Grüße

Thomas





*hihihi*

ja ja, ich hab hier schon Türen mit Heißluft entlackt... und die Treppe...

ganz ehrlich? - NIE wieder! :o) dann würde ich doch lieber die Balken lassen, wie sie sind. Echt. Das ist ne Sträflingsarbeit! Ich würde mir auch einfach neue Türen kaufen. Aber NIE wieder diesen Kram... dauert eeeeeeeeeeewig... eeeeeewig... (und unsere Balken sind schon sehr vom Wetter gegerbt... die haben so eine Struktur, da käme man mit Heißluft nicht weit)...

Grüße Annette



Noch mehr Fragen:



Das mit dem Heißluftgebläse und dem Spachtel kann ich mir auch nicht so gut vorstellen, da ja auch einige tiefere Stellen und Unebenheiten auf den Balken sind. Ausserdem stelle ich mir das nicht gerade gesund vor, wer weiß, welche Farbschichten da noch unter dem Anstrich lauern.
Das Haus ist aus dem Jahr 1796, da kann sich was ansammeln.
Beim Abschleifen kann man ja nen Staubschutz benutzen... :-)
(Danke auch für´s Mutmachen, daß es nicht ganz soooo lange dauert, liebe Annette!!!)

Trotzdem hab ich noch weitere Fragen: Sicher werde ich nicht die komplette Farbe herunterbekommen, eben wegen der tiefen Furchen und Löcher... Wäre das tragisch, wenn da kleinere Stellen bedeckt bleiben???

Und: Gesetzt den Fall, die Balken sind nun entfärbt und neu gestrichen, was ist mit der Isolierungsgeschichte von Innen.
Ich hatte ja angegeben, daß das Haus innen mit Heraklitplatten und dieser dünnen Styroporschicht augekleidet ist. Die steckt natürlich unter dem Putz und ich müsste alles kurz und klein schlagen. Das ist sicher nicht kurzfristig zu erledigen.
Würde sich das Problem vergrößern, wenn durch die neue Farbe Feuchtigkeit von aussen in den Balken eindrinegn kann, was sie ja momentan, durch die eigentlich falsche Farbe, nicht kann???
Denn so kann Feuchtigkeit ja nur durch die feinen Haarrisse der Balken eindringen, oder???
Gruß
Olli68



Heißluft:



Nicht drüber reden, besser versuchen.

Auf Balken, die später gebürstet werden, gelten ja wohl nicht die selben Qualitätskriterien wie auf Innentüren. Außerdem wurde weiter oben fröhlich von der Flex/ Bohrmaschine und einem Drahtbürstenaufsatz fabuliert. Im Verhältnis zu einer richtigen Balkenbürste ist das Heimwerkerpfriem! Außerdem braucht man dafür nicht nur einen Staub- sondern auch einen Augenschutz. Wer arbeitet schon gern unter solchem Kram? Die Balkenbürste ist absaugbar.

Schadstoffe: Das ganze findet an der frischen Luft statt, außerdem soll ja nichts angekokelt werden. Bessere Heißluftpistolen sind stufenlos regelbar. Wenn die Farbe erweicht wird, geht sie schon gut ab.

In die Strukturen kommt man mit der Spachtel eher, als mit der Flex (oder es wird zum Steinerweichen aussehen)

Grüße

Thomas



Balkenfarbe



Zitat: "Würde sich das Problem vergrößern, wenn durch die neue Farbe Feuchtigkeit von aussen in den Balken eindrinegn kann, was sie ja momentan, durch die eigentlich falsche Farbe, nicht kann???
Denn so kann Feuchtigkeit ja nur durch die feinen Haarrisse der Balken eindringen, oder???"

Genau das ist das momentane Problem: Das Wasser kann durch die Haarrisse in Beschichtung und Balken eindringen und nur schwer wieder raus. Eine Ölfarbe oder -Lasur läßt Wasser nicht soweit eindringen und auch wieder besser verdunsten.

Das Problem mit der Innendämmung würde sich durch die Außenarbeiten sicher nicht schlagartig verändern, dies ist mehr eine Frage der Physik: Durch die Innendämmung kann sich durch Taupunktverschiebung im inneren Wasser ansammeln und zu Schäden an den Balken führen, dazu braucht man nicht mal unbedingt eindringendes Wasser durch die Balken.



