Masseschüttung ? Wieviel

22.07.2004



Hallo zusammen,

Habe die Decke meines alten Hauses entkernt (Lehm, Schlacke). Verbleiben sind die Holzträger (30 hoch, 20 breit) und die Putzträger (Gipserlattung) samt Putz. Die Decke wurde nochmals 5 cm mit GK abgehängt (Leider nur an Dachlatten) und leider ohne Schalldämmung dazwischen. Die Putzträger sind sehr belastbar (2 Personen können locker nebeneinader darauf stehen). Hatte deshalb von oben nochmals ordentlich Putz (3 cm) aufgetragen, um die alte Putzsicht (eigentlich unter den Putzträgern) nochmals zu verbessern und um Gewicht in die Decke zu bringen. Danach habe ich mit Zellulose aufgefüllt (30 cm) und dann einen Probebelag auf 5 qm verlegt: 20 mm Dielen auf 15 mm Kokosstreifen schwimmend in Blindtraghölzer 4 x 6 cm (2 je Gefach)verschraubt. Ergebnis Trittschall: nicht sonderlich atemberaubend, manche würden sagen o.k., mir reichts nicht. Mache nun in einem anderen Bereich weiteren Versuch: Blindboden aus Rauhspund ins Gefach (ca. 70 cm breit). Nun kommt die Masseschüttung: Kies oder Marmorsplitt. Nur wieviel darfs denn sein ? reichen 5 cm ? oder sollten es 10 cm sein ?(Darauf bis zur Oberkante Trägerbalken wieder ca. 18 oder 13 cm Zellulose)

Hab hierzu auf die schnelle nichts in alten Beiträgen gefunden.

Grüße und danke


Bernd Scherer



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Vor allen Dingen dürfen es ein paar Informationen mehr sein. Man kann natürlich nicht angeben welche Lasten die Balken noch übernehmen können, wenn man die Randbedingungen nicht kennt ... Spannweite, Querschnitt 20/30, Achsabstand 90 cm, Zustand (Pilze Insekten ...), Holzart, Auflagersituation.

Allerdings folgendes kann ich schon jetzt sagen. Die getestete Variante ist in den meisten Fällen falsch, da die Dielung aus statischen Gründen direkt auf den Balken liegen muß. Außerdem gibt es bestimmte Regeln der Vernagelung, damit die Statik stimmt. Eine Spax in die Feder oder irgendwelche Klammern reichen jedenfalls nicht.

Für den Schallschutz empfehle ich eine Rauhspundschalung direkt auf die Balken mit Vernagelung, dann Holzweichfaserplatten mit Zwischenleisten und dann Dielenboden. Last zwischen die Balken auf einen Blindboden macht einiges an Schallschutz aus. Ist aber wie gesagt abhängig vom statischen System.





Gerne mehr:

Spannweite 10 m, Auflage mittig auf 24er Klinkermauerwerk, Material Fichte/Tanne, keine Pilze oder Insekten, Achsabstand im Durchschnitt 90 cm.
Dämmung muß zwischen den Balken erfolgen, da außer für die Dielung keine Aufbauhöhe mehr vorhanden.
Bei der getesteten Variante liegt die Dielung doch schwimmend auf den Balken auf (o.k. mit Dämmstreifen dazwischen)? Verstehe deshalb Ihren Hinweis nicht.


Danke und Grüße aus dem Saarland


Bernd Scherer



Dielung



Die Dielung incl. der Balkenlage übernimmt horizontale Kräfte z.B. Wind und verteilt diese auf die Wandscheiben. Sie bilden gemeinsam ein statisches System. Werden nun zwischen Dielenboden und Balkenlage Dämmstreifen eingebaut und findet die erforderliche Nagelung nicht statt, ist das Zusammenwirken der beiden Elemente gestört. Zusätzlich bildet die Balkenlage mit der Dielung noch die Knickaussteifung des Mauerwerks oder des Fachwerks. Hier kommt es dann auch noch auf die Verbindung zwischen Balkenlage und Wände an.
Nun zum Schallschutz:
Wenn außer der Dielung kein weiterer Aufbau möglich ist, kann man für den Trittschallschutz nicht viel unternehmen. Einzige Möglichkeit sind dann weiche Bodenbeläge, da die Schallwellen natürlich auch wenn die Zwischenfelder gut ausgeführt sind über die Balken in das untere Geschoss weiter geleitet werden, unterbrochen natürlich durch die abgehängte Decke.
Unter folgenden Bedingungen ist eine größere Auflast möglich:
- Die Balken laufen über der Mittelwand tatsächlich durch
Bis zu einem gewissen Maß funktioniert das natürlich
auch, wenn die Balken hier gestoßen werden.
- Die Mittelwand ist tatsächlich eine tragende Wand, mit
einer entsprechenden Fundamentierung.
- Es gibt keine anderen Lasten auf den Balken z.B. Stützen
aus der Dachkonstruktion, schwere gemauerte Wände etc...
Eine massive Lehmschüttung von 10-15 cm sollte dann kein Problem sein.
Ich bin allerdings über die Dimensionierung überrascht, diese Balkenabmessungen kenne ich nur aus größeren Gebäuden, Herrenhäuser, Burgen .... und dann bei größeren Spannweiten.
Welche Funktion hatte die Balkenlage vorher?

Meine Angaben hier sind natürlich ohne Gewähr, da ich die Gesamtsituation nicht kenne.





Vielen dank für ihre Mühen,

einige Dinge verstehe ich, einige nicht. Ich denke ich versuchs nun mal einfach mit meinem 2. Aufbau. Über die Tragfähigkeit der Balken mache ich mir keine Gedanken. Die Balkenlage hatte vorher die gleiche wie sie nun wieder erhalten soll: Decke bzw. Boden. Die Dinge die ich dort rausgeholt habe (Lehm, Schlacke, Staaken) waren sicherlich schwerer als das, was ich nun reinfüllen möchte.
Die Balkenlage ist wirklich durchgängig. Sofern Dachlasten auf Balken lasten, liegen diese Balken wieder (zufällig oder geplant?) in ihrer Gesamtheit auf einer 12er Klinkermauer im Erdgeschoss auf. Es handelt sich bei dem Haus um ein preußisches Forstgehöft, welches nach den mir noch vorliegen Plänen und Ausschreibungsunterlagen 1904 erbaut wurde: Ein massiver Sandstein- Backsteinbau. Und ich sage immer, wenn der Forst seinerzeit nicht in der Lage gewesen sein sollte ordentliche Trägerbalken einzubauen - wer dann sonst ?

Nochmals vielen Dank für die Infos, weitere sind gerne willkommen. Ich werde von meine Versuch berichten.


Doch noch eine Frage in dem Zusammenhang:
Nach meiner laienhaften Vorstellung müßte sich doch der Trittschall, sobald die Decke mit Möbeln usw. belastet ist doch auch ein wenig reduzieren ?


Gruß



Bernd Scherer



Nö, eigentlich nicht



Möblierung dämpft allerdings den Luftschall.

Gruß Fred Heim