Neue Holzdielung auf alte schrauben?

04.11.2011



Guten Tag,

leider nochmal ein paar Fragen zu einem Thema, welches ich hier so nach kurzer Durchsicht noch nicht gefunden habe.

Ich will bzw. muss in einen Raum im 1.OG den Fußboden sanieren. Dabei würde ich den Schallschutz auch gern ein wenig verbessern, es wohnt ein Untermieter darunter, vorgesehen ist allerdings nur eine Nutzung als Ferienwohnung. Bisher hört man vom Untermiester wenig.

Der Aufbau in dem ca. 1875 erbauten Haus ist so, dass auf 22 cm dicken Balken mit dazwischen vielleicht 7cm Sandeinlage (auf Einschub auf "Halbrundbrettern") eine 22mm dicke Dielung (wohl aus Fichte) quer aufgenagelt worden ist, die auch noch ganz passabel erscheint, welche wir wegen einer Giebel-Stabilisierung aber an zwei Stellen für 28cm breite aufreißen mussten.

Der Raum ist, bzw. die Balken auch sind, nach innen zu, in der Mitte der Balken also, in beiden Ebenen um 1 bzw. 2,5cm abgesunken.
Wir wollten nun diese leichte Absenkung in einem Bereich von ca. 1,40x1,20 m nun mit z.B. Moosgummistreifen und keilförmigen Holzleisten etwas ausgleichen und dort auch etwas den Trittschall dämmen, dann eine vielleicht 24mm dicke Holzdielung aus Kiefer oder Fichte quer auf die alte Holzdielung schrauben - also parallel zur Balkenausrichtung. Ich will den 2.40 hohen Raum in der Höhe nicht mehr als unbedingt nötig verkleinern, z.B. durch eine Schüttung etc. So hätte man eine Aufbauhöhe von von nur diesen 2,4 cm oder, mit dem Moosgummi oder dgl. von bis zu 3 cm. Der Balken-Achsabstand ist so um die 90 cm. (Müsste
diesen nochmal genau ausmessen).

Würde dies schon dies eine gewisse, auch ein wenig bemerkbare, Verbesserung des Schallschutzes bringen oder wäre diese eher unmerklich? (Sodass man die neuen Dielen gleich auf die Balken nageln könnte?).

Im gleichartig aufgebauten Nachbarraum, wo die Dielen zwar gut, aber an einer Seite angestückelt sind, will ich die Dielen rausnehmen und ca. 25mm dicke Fußbodenplatten Verlegen lassen, darüber dann eine dünne Schallschutz-Matte und, schwimmend verlegt, (bereits gekaufte) Kork-Fußboden-Paneele-Platten schwimmend verlegen.

Wäre dies eine gute Lösung - oder eher nicht?

Dann eine etwas diffizilere Sache. An der Giebelseite dieser beiden Räume hat sich diese über die Jahrzehnte bis zu 3,5 cm von den Geschossen abgelöst, was jetzt mit Stahlstangen durch die Balken hoffentlich gestoppt worden ist. Nun gilt es auch die mindestens ebenso breiten Spalten an Fußboden und Decke zu verfüllen. Ein Balken liegt ganz dicht an der Giebelwand.
Womit soll man diese Lücke nun am besten ausfüllen – auch mit Sand?
(Es reicht mit auch schon ein Verweis auf eine Seite oder Beiträge, wo dies schon behandelt worden ist.)

Viele Grüße von
Tobi



Moosgummi?



Das hat im Fußbodenaufbau nichts verloren.

Durch die Befestigung neuer Dielen auf den alten Brettern schaffen Sie hinreichend viel Schallbrücken, das bringt schalltechnisch nichts, mit oder ohne Unterlage. Warum die alten Dielen nicht ausbauen? Und neu aufbauen?

Bei Interesse könnte man die Optionen ja 'mal vor Ort besprechen.

Grüße

Thomas



wurde



die Stahlstange über mehrere Balken geführt und sind diese Balken gegeneinander zusätzlich abgesteift ?