Farbe



@ Thomas: Nun, die Bedenken nährte zunächst der Zimmermann, der mir gar riet, mit der alten (falschen) Farbe alle 5 Jahre nachzustreichen, um die Haarrisse wieder zu verschliessen, denn:
Ein Entfernen der alten Farbe sei ein Risoko für die Gesundheit, man wisse nicht, welche Materialien da noch drunter seien. Es nütze nichts, das alles abzubekommen und dann ein paar Jahre später an Krebs zu erkranken...
(Soweit der Zimmermann)

Wegen dieser Aussage bin ich natürlich etwas vorsichtig, trotzdem habe ich mich ja entschieden, die Farbe zu entfernen, sobald das mit der Denkmalbehörde geklärt ist.
Beim "wie" werde ich sicher auch erstmal probieren,sowohl mit der Heißluft, als auch mit der Flex.
Über die Balkenbürste werde ich mich auch noch irgendwo informieren (für den Tip natürlich herzl. Dank :-) )

@ Tobias Büttner: leuchtet ein. Der Zustand am Haus besteht ja seit Anfang der 80er Jahre, scheinbar haben die Vorbesitzer mit der "Verschlusstechnik" bisher Glück gehabt.
Den ersten faulen Balken hatten ja wir.
Nur hoffe ich nicht, daß es nach der Farbentfernung zu einer Taupunktverschiebung kommen kann und noch mehr Schäden entstehen...
Ich bitte da nochmal um eine Einschätzung.

Im Übrigen war noch ein Frage offen: Die Genauigkeit der Maßnahme.
Wie negativ würden sich ein paar Reste der alten Farbe (Beispielsweise in Löchern/Fugen) auswirken, da ich vermute, nicht alles entfernen zu können ???

Grüße und nochmals vielen Dank
Olli68



Balkenbürsten...



...gibt es z.B. von Makita und Festool.

Ein paar Restkleckse der alten Farbe werden den Balken nicht ruinieren können.

Der Tip mit dem Nachstreichen der alten, diffusionsdichten Farbe ist nicht gut. Eine vollständige Dichtigkeit wird auch der Neuanstrich nicht bringen können (Balkenstrukturen wie Risse etc.), so etwas funktioniert höchstens bei maßhaltigen Bautelen wie Fenstern ein Weilchen.

So, jetzt ist Feierabend.

Grüße

Thomas



Taupunktverschiebung



Nein, die Taupunktverschiebung gibt es nicht durch entfernen der Balkenfarbe, sondern gab es bereits durch anbringen einer Innendämmung (Das war Frage 2 die nichts mit der Balkenfarbe zu tun hatte)
. Grundsätzlich sollte man Innendämmungen mit Kapillar leitfähigen Materialien ausführen, damit eventuell entstehendes Tauwasser abgeleitet werden kann. Hier sollte man dringend hinter die Styroporverkleidung sehen um eventuell schon vorhandene Schäden zu erkennen.



Farbe



Ich danke nochmal recht herzlich für die Hilfe !!! ;-)
Grüße
Olli68



Balkenbürste...



von Makita hab ich auch Thomas, die funktioniert aber längst nicht bei jeder Farbe, da die Drehzahl einfach zu gering ist. Zudem kommt hinzu das man mit dem breiten Ding nicht vernünftig in die Ecken kommt. Je nach Gegebenheiten ist man dann eben mit der Flex und dem richtigem Aufsatz besser bedient, zumindest für die Feinarbeiten. Da is auch nix mit Kreisen und reingehauenen Riefen usw. Wenn man es versteht mit dem Gerät richtig umzugehen kann man damit sogar die Holzmaserung richtig schön rausholen und kommt in die kleinste Ecke.

Viele Grüße



Die Balkenfarbe alleine



macht es nicht, gerade auch bei alten Eichenbalken die vor Jahrzehnten mit Teerfarbe gestrichen worden sind gibt es Hölzer ohne jeden Schaden, wenn die Feuchteregulierung der Wand intakt ist. Um Schäden zu vermeiden muß auf konstruktiven Holzschutz geachtet werden.
In Ihrem Fall durch die Styropordämmung ist eine Feuchteregulierung nach innen nicht mehr möglich.
Durch dichte Farbanstriche auf den Gefachen und Absiegelung mit Dichtmassen in bester Absicht erstellt, erzielt man oft innerhalb weniger Jahre ein ordentliches Pilzwachstum an der Fachwerkkonstruktion.
Die Ausfachungen, Putze und Anstriche müssen vom Material her mit dem Baustoff Holz zusammen passen um eine schadensfreie Konstruktion zu erhalten.
frohes Schaffen



@ Mathias



Die Bürste wird bei versprödeten Farbresten sicher genügen, aber hier hatte ich ja auch die grobe Farbentfernung mit anderer Technik angedacht.