Gegen Trittschall würde nur ein schwimmender Fußbodenaufbau helfen. Schallnebenwege für Lärm aus Fernseher usw. sind eher schwer in den Griff zu bekommen. Ist eben ein altes Haus.



Nochmal: Ist Dielen-Querverschraubung nun falsch - oder doch akzeptabel?



Danke für die beiden Antworten.

Die alte Dielung wollte ich gern noch nutzen - und nicht wegtun, da sie eben noch nutzbar ist. Gleichwohl habe ich auch schon mit dem Gedanken gespielt, nur eine neue zu nehmen. Dann müsste ich dies aber auch in dem zweiten Raum tun, damit zwischen beiden kein Absatz entsteht.
Diese wäre ja durchaus auch noch nutzbar, sie ist aber zu kurz, und deshalb an einer Seite mit zwei Längsbrettern versehen. Auch könnte ich dann ja nicht die Linoleum-Panele verwenden, die ich ja nun schon habe. Dann sollte man wohl beide Räume mit neuen Dielen versehen.

Die Variante der Querverschraubung erscheint mir deshalb nicht schlecht, weil dies vom Vorbesitzer, zu DDR-Zeiten, schon in der oberen Etage so ähnlich ausgeführt worden ist, und dies bis heute, ohne zu Knarren, gut hält. Auch hat die derzeit hier aktive Baufirma mir dies nicht abgeraten, sondern dem zugestimmt. Der Vorbesitzer hatte hierunter allerdings zur Nivellierung aus vielen kleinen Leisten über die Gesamtfläche ein kleines Untergerüst gebastelt. Die Dielen wurden dann vor allem auf dieses, im Balkenbereich bis in diese, geschraubt.

Die 16mm spirellierten Stahlstangen zur Stabilisierung des Giebels, vier an der Zahl, gehen über bis zu drei Balken, sind aber nur entgegen der Zugrichtung mit einer großen Scheibe verschraubt, also nicht beidseitig.
Sollte ich dies noch tun?

Bei dieser Gelegenheit noch eine Frage zur jetzt auch anstehenden Elektro-Neuinstallation.
Könnte man die Kabel nich auch zwischen den Balken, im Einschub verleben, in einem Schutzrohr, wo wir die Dielung nun ja an vier Stellen geöffnet haben?
Mein eigentliche Elektriker lehnt dies ab, ein anderer ist hier offener. Die Schonung der Wand wäre mir sehr lieb.

Zum Angebot von Herrn Böhme von restauratio: ich bin da durchaus offen, nur erscheint mir die Entfernung etwas weit, sind dies, elbabwärts, doch wenigstens 50 km.
Auch müsste dies relativ bald geschehen, da eine Firma schon Gewehr bei Fuß steht.

Grüße aus dem oberen Elbland



zu



deiner Frage wege der Dielung kann ich nichts sagen - da ich das noch nicht gemacht habe und somit nur vermuten könnte. Der Nachteil wäre eine zusätzliche Aufbauhöhe, ein zusätzlicher Ausgleich kann dann an Türen zu Problemen führen.

Den Mehraufwand für eine zusätzliche Verschraubung würde ich schon ausführen.



Die Aufdopplung der Dielen...



...bringt keine Vorteile. Der Ausgleich auf einer Bestandsdielung ist nicht weniger aufwändig, als auf der Balkenlage. Ist die alte Dielung aber draußen, kann der Einschub aufgefüllt oder sogar tiefergelegt werden, daß mehr Masse zwischen die Balken kommt. Und das verbessert die Schalldämmung dann tatsächlich.

Ich wüsste nicht, welche Bedenken gegen eine Kabelverlegung im Balkenzwischenraum sprechen. Das Verlegen wird billiger, die Wände bleiben unangetastet.

Meißen ist nicht aus der Welt. Sollte ich in den nächsten Tagen dort zu tun haben, melde ich mich.

Grüße

Thomas