Daß auch mit der Flex und einer Bürste brauchbare Ergebnisse in Randbereichen etc. erzielt werden KÖNNEN, mag sein. Es ist aber viel leichter, zu tief in's Holz zu krallen. Ich stehe noch leicht unter Schock, habe mir vor 2 Tagen Sammlungsschränke von ca. 1790 angeschaut, wo der Hausmeister des Museums mit Bohrmaschine, Tellerschleifaufsatz und grobem Papier seine Spuren hinterlassen hat.

Wenn 2 mit dem gleichen Werkzeug arbeiten, kommt nicht immer dasselbe 'raus:-)

Grüße

Thomas



Balken



Ich werde nicht dran vorbeikommen, es selbst zu probieren, was am besten geeignet ist...
An unserem Haus sind noch uralte Balken, aber auch etwa 30% erneuerte Balken, wo die Farbschicht erheblich dünner ist. Die alten Balken sehen aus, als hätten sie eine dicke Kunststoffschicht und ich bin gespannt, was da alles zum Vorschein kommt. Ich fürchte, wenn ich die Beschreibungen so lese, wird sich die Balkenbürste da die Zähne ausbeissen...



Ein Ratschlag fehlt noch;-))



...und der kommt jetzt!!

Wir hatten bei unserem Haus auch diverse Farbschichten und Anderes auf dem Fachwerk zu beseitigen. Von "Ochsenblut" über "Latexfarbe" bis hin zu Acrylspachtel war alles dabei.

Ich habe mich damals, nach mehreren Versuchen anderer Art (Drahtbürste ging gar nicht), auch für die Flex entschieden.
Mußte aber recht schnell feststellen, dass man, wenn man denn eine normale "Baumarktflex" verwenden will, nicht sehr weit kommt.
Entweder hat man einen immensen Schleifmittelverbrauch, oder wenn es ein billiges Gerät ist, auch noch einen erhöhten "Hardwarebedarf". Schlimmsten Falls beides.

Das Mittel meiner Wahl ist nun:

Eine Flex besserer Qualität, regelbare Geschwindigkeit (ein absolutes Muß), Schleifmittel in Profiqualität.

Als Schleifmittel verwende ich Klettscheiben unterschiedlichster Körnung vom "Malerfachhandel".
Der Qualitätsunterschied (und damit die Haltbarkeit) ist unglaublich, im Vergleich zum Baumarktsch...!

Eine in der Geschwindigkeit regelbare Flex ist deshalb wichtig, da die "normalen" Drehzahlen (12000 Upm, oder so) viel zu hoch sind. Die dabei enststehende Wärme lässt die Schleifscheiben Ruckzuck verkleben, was erstens keinen "Spass" macht und zweitens ziemlich ins Geld geht.

Niedrige Drehzahl und im ersten Durchgang grobe Körnung (habe 30´er verwendet) ist da recht effektiv.

Da diese Latexfarben oder ähnliches eh nicht tief ins Holz eindringen, ist der Materialabschliff auch eher gering.

Aufpassen muß man allerdings, bei Schnitzereien oder auch Zimmermannszeichen die möglicherweise vorhanden sind und die es zu erhalten gilt.
Da besser auf die Flex verzichten und ein wenig "pfriemeln".

Wenn du Gesundheitsschäden befürchtest (da hat dein Zimmermann nicht ganz Unrecht) besorg dir eine Atemschutzmaske die auch gegen Dämpfe wirkt (Lackiereibedarf).
Die hält zusätzlich zu den Stäuben auch mögliche giftige Ausdünstungen der alten Farbe ab.

Im übrigen halte ich ein paar verbleibende Reste nicht für relevant. Dass hat dann höchstens optische "Schäden" zur Folge.

Grüße in den Abend
Martin



Denn für die Flex-Fans..



...noch ein Tip:

Die Flexe sind allesamt nicht absaugbar, wäre bei einem Trennschleifer auch komisch. Die Absaugung kommt nicht nur Euerer Lunge, sondern auch dem Schleifmittelverbrauch zu Gute. Greift denn also eher, wenn Ihr's nicht lassen könnt, zu einer Rotex oder einem anderen runden Exzenterschleifer, die sind in der Regel absaugbar und regelbar.

Und der Farbstaub, im schlimmsten Fall bleihaltig, landet im Staub-Sack und nicht auf den Tomaten.

Gut Schliff

Thomas



Nix für Ungut, Thomas...



... was kost ne Rotex??
Meines Wissens sind das absolute Profiwerkzeuge. Von bestechender Qualitat und Robustheit. Aber natürlich (völlig gerechtfertigt) auch zu einem verhältnismäßig hohen Anschaffungspreis.
Macht die Anschaffung eines solchen Werkzeuges für die (Laien)Renovierung EINES Hauses Sinn?

Exzenterscheifer scheidet aus meiner Sicht ebenfalls aus (auch wenn absaugbar). Die Leistung des Gerätes welches ich besitze (fängt mit B an und hört mit H auf) ist einfach zu gering. Habs probiert.

Wenn sich der "Tomatengarten" möglicherweise an einer Strasse befindet, was bei Häusern ja üblich ist, sollte man die Tomaten eh besser Tomaten sein lassen.

Wie gesagt, Thomas, nichts für ungut.

Ich verstehe schon was du meinst, aber oftmals ist dieser Anspruch nur schwer umzusetzen (aus meiner Sicht). Leider!

Grüße
Martin





Man kann ja nichts mehr essen

(Tschuldigung, weiter im Text)



@ Martin



"zu einer Rotex oder einem anderen runden Exzenterschleifer"

Eine Rotex (neu wohl rund 500 EUR) gibt es auch gebraucht, man kann sie sich ausborgen, es gibt Maschinen gleicher Bauart... und weiter oben hast Du selber vor der billigen Baumarktflex gewarnt. Wer nicht nur außen am Fachwerk kratzen will, ist mit der Rotex sehr gut bedient. Das Teil ist universell einsetzbar und hält unter Heimwerkerbedingungen ewig. Wer zu billig kauft, kauf oft wieder, also zu teuer (IKEA-Syndrom:-)

Leistung? Die Leistung muß sich nicht gravierend unterscheiden, Trennschleifer drehen nur schneller.

Grüße

Thomas



Exzenterschleifer mit..



...Zwangsmitnahme gehen glaub bei ca. 300 Euronen los. Kress und DeWalt dürften in der Liga spielen. Makita wohl etwas teurer. Der von Festool dürfte die Spitze bilden.
Leider kann ich nicht auf uns verweisen, wir führen nur nicht zwangsmitgenomme Exzenterschleifer, deshalb kann ich auf die Wettbewerber verweisen :-).

Gruß Patrick.



Flex



@ Martin: auch Dir vielen Dank für den Tip.
Welches Fabrikat hast Du für die Arbeiten verwendet, wenn ich das noch Fragen darf???
Das scheint auch für mich eine Alternative zu sein.
Zunächst werde ich aber die Dinge ausprobieren, die leicht zu beschaffen sind, deshalb werde ich trotzdem mit der Heißluft beginnen.
Die schöne und saubere Stickstoffstrahlgeschichte bleibt wohl nur ein Traum, da spielt der Finanzminister nicht mit... ;-)
Grüße
Olli68



Probleme mit Balkenfarbe



Hallo Olli,

ich habe eine kleine Flex von BOSCH verwendet (und verwende sie immer noch). Die ist in der Geschwindigkeit regelbar und hat glaube ich um die 90 Euro gekostet (ist schon etwas her).
Aber auch andere Hersteller haben sowas im Programm.

Ich hatte es auch mal Billigsch.. aus dem Baumarkt versucht. Da gab es regelbare Winkelschleifer für 9,99 Euro!!!

Bei zwei Jahren Ganrantie dachte ich mir, kann ja eigentlich nichts passieren.
Aber alle paar Monate in den Baumarkt zu hechten, Grantieansprüche geltend zu machen, das Gerät umtauschen und sich mit den "Fachverkäufern" rumärgern ("..für so etwas ist das Gerät ja nicht gemacht"), war mir irgendwann zu blöd.

Von den Unterbrechungen der Arbeiten mal ganz abgesehen.

Deshalb, und da gebe ich Thomas recht, besser etwas mehr ausgeben für ein Markengerät.

Gruß
Martin